E-Commerce in Krisenzeiten

Aktuell geht es vielen Branchen und Unternehmen schlecht. Wo es aber die einen trifft, da können andere profitieren. Der E-Commerce, besonders im Food-Bereich, ist im Hoch. Immer mehr wollen ihre Einkäufe online bestellen und nach Hause liefern lassen. Wir haben dem E-Commerce Experten Dr. Darius Zumstein, einige Fragen zur aktuellen Lage gestellt.

Der Food Bereich war im E-Commerce immer eher schwach unterwegs, der Anteil an online eingekauften Lebensmittel war mit gut 3% sehr tief. Aktuell hat sich das schlagartig geändert. Besonders die grossen Anbieter haben mit dem Ansturm zu kämpfen. Warum ist es so schwierig, sich schnell auf die gesteigerte Nachfrage einzustellen?

Food-Onlinehändler wie Farmy und die Onlinesupermärkte wie coop@home, LeShop und Brack.ch waren schlicht nicht vorbereitet. Sie wurden überrumpelt und können die Lager- und Logistikinfrastrukturen kurzfristig nicht so schnell ausbauen. Die Explosion der Bestellungen betrifft die Beschaffung, die Lagerwirtschaft und vor allem die Logistikzentren.

Bei vielen Food-Onlinehändlern wurden und werden mit dem Ansturm die Personal-Ressourcen hochgefahren und zahlreiche neue Mitarbeiter eingestellt. Bei Brack.ch wurden innert einer Woche 50 neue Leute eingestellt, Digitec Galaxus sucht zurzeit 200 neue Mitarbeiter.

Dr. Darius Zumstein, E-Commerce Experte am ZHAW Institut für Marketing Management

Gemäss Thomas Lang, Geschäftsführer von Carpathia, ist im Bereich Food zurzeit nicht die Beschaffung und Zustellung das Problem, und auch nicht zusätzliche Schichten mit mehr Personal, sondern die Platz-Limitierungen in den Logistikzentren von Lebensmittelhändlern wie LeShop und coop@home. Kurz: Die Logistikzentren sind maximal ausgelastet. Die beiden Grossverteiler Migros und Coop können kurzfristig höchstens neue Modelle anwenden, in denen beispielsweise einzelne Filialen picken und kommissionieren, sprich die bestellten Produkte in ein Paket packen und verschicken. Als weitere Alternative könnten Verteilzentren umfunktioniert werden.

Den Food Pure Playern (Lebensmittel-Onlinehändler ohne Filiale) und Food Start Ups sind Grenzen gesetzt. Farmy beispielsweise hat eine begrenzte Anzahl lokaler Gemüse- und Früchte-Lieferanten und damit auch eine begrenzte Menge an lieferbaren Produkten. Aufgrund der Kapazitätsbeschränkungen kann Farmy etwa in der Ostschweiz erst am 18. April 2020 wieder liefern, wie sie in ihrem Onlineshop kommunizierten.

Der Lebensmittel-Onlinehändler Farmy ist bis zum 18. April 2020 ausgebucht (Quelle: Screenshot www.farmy.ch, am 23.03.2020)

LeShop hat sogar eine online Warteschlange eingeführt, dennoch sind praktisch alle Lieferfenster ausgebucht. Wenn jemand seine Einkäufe frühzeitig plant und zum Beispiel erst Ende April seine Lieferung bekommen möchte, kann er den Einkauf dennoch nicht abschliessen, weil die Lieferfenster nicht verfügbar gemacht werden. Weshalb gibt es nur so kurzfristige Lieferfenster? Wäre es nicht besser, wenn die Leute langfristiger planen würden?

Die Lieferfenster stehen in Abgleich mit den Produktverfügbarkeiten bei der Beschaffung, mit dem Vorrat am Lager und vor allem mit den erwähnten Kapazitäten der Bestellverarbeitung, inklusive dem Packen und Kommissionieren der Pakete.

