Die Bedeutung von Musik und Sound im Marketing

Im Marketing läuft sehr vieles über visuelle Elemente. Genauso wichtig ist aber der Sound. Werbespots ohne Ton wären sehr ungewöhnlich. Der Ton begleitet mehr oder weniger prominent diverse Werbemassnahmen und ist ein Faktor, dem mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Wir haben deshalb bei einem Soundprofi nachgefragt. Yves Michel leitet die Soundfabrik und das Tonstudio Zürich und berichtet uns, welche Rolle Töne spielen.

Herr Michel, Sie beschäftigen sich den ganzen Tag professionell mit dem Thema Sound. Was macht Ihre Tätigkeit aus und wie setzen Sie Töne ein?

Das sind diverse Kundenaufträge. Manchmal geht es darum ganze Songs für Künstler zu produzieren, manchmal sind es reine Aufnahmesessions oder Audiobearbeitung. Grundsätzlich versuche ich jeden Künstler, ob Rapper oder Singer/Songwriter besser klingen zu lassen als er es tut. Die besten Takes bzw. Teile davon, beispielsweise während der Gesangsaufnahme schnell zu erkennen und auch zu verwenden, ist wohl eine der wichtigsten Dinge.

Yves Michel lässt die Leute besser klingen © Soundfabrik

Musik ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil. Auch im Marketing sind Audioelemente wichtig. Unter anderem unterlegen Sie auch Filme, Werbespots und Jingles. Wie wählen Sie die Musik aus und wie entscheidend ist für Sie die musikalische Untermalung einer Werbemassnahme?

Musik ist genauso wichtig wie Bilder in der Werbung. Es geht bei der Musik darum, dass der Konsument der Werbung sofort beim Hören eine Verknüpfung zum Brand/Produkt macht. Daher ist eine gewisse Einfachheit und Eingängigkeit der Melodie oft entscheidend. Es ist ähnlich wie bei guten Songs: Die guten Songs sind immer einfache Songs.

Meine Tätigkeit in diesem Bereich bezieht sich meist auf Musik für audiovisuelle Anwendungen. Also z.B. TV Sendungen, welche Musik zum Unterlegen brauchen. Diese lizenzieren sie aus einer Datenbank/Musikpool. Oft produziere ich Musik im Voraus in bestimmten Stimmungen wie „fröhlich“, „kindlich“, „traurig“ usw. Dazu gibt es viele Regeln zu beachten.

Diese Tracks werden dann an Agenturen verkauft. Die Produzenten der oben genannten TV Sendungen bedienen sich dann daraus. Viel unromantischer als man sich das also so verstellt 😉

Eingängige Melodien haben den höchsten Erfolgsfaktor © Soundfabrik

Gibt es Trends in diesem Bereich, also Sounds, die gerade hochaktuell sind?

Gute, eingängige Melodiezüge sind immer aktuell.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Tipps für Unternehmen, die mehr Soundmarketing betreiben wollen?

Marketing bringt allgemein wenig, wenn es nicht zielorientiert eingesetzt wird. Im Bereich Soundmarketing ist das Ziel eine breite Masse zu erreichen, um den Brand bekannt zu halten oder zu machen. Breite Masse bedeutet Airplay-Schaltung im TV und Radio. Der Tipp: legt ein grosses Budget an 😉

Virale Geschichten sind natürlich interessant! Dazu braucht es viel Glück und ein super Script.

Mittlerweile kann ja jeder über YouTube eigene Songs aufnehmen. Sie haben mit dem Tonstudio Zürich eine Profi-Ausstattung. Warum ist ein Tonstudio nötig und wo bewegt man sich preislich?

Der erste Tisch, den man selber als Laie baut wird kaum der Beste sein. Mit der Zeit weiss man genau was man tut und verfügt über das nötige Equipment, optimierte Raumakustik sowie die nicht zu lernende Gabe gute Takes zu erkennen. Preislich möchte ich ein sehr faires Preis/Leistungsverhältnis bieten. Oft sind es Privatkunden für die ich arbeiten darf…

Gutes Equipment macht einen erheblichen Unterschied © Soundfabrik

Wenn Sie frei wählen dürften, für welches Unternehmen würden Sie gerne den Sound gestalten?

