Süsse Schweiz im Europa-Park

Freizeitparks sind nach wie vor sehr beliebt. Einer, der schon lange in diesem Geschäft erfolgreich ist, ist der Europa-Park in Rust. Diverse Attraktionen lassen keine Langeweile aufkommen. Auf dem Gelände gibt es sogar Hotels. Emotionen pur für Gross und Klein. Für die Gäste gibt es nun auch ein bisschen Schweiz und zwar in der süssesten Form – der Schokolade. Die Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli sind seit Beginn dieses Jahres im Europa-Park Rust vertreten. Ein Marketingcoup für beide Seiten.

Der Europa-Park ist eine Institution. Seit 1975 ist dieser Freizeitpark in Rust bei Freiburg (Deutschland) aktiv. Auf einer Fläche von 95 Hektaren bietet er 15 europäische Themenbereiche, über 100 Attraktionen und insgesamt 23 Stunden tägliches Showprogramm. Über 3’800 Mitarbeiter sorgen dafür, dass sich die Gäste wohlfühlen. 2017 kamen rund 22% der Besucher aus der Schweiz. Neu kommen alle Gäste in den Genuss von Schweizer Schokolade. Die neue Partnerschaft mit Lindt ist eine ideale Ergänzung des bestehenden Angebots.

Die Schweiz in ihrer süssen Form – der Lindt Shop im Europa-Park © Europa-Park

Ideales Branding für beide Marken

Auf einer Verkaufsfläche von insgesamt 250m2 bieten drei Lindt Shops im Schweizer, Russischen und Irischen Themenbereich Produkte für die Schokoladenfans an. Auch in den fünf Erlebnishotels, können sich die Übernachtungsgäste über die Lindt Schokolade freuen. Aus Marketingsicht eine ideale Partnerschaft. Beide Marken sind sehr gut positioniert und verkörpern Tradition und Qualität. Der Schweizer Themenbereich wird durch die Lindt Schokolade ideal ergänzt. Ausserdem passt das Engagement auch in die internationale Lindt Ausrichtung. In vielen Ländern gibt es bereits Lindt Shops, die immer auch die lokalen Geschmäcker berücksichtigen. Europa-Park Inhaber Roland Mack sagte bei der Vertragsunterzeichnung: „Sowohl Lindt als auch der Europa-Park sind traditionsreiche Marken, die ihre Kunden und Gäste täglich mit den qualitativ hochwertigsten Produkten verwöhnen und unterhalten“. Von Seiten Lindt & Sprüngli tönt es ähnlich. Ernst Tanner, exekutiver Verwaltungsratspräsident von Lindt & Sprüngli, betonte die Bedeutung dieser Kooperation: „Mit dem Europa-Park unter der Leitung der Familie Mack verbindet Lindt & Sprüngli, dass wir mit Qualitätsprodukten viel Freude bereiten und den Menschen in den Mittelpunkt stellen, aber auch die langfristige Tradition unserer Unternehmen und die Fokussierung auf das Kerngeschäft.

Eine grosse Auswahl für alle Schokoladenliebhaber © Europa-Park

Wichtige Verkörperung der Markenwerte

Für das Marketing kann dies als ein Beispiel gesehen werden, wie Kooperationen positiv für beide Seiten sein können und welche Rolle das Branding hier spielt. Die Markenwerte müssen weiterhin verkörpert werden. Das ist in diesem Umfeld für Lindt natürlich gegeben, denn gerade im Ausland steht die Schweizer Schokolade als ein typisches Symbol unseres Landes. Schokolade ist ausserdem ein sehr emotionales Produkt. Die Gestaltung der Lindt Shops unterstützen diese positiven Emotionen und regen zum Kauf an. Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und sich das Ganze mit eigenen Augen anschauen möchte, der kann in der Sommersaison von 9-mind. 18 Uhr den Europa-Park besuchen.

http://www.lindt.ch/de/

https://www.europapark.de/de

Der Shop wiederspiegelt die Schweizer Markenwerte © Europa-Park

Migros-Finn rührt die Welt zu Tränen

Emotionen im Marketing sind wichtig. Dies zeigt das aktuelle Beispiel der Migros Weihnachtskampagne. Der diesjährige Weihnachtsspot rührt die Welt zu Tränen. Wie es zu diesem Video gekommen ist, erklärt uns Livio Dainese von der Agentur Wirz.

