Touristenströme vorhersagen und Probleme mindern

Die Schlagzeilen der vergangenen Monate zeigten, dass Touristen vielerorts zum Problem werden. Auch in der Bodenseeregion gibt es eine grosse Beanspruchung der Infrastruktur. Zusätzlich kommt noch der ganzjährige Einkaufstourismus von Herr und Frau Schweizer. Das Forschungsprojekt Predicting Tourism Movements (PredTour) der Hochschule Konstanz (HTWG) und der ZHAW erfasste Besucherströme und Bewegungsprofile. Dadurch liessen sich lokale Verhaltenstendenzen voraussagen. Dank der Forschungsergebnisse soll es möglich werden, die Touristenströme besser aneinander vorbei zu lotsen. In einem Interview erzählen Marcel Hüttermann und Prof. Dr. Frank Hannich mehr über die wichtigsten Erkenntnisse des Projekts.

Was war die Intention das Projekt Pred Tour durchzuführen?

Das Institut für Marketing Management (IMM) hat mit der Hochschule Konstanz zusammen dieses Projekt in die Wege geleitet. Für uns als Schweizer Vertreter sind einerseits die Verdrängungseffekte und andererseits die Überlastung der Verkehrsinfrastruktur durch zu viel Tourismus von besonderem Interesse. Dies ist in der Schweiz ein sehr aktuelles Thema, beispielsweise mussten die Wirte am Seealpsee im Kanton Appenzell ihr Geschäft aufgeben, weil sie nicht zu wenige, sondern zu viele Gäste hatten. Insofern ist zu viel Tourismus auch über die Bodenseeregion hinaus ein sehr relevantes Thema. Für viele Tourismusdienstleistungen sind das neue Entwicklungen und Herausforderungen. Ein weiterer Treiber dieses Projektes sind die hervorragenden neuen Möglichkeiten, die sich mittels Smartphones bieten. GPS Daten ermöglichen viel bessere Location Based Services, welche höhere Relevanz schaffen können und insgesamt einen stärkeren Nutzen für die Kunden.

Marcel Hüttermann (links) und Prof. Dr. Frank Hannich (rechts) beide vom IMM

Wo sehen sie die Möglichkeit nochmals so ein Projekt durchzuführen?

Die Ergebnisse sind nicht nur Bodenseespezifisch. Überall dort, wo die Verkehrsinfrastruktur an seine Grenzen stosst und der Tourismus dadurch ungleich verteilt wird, könnte man ähnliche Massnahmen vornehmen. Hinzu kommt der Trend, dass man durch Social Media einen Hype um einzelne Orte auslöst, was dazu führen kann, dass solche Orte kurzfristig überlastet werden.

Wie sehen sie generell den Trend von Willingness to Share Data?

Wir haben da sehr hohe Hürden angetroffen. Es gab verschiedene empirische Untersuchungen für das Projekt, wo Befragte mit GPS-Trackern ausgerüstet wurden, um die zurückgelegten Strecken nachzuvollziehen. Die Bereitschaft diese Daten zu teilen war nicht hoch und ist ein Knackpunkt für jede Anwendung, die auf GPS-Daten angewiesen ist. Die Daten werden insbesondere dann nicht gerne geteilt, wenn die Touristen darauf aufmerksam gemacht werden. Vielen fällt dabei aber nicht auf, dass sie ihre Daten bei Google schon längst preisgeben oder dass die Telefongesellschaften all ihre Daten bereits haben und auch verwenden. Das Bewusstsein ist daher ein wichtiger Punkt. Weiter hat man im Tourismus Bereich mittelständische Anbieter oder Gemeinden, die eine Erlaubnis einholen müssen. Zudem wurde durch die neue europäische Datenschutzverordnung die Zurückhaltung seitens der Anbieter stark erhöht, so dass hohe Unsicherheit herrscht, was man nun effektiv brauchen kann und was nicht.

Was sind die konkreten Ergebnisse des Projektes?

