Die legendäre Pan Am lebt: Fliegerischer Genuss wie in den guten alten Zeiten

Es gibt Firmen und Marken, die längst nicht mehr aktiv sind und denen man trotzdem noch Jahre nachtrauert. Gerade in der Aviatik sind die Gefühle besonders gross. Man denke nur an unsere Swissair, die auch heute noch Emotionen weckt. Ähnlich gestaltet es sich in den USA. Die legendäre Fluglinie Pan Am hat noch immer viele Fans. In Los Angeles gibt es einen Ort, wo die Pan Am immer noch aktuell ist. Es begann mit einem Filmstudio (Air Hollywood), das Flugzeuginterieurs aus diversen Epochen für Drehaufnahmen nachbildete. 2013 entstand dann die Idee, eine Pan Am 747-200 Interieur-Nachbildung als Restaurant zu lancieren. Abgehoben wird natürlich nicht wirklich, aber alles andere ist exakt wie früher – Uniformen, Sitze, Getränke und das Essen. Ein riesiger Erfolg für die Macher Anthony Tooth und Talaat Captan. Die Public Relations Managerin von Air Hollywood, Kaylyn M. Woolsey, gibt zusammen mit dem Erfinder und Mitbegründer Anthony Toth, einen kleinen Einblick.

Können Sie uns erklären, warum Sie Pan Am Experience kreiert haben?

Die Pan Am Experience wurde kreiert, um dem Publikum ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. Es erlaubt den Kunden „die goldene Ära des Reisens“ zu erleben, indem sie an Bord „mitfliegen“ (ohne den Boden zu verlassen) und das alles in einer luxuriösen Pan Am 747.

Pan Am war eine Legende, die leider nicht mehr existiert. Was macht diese Airline so besonders? Warum ist dieser Brand immer noch so faszinierend?

Seit ihrer Geburt im Jahre 1927, war die Pan American World Airways eine Pionierin in der Luftfahrt. Ihr Streckennetz verband sechs Kontinente und mehr als 80 Länder. Auch rund ein Jahrhundert später, ist der Name Pan Am immer noch ein sehr starker Brand. Sie waren führend, Boeing davon zu überzeugen den ersten Passagierjet (707) zu bauen und danach die 747. Sie eröffneten Flughäfen und Landebahnen in der ganzen Welt, und so konnte man die Welt in der Luft bereisen. Pan Am war das Flaggschiff Amerikas. Der blaue Erdball ist weltweit einer der Brands mit dem höchsten Wiedererkennungswert. Im Southern California Motion Picture Studio findet sich eine exakte Replika einer Boeing 747 dieser Airline – und damit auch alles, was es so speziell macht.

747 im Pan Am Design © Air Hollywood

Können Sie uns erklären, wie dieses spezielle Dinner funktioniert? Es ist ja ganz klar kein normaler Restaurantbesuch.

Die persönliche Pan Am Experience beginnt an unserem exklusiven First&Clipper class Check-in. Dort sorgen unsere Pan Am Kundendienstmitarbeiter dafür, dass jeder Passagier einen Boarding Pass und eine Tickethülle, sowie First Class carry-on Tags im 70er Jahre Stil erhält.

Empfang zu einem besonderen Flug © Air Hollywood

Sie werden in den Clipper Club eingeladen, wo Sie die Pan Am Erinnerungsstücke durchschauen können. Dort finden Sie authentische Uniformen, Sitze, Handtaschen, Kunstwerke und vieles mehr. Sie können sich mit anderen enthusiastischen Fans in der Clipper Lounge zusammensetzen, Geschichten teilen und neue Freunde finden.

Der Abflug naht © Air Hollywood

Kurz danach, beginnt das Boarding in den „Clipper Juan T. Tripper“, unser Tribut zur ersten Boeing 747 von Pan Am. Dort werden sie in die Zeit der 70er Jahre zurückversetzt. Sobald Sie einen Fuss in das Flugzeug setzen, werden Sie von Stewardessen in original Pan Am Uniformen mit einem Drink Ihrer Wahl willkommen geheissen. Im Hintergrund hören Sie die beruhigende Stimme von Frank Sinatra, der Sie in der Zeit zurückversetzt.

