IMMortal Kickers mit einem kühlen Kopf zum Viertelfinal

Von Marija Caleta

Ende Mai fand zum vierten Mal die Sport Challenge der ZHAW School of Management and Law statt. Auch dieses Jahr startete ein Fussballteam des Instituts für Marketing Management und wollte sein letztjähriges Ergebnis übertreffen.

Kaum fanden sich die IMMortal Kickers zusammen, wurde bereits analysiert, geplant und eine Spielstrategie festgelegt. Es wurde schnell klar, dass der Wettereinfluss die Umsetzung erschweren würde. Doch trotz starker Sonneneinstrahlung und der herrschenden Hitze, bewahrte das Team (fast) jederzeit einen kühlen Kopf.

Schon bald nach dem Anpfiff wurde klar, dass die Wetterbedingungen einen stärkeren Einfluss auf die Leistung, Kondition und Schweissdrüsen haben werden als gedacht. Fliegende Wechsel der Spieler ermöglichten Erholungsphasen und somit neue Energie fürs Spiel – mit Erfolg! Die IMMortal Kickers gewannen das erste Spiel!

Letzte Taktik-Besprechungen vor dem ersten Spiel! (v.l.n.r: Valerio Stallone, Darius Zumstein (Goalie), der kopflose Linard, Schiri, Brian Rüeger, Marcel Hüttermann und Beni)

Viertelfinaleinzug dank den Neuzugängen

In der Gruppenphase zeigte sich das Team von seiner besten Seite und übertraf die Leistung des letzten Jahres bei Weitem: die IMMortal Kickers konnten aufgrund von drei Siegen und zwei Niederlagen erstmalig in die Viertelfinals einziehen! Grossen Anteil daran hatten die Neuzugänge im Tor (Darius), in der Innenverteidigung (Brian) und im Sturm (Dennis, Beni), welche sich von Anfang an von der besten Seite zeigten. Die Gruppenphase verlangte jedoch ihren Tribut: Zweieinhalb verletzte Spieler später und somit ohne Auswechselmöglichkeiten, war das Gegnerteam stärker, hatte ein jüngeres Durchschnittsalter und schoss gegen die IMMortal Kickers dennoch nur ein einziges Tor, welches allerdings zum Sieg gereicht hat.

Beim anschliessenden Barbecue und der Rangverkündigung schmiedete das Team bereits neue Taktiken für das kommende Jahr. Die Ambitionen sind weiterhin hoch – vielleicht katapultiert sich das Team durch den ein oder anderen Transfercoup von Clubchef Brian Rüeger, in der Winterpause auf das nächste Level? Wir bleiben am Ball…

Rolf Rellstab kämpft an seinem Good-Hair-Day um den Ball! (Foto SML Foto Gallery)

Co-Creation oder gemeinsam fortschreiten

Von Silvana Ulber

Ganz grundsätzlich werden Menschen gerne um ihre Auffassung der Dinge gefragt. Sie fühlen sich dadurch in eine Entscheidung, einen Ablauf oder einen Umstand einbezogen. Akzeptieren die Situation dadurch nicht nur viel eher, sondern setzen sich höchstwahrscheinlich auch gegenüber Dritten dafür ein. Weiter gesteigert wird diese Wahrscheinlichkeit, wenn Mitmenschen, Mitarbeitende oder Kunden ihre Vorstellungen nicht nur kundtun, sondern mitarbeiten, mitgestalten und mitentscheiden dürfen. Von Co-Creation ist dann die Rede.

Werden Verbraucher oder Mitarbeitende aktiv um deren Erwartungen, Erfahrungen, Vorstellungen und Optimierungsmöglichkeiten gefragt und um Mitarbeit gebeten, kommt oftmals ein grosser Fundus an Inputs zusammen. Nicht alle davon sind umsetzbar. Doch ergibt es Sinn, die Rückmeldungen zu prüfen. Kann Produkt oder Dienstleistung XY mit den eingegebenen Kommentaren, Ideen und Erarbeitungen optimiert werden? Der Profit ist nicht nur ein besseres Produkt bzw. eine bessere Dienstleistung. Dieses entspricht nun viel eher dem Kundenbedürfnis, was Produkt bzw. Dienstleistung beliebter machen kann. Die Folge: Zufriedene Kundinnen und Kunden oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – je nach Stakeholder, den man für den Einbezug gewählt hat. Ihnen hat man durch Zuhören und die Möglichkeit der Partizipation die Wertschätzung gegeben, dass ihre Vorstellungen und Ideen wichtig sind und zählen. Ihre Haltung zum Unternehmen wird damit positiv beeinflusst.