Herr Dainese, Sie haben die diesjährige Weihnachtskampagne der Migros gestaltet. Wie ging Wirz an die Aufgabe heran und was waren die Herausforderungen?

Die Ausgangslage für Weihnachten 2017 war, auf dem Kern „Gemeinsam feiern“ und der Migros Haltung „Der Schweiz etwas zurückgeben“ eine neue, tragfähige Kampagne zu bauen. Dieses Jahr wollten wir das gemeinsame, verbindende von Weihnachten zelebrieren. Daran erinnern, dass es eben nicht allen gut geht an Weihnachten. Dann gilt es, eine Geschichte zu erfinden, die diesen Gedanken am schönsten transportiert. Eine Geschichte, die die Menschen berührt. Die eine Welt auftut. Die einen in eine weihnachtliche Stimmung versetzt. Die involviert und uns Möglichkeiten bietet, zusätzlich auch das gesamte Weihnachtsangebot der Migros zu spielen. Und das auf allen Medien, vom Bewegtbild bis zum Migrossack.

Wie kamen Sie auf die Idee einen Wichtel als Protagonisten zu nehmen?

Die Idee war nicht, einen Wichtel zu nehmen. Sondern die Fragen: Was genau ist eigentlich in so einer Scannerbox bei der Migros? Und wenn da ein Wichtel drin ist, was macht der denn an Weihnachten? Kennt er das überhaupt? Würde er vielleicht auch gerne mal Weihnachten feiern?

Der Protagonist des Films Wichtel Finn (c) Wirz/Migros

Wie wurde die Idee dann konkret umgesetzt? Wo lagen die Schwierigkeiten?

Zuerst mussten wir Finn erfinden. Uns überlegen, wie er aussieht, wie gross er ist, was er kann und was nicht. Welche Kleider er trägt und wie seine Wohnung aussehen könnte. Man überlegt sich das alles bis ins Detail, macht einen genauen Personenbeschrieb.

Der Film selbst ist eine sehr komplexe Mischung aus Realfilm und 3-D Animation. Finn existierte nicht in den Bildern, die wir vor Ort in einer Migros-Filiale drehten. Wir filmten schlicht eine weihnachtlich dekorierte, leere Migros. Natürlich mussten wir im Voraus genau definieren, was Finn genau tut in welcher Einstellung. Danach erst wurde der in 3-D realisierte Finn tatsächlich eingebaut und Stück für Stück von einem statischen Platzhalter zu dem „lebendigen“ Finn, den wir nun alle mögen, weiterentwickelt.

Mittlerweile ist das Marketing ja kanalübergreifend. Wie haben Sie das in der diesjährigen Kampagne mit Finn berücksichtigt?

Wir spielen Finn auf allen Ebenen. Von Social Media bis zur Figur, die man sammeln kann und mit denen die Geschichte weiter geht. Denn in jeder Figur von Finn und seinen Freunden steckt ein NFC-Chip. Wenn man den mit der Migros App verbindet, erfährt man noch viele weitere Geschichten der Kassenwichtel. Dazu gibt es eine ganze Flut an weiteren Massnahmen, von Angebotsspots, dem Magazin bis zu den wöchentlichen Aktionen. Eine solche Kampagne inklusive aller Massnahmen beschäftigt uns rund zehn Monate.

Finn ist auf allen Kanälen präsent (c) Wirz/Migros

 

Die Migros will an Weihnachten auch ihre soziale Verantwortung zum Ausdruck bringen. Wie schwierig ist es, diese besondere Identität der Migros in einer Kampagne umzusetzen, ohne, dass es zu aufgesetzt wirkt?

Die Migros hat das Zurückgeben in ihrer DNA. Es ging seit Dutti stets darum, mehr Menschen qualitative hochwertige Produkte zu einem günstigen Preis anzubieten. Dazu kommt das Kulturprozent, mit welchem die Migros Jahr für Jahr viele Schweizer Institutionen und Künstler unterstützt. Und eben, seit vier Jahren der Spendendaufruf mit der Weihnachtskampagne. Es fühlte sich nie künstlich an, dass die Migros den Menschen in diesem Land etwas Gutes tun will. Man erwartet es fast von ihr.

