Von Nachhaltigkeit zu Konsumethik – kollektiver Konsum statt Label-Wahnsinn

Zu beinahe jedem Produkt gibt es heute die «grüne» oder die noch «grünere-faire» Variante. Obwohl sich einige immer noch nicht in der Labelwelt zurecht finden , ist ein Produkt, dass den entsprechenden Standards (bio, fair, regional etc.) entspricht für viele Konsumenten bereits zu einem gewissen Standard geworden, den Sie von den Unternehmen erwarten. Viele Konsumenten sind egoistisch, so eine Studie aus Österreich. Sie sind nicht mehr bereit «nur» für «Bio» mehr zu zahlen. Andere Aspekte sind wichtiger geworden: Regionalität auf Produktebene, soziale Verantwortung auf Produktions- und Unternehmensebene oder alternative Besitzmodelle auf gesamtwirtschaftlicher Ebene. Auch soziale Aspekte wie das Produktumfeld und Herstellungsbedingungen werden bedeutender.

Aber mit den neuen Ansprüchen wächst auch die Unsicherheit der Menschen. Laut Otto Group Trendstudie 2013 vertrauen nur 48 % aller Befragten darauf, dass entsprechend gekennzeichnete Produkte auch wirklich ethisch korrekt hergestellt werden. Vielen Menschen gehe zudem weniger darum das richtige zu kaufen (was angesichts der vielen Label-Kriterien, die man berücksichtigen müsste, für den Laien am POS auch geradezu unmöglich wäre), sondern um Lebensqualität. Damit ändert sich nicht nur das Bewusstsein, sondern das gesamte Wertesystem der Konsumenten, auf das sich letztendlich auch die Unternehmen einstellen müssen. Es geht um den Wunsch selbst aktiv zu werden, gemeinsam Lösungen zu finden und laut Studie «durch kollektives Handeln eine Veränderung zu bewirken». Im Lebensmittelbereich ist dieser Wandel bereits in Plattformen wie foodsharing.de erkennbar. Menschen teilen Essen. Eine Initiative gegen die Verschwendung von Lebensmitteln (foodwaste). Die Idee: Lebensmitteln wieder einen ideellen Wert zu geben, da sie mehr sind als bloss eine Ware.

Auch andere Plattformen wie leihdirwas.de oder whyown.it, talent.ch, giveandget.ch und exsila.ch finden mittlerweile viele Anhänger. In der Schweiz stehen mit sharely.ch und shrebo.ch eigene Verleihplattformen vor dem Start. Mit sharoo.com kann man demnächst in der Schweiz das Teilen von Privatautos koordinieren, und auch Parkplätze werden über parkit.ch und parku.ch geteilt. Wird sich aus dem Wertewandel die «Shareconomy» entwickeln und die Wirtschaft revolutionieren? Wer weiss. Aber viele Menschen sehen im Tauschen und Teilen eine Art Befreiung – weniger Belastung durch Besitz, mehr Flexibilität und einen Gewinn an Lebensqualität. Laut Experte Prof. Dr. Harald Welzer, Direktor von «FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit», bringt die Sharing-Kultur «eine neue Form von Sozialität hervor und kann zu einem Paradigmenwechsel führen – mit erheblichem Einfluss auf Geschäftsmodelle. Unternehmen sollten sich diesem Wandel stellen und ihn aktiv mitgestalten, anstatt auf die Expansion ihrer alten Geschäftsmodelle zu setzen.»

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Wir suchen eine/n Dozent/in Customer Experience Management

Als Ergänzung für das Team suchen wir per sofort oder nach Vereinbarung eine/n Dozent/in Customer Experience Management. Im Rahmen dieser Tätigkeit sind folgende Aufgaben zentral:

  • Mitarbeit in Forschungs- und Beratungsprojekten mit den Themenschwerpunkten Customer Experience Management und Konsumentenverhalten
  • Akquise von Drittelmittelgeldern (Bund und Firmen)
  • Projektorganisation/ -management
  • Übernahme von Übungs- und Lehrtätigkeiten

Für diese Position verfügen Sie über einen Master in Sozialwissenschaften, vorzugweise in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing sowie idealerweise über eine Promotion oder haben starke Ambitionen eine solche zu erlangen. Sie haben mindestens 8 Jahre ausgewiesene Erfahrung in den Bereichen Customer Experience, Service Design und Konsumentenverhalten insbesondere in der Anwendung von neuen Methoden wie z.B. des Service Designs oder biometrische Messverfahren und verfügen über gute Kenntnisse in quantitativen und qualitativen Erhebungs- und Auswertungsmethoden der Sozialwissenschaften. Projektorientiertes Arbeiten macht Ihnen Spass und Sie wünschen sich, künftig Projekte mit einer wissenschaftlichen Fundierung zu realisieren, die
hochschulexternen Partnern substantielle Mehrwerte generieren. Stilsichere Kenntnisse in Deutsch und Englisch, hohes Engagement, Teamfähigkeit sowie selbstständiges Arbeiten
runden Ihr persönliches Profil ab.