Die Ergebnisse des Projektes zeigen auf, dass eine solche Applikation generell auf Begeisterung stösst. Damit die App auch genutzt wird, müsste sie sicherlich einen genug grossen Nutzen stiften, einfach zu bedienen sein und relevante Informationen liefern. Weiter hat sich ergeben, dass es die Applikation nicht nur online, sondern auch offline geben sollte. Dies ist vor allem für die Schweizer Nutzer relevant, die aufgrund hoher Roaming Gebühren im Ausland viel zahlen. Es sollte Live Meldungen geben, die darüber informieren, wo sich die Touristenströme aktuell befinden und ein Bewertungssystem über Lokalitäten, wie Restaurants. Weiter von Interesse sind Routen Vorschläge basierend auf eigenen Wünschen. Darin sehen die Befragten vor allem Vorteile in der Zeitersparnis, da man nicht lange nach Attraktionen suchen muss. Dies bedeutet weniger Stress und eine gewisse Planungssicherheit. Jedoch sehen sie auch klare Nachteile, wie zum Beispiel den Mangel an Spontanität und das Smartphone möchte man auch nicht immer mit sich tragen, wenn man im Urlaub ist.

Aus einer Umfrage in Kooperation mit 20 Minuten konnte man zusätzlich das Einkaufs- und Touristenverhalten von Schweizern und Schweizerinnen aus der Bodenseeregion befragen. Der Haupttreiber, wieso die Touristen nach Konstanz gehen, sind die günstigeren Preise und die Produkteauswahl. Die Befragten teilen zudem nur ungern ihre Daten, ausser sie sind vollständig anonymisiert. Wenn es aber eine Premium Version geben würde, wo man sich ein Profil erstellen könnte und die Möglichkeit bestehe, sich mit anderen auszutauschen und dadurch direkten Nutzen zu generieren, dann würden sie eher noch ihre Daten dort preisgeben.

Touristenströmevermeiden mit einer speziellen App © Pixabay

Wurde eine eigenständige App entwickelt?

Die Ergebnisse des Projektes haben gezeigt, dass sich eine eigenständige Plattform wahrscheinlich nicht lohnen würde, da man unter anderem erst noch Nutzer gewinnen müsste. Die Bereitschaft sich eine neue App herunterzuladen ist zudem sehr klein. Es hat sich gezeigt, dass 60% in der Schweiz im letzten Jahr keine neue App auf dem Smart Phone heruntergeladen haben. Die Leute nutzen lieber vorhandene Apps. So könnte man also die Funktionalitäten, die sich durch das Projekt ergeben haben in bestehende Apps integrieren, wie beispielsweise in Google Funktionen, die bereits enorm viele Daten und Nutzer haben. Auch wenn keine separate Applikation entwickelt werden konnte, gab es genügend neue Erkenntnisse, die gewonnen wurden und die sicherlich auch für andere Regionen anwendbar und nützlich sein können.

Wie könnte man die Nutzer dazu bringen, ihre Daten zu teilen, damit die Plattform genügend Informationen erhält?

Für die Nutzung gibt es zwei Voraussetzungen, zum einen muss ausreichendes Vertrauen zu den jeweiligen Anbietern geschaffen werden, dass die Daten auch wirklich nur für die gewünschten Zwecke verwendet werden. Und noch wichtiger ist es, den Nutzen zu zeigen. Der Nutzen muss so wertvoll sein, dass man die eigenen Bedenken zurückstellt.

Sehen sie das kritisch, dass man unter anderem Schweizer Einkaufstouristen in Konstanz versucht besser zu lenken, anstelle den Einkauf in der Schweiz zu fördern?

Natürlich ist das ein Thema das mitschwingt. Unser Auftrag als ZHAW ist es nicht den Einkaufstourismus zu fördern, und auch nicht Ziel des Projektes. Wir sehen es eher als Chance, die Touristenströme nicht nur in Konstanz selber, sondern auch in der Schweiz auf weniger ausgelastete Attraktionen zu lenken, wie zum Beispiel Kreuzlingen. Somit kann es durchaus Implikationen für Schweizer Geschäfte geben, wie sie die Probanden in der Schweiz behalten können.

Die Wahrnehmung ist zum Teil falsch, dass Gemeinden wie Konstanz noch mehr Einkaufstouristen haben wollen, das ist sehr umstritten in der Bevölkerung, weil es zu Verdrängungseffekten auch gegenüber der lokalen Bevölkerung hat. Es hat auch immer mehr Verdrängungseffekte gegenüber dem Übernachtungstourismus. Die verstopfte Innenstadt ist weniger attraktiv für klassische Touristen aus Deutschland, die eigentlich viel mehr Geld in der Gemeinde liegen lassen.