Ein Food Logistiker bietet in der Regel keine Lieferfenster weiter als 10 bis 14 Tage an, weil er gar nicht weiss, welche Frischwaren er zu diesen Daten erhalten wird. Gemäss Praxisexperten wie Thomas Lang ist Food-Logistik um Faktoren komplexer als Non-Food, nur schon wegen der Verderblichkeit und den drei Klimazonen (z.B. tiefgefrorene und gekühlte Produkte).

Eine langfristige Planung der Einkäufe käme den Onlinelebensmittelhändlern sicher entgegen. Aber Konsumenten planen den Einkauf von verderblichen Lebensmitteln eher kurzfristig: Es wird das bestellt, was zeitnah in der laufenden und kommenden Woche konsumiert wird. Zudem verschärfen irrationale und übertriebene Hamsterkäufe (grosse Bestellmengen von Einzelkäufern) die Problematik.

Bei haltbaren Lebensmitteln ist die Situation anders. Hier wäre eine mittel- und langfristige Planung der Konsumenten umso wichtiger, damit kurzfristig Ressourcen für den Versand von frischen Lebensmitteln genutzt werden können.

Hinweis auf ausgebuchte Lieferfenster auf LeShop (Quelle: Screenshot www.leshop.ch, am 23.03.2020)

Gerade Risikogruppen sollten jetzt vermeiden einkaufen zu gehen. Könnten die online Händler diese Risikogruppen nicht bevorzugt behandeln? Gäbe es hier technische Möglichkeiten?

Ja, eine Bevorzugung der Risikogruppen ergibt beim Onlineeinkauf von Lebensmitteln sicher Sinn, damit diese nicht in die Filiale gehen müssen und sich damit einer erhöhten Ansteckungsgefahr aussetzen.

Über das Alter kann ein Onlineshop nicht selektionieren, da ein Kunde einen falschen Geburtstag angeben kann. Es wäre höchstens eine Authentifizierung über einen öffentlichen Personalausweis (Pass oder Identitätskarte) möglich, wie dies schon beim Onlineverkauf von Alkohol, Zigaretten oder Telekommunikationsprodukten geschieht.

Mit der Altersverifizierung könnte man aber nur über das Kriterium «Alter» selektieren, etwa Personen älter als 65 Jahre, nicht aber jüngere Risikogruppen mit gesundheitlichen Vorbelastungen (z.B. Herz- oder Lungenkrankheiten, Diabetes, Krebs). Um diese Risikogruppe beim Onlinehandel zu bevorzugen, bräuchte es eine elektronische Patientenkarte, die den Status «Risikogruppe» ärztlich garantiert und dokumentiert. Die Politik und die ganze E-Health Industrie ist nun gefordert, eine solche Lösung zu erarbeiten. Krankenversicherungen sollten hier die Initiative übernehmen und Lösungsvorschläge erarbeiten, ob und wie ein Status der Risikogruppe auf der «Schweizerischen Krankenversicherungskarte KVG», die jeder Bürger besitzt, elektronisch abgespeichert wird und bei der Bestellung im Onlineshop eingegeben werden kann.

Technische Lösungen zur Verifizierung der Risikogruppe müssen dann über einen Service in den Onlineshops implementiert werden. Solche Verifizierungen im Hintergrund geschehen heute schon, z.B. bei der Überprüfung der Bonität der Kunden. Selbstverständlich muss bei einer solchen Lösung der Datenschutz und die Datensicherheit garantiert sein. Ein nationaler oder internationaler Standard für alle Onlineshops ergibt hier sicherlich Sinn und sollte schnellstmöglich erarbeitet werden. Da im «Cross Border E-Commerce» der Onlinelebensmittelverkauf und -einkauf nicht an der Grenze haltmacht, braucht es international anerkannte und nutzbare Lösungen. Den Stein ins Rollen bringen muss aber der Bundesrat, die nationale Politik.

Kommen wir kurz zu kleineren Händlern. Viele mussten ihre physischen Läden schliessen. Wie schnell kann ein physischer Händler nun einen online Shop lancieren? Was muss er hier beachten?