Etwas Gutes tun an Weihnachten (c) Wirz/Migros

Die Weihnachtszeit ist sehr emotional. Gleichzeitig sind wir mittlerweile aber auch etwas abgestumpft. Wie schafft man es trotzdem neue Geschichten zu finden, die berühren?

Indem man ohne Schranken im Kopf sucht. Indem man sich frei macht von allem, was es bereits gibt. Und indem man sich Dinge überlegt, die vielleicht zunächst absurd sind, dadurch aber eine besondere Magie haben.

Zu Weihnachten darf man sich bekanntlich etwas wünschen. Wenn Sie ein unbegrenztes Budget zur Verfügung hätten, was würden Sie gerne mit Wirz realisieren?

Ich würde das meiste Geld in noch mehr furchtbar talentierte Mitarbeitende investieren. Und vielleicht noch in einen Pool für den nächsten heissen Sommer.

Livio Dainese von Wirz (c) Wirz

Emotionen und Kompetenz beim CAS Markenemotionalisierung

Julia Kern und Christof Grütter haben im Frühjahr 2017 gemeinsam den CAS Markenemotionalisierung besucht. Julia Kern ist Projektleiterin Eventmarketing bei der SRG SSR – Business Unit Sport und Christof Grütter ist Teamleiter Marketing der BMW Niederlassung Zürich-Dielsdorf. Warum sie sich für den Kurs entschieden und welche Erfahrungen sie gemacht haben, darüber haben wir mit ihnen gesprochen.

Warum habt Ihr euch für den CAS Markenemotionalisierung entschieden?

Julia Kern: Das Thema ist perfekt für mich, da in unserer Situation (No Billag-Initiative) die Emotionalisierung unserer Marke eine sehr wichtige Rolle spielt! Zudem habe ich mich schon immer für Sportmarketing-Themen interessiert. Die Mischung mit anderen Events – neben dem Sport – kam meinen persönlichen Interessen entgegen.

Christof Grütter: Ich habe mich für diesen CAS entschieden, da ich der Überzeugung bin, dass ein Produkt, welches mit Emotionen aufgeladen wird, beim Kunden eine nachhaltigere Bindung hinterlässt. Mein Ziel war es, in diesem Bereich konkrete Kompetenzen aufzubauen.

Welches langfristige Ziel möchtet Ihr mit dem Studium erreichen?

Christof Grütter: Langfristig möchte ich meine Marketingentscheidungen faktenbasiert und nicht nur auf Erfahrung basiert fällen. Daher hilft mir die mit diesem Studium aufgebaute Kompetenz, Entscheide basierend auf Fachwissen und Erfahrung fundiert zu fällen.

Julia Kern: Durch den Besuch der verschiedenen CAS habe ich einen Einblick in diverse Themen bekommen, welche mir helfen sollen, neue Ideen im praktischen Joballtag mit einbringen zu können. Zudem soll der MAS Marketing Management mich natürlich langfristig auch auf der Jobstufe höher bringen. (Anm.d.R. Julia Kern schreibt soeben an ihrer Masterarbeit im MAS und hat bereits vier CAS besucht).

Julia Kern: „Neue Ideen im praktischen Joballtag“

Was hat Euch am CAS Markenemotionalisierung besonders gut gefallen?

Julia Kern: Es waren über sämtliche CAS sehr interessante Dozenten in den Lehrgängen, welche mehrheitlich einen tiefen Einblick in deren Wissen geben konnten und einem somit brauchbare Tipps für die Praxis mit auf den Weg geben konnten.

Christof Grütter: Insbesondere haben mir die wertvollen Kontakte geholfen. Die Vielseitigkeit der unterschiedlichen Dozenten und Themenbereiche (Psychologie, Sponsoring, Sportaspekte) habe ich als sehr bereichernd empfunden.

Christof Grütter: „Wertvolle Kontakte

Konntet Ihr die Inhalte des CAS auch bereits im Job anwenden?

Christof Grütter: Das erworbene Fachwissen hat mir besonders in der Ausgestaltung der aktuellen Herbstausstellung der BMW Niederlassung Zürich-Dielsdorf geholfen. Es ist uns gelungen ein emotionales Konzept zu erstellen, welches unsere Kunden als stimmig wahrgenommen haben. Aus unserer Sicht ist es uns gelungen den Kunden unsere Leidenschaft für die Marken und die verkauften Produkte erlebbar zu machen.