Wie sehen sie die Chancen einer Plattform, die Besucherströme lenken soll?

Wir sehen es gemischt. Die Datenteilbereitschaft ist eine sehr hohe Hürde und zudem ist es schwierig einen wirklich starken Nutzen für die Kunden zu schaffen. Aber man kann sicher mit einigen Massnahmen Teilerfolge erzielen.

Für alle Interessierten: am 22.11.2018 um 12:00 Uhr – 13:30 Uhr findet in Konstanz in der Villa Rheinburg ein Abschluss Workshop statt, wo alle beteiligten Institute ihre Ergebnisse vorstellen werden. Bei Interesse kann man sich gerne bei Marcel Hüttermann melden.

Kontakt:

ZHAW School of Management and Law, Institut für Marketing Management, Marcel Hüttermann, Telefon +41 58 934 76 98, E-Mail: marcel.huettermann@zhaw.ch

Einladung zum Abschluss Workshop

Die Souks in der Medina – oder von der Bedeutung des Preises

Orientalische Basarökonomie zu Zeiten von Digital- und Channel-Marketing

Von Constantin Kuhn

Die meisten Unternehmen – seien es Händler oder Hersteller von Waren – versuchen heute ihren Absatz mittels ausgefeilter Werbe-, Marketing- und Kommunikationsstrategien zu steigern. So werden Contents geschaffen, mit welchen möglichst konvergent die unterschiedlichsten digitalen und konventionellen Kanäle bespielt werden können. Es werden Klickraten und andere Werte mathematisch ausgewertet und die daraus gewonnenen Informationen werden zu einer weiteren Optimierung von Massnahmen, Preis, Absatz und Gewinn eingesetzt. Mit diesen Themen im Hinterkopf nach Marrakesch zu reisen bedeutet einen kontrollierten Kulturschock zu erleben – oder zumindest aber das Hinterfragen der gewohnten merkantilen Prozesse.

Ladengeschäft in einem Souk, Marrakesch © Constantin Kuhn

Mit dem ersten Schritt in einen der zahlreichen Souks, wie die arabischen Märkte genannt werden, beginnt ein völlig exotisches Einkaufserlebnis. Tatsächlich besteht beinahe die gesamte Medina, die Altstadt Marrakeschs, aus einem einzigen, gigantischen Souk. Rational betrachtet handelt es sich um enge, zum Teil überdachte Gassen, welche von einem Sammelsurium unterschiedlichster Läden gesäumt sind. Es gibt jede denkbare Form von Geschäft – vom klassischen Ladengeschäft über Verkaufsnischen bis hin zu temporären Ständen, welche teilweise lediglich aus einem Tuch und der präsentierten Ware bestehen. Diese Souks sind beinahe zu jeder Tageszeit hoch frequentiert, sei es von Touristen oder Einheimischen, zu Fuss, auf motorisierten oder unmotorisierten Zweirädern und Eselskarren. Jeder Händler, egal wie gross oder klein das Geschäft oder wie hoch- oder niedrigpreisig die angebotene Ware ist, arrangiert seine Ware möglichst ansprechend und aufmerksamkeitsheischend und preist diese gegenüber dem Passanten lautstark an. Gewohnte Kanäle wie eine Homepage, ein Instagram-Account oder ein Newsletter spielen hier keine Rolle. Relevant ist nur der Kunde, der gerade tatsächlich da ist. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Touristen, welche angeregt von Reiseführern und Fernsehdokumentationen den Reiz der Exotik suchen.

Stand auf dem Djemaa el Fna, Marrakesch © Constantin Kuhn

Zuerst das Produkt, dann der Preis

Weckt ein Produkt das Interesse und bleibt man einen Augenblick stehen, um dieses genauer zu betrachten, ist dies die Eröffnung der Verhandlungen. Der Händler nutzt die Gelegenheit, um über qualitative, ästhetische und preisliche Vorzüge seiner Waren zu informieren – was der Händler aber nicht tun wird, ist einen konkreten Preis zu nennen. Auf die Frage nach dem Preis eines Artikels wird er einem zu verstehen geben, dass man sich sicher einigen wird. Zuerst solle man aussuchen, welche Produkte man erwerben wolle und im Anschluss werde man einen guten Preis finden.