Ein Onlineshop kann relativ schnell, innert wenigen Stunden, aufgeschaltet werden. Dazu gibt es kostenlose Open Source Content Management Systeme (CMS) wie zum Beispiel WordPress oder Drupal, mit welcher eine Website erstellt werden kann. Durch die Aktivierung eines E-Commerce-Moduls (Plugins) im CMS kann ohne Programmieraufwand ein Onlineshop lanciert werden.

Natürlich gibt es viele Funktionen, Prozesse und Tätigkeiten eines Onlineshops, die nicht so schnell möglich sind. Dazu gehört die Erstellung der Produktinformationen (Content wie Bilder oder Produkttexte), die Anbindung von Bezahl- und Logistik-Lösungen, die Bewerbung des Onlineshops, der Aufbau und Betrieb eines Kundenservices und eben des Lagers und Versands.

Grosses Potential in der aktuellen Krise sehe ich in den Onlineshops von Herstellern von Lebensmitteln und von Bauern, welche ihre Produkte direkt an die Konsumenten verkaufen können, ohne Umwege über Händler mit Kapazitätsschwierigkeiten. Die Landwirtschaft und Lebensmittelhersteller sollen ermutigt und gefördert werden, Lebensmittel direkt online zu verkaufen.

Die Krise bietet Potential für Lebensmittelhändler und Bauern, um ihre Kunden zu erreichen (Bild: Pixabay)

Ein E-Commerce unerfahrener Händler braucht ev. Unterstützung von Experten. Wie kann er hier die richtigen Partner finden, die ihm einen fairen Preis berechnen?

Beim Aufbau eines Onlineshops gibt in jeder Region Unterstützung von Digital-Agenturen und Freiberuflern. Es gibt auf E-Commerce spezialisierte Agenturen wie zum Beispiel Carpathia, Aioma, Garaio, relate digital, Unchained Commerce, Ufirst, MySign und Go2Flow. Für grosse Projekte sind Full-Service-Agenturen wie Namics, Unic oder Liip bekannt. Kriterien zur Auswahl von Agenturen und Onlineshop-Systemen gibt es viele und können auf Anfrage gerne zur Verfügung gestellt werden.

Ein E-Commerce Startup oder Händler, der einen neuen Onlineshop lanciert, braucht systematische und durchdachte Strategien und Konzepte im Bereich Digital Commerce und Marketing. Die Agenturen unterstützen kurzfristig bei der Umsetzung, mittel- bis langfristig muss das Know-how auch intern aufgebaut werden, um sich weniger abhängig zu machen. Dazu ist eine passende Weiterbildung sicher gut investiertes Geld.

Gibt es Tipps, wie diese kleineren online Shops auch nach der aktuellen Krise weiterbetrieben werden können? Kann man das nutzen, wenn sich die Kundschaft auf die online Möglichkeit gewöhnt hat?

Kleine Onlineshops sollten einen möglichst guten Service bieten, sich von der Konkurrenz abheben und die Kunden zufrieden stellen. Habe ich als Kunde gute Erfahrungen mit einem Onlineshop gemacht und werde ich, z.B. über einen Newsletter oder über soziale Medien, immer wieder an ihn erinnert, ist es wahrscheinlich, dass ich da wieder einkaufe.

Es braucht gute Kommunikation und Anreize, dass ich beim Anbieter meines Vertrauens nachbestelle. Sei es aufgrund des Nutzens des Produkts oder der Dienstleistung, attraktiver Angebote und nachhaltigen, kundenorientierten Lösungen.

Wie eine repräsentative Onlinehändlerbefragung der ZHAW zeigt, sind über die Hälfte aller Schweizer Onlineshops kleine Unternehmen mit 1 bis 4 Mitarbeitern. Die KMUs sind das Rückgrat unserer Volkswirtschaft, das müssen sie auch digital bleiben und werden.

Tragischerweise ist die Corona-Krise auch eine Digitalisierungs-Chance, aus welcher der E-Commerce und andere Bereiche der Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Bildung (eTeaching, eLearning) sicher gestärkt herausgehen.

Eine Digitalisierungs-Chance nicht nur für den E-Commerce Bereich (Bild: Pixabay)

Zum Schluss, wie ist die allgemeine Einschätzung zum E-Commerce? Werden die Zahlen gesamthaft massiv ansteigen und wird es für den Food Bereich allenfalls zu einem langfristigen Erfolg?

