Meerjungfrauen als neuer Trend

Nach Einhörnern geht es nun zum nächsten Trend. Wenn man den Stimmen glauben mag, so erobern ab jetzt Meerjungfrauen die Herzen der Kundschaft. Wir haben bei einer Expertin nachgefragt, auf was es bei Meerjungfrauen ankommt. Katrin Gray ist nicht nur Meerjungfrau-Model, sondern stellt auch Meerjungfrauenflossen her. Sie ist mit ihrem Geschäft sehr erfolgreich und bietet ihre Produkte international an.

Frau Gray, wie kamen Sie bloss auf die Idee eine Meerjungfrau zu werden und dann noch entsprechende Meerjungfrauenflossen zu verkaufen?

Alles fing mit dem Kindheitstraum an, eine Meerjungfrau zu werden. Etwa 20 Jahre nachdem ich das erste Mal Arielle sah, habe ich mich dazu entschlossen meinen Traum wahr werden zu lassen. Ich befand mich gerade in der Ausbildung zur Tauchlehrerin und absolvierte dann Apnoekurse, um meine Luft länger anhalten zu können. Ich baute meine erste eigene Flosse, trainierte meine Unterwasser-Model-Fertigkeiten und somit war Mermaid Kat dann offiziell im Mai 2012 geboren.

Im August 2012 eröffnete ich in Thailand die erste Meerjungfrauenschule der Welt und begann andere im Meerjungfrauenschwimmen zu unterrichten. Leider stellte ich schnell fest, dass jegliches Meerjungfrauenequipment, welches zu erwerben war, qualitativ eher mangelhaft war. Somit entschied ich mich dazu meine eigenen Meerjungfrauenflossen zu entwickeln, die nicht nur realistisch aussehen, sondern vor allem auch effizient und sicher im Wasser zu nutzen sind. Im April 2013 eröffnete ich dann meinen Online-Shop, den Mermaid Kat Shop, in dem nun Flossen aus Stoff und Silikon verkauft werden.

Katrin Gray ist schon seit Jahren erfolgreich als Mermaid Kat unterwegs © Ian Gray / Mermaid Kat

Für Nichtmeerjungfrauen, auf was kommt es bei den Flossen an und wie werden sie hergestellt?

Das wichtigste an einer Meerjungfrauenflosse ist die eingebaute Monoflosse, diese sorgt dafür mit der Flosse vernünftig schwimmen zu können. Eine Monofin sollte immer zwei separate Fusstaschen haben, die nicht auf dem Flossenblatt sitzen, sondern quasi als Verlängerung des Flossenblattes dienen. Die Fusstaschen sollten etwas Luft zwischen sich haben, so dass sich die Knöchel beim Schwimmen nicht aneinander reiben und Schmerzen verursachen können. Jede Fußtasche sollte ein eigenes Fersenband besitzen, um einen guten Halt zu garantieren. Ich persönlich bevorzuge Fersenbänder, die grössenverstellbar sind. Das Flossenblatt sollte aus einem Material bestehen, das widerstandsfähig ist, im Wasser jedoch nachgibt und nicht brechen kann. Die Flossen für Kinder und Anfänger werden dann normalerweise mit einem Stoffbezug bezogen. Die Silikonflossen werden alle in Handarbeit angefertigt und genau auf die Wünsche und Masse unserer Kunden individuell angefertigt.

Wie schwierig ist es mit diesen Flossen zu schwimmen? Ist das gefährlich, oder kann das theoretisch jeder lernen?

Die Schwimmbewegung beim Mermaiding ist für viele Menschen ganz natürlich und wesentlich leichter zu erlernen als andere Schwimmstile. Mit ein wenig Übung sollte also eigentlich jeder in der Lage sein, sich mit einer Meerjungfrauenflosse im Wasser fortzubewegen.

Mermaiding ist lernbar © Marten von Rauschenberg / Mermaid Kat

Auf Ihrem online Shop gibt es diverse Produkte, unter anderem Bikinis, Meerjungfrauenkronen und sogar Brautflossen. Sind noch mehr Produkte in Planung, die das Sortiment ergänzen werden?

Wir entwickeln uns stetig weiter und sind ständig in der Planung für neue Produkte. Im April 2018, zu unserem fünften Geburtstag, werden wir unsere Prinzessinnen-Meerjungfrauenflossen-Kollektion herausbringen.

