Briefpost – Mehr Wert oder Mehr Altpapier? Ein Science-to-Business Approach

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Von der Science zum Business

Das Projekt wurde vollständig partnerschaftlich aufgesetzt .Von der Fragestellung über die Mittelallokation bis hin zur zeitlichen Planung und allfälligen Veröffentlichungen wurde alles gemeinsam entschieden. Die Science hatte so unmittelbaren Business-Bezug und dadurch die Resultate unmittelbaren praktischen Wert. Jeder Partner investierte den gleichen Betrag ins Forschungsprojekt, sodass es möglich wurde gemeinsam ein aufwändiges Briefpost-Panel aufzusetzen, welches im Alleingang nur schwierig hätte realisiert werden können.

Das Briefpost-Panel

Rund 100 Personen beurteilten während 3 Monaten alle Poststücke, die sie erhielten und sandten die beurteilte Post an das Institut für Marketing Management (IMM) zurück. Um den Aufwand für die Teilnehmer so gering wie möglich zu halten, wurden Post-It‘s mit offenen und geschlossenen Fragen bedruckt, welche direkt zur Beurteilung auf das Poststück geklebt werden konnten. Insgesamt wurden fast 20‘000 Poststücke nach 23 Kriterien erfasst. Das Panel bot die Möglichkeit, die Post verschiedener Versender, Branchen, Produktionsarten etc. zu vergleichen und so eine bessere Einordnung zu erhalten als beispielsweise bei einem Labor-Pre-Test. Dadurch, dass die Teilnehmer sämtliche Post beurteilten, konnten Mailings im realen Kontext getestet werden, ohne dabei Aufmerksamkeits-Verzerrungen zu erzeugen. Vor allem durch die Beurteilung von Mailings, welche nicht eine unmittelbare Response zum Ziel hatten, konnten wertvolle Einblicke gewonnen werden.

Briefpost (in Umschlägen), welche zugesandt und erfasst wurde.

 Board Meetings für den informellen Austausch

Parallel zum Forschungsprojekt fanden monatliche Board-Meetings statt. Diese boten die Möglichkeit, aktuelle und generelle Probleme der Praxispartner zu diskutieren und Erfahrungen beim Versand von Briefpost auszutauschen. Insbesondere der Umstand, dass die Partner aus unterschiedlichen Branchen kommen und keine Konkurrenten sind, ermöglichten ein offenes Gesprächsklima. So wurden beispielsweise erhebliche Unterschiede beim Vorgehen und der Effizienz der Direct Mail Organisation aufgedeckt. Ebenfalls wurden Resultate von früheren Tests und Forschungsaktivitäten der jeweiligen Partner ausgetauscht, sodass die Boardmeetings neben der Diskussion der eigentlichen Forschungsfragen einen echten Mehrwert boten.

Das Projekt befindet sich nun in der Auswertungsphase. An einigen Resultaten werden wir Sie gerne bald teilhaben lassen. Für Fragen und bei Interesse wenden Sie sich bitte an Dr. Frank Hannich oder Salome Müller.

Aufholbedarf bezüglich Datenschutz – Schweizer Unternehmen unter der Lupe

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Am diesjährigen Swiss CRM Forum stellte Brian Rüeger fest, dass sich Schweizer Unternehmen bezüglich Datenschutz noch im „Dornröschenschlaf“ befinden. In vielen Unternehmen gibt es laut eigenen Angaben im Rahmen der Studie Swiss CRM 2012 zu wenig Datenschutz-Know-how, keine klare Regelung der Zuständigkeit, kein spezifisches Budget und noch sehr zurückhaltend umgesetzte Massnahmen zum Schutz der Daten. Es besteht also noch viel Nachholbedarf. Dies, obwohl die Bedeutung als hoch eingestuft wurde. Gut 80 Prozent der Unternehmen beurteilen die Thematik als eher oder sehr wichtig. Das Interview mit der betrieblichen Datenschutzbeauftragten der Migros zeigt den vorbildlichen Umgang mit diesem Thema.

Nur teilweise klare Zustimmung der Kunden zur Verwendung der Daten vorhanden

Eine zentrale Fragestellung des Datenschutzes bezieht sich auf die Kenntnis der Kunden bezüglich der Verwendung ihrer Daten. Ein Auszug aus dem Datenschutzgesetz besagt: „Personendaten dürfen nur dann bearbeitet werden, wenn der Verwendungszweck bei der Beschaffung angegeben wurde, dieser aus den Umständen ersichtlich oder gesetzlich vorgesehen ist.“ Bei der Auswertung der Studienresultate wird deutlich, wie fahrlässig Schweizer Unternehmen mit diesem Thema teilweise umgehen. Die Ergebnisse im Überblick:

  • Lediglich 16,7% der Unternehmen informieren ihre Kunden systematisch über die Bearbeitung ihrer Daten und den Bearbeitungszweck. Bei 7,4% davon haben die Kunden der Bearbeitung auch ausdrücklich zugestimmt.
  • Weitere 52,8% haben angegeben, dass der Verwendungszweck deutlich aus den Umständen ersichtlich ist. Die Informationspflicht entfällt somit. Dementsprechend eingeschränkt sind allerdings die Möglichkeiten der Datenerhebung und -bearbeitung. Es dürften in diesem Fall lediglich minimale Daten zur Erfüllung der Leistung gespeichert werden.
  • Knapp ein Drittel der Schweizer Unternehmen verzichtet gänzlich auf die Information ihrer Kunden bezüglich der Datennutzung. 21,2% gehen dabei davon aus, dass die Kunden mit der Nutzung ihrer Daten einverstanden sind.

Die Teilnehmenden selbst geben die Kenntnisse über die Rechtsgrundlagen als eine der zentralen Herausforderungen im Datenschutz an.

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