Julia Kern: Yes, immer wieder! Ich bin jetzt nicht die Person, die Modelle direkt wieder anwendet – obwohl das jetzt kommen wird, da ich immer mehr Konzepte erarbeiten muss 🙂 Aber ich habe viele kleine Details, Ideen und Gedankenzüge mitnehmen können, die mir in gewissen Situationen immer wieder einfallen und weiterhelfen.

Wem würdet Ihr den CAS Markenemotionalisierung empfehlen?

Christof Grütter: Ich würde diesen CAS allen Marketingverantwortlichen empfehlen, deren Produkte starke Aktivitäten im Bereich Event bedingen oder für den Kunden mit starken Emotionen verbunden sind. In meinem konkreten Fall: die Marken BMW und MINI und die damit verbundene Emotionalität.

Julia Kern: Dem schliesse ich mich vollumfänglich an!

 

Haben Sie Fragen zum CAS Markenemotionalisierung? Dann können Sie sich an Marcel Hüttermann via mail huet@zhaw.ch oder via Telefon 058 934 76 98 wenden. Des Weiteren finden Sie zahlreiche Informationen zum Kurs auch online.

 

Durchstarten mit dem SWISS Branding

Der Praxisbezug wird an der ZHAW traditionell hoch geschrieben. Die Studierenden erhalten nicht nur die theoretischen Fähigkeiten, sondern können auch exklusive Einblicke in den Arbeitsalltag grosser Unternehmen werfen. So geschehen im Fach Brand Management, das von Frau Dr. Adrienne Suvada unterrichtet wird. Hier kamen die Studierenden in den Genuss einer Lektion, die direkt vom Head of Marketing der SWISS gehalten wurde. Bernhard Christen sprach erfrischend offen über die Ideen und die Schwierigkeiten des SWISS Brandings.

Die Schweizer Identität als Teil des Brandings © SWISS

Die Lektion begann mit einem historischen Rückblick. Die SWISS entstand auf Basis der Crossair welche eine Tochtergesellschaft der Swissair war, die ja im Oktober 2001 groundete. Das Unternehmen hat sich in den Jahren gewandelt und sucht eigene Wege, auch wenn es in der Organisation der Lufthansagruppe, zusammen mit der Lufthansa und der Austrian Airlines, integriert ist. Das Brand Management Team der SWISS ist zuständig für das Brand Positioning und definiert die SWISS als „the airline of Switzerland“. Das Branding der SWISS hat mehrere Entwicklungsschritte hinter sich. 2009 waren die meisten Airlines in der unbeliebten „stuck in the middle“ Position. Sie hatten mittelmässige Marktanteile und sassen zwischen den Stühlen. Für die SWISS war klar, dass sie nie mit den grossen Airlines wird konkurrieren können. Es galt sich zu differenzieren und das wurde in der Kundenbeziehung umgesetzt. Man wollte flexibler werden, wenn es um Kundenbedürfnisse ging. Die Kundennähe wurde zum Schlagwort für diese Airline: Man wollte näher bei den Gästen sein, als die grossen Airlines mit ihren vielen Prozessen.

Bernhard Christen Head of Marketing bei der SWISS und Dr. Adrienne Suvada von der ZHAW

Swissness und die kleinen Dinge mit grosser Wirkung

Das SWISS Branding profitiert natürlich von der Marke Schweiz im Allgemeinen. „Durch diese Verbindung hat man nie ein billiges Image, man wird immer höher gewertet, als andere„, erläutert Bernhard Christen. Die Swissness wurde auch mit dem 2011 lancierten Branding umgesetzt. Diese Kampagne benutzte mehrheitlich die Farbe Grau. Man sah nur etwas Rot und das Schweizerkreuz in der Bildsprache. Dieses Branding war sehr erfolgreich, weil es sich stark von den anderen Airlines unterschieden hat. Das Problem war aber, dass graue Bilder mit Flugzeugen schwer Emotionen vermitteln können. So langsam setzte sich die Idee durch, dass es besser wäre, auch Menschen zu zeigen. Die SWISS brauchte eine Kommunikation, die auf das WARUM und nicht nur auf das WAS den Fokus setzt. „Es war notwendig nicht nur zu kommunizieren, dass man etwas tut, sondern warum man etwas tut„, erklärt Bernhard Christen. In der Analyse war schnell klar, dass in der Schweiz die kleinen Dinge einen grossen Unterschied ausmachen. Dies wurde auf die SWISS übertragen: Die Airline sorgte sich um die kleinen Dinge, die aber einen grossen Effekt haben. Gerade am Beispiel der SWISS Schokolade kann man dies gut aufzeigen. Das einzelne kleine Schokoladentäfelchen kostet im Einkauf nicht die Welt, erzeugt aber bei den Passagieren unglaublich positive Reaktionen und lässt sie mit einem Lächeln das Flugzeug verlassen.