Bei Meerjungfrau denkt man automatisch an Frauen und Mädchen, Sie haben aber auch Flossen für den Meermann. Müssen Männer nun umschwenken und mit Flossen durch das Wasser gleiten, um die Frauen noch zu beeindrucken?

Beim Unterrichten unserer Meerjungfrauenkurse haben wir etwa 90% weibliche Teilnehmer und nur etwa 10% Jungen und Männer. Beim Flossenverkauf sehen wir jedoch, dass immer mehr Flossen für die männlichen Wasserwesen bestellt werden. Erstaunlicherweise stellen wir sogar recht viele Silikonflossen für Männer her, welche bei knapp 2000 Euro keine günstige Investition sind.

Wie vermarkten Sie sich selbst, aber auch den online Shop? Welche Marketinginstrumente nutzen Sie?

Wir sind in erster Linie auf Instagram unterwegs. Facebook war vor ein paar Jahren ein tolles Marketing-Tool, bringt mittlerweile jedoch kaum noch Business. Ansonsten haben wir Glück, da Zeitungen und TV-Formate regelmässig über uns berichten und unsere Websites bei Google relativ hoch stehen.

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Haben Sie keine Angst, dass ein grosser Produzent den Markt mit billigeren Produkten überrollt?

Es gibt bereits Billiganbieter, die Flossen verkaufen. Sicherlich gibt es einige Leute, die darauf anspringen. Unsere Flossen sind jedoch ganz klar in ihrer Qualität unbesiegbar. Billigflossen können schnell kaputtgehen und brechen und somit muss der Kunde letztlich dann doppelt oder dreifach investieren, als hätte er von vornherein gleich in ein Equipment mit einer guten Qualität investiert. Des Weiteren steht beim Meerjungfrauenschwimmen natürlich auch die Sicherheit im Vordergrund. Immerhin befinden wir uns beim Mermaiding mit zusammengebundenen Beinen im Wasser. Eine Flosse die im Wasser einfach zerbricht, kann ein grosses Risiko darstellen, besonders für Kinder. Als Eltern sollte man sich da schon im Klaren darüber sein, warum ein solcher Preisunterschied zustande kommt und dann entscheiden, wie viel ihnen die Sicherheit ihrer Kinder wert ist.

Sicherheit gilt als oberstes Gebot, gerade bei Kindern © Ian Gray / Mermaid Kat

Gemäss Trendexperten wird 2018 das Jahr der Meerjungfrau. Wie schätzen Sie das ein und wie gehen Sie vor, damit Ihr Geschäft langfristig Bestand hat?

Wir sind seit 2013 stetig am Expandieren und unsere Prognosen sehen weiterhin sehr positiv aus. Im Mai 2018 wird mein erstes Buch zum Thema Mermaiding erscheinen, in dem ich viele Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene Meerjungfrauen und Meermänner gebe. Auch meine Meerjungfrauenschule expandiert stetig, hat bereits Standpunkte in Niedersachen, Schleswig-Holstein und Brandenburg. In Kürze werden Zweigstellen in Bayern und NRW eröffnen. Wir sind also bereit, um mit dem Trend mitzuwachsen.

Zum Schluss, welchen Tipp würden Sie Neu-Meerjungfrauen geben?

Als Grundvoraussetzung sollte das Bronze-Schwimmabzeichen abgelegt worden sein. Beim Kauf einer Meerjungfrauenflosse lieber gleich von Anfang an in gutes und sicheres Equipment investieren und zu Beginn einen Meerjungfrauenkurs in einer professionellen Meerjungfrauenschule besuchen. Des Weiteren sollten Meerjungfrauenflossen niemals ohne einen erfahrenen Buddy bzw. unter direkter Aufsicht im Wasser benutzt werden.

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Faszinierende Meerjungfrau © Michael Aw / Mermaid Kat

Meilenstein bei Mercedes-Benz: Das Automated Valet Parking

Autofahren gehört für viele zum Alltag. Nicht alle kommen aber in den Genuss von freien Parkplätzen. Gerade Parkhäuser gehören nicht unbedingt zu den beliebtesten Parkmöglichkeiten, vor allem, wenn man endlos herumkurven muss. Wie schön wäre es doch, wenn das Auto selbständig einparken würde. Diese Vision wird nun dank Mercedes-Benz und Bosch Realität. Die beiden Firmen haben ein Pilotprojekt für ein fahrerloses Parken vorgestellt. Dr. Michael Hafner, Head of Automated Driving and Active Safety bei Mercedes-Benz, erzählt mehr über diese neue Technologie.