Porsche! Ich liebe diese Fahrzeuge, Leute von Porsche: meldet euch bei mir 🙂

Zum Schluss, welches ist Ihr Lieblingslied und warum?

Das sind viele. Meist verbindet man mit Songs Erlebnisse oder Gefühle.

Naima von John Coltraine: Der Standard wurde mal von einem meiner damaligen Lehrer mit seiner Band gejammt. Das hat mir die Tür in den Jazz Bereich geöffnet.

Oder „no Quarter“ von Led Zeppelin: Als Jugendlicher mit paar Kumpels im Tessin…

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Die Band Baba Shrimps auf dem Weg zum Erfolg

Das Musikbusiness kein einfaches Pflaster und Erfolg zu haben ist nicht jedem vergönnt. Gerade für Schweizer Künstler ist es sehr schwierig, durchstarten zu können. Baba Shrimps zeigt, dass sich harte und konsequente Arbeit auszahlt. Die drei Musiker Adrian Kübler, Moritz Vontobel und Luca Burkhalter überzeugt mit einer emotionalen Interpretation von zeitgenössischer Popmusik. Vor einigen Monaten haben die Jungs die neue Scheibe „Road to Rome“ in London aufgenommen. Adrian Kübler, der übrigens ZHAW Absolvent ist, berichtet uns, wie Baba Shrimps entstanden ist und wie sie das Marketing einsetzen.

Adrian Kübler, bevor wir beginnen, wie kamen Sie auf den Namen Baba Shrimps? Durchaus ungewöhnlich für eine Band, oder nicht?

Ja, der Name ist schon ein bisschen exotisch. Es handelt sich um eine Anlehnung an den Film „Forrest Gump“. Den Streifen kannten wir zum Zeitpunkt der Bandgründung in und auswendig und die Freundschaftsgeschichte zwischen Forrest und Baba ging uns ans Herz.

Wie ist die Idee zur Band entstanden? Haben Sie immer schon Musik gemacht?

Ich habe als Kind 10 Jahre klassische Geige gespielt. Die Begeisterung für die Musik kam aber erst in der Pubertät als ich anfing Gitarre zu spielen und selber Songs zu schreiben. Nochmals ein paar Jahre später habe ich dann – zusammen mit einem begnadeten Gitarristen, den ich in der Ausbildung zum Krankenpfleger kennen lernte – die Band gegründet.

Junge Künstler mit Leidenschaft © Baba Shrimps

Draussen sind bestimmt einige sehr begabte Sänger und Musiker. Können Sie erzählen, was bei Ihnen den Ausschlag gegeben hat, dass Sie einen Plattenvertrag erhalten haben?

Das war ganz klassisch. Wir haben Demotapes an die Plattenfirmen geschickt. Sony war sofort interessiert.

Songs sind immer sehr emotional. Wie kommen Sie zu neuen Texten und Melodien?

Ich nehme es sogar eher umgekehrt wahr: Texte und Melodien kommen zu mir, die kann man nicht suchen. Plötzlich fliegt einem etwas zu – eine Idee für ein Gitarrenriff, eine Textzeile oder eine Geschichte, die mir nahegeht. Meistens sind diese Momente irgendwie mit persönlichen emotionalen Erfahrungen verknüpft.

Wie wichtig ist für Baba Shrimps das Marketing und welche Marketinginstrumente nutzen Sie?

Marketing ist wichtig auch für eine Popband. Unser Plattenlabel ist grundsätzlich dafür zuständig. Sie schauen, dass unsere Musik in den virtuellen und realen Stores zum Verkauft bereitsteht und dass wir in den Medien stattfinden. Promo!!

Das wichtigste Marketing-Instrument, das wir selbst steuern sind die neuen Medien. Website und Social Media. Wichtig für die Selbstdarstellung. Es braucht viel Zeit.

Die neuen Medien sind für Musiker Fluch und Segen zugleich. Wie gehen Sie damit um? Schliesslich kann man die Musik auf diversen Plattformen gratis streamen. Aber der Künstler braucht ja irgendwann trotzdem auch Geld, um zu überleben…

Wir leben vor allem von den Gagen an Konzerten.

Baba Shrimps an der letzten Badenfahrt © Baba Shrimps

Wo sehen Sie in der Vermarktung von Baba Shrimps noch Herausforderungen?