Ich bin überzeugt, dass das Umsatz-Wachstum im E-Commerce weitergeht, und zwar in sämtlichen Branchen. Schon vor Corona verdoppelten sich die E-Commerce-Umsätze alle vier Jahre, die aktuelle Krise verstärkt den Trend.

Wie nachhaltig der Nachfrage-Boom im Bereich Digital Food ist, bleibt abzuwarten. Einige Konsumenten gewöhnen sich sicher an diesen sicheren, bequemen, schnellen und einfachen Kaufkanal und verändern nachhaltig ihr Einkaufsverhalten. Viele Menschen werden ihre Gewohnheiten ändern und Lebensmittel online bestellen.

Andere Konsumenten, für welche der stationäre Einkauf ein wichtiges, reales und sinnliches Erlebnis ist und bleibt, werden wohl wieder in den Supermarkt zurückkehren.

Die Konsumenten werden künftig wieder die Wahlmöglichkeiten haben, welche zurzeit eingeschränkt sind. Die zurzeit ungewohnte Knappheit und Limitationen können für unsere Wohlstandsgesellschaft auch eine lehrreiche Erfahrung für die Zukunft sein. Etwa der Blick für das Wesentliche und Solidarische, gerade was die Grundversorgung existenzieller Bedürfnisse anbelangt.

Salsa auf den Rollen – Wie Einkaufswagen digital werden

Online Shopping ist in aller Munde, trotzdem gibt es immer noch Läden, wo man seine Einkäufe physisch erledigt. Ein Beispiel sind die Lebensmittelläden. Wichtiges Element im stationären Handel ist der Einkaufswagen. Wohl kaum einer macht sich Gedanken über dieses Hilfsmittel. Aus diesem Grund war es Zeit bei einem Hersteller nachzufragen, was hinter den Einkaufswagen so alles steckt. Werner Reifler, Geschäftsführer und Managing Director/CEO bei Wanzl Schweiz, stand Rede und Antwort.

Herr Reifler, der Lebensmitteleinkauf wird nach wie vor gerne im Laden getätigt. Der Einkaufswagen ist ein selbstverständliches Hilfsmittel, was man gar nicht mehr richtig wahrnimmt. Wanzl vertreibt schon seit frühester Firmengeschichte Einkaufswagen. Was ist das Besondere an diesem Produkt?

Wanzl hat früh erkannt, dass sich das Einkaufsverhalten der Konsumenten in der Nachkriegszeit rasant veränderte und damit auch andere Shop Formate hervorbrachte. Daran hat sich Wanzl orientiert und den Einkaufswagen ständig neu konfiguriert. Mit verschiedenen Korbgrössen, Zusatzfunktionen wie Kleinartikelschalen, Taschenhaken, Harassen- & Petflaschenablagen oder auch der Digitalisierung gerecht werdenden Scannerhalter beispielsweise, hat sich Wanzl stets den neuen Bedürfnissen der Gesellschaft und der Technologie angepasst und als treibender Innovator entscheidende Akzente gesetzt. So unscheinbar und selbstverständlich der Einkaufswagen wahrgenommen und genutzt wird heute, trägt er dennoch entscheidend zu einem optimalen Einkaufserlebnis bei.

Heute steht die neuste Generation der Einkaufswagen erstmals im Shoppi Tivoli in Spreitenbach und ab Frühjahr bei OTTO’s im Einsatz. Der SALSA – ein ästhetisch designter leichter und funktionell ausgereifter Hybrid aus Kunststoffkorb und bewährtem Stahlaufbau lässt nicht nur ein komfortableres Manövrieren für den Konsumenten zu, sondern ermöglicht dem Detailhändler einen individuellen Auftritt durch eigene Farbgebung.

Salsa nicht auf dem Tanzparkett, sondern im Laden – Der moderne Wagen rollt an © Wanzl

Welche technischen Neuerungen gab es im Bereich Einkaufswagen? Können Sie Vorlieben oder regionale Unterschiede feststellen?