Praktische Erfahrungen, die Bernhard Christen spannend vermitteln konnte

Konsequente Branding-Umsetzung auch für die Mitarbeiter

Der zweite Schritt des neuen Brandings war das Hinzufügen von Farben. Dies galt nicht nur für die Werbeanzeigen, sondern zum Beispiel auch für die Servietten im Flugzeug oder den Zucker- und Salzpäckchen. Auch die Merchandising Artikel wurden farbiger und lebendiger. Das Branding wurde aber auch intern konsequent umgesetzt. Der Hauptsitz und die Arbeitsplätze wurden umgestaltet. Es gab nun Farben und Holzelemente, so wie auch bei den SWISS Lounges weltweit. „Unsere Mitarbeiter sollten sich wie unsere Gäste fühlen, das war die Absicht dahinter„, meint Bernhard Christen. Natürlich setzt die SWISS auch noch auf klassische Out of Home Werbung, mittlerweile geht aber über die Hälfte des Werbebudgets in die digitalen Kanäle. Hier werden verschiedene Videosequenzen eingesetzt, die auch auf die internationalen Märkte entsprechend abgestimmt werden. Zum neuen Branding gehörte auch ein neues Sponsoringkonzept. Vorher hat die Airline Top Events in der Schweiz gesponsert, dies aber nicht für die Kommunikation genutzt. Dies ist nun anders, die SWISS integrierte zum Beispiel das Schweizer Fussballteam für eine Kampagne. So kam es, dass für einmal Fussballspieler als Flight Attendants unterwegs waren. „Die Lektion war ein spannender Einblick ins Schweizer Airline Business. Besonders interessant war es zu sehen, wie hier die Swissness umgesetzt wird„, meint die Dozentin Dr. Adrienne Suvada. Insgesamt ein gelungener Austausch und ein spannender Unterricht für die Studierenden der ZHAW, die sicherlich viele Tipps für ihr späteres Berufsleben mitnehmen konnten.

Mehr über die SWISS

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Weiterhin einen guten und erfolgreichen Flug! © SWISS

Die Migros und die Teddys: Ein erfolgreiches Marketing für einen guten Zweck

Obwohl schon bald Ostern ist, gibt es einen kleinen Flashback in die Weihnachtszeit und zwar zur letzten Migros-Weihnachtskampagne. Ein Beispiel wie man eine gute saisonale Marketingaktion durchführt und noch den guten Zweck damit verbindet. Die Migros überrascht immer wieder, sei es mit den Osterhasen, oder eben zu Weihnachten mit speziellen Teddys. Wie es dazu kam, erklärt Marion Ammann, Senior Projektleiterin Gesamtkampagne Weihnachten.

Weihnachten ist für viele Menschen mit Erinnerungen und Emotionen verbunden. Ein gutes „Weihnachtsmarketing“ ist nicht einfach. Die Migros hat bereits in den Vorjahren gezeigt, wie man Marketing und den guten Zweck verbinden kann. Für die letzte Kampagne setzte man auf spezielle Teddys und ein emotionales Video. Wie kam es zu dieser Idee?

Nachdem wir zwei Jahre lang mit den beiden „Künstler-Weihnachtsvideos“ grossen Erfolg verbuchen konnten, wollten wir wieder zurück zu unseren Wurzeln und Geschichten, mit und von Menschen wie „Du und ich“ erzählen. Wir suchten nach einer Geschichte, die man gerne weiter erzählt, die berührt und einem auch ein wenig zurück in die eigene Kindheit bringt.