Mit dem Getränk in Ihrer Hand, ermutigen wir Sie das Flugzeug zu erkunden – von der First Class auf dem Hauptdeck, zur Clipper Class und Bordküche, sowie dem Upper Deck mit dem Dining Room. Die Inneneinrichtung jeder Kabine wurde besonders restauriert, damit sie dem Pan Am original Cabin Décor und den diversen Branding Elementen entspricht.

Willkommen auf der Zeitreise mit Pan Am © Air Hollywood

Vor dem „Start“, wird die Crew das Passagierbriefing mit den Sicherheitshinweisen durchführen. Danach folgt eine kleine Begrüssung aus dem Cockpit. Bald schon werden Sie gebeten, sich zu setzen und eine Stewardess bereitet den Tisch für ein wirklich unvergessliches Dinner vor. Die Passagiere im Hauptdeck sitzen in exklusiven Sleeperette Sitzen (Ruhesesseln) und können in einer ruhigen und intimen Dinner Atmosphäre entspannen, während die Passagiere des Upper Decks die Wendeltreppe hochgehen und eine dynamische gesellschaftliche Atmosphäre geniessen. Alles vom Porzellan bis zu den Gläsern ist authentisch, mit einem besonderen Augenmerk auf den exquisiten Service und das Menüangebot dieser Ära von Pan Am.

Die Sicherheitshinweise gehören auch hier dazu © Air Hollywood

Im klassischen Pan Am Stil wird Ihnen ein schönes Gourmet Fünf-Gänge Menü serviert. Es beginnt mit einer Brotauswahl, danach folgen Vorspeisen wie Crevettencocktail und Tomaten und Mozzarella mit einer Pesto Glasur. Für den Hauptgang servieren wir einen traditionellen Chateaubriand, der auf dem Trolley tranchiert wird. Gäste mit Intoleranzen können im Vorfeld ein gebratenes Hühnchen mit Pfefferkorn Sauce oder eine vegetarische Pasta bestellen, die sicherlich auch schmecken. Jedes Gericht hat als Beilage frisches Gartengemüse und gebratene Kartoffeln. Der vierte Gang ist eine feine Auswahl an Früchten, Käse und Biskuits, die mit einem Portwein serviert werden. Und der fünfte Gang ist ein Dessertwagen mit einer grossen Auswahl an Digestifs. Tee und Kaffee vervollständigen das Gericht.

Kulinarik wie in den guten alten Zeiten © Air Hollywood

Am Ende des Fluges, wird allen Gästen eine freiwillige Führung offeriert, wo man die diversen Produktionssets von Air Hollywood sehen kann, inklusive dem original Cockpit des Filmklassikers „Airplane!„, sowie Sitze und Requisiten, die in den grösseren Motion Pictures wie „Bridesmaids„, „The Wolf of Wall Street“ und in der TV-Erfolgsshow „Lost“ benutzt worden sind.

Die Pan Am Experience ist extrem beliebt. Können Sie uns diese Beliebtheit erklären und auch erzählen, wie das Kundenfeedback ist?

Unsere Flüge sind so beliebt, dass es immer schwieriger wird Sitze zu bekommen. Unsere Kunden erzählen uns oft, dass es eine der spannendsten Nächte war, die sie je erlebt haben. Wir glauben, der Grund dafür ist eine Kombination von Musik, Atmosphäre, Essen & Trinken. Wenn wir das Flugzeug jede Nacht zum Leben erwecken, mit Sound Effekten, 12 schönen Stewardessen, die die original Pan Am Uniformen tragen und dies alles mit einer grossen Anzahl von Pan Am Brand Details kombinieren, dann spricht das viele Sinne an. Ganz besonders, wenn man noch die Gelegenheit gehabt hat, diesen Brand zu erleben, als er noch geflogen ist.

Eintauchen in eine vergangene, aber nicht vergessene Zeit © Air Hollywood

Sie haben ja eine unglaubliche Recherche betreiben müssen, um all die original Dinge zu finden, wie auch die Rezepte. Wie wichtig sind die Details und wo finden Sie Pan Am Dinge?

Die Details sind gerade das, was dieses Erlebnis so speziell macht. Anthony Toth, einer der Mitbegründer, ist bestens bekannt, als einer der weltweit am meisten gefeierten Sammler von Airline Erinnerungsstücken.