Hat man tatsächlich mehrere Artikel ausgewählt, wird der Händler kalkulieren, einen Preis nennen und erwarten, dass man nun ebenfalls einen Preis vorschlägt. Ersterer wird üblicherweise viel zu hoch sein, letzterer für gewöhnlich viel zu niedrig. Diese Preisvorschläge gehen nun einige Male hin und her, bis der Händler schliesslich bei einem genannten Preis „Inschallah“ oder „Yallah“ ausrufend einschlägt und so den Handel besiegelt. Dieses Feilschen und Preisfinden ist ein Ritual, welches häufig mit einem durch den Händler offerierten Pfefferminztee einhergeht. Dabei werden das Interesse an einem Produkt, dessen qualitative Eigenschaften und dessen Wert für den Käufer und den Verkäufer miteinander ins Verhältnis gesetzt. Wenn das Verhältnis stimmt, kommt der Handel zustande. Üblicherweise wird man nach einem abgeschlossenen Kauf das Gefühl haben, ein unglaublich gutes oder ein unglaublich schlechtes Geschäft gemacht zu haben – und vermutlich ist auch beides begründet.

Souk in Marrakesch © Constantin Kuhn

Preisvergleich ist unmöglich

Tatsächlich ist das Fehlen eines ausgeschriebenen Preises für den durchschnittlichen Marrakesch-Besucher insofern problematisch, als ohne Preis auch jeglicher Anhaltspunkt für den monetären Wert eines Gegenstandes fehlt. Man ist es gewohnt, dass zum Kauf angebotene Artikel mit einem Preis versehen sind, was es uns ermöglicht, abzuschätzen, ob ein Gegenstand teuer oder günstig ist. Aufgrund von Erfahrung oder Recherche, welche im Wesentlichen aus dem Vergleichen von Preisen und Eigenschaften wie Qualität oder Markenimage besteht, entsteht die Idee eines Marktwertes.

Das Fehlen eines Preises in Kombination mit mangelnden Kenntnissen über Herstellungskosten und übliche Margen macht es extrem schwierig bis unmöglich, einen Gegenstand zum „besten Preis“ zu erwerben. Analysiert man den Besuch eines Souks unter dem Aspekt von geläufigen Marketing- und Kommunikationskonzepten, so ist festzustellen, dass diese – vor allem die Online-Komponente betreffend – nahezu vollständig fehlen. Darüber hinaus wird bewusst, welche zentrale Wichtigkeit, neben Emotionen, die Kenntnis des Preises für das Entstehen eines Bedürfnisses und die allenfalls folgende Kaufentscheidung häufig hat.  

Das alltägliche Einkaufen ohne Preisangabe ist, egal ob im Supermarkt oder Onlineshop, in unserer globalisierten und digitalisierten Welt unvorstellbar. Abgesehen vom zeitlichen Aufwand, der mit den ständigen Preisaushandlungen verbunden wäre, ist davon auszugehen, dass einige Bedürfnisse mangels Idee darüber, ob sie neben der emotionalen Komponente des „Habenwollens“ preislich überhaupt realistisch und erfüllbar sind, möglicherweise gar nicht weiterverfolgt werden.

Unter diesem Aspekt kann ein Besuch der Souks von Marrakesch eine Möglichkeit bieten, die Routine in Bezug auf Marketingdenken aufzubrechen und merkantile Prozesse aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Denn allen Widersprüchen gegenüber unserem gewohnten Kaufverhalten zum Trotz, wird in den Souks gekauft. Wenngleich oder weil das Schaffen eines Bedürfnisses hier vor dem Preis und damit auch vor der subjektiven Frage der tatsächlichen Erfüllbarkeit stehen.

Über den Autor

Constantin Kuhn geboren und aufgewachsen in Deutschland kam nach Abschluss seines Studiums aus Liebe in die Schweiz und blieb. Er arbeitet in der Administration eines Thurgauer KMU und zu seinen Tätigkeiten gehören unter anderem Marketing- und Kommunikationsaufgaben. Aktuell nimmt er am CAS Marketing- und Corporate Communications der ZHAW teil, um mehr über das zu erfahren was er bei der Arbeit eigentlich tut.