Bereits viele Leute kennen unsere Songs von den Radios (aktuelles Album „Road to Rome“). Oft fällt es den Leuten aber schwer, unsere Musik einer Band oder einem Bild zuzuordnen. Die visuelle Marke ist noch nicht so ausgeprägt, würde man im Marketing-Fachjargon vielleicht sagen 😉

Was ist Ihr Traum? Wo möchten Sie gerne mal mit Baba Shrimps spielen?

Getreu dem Motto unseres neuen Albums „Road to Rome“ sind wir momentan unterwegs in die ewige Stadt. Dort möchten wir unsere Tour mit einem Konzert abschliessen. Das Sprichwort besagt ja, dass viele Wege nach Rom führen. Auf unserer Website www.babashrimps.ch kann man unseren ganz persönlichen Weg nach Rom live mitverfolgen.

Baba Shrimps gehen ihren Weg © Baba Shrimps

Was wäre Ihr Tipp für Nachwuchsmusiker?

Musik muss auch Spass machen, wenn niemand zusieht, dann kommen die Zuschauer irgendwann von selber.

 

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Die Pendlerzeitung 20 Minuten und das Marketing

Der tägliche Griff zur 20 Minuten Box gehört mittlerweile für viele Pendler zum Alltag. In Zeiten der Digitalisierung, ist die gedruckte Ausgabe aber immer noch ein wichtiger Bestandteil. Trotzdem muss auch 20 Minuten im hart umkämpften Markt bestehen. Wie 20 Minuten das Marketing einsetzt, das erklärt Annina Flückiger (20 Minuten Marketingleitung):

Frau Flückiger in Zeiten von Smartphone und Tablets, sind die Inhalte 24 Stunden online abrufbar. Warum braucht es trotzdem noch die gedruckte 20 Minuten Ausgabe?

Die Printausgabe von 20 Minuten erreicht täglich 1‘917‘000 LeserInnen und Leser in der ganzen Schweiz (MACH Basic 2017-1). Dies zeigt, dass auch im digitalen Zeitalter die Zeitung sehr beliebt ist. Die News sind im praktischen Tabloidformat kompakt aufbereitet. Im Gegensatz zur Onlineausgabe ist die Lektüre endlich, was von vielen LeserInnen und Lesern zum Start in den Tag geschätzt wird.

Der Zeitungsmarkt ist seit einiger Zeit einem Wandel unterworfen. Welche Schritte unternehmen Sie, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden?

Das Versprechen von 20 Minuten „jeden Tag zu informieren und unterhalten und damit für Gesprächsstoff zu sorgen“ versuchen wir laufend auf innovative Weise weiter zu entwickeln. Gerade kürzlich erst wurde das 20 Minuten Radio lanciert. Mit diesem möchten wir unsere Zielgruppe über einen neuen Kanal ansprechen und die Medienmarke 20 Minuten weiterführend als jung, trendy und innovativ positionieren.

Die Ausgabe ist stets auch als E-Paper verfügbar (c) 20 Minuten

Auch 20 Minuten muss Marketing betreiben, da es Leser und Werbekunden gewinnen will. Welche Marketinginstrumente setzen Sie ein und welchen Stellenwert hat das Marketing bei 20 Minuten?

Im B2C Bereich setzt das Marketing bei 20 Minuten dort an wo die Redaktion an ihre Grenze kommt und fungiert sozusagen als verlängerndes Glied der Inhalte. Insbesondere mit Verlosungen, Eigenevents und Sponsorings bieten wir unserer Leserschaft in Sachen Musik, Film oder Lifestyle, ergänzend zu den redaktionellen Inhalten, das Live-Erlebnis an und sorgen für Gesprächsstoff. Auch die Eigenkommunikation und Imagewerbung hat eine bedeutende Rolle. Für die Werbekunden ist 20 Minuten Teil von Tamedia Advertising welches für sich und seine Produkte im B2B Bereich wirbt.

Viele Unternehmen setzen beim Thema Werbung auf digitale Kanäle. Welche Möglichkeiten bieten Sie und wie sehen Sie die zukünftigen Entwicklungen im Werbemarkt?