Zum einen ist sicher der Vormarsch der hybriden Form von Kunststoff und Metall und zum anderen sind es die neuen Technologien. Wir sind heute im Rahmen der Produktivitätsunterstützung soweit, dass wir die Einkaufswagen durch RFID Technologie ausgestattet identifizieren können. Dies lässt das Überwachen von Beständen zu und ermöglicht dem Shop ein effizientes Trolley-Management. Auch bieten wir heute für das Smartphone-Zeitalter zusätzliche Möglichkeiten zur Halterung der Geräte als einfachen elektronischen Einkaufszettel. Etwas futuristisch mag im Moment noch die Thematik um integrierte Scann-Module am Einkaufswagen erscheinen. Aber Technologie und Know-How ist vorhanden um auch hierbei einen weiteren innovativen Schub zur Optimierung des Einkaufens beitragen zu können.

Wanzl hat diverse Modelle im Angebot, unter anderem spezielle Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer oder Senioren. Gibt es bald personalisierbare Einkaufswagen (z.B. höhenverstellbar, wechselnde Farben etc.)?

Wanzl treibt die Innovationen als Weltmarktführer voran und verschliesst sich keiner Möglichkeit. Dabei spielen für die «Marktakzeptanz» aber viele Faktoren mit. Wozu ist der Detailhandel bereit? Welchen Zusatznutzen soll und kann mit welchem Feature tatsächlich geboten werden?

Wie schätzen Sie den Einkaufswagen als Marketinginstrument für den Handel ein? Wie wichtig sind die Einkaufswagen auch heute noch und wie könnte man sie noch besser nutzen?

Wie erwähnt wird der Einkaufswagen als sehr selbstverständlich angesehen. Ein Hygienefaktor beim Einkaufen, der einfach funktionieren soll. Wahrgenommen wird der Einkaufswagen bis heute in der Regel nur, wenn er nicht funktioniert, nicht richtig rollt oder defekt und schmutzig ist. Mit den neuen Entwicklungen und bewährt hohem Qualitätsstandard erfüllt der Einkaufswagen von Wanzl seit je her diese Ansprüche zu 100 Prozent und bietet mit dem SALSA nun auch ein Alleinstellungsmerkmal für den jeweiligen Detailhändler. Wanzl – Connect ermöglicht zudem heute schon das Tracken der Einkaufswagen. Sei es im Bestandescontrolling oder auch bei der «Verfolgbarkeit» der Wagen. Für den Markt können so bedeutende Erkenntnisse zeitverzugslos gewonnen werden, z.B. wo und wie lange sich jeder einzelne Wagen aufgehalten, oder welche Wege er genommen hat, ohne datenschutzrechliche Themen anzuschneiden. Für den Konsumenten sind die mechanischen Zusatzfunktionen für ganz individuelle Bedürfnisse ein PLUS beim Einkaufen. AGV’s (automated guided vehicle) oder selbstscannende Einkaufswagen können weitere Stufen der Innovation für Handel und Konsument bedeuten.

Der unscheinbare Einkaufswagen hat diverse digitale Funktionen © Wanzl

Wanzl hat eine riesige Produktpalette und beliefert verschiedene Branchen. Können Sie uns kurz erklären, wie das Unternehmen aufgestellt ist und wie das B2B Geschäft ausgestaltet ist?

Wanzl ist im Detailhandel gross geworden und Weltmarktführer bei den Einkaufswagen. Diesen Geschäftsbereich – unser Retail System – pflegen wir ganz besonders mit unseren langjährigen Partnern weltweit. Wir verstehen uns aber als Gesamtlösungsanbieter. Wonach wir auch die Ladengestaltung mit unserer Shopsolutionsabteilung unterstützen und auch ganze Shops anbieten. Zudem sind die logistischen Prozesse unserer Kunden ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmung. Darin bieten wir mit unseren Produkten aus Standard und durch individuelle Lösungen eine passende Unterstützung zur Optimierung der Logistikprozesse unserer Kunden. Zutrittskontrollen und Warensicherung in Verwaltungs- und/oder Werksgeländen sind ein immer bedeutender Part auf dem Markt und wir stellen auch hierzu aus unserem Geschäftsbereich Accesssolutions massgeschneiderte Lösungen an. Von einfachen Schwenktüren, über elektrisch angetriebene bis biometrisch gesteuerte und ästhetisch anmutende Gates.