Herr Dr. Hafner, die Parkplatzsuche gehört für viele nicht unbedingt zum schönsten Teil des Autofahrens. Die Daimler AG setzt nun die Vision des automatisierten Einparkens in die Realität um. Die Gäste des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart können ab 2018 diesen Service nutzen. Können Sie uns mehr über dieses Projekt erzählen?

Wir nähern uns dem autonomen Fahren schneller, als viele vermuten. Mit dem fahrerlosen Parken im Mercedes-Benz Museum zeigen wir eindrücklich, wie weit die Technologie bereits ist. Per Smartphone-Befehl fahren Autos nun fahrerlos in den zugewiesenen Stellplatz, ohne dass der Fahrer das Manöver noch überwachen muss. Das automatisierte Valet Parken ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum autonomen Fahren. Die Pilotlösung im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums gilt weltweit als die erste infrastrukturgestützte Lösung für einen automatisierten Vorfahr- und Einpark-Service und das im realen Mischbetrieb mit Fussgängern und anderen Fahrzeugen. Gäste im Museums-Parkhaus können den komfortablen Service ab Anfang 2018 live erleben: da lässt sich dann die Zeit fürs Parken sparen.

Fahrerloses Parken im realen Verkehr: Weltpremiere im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums © Daimler AG

Wie funktioniert das Automated Valet Parking technisch? Was braucht es für Voraussetzungen?

Mit dem Smartphone kann man sich via App ein Auto reservieren. Zum Antritt der Fahrt kommt das Fahrzeug selbständig in die „Pick-up Area“ vorgefahren. Die Rückgabe erfolgt genauso bequem, indem der Kunde das Fahrzeug in der „Drop-off Area“ des Parkhauses abstellt und es per Smartphone-App wieder zurückgibt. Vom intelligenten System des Parkhauses erfasst, wird das Auto gestartet und zu einem zugewiesenen Parkplatz geführt.

Möglich wird das fahrerlose Parken mithilfe einer intelligenten Parkhaus-Infrastruktur von Bosch im Zusammenspiel mit der Fahrzeugtechnik von Mercedes-Benz. Dabei überwachen die installierten Sensoren im Parkhaus den Fahrkorridor und dessen Umfeld und steuern das Fahrzeug. Die Technik im Auto setzt die Befehle von der Parkhaus-Infrastruktur sicher in Fahrmanöver um und stoppt das Fahrzeug gegebenenfalls rechtzeitig.

Per Smartphone-Befehl fahren Autos fahrerlos in einen zugewiesenen Stellplatz, ohne dass der Fahrer das Manöver noch überwachen muss. Möglich wird das fahrerlose Parken mithilfe einer intelligenten Parkhaus-Infrastruktur von Bosch im Zusammenspiel mit der Fahrzeugtechnik von Mercedes-Benz. © Daimler AG

Aktuell funktioniert das Automated Valet Parking mit speziellen Mercedes Fahrzeugen. Ist es denkbar, dass diese Technik später auch auf andere Fahrzeuge ausgeweitet werden könnte?

Ja, das ist auf jeden Fall denkbar. In der Breite wird AVP nur als Cross OEM Ansatz mit standardisierten Schnittstellen funktionieren. Jedes befähigte Fahrzeug, unabhängig vom Hersteller, kann in jedes entsprechend ausgestattete Parkhaus einfahren. Daimler und Bosch engagieren sich bereits für eine Schnittstellenstandardisierung. Fahrzeugzentrierte und infrastrukturbasierte Technologien können zukünftig parallel existieren.

Das autonome Fahren ist immer wieder ein Thema, gleichzeitig ist auch die Sicherheit sehr relevant. Wie sind hier die Sicherheitsstandards bzw. wie wird verhindert, dass Unfälle passieren?

Sicherheit ist der Markenkern von Mercedes-Benz. Ein funktionierendes und zuverlässiges Gesamtsicherheitskonzept ist daher zentral in diesem Projekt.