20 Minuten bietet eine Menge an digitalen Werbemöglichkeiten:

  • Klassisches Display & Video advertising
  • Performance advertising
  • data driven advertising (intent-targeting, interest-targeting, socio-demographic targeting, contextual targeting) 
  • Content-Marketing mit Native Advertising und Branded Content 

Alle Details zu den diversen Werbemöglichkeiten auf 20 Minuten findet man unter: https://www.tamedia.ch/de/marken/details/20-minuten/tab/werbung?sectionId=mediadatatabs&tabId=1

Die zukünftige Entwicklung sieht man bei 20 Minuten positiv, da die technische Entwicklung es immer besser ermöglicht, die richtige Botschaft, im richtigen Umfeld, zur richtigen Zeit dem richtigen User auszuliefern.

20 Minuten spricht eine breite Leserschaft an. Welchen Stellenwert nimmt die junge Generation in der Marketingstrategie ein und wie erkennen Sie die Bedürfnisse der jungen Zielgruppe?

Die junge Generation ist unsere Kernzielgruppe und entsprechend sehr wichtig. 20 Minuten erreicht in der Deutsch- und in der Westschweiz täglich rund 50 Prozent der 14- bis 29-Jährigen und unterhält sich auf Augenhöhe mit ihnen. Im Rahmen der neuen Imagekampagne wird dieser Generation über unterschiedliche Massnahmen ein Gesicht gegeben. Unter dem Claim «Dein Leben. Deine Storys.» zeigt die Kampagne auf authentische Art und Weise, wie Jugendliche in der Schweiz 20 Minuten in ihrem Alltag nutzen. Über die Kampagne hinaus wird das Thema «Generation Z» auch von der 20-Minuten-Redaktion vertieft aufgenommen. So werden thematische Felder wie Lifestyle, Fast Food, Fashion und Ausbildung, die in der genannten Zielgruppe von besonderem Interesse sind, intensiver bearbeitet und speziell aufbereitet.

Die Produktpalette (c) 20 Minuten

Wie wichtig ist die Reputation von 20 Minuten in Bezug auf die Marketingstrategie? Nur trendy zu sein reicht nicht, schliesslich will man als ein solches Medium auch einen seriösen Journalismus pflegen.

Wie schon gesagt ist das Marketing das verlängernde Glied der Redaktion und nicht umgekehrt. Die redaktionellen Inhalte sind bei 20 Minuten das A&O. Die Redaktion und das Marketing arbeiten eng zusammen und unsere Marketingaktivitäten sind auf das journalistische Produkt abgestimmt.

Gibt es etwas, das Sie gerne im Marketing umsetzen würden, aber noch keine Möglichkeit dazu gehabt haben?

Da gibt es nicht nur etwas, sondern viele Umsetzungen von denen ich träume: Think big! Meistens scheitern diese Ideen am nötigen Budget.

Welchen Rat würden Sie angehenden Marketingfachleuten geben, einerseits in Bezug auf das Marketing, andererseits in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Medien?

Die Möglichkeiten im Marketing entwickeln sich laufend weiter. Man kann sich nach abgeschlossener Weiterbildung nicht einfach ausruhen. Wichtig ist, dass man stets offene Ohren und Augen für neue Trends hat und diese auch ausprobiert.

Radio 24: Zürcher Lebensgefühl im Marketing

Digitales Marketing liegt momentan klar im Trend, da gehen „klassische“ Medien beinahe vergessen. Gerade das Medium Radio ist aber für das Marketing weiterhin sehr interessant, weil es trotz der Veränderungen in der Medienwelt, immer noch ein besonderes Kommunikations- und Werbemittel ist. Eines der bekanntesten Radios im Raum Zürich ist natürlich Radio 24, das von Roger Schawinski gegründet worden ist. Wie Radio 24 heute agiert, wie es das Marketing nutzt und was für Vorteile Werbekunden beim Radio haben, erklärt Florian Wanner, Geschäftsführer von Radio 24.

Radio 24 gehört zu Zürich wie das Grossmünster. Als „Piratenradio“ ebnete es den Weg für die Privatradios in der Schweiz. Wie behauptet sich Radio 24 im hart umkämpften Radiomarkt?

Der Konkurrenzkampf ist hart auf dem Platz Zürich. Gerade bei der jungen Zielgruppe ist die Vergangenheit von Radio 24 als „Piratenradio“ nicht mehr so bekannt. Das heisst, wir können uns nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen. Wir müssen uns mit einem Produkt behaupten, welches auf die Bedürfnisse unserer Hörerinnen und Hörer entspricht. Wir kennen unsere Zielgruppe zum Glück ziemlich genau und passen unser Programm und Aktivitäten laufend an, um möglichst viele Hörerinnen und Hörer zu erreichen.