Unter den Geschäftsbereichen Hotelservice und Airport bieten wir im Rahmen der Gäste- und Passagierbewirtschaftung weitere spezifische Produkte an. Alle unsere Geschäftsbereiche aber funktionieren übergreifend und wir bieten als Gesamtanbieter unseren Kunden zu allen Fragestellungen aus unseren Portfolio entsprechende Produkte und Lösungen an.

Das Logo von Wanzl © Wanzl

Wie betreibt Wanzl selbst das Marketing? Wie kommen Sie zu Ihren Kunden?

Nebst den gängigen Marketinginstrumenten, die wir im B2B Umfeld anwenden, setzen wir sehr stark auf persönliche Kontakte. Insbesondere bei Projektgeschäften.

Im traditionellen Einkaufswagenmarkt oder Produktverkauf bauen wir auf unsere langjährigen Kundenbeziehungen und pflegen bewusst unser Qualitätsverständnis von Produkt und Dienstleistung. Im ganzen Bereich der Shop Solutions – also alles was der Detailhändler braucht- präsentieren wir uns und unsere Innovationen jeweils an der Euro-Shop in Düsseldorf, an der Wanzl als feste Grösse und Innovator seit Jahrzehnten teilnimmt. In den Geschäftsfeldern Hotel, Access und Logistik setzen wir einerseits auf Messen sowie auch Reportagen in Fachzeitschriften und vereinzelt gezielte Mailings. Letzten Endes aber sehen wir in unserem Markt ein «Face to Face Business», indem Vertrauen und Zuverlässigkeit mit ein grosser Bestandteil in der Entscheidungsfindung sind.

Wanzl ist eine Traditionsfirma mit hohen Qualitätsansprüchen. Wie sehen Sie die Bedrohung durch Konkurrenzprodukte, allenfalls sogar aus dem asiatischen Raum?

Allgegenwärtig! Und je länger je mehr. Das ist der Lauf der Zeit sowie der anhaltenden Globalisierung und Liberalisierung des Marktes. Wir stellen uns dieser Herausforderung mit unserer bislang unübertroffenen Qualität, sowie einem sehr kundennahen, zuverlässigen und kompetenten Kundenservice von der Beratung bis hin zu den Serviceleistungen. Unsere Dienstleistungsbereitschaft, unser Know-How und unsere geographische Nähe wird von unserer Kundschaft sehr geschätzt und durchaus in der Gesamtbetrachtung ihrer Investition berücksichtigt auch wenn, oder erst recht, weil der Kostendruck auch bei ihnen fortlaufend ein Thema ist.

Auf der Wanzl Webseite gibt es nicht nur Informationen zu den Produkten, sondern auch aufwendig erarbeitetes Content Marketing. Wie wichtig sind neben Produktinformationen auch Geschichten und Emotionen?

In einer wohlständigen Konsumgesellschaft mit hohem Individualisierungsdrang ist es von grosser Bedeutung den Anwender nicht nur auf der funktionellen Seite abholen zu können, sondern seinen «Wissensdurst» nach dem «Wie und Woher» stillen zu können. Nicht mit Phrasen und Werbesprüchen, sondern mit echten Geschichten ein Produkt erklären, welches sonst doch recht «unspektakulär» erscheinend an Wert gewinnen kann und den Anwender und Käufer zu einer gesamthaften Betrachtung seiner Beschaffung anregt.

Zum Schluss, wenn Sie für sich einen Einkaufswagen kreieren dürften, wie würde dieser aussehen?

Unser SALSA trifft den Zeitgeist punktgenau. Eine innovative Erscheinung mit Individualisierungsmomenten und technisch ausgereift für die Bedürfnisse der heutigen und auch künftigen Konsumenten.

Der modernste Wagen, der Innovation und Technik vereint © Wanzl

https://www.wanzl.com/de_CH/