Das Fahrzeug wird sich im Parkhaus wie „normale“ Nutzer des Parkhauses auch auf den vorgegebenen Wegen bewegen. Dazu wird der Fahrkorridor ständig auf Personen, andere Fahrzeuge und sonstige Hindernisse hin überprüft. Das Fahrzeug hält sofort an, wenn der Fahrkorridor in irgendeiner Weise blockiert ist. Zusätzlich gibt es weitere Sicherheitsmechanismen im Parkhaus, die einen sicheren und gleichzeitig reibungslosen Betrieb gewährleisten.

Ein Gutachterteam des TÜV Rheinlands hat das Sicherheitskonzept eingehend bewertet und abgenommen.

Autonomes Fahren mit hohen Sicherheitsstandards © Daimler AG

Die Daimler AG ist bekannt für Innovation. Wie ist die Idee zu diesem Projekt entstanden und wie erfolgt die Zusammenarbeit mit Bosch?

Ich persönlich kenne niemanden, der sich auf ein Parkhaus freut. Das Ziel einer Fahrt ist ja eigentlich ein anderes; das Büro, das Café oder das Kino und dort möchte ich dann auch möglichst bald hin und mich nicht noch lange in einem Parkhaus aufhalten. Die grundlegende Technik, um dies zu realisieren existiert bereits. Wir mussten die Idee eines automatisierten Parkvorgangs nur noch umsetzen, was zwar leicht klingt, aber natürlich einiges an Arbeit war. Entsprechend stolz sind wir nun zusammen mit Bosch die weltweit erste infrastrukturgestützte Lösung für einen automatisierten Vorfahr- und Einpark-Service in einem Parkhaus realisiert zu haben. Die Parkhausinfrastruktur sowie die Kommunikationstechnik kommen von Bosch. Daimler stellt das Museums-Parkhaus und Pilotfahrzeuge. Ausserdem definieren wir auch zusammen mit Bosch die Schnittstelle zwischen Infrastruktur und Fahrzeug und passen die Sensorik und Software in den Fahrzeugen entsprechend an.

Welche Vorteile hat das Automated Valet Parking generell für Parkhäuser?

AVP löst vor allem das Problem des Parkens mit maximalem Komfort. Der Fahrer spart Zeit, Ärger und lange Fusswege. Der Parkraumanbieter schafft durch diese Parkanordnung zusätzlichen Platz für mehr Fahrzeuge, denn schliesslich muss am Parkplatz selbst kein Platz für das Öffnen der Türen vorgesehen werden. Es entsteht eine klassische Win-Win Situation. Man kann also sagen, dass das fahrerlose Parken für den Parkhausbetreiber zu einer effizienteren Parkraumnutzung führt, da rund 20 Prozent mehr Fahrzeuge auf die gleiche Fläche passen. Und der Parkhausnutzer ist schneller und komfortabler an seinem eigentlichen Ziel.

Maximaler Komfort und Zeitersparnis © Daimler AG

Innovationen müssen auch immer vermarktet werden. Wie wichtig ist ein solches Projekt für die Marke Mercedes-Benz und welche Kommunikationskanäle werden genutzt?

Sicherheit und Komfort sind zentrale Markenbestandteile von Mercedes-Benz. Automatisierte und Autonome Fahrfunktionen zahlen genau in diese Werte ein und machen diese Technologie neben der Elektrifizierung des Antriebs, der Vernetzung (Connectivity) sowie dem Sharing Prinzip so zum Dreh- und Angelpunkt der Daimler Strategie.

Unser Anspruch, auf dem Weg zum Autonomen Fahren als Technologieführer wahrgenommen zu werden erreicht man nicht durch Marketing alleine, aber natürlich ist es unser Anspruch die Gesellschaft bei dem rasanten technologischen Wandel mitzunehmen und zu begeistern. Dies machen wir seit Jahren kontinuierlich mit innovativen, praxisbezogenen Projekten wie unserem aktuellen Fahrerassistenzpaket in unseren Serienfahrzeugen, dem Forschungsfahrzeug F 015, dem Future Truck, dem smart vision EQ fortwo oder eben dem Automated Valet Parking. Und für die Zukunft haben wir natürlich noch einige weitere Trümpfe im Ärmel. Lassen Sie sich überraschen.

https://www.mercedes-benz.de/content/germany/mpc/mpc_germany_website/de/home_mpc/passengercars.html

https://www.mercedes-benz.com/de/mercedes-benz/classic/museum/

https://www.daimler.com/de/