Einen Grossteil seines Lebens als Erwachsener hat er damit verbracht, diese Stücke, die wir nutzen zusammenzusuchen. Es braucht rund vier Air Hollywood Mitarbeiter, die einen ganzen Tag lang das Pan Am Experience Flugzeug vorbereiten – und das alles aufgrund der Details, die benötigt werden. Er hat ausserdem eine riesige Bibliothek von original Aufnahmen, die benutzt worden sind, um das Interieur des Flugzeugs auszugestalten. All dies wird mit den Passagieren auf jedem Pan Am Experience Flug geteilt.

Alles original Pan Am © Air Hollywood

Versuchen Sie die Pan Am Experience zu verbessern?

Regelmässig gibt es neue Features in der Nacht, zum Beispiel haben wir gerade begonnen einen Pan Am Duty Free Wagen anzubieten, der nach dem Essen Parfüms und Eau de Cologne aus den 70ern, wie auch eine grosse Auswahl von Pan Am gebrandeten Merchandise Artikeln, anbietet.

Pan Am Artikel sind noch immer beliebt © Air Hollywood

Wie nutzen Sie das Marketing, welche Tools sind für Sie wichtig?

Pan Am Experience nutzt alle Formen des Strategischen Marketings, um die Pan Am Experience zu bewerben. Von Social Media (Facebook, Instagram & Twitter) und traditioneller Public Relations zu E-Mail Distribution und Partnerschaften mit relevanten Organisationen. Unsere „Passagiere“ kommen aus allen Generationen und aus diesem Grund nutzen wir im Marketing alles bis hin zu den Marketing Trends Aktivitäten. Zusätzlich, während der Experience, ermutigen wir die „Passagiere“ auf Instagram mit dem Hashtag #PanAmExperience zu posten. Am Schluss des Abends gibt es eine Auslosung mit dem besten Foto des Abends!

Aus Ihrer Sicht, was sind die Charakteristiken für einen erfolgreichen Brand?

Das Kundenfeedback ist im Grunde genommen das, was unseren Brand gebildet hat. Zufriedene Kunden mit jedem Flug.

In der Schweiz hatten wir die legendäre Swissair. Können wir uns Hoffnungen machen, dass wir wieder mit dieser Airline „fliegen“ dürfen? Vielleicht eine Swissair Experience, um die guten alten Zeiten wieder zu erleben?

Ironischerweise hat Anthony sogar eine sehr grosse Kollektion von Swissair Erinnerungsstücken…

Wer weiss, vielleicht gibt es irgendwann auch eine Swissair Experience © Air Hollywood

Mehr über The Pan Am Experience:

http://panamexperience.com/

https://www.facebook.com/panamexp/

https://twitter.com/PanAmExp

https://www.instagram.com/PanAmExp/

 

 

Vom „Wurzelbunker“ zum Vegi-Tempel: Die Hiltl Erfolgsgeschichte

Von Dr. Adrienne Suvada

Ambrosius Hiltl haben wir es zu verdanken, dass das erste vegetarische Restaurant der Welt, zum erfolgreichen Hiltl wurde. Das damalige „Vegetarierheim und Abstinenz-Café“ (1898 in Zürich eröffnet) war nicht sehr angesehen und wurde als „Wurzelbunker“ verspottet. Ambrosius Hiltl, der deutsche Schneidergeselle, litt an Gelenkrheuma und musste daher zwangsläufig zur vegetarischen Kost wechseln. Diese heilte sein Leiden und Ambrosius wurde zum Gastronom und konnte 1907 das Haus an der Sihlstrasse sogar erwerben.

Hiltl in der Luft

Auch die zweite Hiltl Generation war vom erfolgreichen Innovationsgeist geprägt. Leonhard Hiltl, dem Sohn von Ambrosius Hiltl, haben wir es zu verdanken, dass das Hiltl die erste voll elektrische Grossküche in Zürich besass. Auch wenn sich das ehemalige Vegetarierheim gemausert hatte, so richtig gut angesehen, waren die Vegetarier immer noch nicht. Ein Mann ohne Fleisch, das ging einfach nicht. Dank Margrith Hiltl, der Ehefrau von Leonhard, wurde die indische Küche nach Zürich exportiert. Viele indische Gäste trotzten der zürcherischen Skepsis, bis sogar die Swissair anklopfte. Schliesslich sollten auch die indischen Passagiere in der Luft ein solches Essen geniessen dürfen. Aktuell und seit über 6 Jahren, serviert SWISS vegetarische und vegane Hiltl Gerichte an Bord in allen drei Reiseklassen.