Wie wichtig ist die Markenidentität für ein Radio? Was macht Radio 24 so besonders?

Die Markenidentität ist extrem entscheidend in der heutigen Zeit. Man hat durch die Digitalisierung einen unglaublichen Zugriff auf diverse Streamingdienste und Radio Stationen aus der ganzen Welt. Entsprechend muss man den Hörern klarmachen, was sie bei Radio 24 erwarten. Uns macht besonders, dass wir den besten Musikmix bieten, kompetent und aktuell informieren und wir haben gute und unterhaltende Moderatoren. Wir sind in der Ansprache nicht plump und kindisch, sondern reif und auf Augenhöhe mit unseren Hörerinnen und Hörern. Der letzte entscheidende Punkt gegenüber der internationalen Konkurrenz ist das Zürcher Lebensgefühl, welches wir in all unseren Aktivitäten und Beiträgen zu vermitteln versuchen.

Radio 24 – Das isch Züri (c) Radio 24 AG

Der Medienkonsum hat sich verändert. Spürt auch Radio 24 die Effekte des digitalen Wandels?

Radio ist das Medium, welches am wenigsten unter dem digitalen Wandel leidet. Die Radionutzung ist relativ stabil in den letzten Jahren. Ich gehe auch fest davon aus, dass dies so bleiben wird. Seit dem ersten Walkman hat man die Möglichkeit seine eigene Musik immer und überall zu hören. Natürlich haben sich die Möglichkeiten mit dem Smartphone nochmals vermehrfacht. Der Mensch ist faul und will sich nicht jeden Tag seine Musik selber zusammenstellen. Wir bringen den besten Musikmix mit nur einem Knopfdruck. Eine weitere wichtige Funktion ist der Begleiter. Es spricht dich jemand direkt an und informiert dich mit den wichtigsten Ereignissen aus der Region und der Welt. Diese Kombination bietet zum Glück nur das klassische Radio an. Daher bin ich überzeugt, dass das Radio trotz Digitalisierung die Daseinsberechtigung behalten wird.

Das Radio ist ein wichtiges Medium für Unternehmen, um Werbung zu schalten. Mittlerweile wird aber mehr und mehr in digitale Werbung investiert. Wie geht Radio 24 damit um?

Auf der Werbeseite wird es sicherlich immer schwieriger, da das Angebot für Werbekunden laufend wächst. Aber auch hier hat Radio diverse Vorteile, welche die digitalen Kanäle nicht bieten können:

  1. Die Werbung kann im Radio nicht überspult werden oder ignoriert werden.
  2. Wir erreichen die Hörerinnen und Hörer vor allem auch beim Autofahrern und profitieren hier von der Geschwindigkeit des Mediums. Aktuelle Abverkäufe und Aktionen funktionieren über das Radio am besten.
  3. Wir kennen die Region und habe die entsprechende Glaubwürdigkeit. Der Streuverlust für lokale Kunden ist daher relativ klein.

Welche Marketinginstrumente nutzt Radio 24? Wie überraschen Sie die Hörer?

Unsere Marke definiert sich über den besten Musikmix, kompakte und kompetente News sowie über unsere Personalities – unsere Moderatoren. Für uns ist es wichtig am Puls von Zürich mitzuhalten und an Events (gross oder klein) unsere Moderatoren ins richtige Licht zu setzen. Insofern sind unsere Eventauftritte sowie die Positionierung der Moderatoren für uns relevant. Radio 24 setzt auf Money-Can’t-Buy-Momente, um seine Hörerinnen und Hörer zu überraschen. Wir kreieren Momente, die dann Word of Mouth generieren sollen. Z.B. mit unserer #stage24: unsere Hausbühne, auf der regelmässig grosse Künstler auftreten und wenige Hörerinnen und Hörer exklusiv in den Genuss so eines kleinen Privatkonzertes kommen. Oder aussergewöhnliche Meet&Greets etc.

Musikhörende Menschen auf den Strassen sind ein gängiges Bild. Individualisierte Musik ist jederzeit auf dem Smartphone abrufbereit. Wie schafft man als Radio verschiedene Musikgeschmäcker zu befriedigen? Sind News und Information ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal?