Starke Verbindung zur Zielgruppe

Als Best Practice dient die LANDI Schweiz AG. Sie bezieht mit dem Programm Farm-Erfa Geschäftsführer von LANDI Läden in ihre Wertschöpfungskette mit ein. In Arbeitsgruppen und Workshops wird gemeinsam an Produktverbesserungen oder -entwicklungen gearbeitet sowie über mögliche neue Services mit nationaler Strahlkraft beraten. Entscheidend für die Teilnahme bei Farm-Erfa: ein landwirtschaftlicher Hintergrund mit sehr starker Verbindung zur Zielgruppe «Landwirte», die aufgrund dieses ausgeprägten Bezugs durch die am Programm teilnehmenden Geschäftsführer miteingebunden ist. Simon Gfeller, Leiter Marketing & Verkauf bei LANDI Schweiz ist überzeugt: «Gemeinsam erarbeitete Ideen führen zu einer höheren Identifikation mit dem Produkt, dem Konzept und auch der Marke LANDI an und für sich». Gemessen werde der Erfolg des Einbezugs anhand von KPI (Key Performance Indicator) zu Indikatoren wie beispielsweise dem Umsatz pro Warengruppe oder der Reduktion von Abschreibern. «Auch wenn der Aufwand für den Austausch in den Arbeitsgruppen beträchtlich ist, der Mehrwert dieses gezielten Vorgehens ist enorm», sagt Gfeller weiter.

Farm-Erfa-Vertreter mit Marketing- und Verkaufsleiter Simon Gfeller (7. v. l.) ©LANDI Schweiz AG

Nur für die grossen Player?

Dass Co-Creation auch bei KMU funktionieren kann, zeigt ein unspektakuläres aber erfolgreiches Beispiel des Akademischen Sportverbands Zürich (ASVZ). Auch der ASVZ möchte seine Zielgruppe – die Studierenden der Zürcher Hochschulen – bei der Ausgestaltung seines Sportprogramms vermehrt ins Boot holen. Im Gespräch mit Vertretern dieser Zielgruppe erkannte man das Bedürfnis nach einem Sportangebot, das das Spielen des Turnunterrichts der Primar- und Oberstufe ermöglicht. Der ASVZ unterstützte einen entsprechenden Pilotversuch mit Beratung, Equipment, Räumlichkeiten sowie Kommunikationsmassnahmen. Was aus einem Bedürfnis und einer Idee der Zielgruppe entstand, gemeinsam zum Pilotversuch «FätzBall» entwickelt wurde, wurde im Frühjahr 2019 aufgrund der grossen Beliebtheit schliesslich als Sportart «Burner Games» ins ASVZ-Sportprogramm aufgenommen. Ob der ASVZ damit um eine Kult-Sportart reicher ist, wird sich weisen.

Die ASVZ-Sportart «FätzBall» ist im Gespräch mit der Zielgruppe entstanden ©ASVZ

Fürsprecher gewinnen und an sich binden

Beide Beispiele haben eines gemeinsam: Gewonnen haben mit Co-Creation alle Beteiligten. Die eingebundenen Stakeholder ihrerseits fühlen sich ernst genommen und wertgeschätzt, weil sie durch den Meinungsaustausch und ihre Mitarbeit Produkte und Dienstleistungen optimieren und davon – sei es als Verkäufer/Dienstleister oder auch als Endkunde – direkt profitieren können. Das Unternehmen seinerseits erhält wichtige Einblicke zu Interessen, Verhalten, Vorstellungen und Gedanken der eingebundenen Stakeholder. Es kann das Angebot der Nachfrage und den Bedürfnissen entsprechend aufbereiten und erhält aufgrund dieser Vorgehensweise zufriedene und loyale Fürsprecher und Multiplikatoren für Produkte, Dienstleistungen und die Marke. Mitmach-Marketing mit den besten Voraussetzungen für optimale Kunden- und Mitarbeiterbindung.

Über die Autorin

Silvana Ulber ist Leiterin Kommunikation beim Akademischen Sportverband Zürich (ASVZ) und mag an ihrem Berufsalltag ganz besonders, dass ein grosser Bestandteil aus Austausch und gemeinsamem Erarbeiten von Ideen besteht. Denn sie ist ein grosser Fan von Miteinander und Teamarbeit, und auch wenn der Ausdruck etwas ermattet, so lebt sie ihn doch: gemeinsam sind wir stark. Zur Zeit absolviert sie an der ZHAW innerhalb des MAS Marketing Management den CAS Marketing- und Corporate Communications.