Historische Aufnahme (c) Hiltl AG

Vegetarische Unternehmensphilosophie

Heinz Hiltl übernahm die Geschicke in der dritten Generation und versuchte ein jüngeres Publikum für die vegetarische Küche zu begeistern. 1973 konnte dann das neue „Hiltl Vegi“ eröffnet werden, inklusive einem innovativen Salatbuffet und frisch gepressten Fruchtsäften. Heinz Hiltls unternehmerische Philosophie war Gewinnoptimierung vor Gewinnmaximierung. Die Ziele mussten vor allem für ihn als Mensch übereinstimmen, denn der geschäftliche Erfolg war nur ein Teil der persönlichen Ambitionen.

Das Hiltl Vegi (c) Hiltl AG

Mittlerweile herrscht über den Vegi-Tempel Rolf Hiltl (geb. 1965). Eher amerikanisch inspiriert lebt er nach dem „Trial and Error Prinzip“. Der Vorteil, mittlerweile ist Vegi „in“ geworden. Das Haus Hiltl wurde zu einem Trendrestaurant, einfach mit dem Unterschied, dass hier kein Fleisch zu finden ist. Rolf Hiltl ruht aber keinesfalls auf den vegetarischen Lorbeeren aus. 1998 gründete Hiltl zusammen mit den Gebrüdern Frei „tibits“ mit acht Betrieben in der Schweiz und einem in London. Das Stammhaus an der Sihlstrasse wurde renoviert und um die Hiltl Akademie mit Kochschule, Seminarräume, die erste vegetarische Metzgerei der Schweiz und den Hiltl Club erweitert. Mittlerweile betreibt die Hiltl AG neben dem Stammhaus fünf weitere Betriebe in Zürich: Die Hiltl Dachterrasse an der Bahnhofstrasse, die Hiltl Pflanzbar im Blumen Krämer, die Hiltl Sihlpost und im Sommer die Restaurants der Badis Mythenquai und Kilchberg.

Den gesamten historischen Abriss, finden Sie hier.

Mit Poulets nach Dakar

Wer das Hiltl betritt, dessen Nase wird von vielen Gerüchen umspielt. Ein besonderes Flair umgibt diesen Ort und die Kundschaft lässt sich auch nicht pauschalisieren. Da steht der Öko-Typ neben dem Businessman und beide lassen es sich am riesigen Buffet gutgehen. Rolf Hiltl geht schon fast ein bisschen unter zwischen den vielen Gästen, aber seine Persönlichkeit ist spürbar. Die Hiltl Tradition lebt in ihm weiter und das spiegelt sich auch in seiner Unternehmensphilosophie. „Create a better World, ist sozusagen unser Motto, wir wollen dazu beitragen die Welt ein bisschen besser zu machen und unsere Arbeit soll einen Sinn ergeben„, meint der Gastroprofi. Das Hiltl sei nicht nur einfach ein Business Case, es hat immer das „Why“ hinter der Tätigkeit verfolgt und sich auch ökologisch verhalten. „Hätte das Hiltl seit 1898 Poulets anstatt vegetarischem Essen serviert, à la KFC (Kentucky Fried Chicken), und hätte man diese aneinandergereiht, so ergäbe das eine Strecke von Zürich nach Dakar„, kalkuliert der Chef gleich selbst vor. Dennoch, es geht um gesunden Genuss, man will nicht missionarisch agieren und Fleischesser verdammen. Im Gegenteil, es gibt viele so genannte Flexitarier, die ins Hiltl kommen und viele Touristen wissen nicht einmal, dass sie in einem Vegi-Restaurant sind.