Wir wollten bewusst auf das in der Werbung geläufige Schema „Mensch in Not“ verzichten. Wir wollten einen Charakter, der Alt und Jung gefällt. Bald kamen wir auf den Teddybär – das beliebteste Plüschtier der Schweiz. Fast jeder verbindet damit seine eigene, emotionale Erlebniswelt. Daran wollten wir anknüpfen und haben mit unserem Plüsch-Protagonisten aufgezeigt, dass arme Menschen in der reichen Schweiz oftmals keine Beachtung finden und vergessen gehen.

Max, Mira und Miko hiessen die Teddys und konnten über Sammelsticker erworben werden. In den Läden sah man aber, dass wohl nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene die Teddys sammelten. Eignet sich ein Teddybär besser als andere Figuren für eine solche Aktion?

Die Teddybären waren nicht die ersten Plüschtiere, die es in der Migros zum Sammeln gab. Bereits Ostern 2015 und Ostern 2016 gab es unsere drei Hasen zum Sammeln. Diese kamen ebenfalls bei Jung und Alt gleichermassen gut an. Der Teddybär ist aber vor allem zur Weihnachtszeit sicher ein emotionales Symbol, mit dem viele Personen etwas aus ihrer Kindheit verbinden.

Die Teddys der letzten Weihnachtskampagne © Migros-Genossenschafts-Bund

Marketing soll die Bekanntheit und natürlich auch die Umsätze steigern. Dennoch, wie wichtig ist auch ein sozialer Bezug? Durch die Weihnachtskampagne konnte die Migros über 3.5 Mio. CHF an Spenden sammeln, ein Erfolg für beide Seiten?

Wir führen schon seit einigen Jahren Spenden-Sammelaktionen durch, daneben leisten wir regelmässig Soforthilfe und mit dem Kulturprozent geben wir einen grossen Betrag an die Bevölkerung weiter. Diese Spendenaktion ist also kein Werbegag sondern liegt tief in der DNA der Migros verankert. Selbstverständlich haben wir aber auch Geschäftsziele, die wir erreichen müssen. Es ist uns gelungen: Wir konnten viele Mitmenschen für das Thema „Bedürftige in der Schweiz“ sensibilisieren und den Wettbewerb auf emotionaler Ebene zu schlagen – ohne dabei den wirtschaftlichen Erfolg in Form von Marktanteilen zu vernachlässigen – im Gegenteil.

Links Désirée Strassmann, Leiterin Dachkampagnen & Rechts Marion Ammann Senior Projektleiterin Gesamtkampagne Weihnachten © Migros-Genossenschafts-Bund

Unsere Gesellschaft ist überflutet von Werbeanzeigen. Aufzufallen ist deshalb wichtig. Die Migros ist sehr innovativ und betreibt erfolgreiches Marketing auf diversen Kanälen. Was machen Sie anders als die Konkurrenz?

Wir haben dieselben Kommunikationsmittel zur Verfügung wie alle anderen Werbetreibenden auch. Aus diesem Grund muss der Mediamix perfekt auf die Zielgruppe zugeschnitten und ausgesteuert werden, damit wir überhaupt gesehen werden. Damit man aber schlussendlich nicht übersehen wird, muss man mit relevanten Botschaften aber auch Originalität und Charme die Aufmerksamkeit gewinnen.

Wir überraschen, indem wir Regeln brechen. Während der umsatzstärksten Zeit, an Weihnachten, fokussieren wir uns kommunikativ unter anderem auf die Not in der Schweiz und sammeln Spenden. Bei Generation M erzählen wir nicht, wie viel Gutes wir schon getan haben, sondern welche neuen Ziele wir uns mittel- und langfristig setzen. Wenn wir trotz allen Anstrengungen ein Ziel nicht erreichen, wird das offen kommuniziert. In der „schöngefärbten“ Kommunikationswelt braucht es dann schon etwas Mut, hinzustehen und diese „Niederlage“ einzugestehen.

Es gilt Menschen emotional zu berühren © Migros-Genossenschafts-Bund

Gibt es Tipps, die Sie angehenden Marketingfachleuten geben würden?

Wenn es Tipps oder Regeln für gute Kommunikation gäbe, dann würden wir nur erfolgreiche Werbung sehen. Auch wenn es klischiert kling: Wenn Sie für Ihren Job brennen und mit dem Herzen dabei sind, wenn Sie die Zielgruppe respektieren und positive und ehrliche Gefühle ansprechen, dann besitzen Sie die besten Grundlagen, um mit guten Kampagnen zu begeistern.

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