Die Musik ist sehr entscheidend und macht ca. 70% unseres Programms aus. Somit muss die Musik für die grösstmögliche Masse passen. Dafür betreiben wir Marktforschung und fragen regelmässig die Titel in unserer Musik-Bibliothek ab. Wir bieten den besten Musikmix. Dies bedeutet, dass wir die aktuellsten Top Hits spielen aber auch Greates Hits aus den 90er Jahren. Somit kennen unsere Hörer die aktuelle Musik und müssen nicht auf die besten Songs aller Zeiten verzichten. News und Informationen sind dann wichtig, wenn etwas passiert. Radio ist immer noch eines der schnellsten Medien und diesen Trumpf müssen wir ausspielen. Wenn die Newslage tief ist dann informieren wir aktuell, kompakt auf den Punkt. Bei der Moderation geht es dann um Soft- und Unterhaltungsthemen. Wenn aber die Aktualität hoch ist, dann versuchen wir kompetent und ausführlich zu informieren. Hier unterscheiden wir dann nicht mehr zwischen Moderation und Redaktion und geplante Inhalte werden über den Haufen geworfen, um die Aktualität zu pushen.

Das Logo von Radio 24 (c) Radio 24 AG

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Rebranding SRF – die neue Markenwelt

10vor10 vom 14.12.2012

Im Zeitalter der Informations-Überlastung ist es grundsätzlich richtig, das Branding eines Medienkonzerns mit diversen Subbrands zu vereinfachen, zu fokussieren, zu harmonisieren. Insofern ist das Rebranding von SF und DRS zur neuen Marke SRF zu verstehen. Aber die SRG SSR (jaja, die Marke gibt’s als quasi „Überdachmarke“ auch und immer noch) bleibt mit der Vereinfachung auf halbem Wege stecken – im Ratatouille des Jekamis.

SF und DRS sind gut etablierte Marken und gute etablierte Marken leben in den Köpfen und Herzen der Konsumenten – nicht auf den Schreibtischen der Strategen oder Logo-Designer. SF und DRS rufen binnen Sekunden-Bruchteilen ab, wofür diese Marken stehen. Und wenn die abgelöst werden, dann braucht es viele gute Gründe – und die liegen im vorliegenden Fall nicht vor. SF lebt, DRS lebt, SRF ist ein Klon.

Das Dach des Hauses geht in Ordnung, SRF wird sich wohl durchsetzen und SF beerben.

Schlimm wird’s unter dem Dach: Niemand versteht, warum im Zuge des Rebrandings SF 1 und SF Zwei nicht (less is more) durch 1 und 2 ersetzt hat. Weniger wäre auch hier mehr und die Spielerei zwischen Wort und Zahl ist nicht so cool, wie einige vielleicht denken mögen. Und etwas zwingendere Farbanwendung wäre auch in Ordnung.



Und dann DRS: Nehmen wir DRS2 – neu Radio SFR 2 Kultur. DRS1 wird zu Radio SFR 1 – ohne Zusatz. DRS3 (die Mutter der Moderne in Beromünster) wird Radio SFR 3 ohne Zusatz, dann Radio SFR4 News, SFR5 Virus (oh, mit römischem V = 5) und SFR6 heisst nicht 6 sondern „Musikwelle“.

Eine stringente Logik und Systematik ist nicht erkennbar, unterschiedliche Typographien und Schriftschnitte, mal mit Helo, mal 2D, mal 3D, mal ausgespart, mal Schnürlischrift. Die Chance eines einheitlichen Rot wurde massiv vertan. Das alles ist keine Vereinheitlichung, das ist ein Gewürge.

Es wurde seitens SRF gesagt, die Logos beim Radio sehe ja eh keiner, darum sei das nicht so wichtig. Tja, was soll man dazu sagen…?!

Aber dann hätte man ultra konsequent sein können: Fernsehen – SRF1, SRF2, SRFInfo. Radio – Radio SRF1, Radio SRF2, Radio SRF3, 4, 5, 6 und so weiter. Alles gleiche Typo, gleiche Farbe gleicher Look and Feel.

Update: Was Rebranding bringt, und was nicht. Cary Steinmann im Gespräch mit Christoph Keller der Sendung Reflex auf SRF Kultur.