Das Hiltl in Zürich © by Adrian Bretscher/Hiltl AG

Unternehmerischer Marketingtyp

Im Hiltl Leitbild befindet sich Innovation ganz zuoberst. „Wir versuchen etwas sehr Schwieriges, nämlich Innovation und Tradition zu vereinen. Es gibt bei uns bekannte heimische Sachen und gleichzeitig waren wir zum Beispiel, das erste Restaurant in der Schweiz mit einer Website„, erklärt Rolf Hiltl. Die Leidenschaft ist klar spürbar und ein Stillstand ist nicht zu erkennen, gleichzeitig betont der Hiltl-Chef, dass er immer auch seine eigenen Wege sucht, ein Herdentierli zu sein, das läge ihm nicht. Nicht immer war es einfach Innovation und Tradition in Einklang zu bringen, denn sein Vater war kein Marketingtyp und vielleicht gerade deshalb, hat sich dann Rolf Hiltl in die Nische gesetzt. Ihm war schon während seiner Kochlehre im Dolder Grand bewusst, dass es nicht reicht gut zu kochen, man muss es auch kommunizieren. Bei aller Kreativität, ist natürlich die unternehmerische Verantwortung wichtig. Misserfolg sei nicht negativ, sondern helfe sich zu verbessern. Wichtig sei, sich nicht von jedem Wind irritieren zu lassen.

Rolf Hiltl © by Adrian Bretscher/Hiltl AG

Google und Hiltl

Rolf Hiltl geht mit der Zeit, ist aber auch fest überzeugt, dass auch in 20 Jahren noch gegessen wird. Die Menschen suchen die Geselligkeit und noch kann man Lebensmittel nicht digitalisieren. Digitales Marketing nutzt aber auch der Vegi-Tempel, sogar sehr innovativ. „ Wir Menschen tratschen ja gern„, meint Rolf Hiltl schmunzelnd. „auf unseren Social Media Walls kann man das in Echtzeit tun und wir sehen gleich, was die Menschen beschäftigt.“ Angst vor Bewertungsportalen hat er keine, denn Social Media ist für ihn selbstregulierend. Wenn einer eine extrem schlechte Bewertung abgibt, sind zehn andere da, die das anders sehen. Er lässt die User gern diskutieren, auch beim letzten grossen Medienrummel, wo der Hiltl Club, Pelzträger nicht hineinliess. Hiltl zieht sein Ding durch und ist authentisch, das ist sicherlich ein grosser Teil des Erfolgsrezeptes. Auch als Chef bevorzuge er die offene Diskussion und Kritik, so beuge man Unstimmigkeiten vor und er wolle einfach keine Angstkultur in seinem Betrieb. Gemäss seinem „Trial and Error Prinzip“, vergleicht sich der Hiltl-Chef auch mit Google: „Wir sind uns recht ähnlich, denn Google probiert viel aus, wirft Dinge einfach mal auf den Markt, so ticken auch wir, zum Beispiel bei unserem Buffet.“

Das Buffet (c) Hiltl AG

Schockierende Veganer

In Zeiten von Laktoseintoleranz und Glutenunverträglichkeiten, wird das Essen nicht mehr nur zum Genuss. Rolf Hiltl sieht das durchaus kritisch, obwohl sein Restaurant schon seit zehn Jahren rund 15 Allergene deklariert: „Manchmal frage ich mich, wie sich die Leute vor 100 Jahren ernährt haben, die haben die Zeiten ja auch überlebt. Aber heutzutage ist es für die Jungen schwierig, anders zu sein, die Erwachsenen hören die gleiche Musik, ziehen dasselbe an, womit kann man die Eltern noch schockieren? Sich zum Beispiel von heute auf morgen als Veganer zu deklarieren, löst starke Reaktionen aus.“ Die kritische Sicht wird bei Rolf Hiltl auch beim Thema Kleidung spürbar, schon seit einiger Zeit kaufe er aus Prinzip keine Kleider mehr, die „Made in China“ sind. Mehr grundsätzliche Achtsamkeit also, die er gleich selber vorlebt.

Gesunder Genuss (c) Hiltl AG

Ziel New York?

Wer so erfolgreich ist, der könnte sich auch mal zurücklehnen. Nicht so Rolf Hiltl. Er eröffnet bald ein neues Restaurant mit Club an der Langstrasse und sein grosser Traum wäre in New York ein Hiltl Flagship zu haben. Bei seiner Umtriebigkeit wird wohl auch das eintreffen. Angehenden Marketingmenschen rät Hiltl: „Eine gute Basis ist wichtig, aber man soll dann nicht nur nach dieser arbeiten. Es ist wichtig seinen eigenen Weg zu gehen und Dinge zu hinterfragen. Man muss das Weitwinkelobjektiv aufsetzen und beobachten.“ Sagt’s und geht auch schon wieder weiter, denn schliesslich sollen die Gäste „ehrlich begeistert“ werden.

 

Mehr über Hiltl:

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Das Essen spielt die Hauptrolle (c) Hiltl AG