Für fachliche Auskünfte steht Ihnen Herr Sandro Graf (Fachstellenleiter Service Lab, Institut für Marketing Management) unter Tel. +41 58 934 66 36 gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen und Kontaktadresse für die Bewerbungsunterlagen finden Sie im Stellenbeschrieb Dozent Customer Experience Management.

 

Wir wünschen Patrick einen guten Start am IMM

Patrick Bissig

Seit Mittwoch arbeitet Patrick Bissig neu am Institut für Marketing Management. Wir freuen uns sehr ihn bei uns im Team begrüssen zu dürfen und wünschen ihm einen guten und erfolgreichen Start. Wie alle neuen Mitarbeiter stellt sich Patrick kurz selbst vor:

Erst kürzlich schloss ich an der ZHAW School of Management and Law, mein Bachelorstudium mit Vertiefung in General Management ab. Einige Nebenjobs als Serviceangestellter, Call-Agent, Lehrperson und Marketingplaner eines Start-Up Unternehmens begleiteten mich in diesen drei Jahren Vollzeitstudium. Seit diesem Herbst absolviere ich den konsekutiven Masterstudiengang der ZHAW mit Vertiefung in Marketing. Mit der 50%-Anstellung am IMM bietet sich mir eine optimale und interessante Tätigkeit.

In der Freizeit treibe ich gerne Sport. Eine Leidenschaft von mir ist die Musik, der ich regelmässig nachgehe.

Ich freue mich auf die neue Herausforderung hier am IMM.

Wer wagt, der gewinnt – CAS Sportmarketing

Der Abend im Au Premier in Zürich stand ganz im Zeichen von Sportmarketing. Organisiert und durchgeführt vom Institut für Marketing Management im Hinblick auf die Premiere des Zertifikatslehrgang CAS Sportmarketing, diskutierten die Gäste, Willy O. Hoffmann (ehemaliger Präsident FC Bayern München) und René Stammbach (Präsident Swiss Tennis und Mitglied Exekutivrat Swiss Olympic) über die Wichtigkeit von Marketing im und mit Sport.

Das Publikum, mehrheitlich Interessenten für den CAS Sportmarketing, wartete gespannt auf die beiden Gäste. Nach einer kurzen Übersicht über die Weiterbildung, gab Willy O. Hoffmann, direkt vom Oktoberfest eingeflogen, im Gespräch mit Marco Casanova (Hauptdozent des CAS Sport Marketing) ein paare spannende Einblicke in die  Erfolgsgeschichte des FC Bayern München.

Mit Pioniergeist, Entrepreneurship und sportlicher Kontinuität entwickelte sich FC Bayern München vom 2.-Ligisten zu einem der erfolgreichsten Fussballvereine weltweit. Der Verein gilt als Musterbeispiel eines gut organisierten und professionellen Unternehmens, was sich auch im neuen Rekordumsatz wiederspiegelt. Zur Freude des Publikums erzählte Willy O. Hoffmann zudem auch ein paar unterhaltsame Anekdoten über die Zusammenarbeit mit diversen Sportgrössen wie Uli Höness oder Franz Beckenbauer. Unvorstellbar aber wahr – die Saläre wurden zu seiner Zeit noch bar bezahlt. Die Zeiten ändern sich und durch die Entwicklung vom Fussballverein zum internationalen Unternehmen steigt auch der Bedarf von spezifischem Marketing.

„Relevant im Sportmarketing sind Passion und Emotion“ – Dies war die Kernbotschaft von René Stammbach. Der Präsident von Swiss Tennis hob zudem die Wichtigkeit von Fantasie in den Vordergrund. Er zeigte auf, dass sich im Sportmarketing in den letzten Jahren einiges veränderte bzw. verkomplizierte, und daher müssten neue Wege der Kommunikation gefunden werden. Wer etwas wagt, dem gehört laut René Stammbach die Zukunft im Bereich Sportmarketing.

Der Apéro Riche im Anschluss bot die Plattform für Networking, Informationsaustausch und Anmeldungen für den Lehrgang CAS Sportmarketing.