 

Marketing aus aller Welt: McDonald’s trifft auf Vatikan und spricht neue Zielgruppen an

Von Dr. Adrienne Suvada

Die italienische Hauptstadt Rom besticht nicht nur durch das Kolosseum oder den Trevi-Brunnen, zu Rom gehört auch der Vatikan mit dem berühmten Petersdom. Aber auch hier blüht das Marketing in Form von diversen Souvenirläden, kleinen Restaurants oder Touristenführungen. Rund um den Petersplatz gibt es mehrere Gebäude, die noch zum Vatikan gehören, aber auf italienischem Staatsgebiet liegen. In den Gebäuden gibt es Büros, Wohnungen und zum Teil auch gewerbliche Mieter. Ein ganz besonderer Mieter hat im letzten Jahr für Aufsehen gesorgt. Ganz in der Nähe des Petersplatzes, hat sich nämlich die Fastfood Kette McDonald’s eingemietet, was für einige Aufregung sorgte. Beinahe eine dogmatische Fragestellung war es, ob denn Fastfood und Vatikan überhaupt zusammenpassen würden. Schlussendlich hat sich der Fastfood Gigant durchgesetzt und die Touristen können ab sofort auch dort einkehren.

Die McDonald’s Filiale im Vatikan Gebäude, oben sieht man einen der Eingänge zum Vatikan (Bild: R. Bircher)

Neue Zielgruppen und neue Produkte

Wie so oft, hat auch diese Polemik mehr genützt, als geschadet, denn die Filiale musste so fast keine Werbung mehr machen. Sie ist strategisch sehr gut gelegen, denn fast alle Besucher oder Pilger gehen an ihr vorbei. Gerade nach grossen Anlässen, ist die schnelle und bekannte Verpflegung von vielen gut gesehen. Mittlerweile scheint auch im Vatikan etwas Ruhe eingekehrt zu sein, denn man findet unter den Gästen ab und an auch Priester und Ordensleute. McDonald’s versucht aber noch mehr neue Zielgruppen anzusprechen. Die Trends in der Ernährung haben auch hier ihre Spuren hinterlassen und so findet man seit einiger Zeit einen Gluten Free Burger. In Zusammenarbeit mit Dr. Schär, dem Spezialisten für glutenfreie Nahrungsmittel, wurde dieser Burger kreiert. Der Burger ist mit 3.00 € nicht gerade günstig, für Zöliakie Betroffene scheint er aber immerhin eine Alternative zu sein.

Der Gluten Free Burger in Zusammenarbeit mit Dr. Schär (Bild: R. Bircher)

Glutenfrei, aber nicht perfekt

Der Burger wird verpackt und tiefgekühlt angeliefert. Im Restaurant selbst wird er nur noch erhitzt und bleibt stets in der Verpackung drin, damit er nicht zufällig mit glutenhaltigen Speisen in Berührung kommt.

Vorteil sauber verpackt, Nachteil es bleibt ein Tiefkühlprodukt (Bild: R. Bircher)

Was soweit gut tönt, wird in der Realität etwas relativiert. Die ansprechenden Produktbilder, lassen einen grösseren Burger vermuten. Tatsächlich ist der Gluten Free Burger relativ klein. Ein bisschen glutenfreies Brot, Fleisch und Scheibenkäse. Der Burger ist also weder für Vegetarier, noch für Veganer etwas. Da der Käse Laktose enthält, ist er auch für Menschen mit Laktoseintoleranz keine wirkliche Alternative. Gerade der Käse ist wohl der grösste Nachteil. Er schmeckt sehr künstlich und passt eigentlich nicht zum hochwertigen Image von Dr. Schär. Insgesamt also als Produkt durchaus ausbaufähig.

Glutenfrei, dafür nur Fleisch mit Scheibenkäse (Bild: R. Bircher)

Auch wenn der Burger nicht ganz zu überzeugen vermag, McDonald’s hat mit dem Gluten Free Burger die neusten Trends aufgenommen und orientiert sich an den Bedürfnissen der Zielgruppen. Der nächste Schritt wäre wohl ein Produkt für Veganer. Was in der Feldstudie nicht analysiert werden konnte, wie sich die spezifischen vatikanischen Geschmäcker von den anderen Filialen unterscheiden…