Kloten packt aus: Ein Jahrhundertprojekt mit gezielter Kommunikation

Von Fabienne Kühnis

Im Mai wurde mit dem Theater-Jahrhundert-Projekt «Kloten packt aus» eine Welle des Erfolgs ausgelöst. Alle fünf Vorstellungen waren ausverkauft und die rund 1500 Zuschauer bedankten sich jeweils mit Standing Ovation. Welche Kommunikationsmassnahmen trugen zum Erfolg bei? Fabienne Kühnis hat nachgefragt bei Lilian Navia, der Medienverantwortlichen des Projekts.

100 Klotenerinnen und Klotener im Scheinwerferlicht

Was ist das beste Rezept für eine mittelgrosse Gemeinde mit knapp 20’000 Einwohnern und 121 verschiedenen Nationen, um ein «Wir»-Gefühl zu erleben? Entweder man organisiert ein Public Viewing für die WM auf dem Stadtplatz oder man wagt ein neues Theater-Projekt namens «Kloten packt aus». «Es war anfangs schwierig der Bevölkerung zu erklären wie und was dieses Projekt ist.», so Lilian Navia, die Medienverantwortliche von «Kloten packt aus». In einem Dokumentartheater spielten 100 Klotenerinnen und Klotener sich selber und erzählten über sich. Dabei wurden banale Fragen beantwortet wie zum Beispiel; Wer hat schon einmal das Flugzeug verpasst oder träumst du manchmal von einem anderen Leben. Aber auch intime Details wurden bekannt wie: Hast du schon mal betrogen? Aber auch Geschichten von einzelnen Teilnehmern wurden aufgepackt wie etwa einem Ur-Klotener, der als Taxi-Unternehmer eine Geburt im Taxi miterlebte oder von einem Unfall mit einem Toten.

Ausschnitt des Theaters «Kloten packt aus» © KPA, Lea Huser

Zielgruppengerechte Kommunikation

Welche Massnahmen führten zu diesem Erfolg? «Für die ältere Generation und alteingessesnen Klotener zählte nach wie vor das gedruckte Wort. Da wir die Kommunikationskanäle der Stadt Kloten nutzen konnten, war sicher ein grosser Vorteil. Wir konnten zum Beispiel in der Lokalzeitung in der Rubrik «Stadtseite» immer wieder Artikel aufschalten. Aber auch mit dem Klotener Anzeiger selber handelte man einen super Deal aus mit Gratisberichten und Inseraten. Die grosse Masse konnten wir mit Banner an exponierten Stellen und mit dem offiziellen Informations-Versand der Stadt «Kloten informiert» in alle Haushalte erreichen. Doch all diese Printmedien funktionieren bei Jugendliche zum Beispiel nicht. Da ist das persönliche Gespräch und Mund-zu-Mund Propaganda am effektivsten», erklärt Navia. «Für die Passanten am Stadtplatz haben wir Fragen des Theaters aufgehängt, um sie direkt anzusprechen und neugierig zu machen», ergänzt die Medienverantwortliche.

Fragen des Theaters für Passanten am Stadtplatz. © KPA, Lilian Navia

Social Media und Informationsveranstaltungen gut genutzt

Für Lilian Navia war klar, dass ohne Social Media heutzutage nichts mehr funktioniert. «Für die Jungen brauchten wir neben dem direkten Gespräch auch Instagram und den YouTube-Kanal. Mit Facebook hingegen konnten wir die breite Alterspanne bis 60 Jahren erweitern. Dabei halfen uns einflussreiche Personen als Influencer und teilten und «liketen» unsere Beiträge.» Ein anderes gutes Kommunikationsmittel waren die spezifischen Infoveranstaltungen bei verschiedenen Zielgruppen. „Wir stellten unser Projekt beispielsweise bei Aktionen der Jugendarbeit Kloten oder Seniorengruppen vor,» erklärt Navia.

Ziele wurden erreicht

«Obwohl die Auswertungen noch nicht ganz fertig sind, kann gesagt werden, dass höchstwahrscheinlich Kloten packt aus mit einer schwarzen 0 oder mit einem kleinen Ertragsüberschuss abschliesst. Das Budget für Kommunikation und Marketing konnte mit Fr. 10’000 eingehalten werden», so Lilian Navia. «Was aber noch viel schöner ist, das gesetzte innere Ziel, dass sich Leute finden, welche sonst nicht auf einander treffen würden, erreicht wurde. Der interne WhatsApp-Chat läuft immer noch heiss und es werden Grillpartys organisiert oder man trifft sich bei Anlässen». Für die Medienverantwortliche ist es vor allem spannend zu beobachten, dass sich viele SchauspielerInnen nun weiter engagieren in einem Verein oder sonst einer Aktion.

Alle SchauspielerInnen bei der Probe. © KPA, Lilian Navia

https://kloten-packt-aus.ch/

https://www.facebook.com/klotenpacktaus/

https://www.instagram.com/kloten_packt_aus/?hl=de

 

Über die Autorin

Fabienne Kühnis lebt seit ihrer frühen Kindheit in Kloten. Am Tor der Welt packte sie schon früh die Reiselust und lebte daher schon in Kanada, Australien und Norwegen. Um ihre Wurzeln nicht zu vergessen engagiert sich Kühnis in diversen Vereinen und sitzt seit gut vier Jahren im Klotener Stadtparlament. Für sie war es eine Ehrensache bei «Kloten packt aus» mitzumachen.
Die studierte Umweltingenieurin ZFH mit KV-Abschluss arbeitet Teilzeit bei der Zürcher Stiftung für Gefangenen- und Entlassenfürsorge im Marketing und Verkauf sowie als Umweltbotschafterin bei der Interessensgemeinschaft saubere Umwelt. Zudem schliesst sie den CAS Marketing & Corporate Communications der ZHAW demnächst ab.

Die Bedeutung von Musik und Sound im Marketing

Im Marketing läuft sehr vieles über visuelle Elemente. Genauso wichtig ist aber der Sound. Werbespots ohne Ton wären sehr ungewöhnlich. Der Ton begleitet mehr oder weniger prominent diverse Werbemassnahmen und ist ein Faktor, dem mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Wir haben deshalb bei einem Soundprofi nachgefragt. Yves Michel leitet die Soundfabrik und das Tonstudio Zürich und berichtet uns, welche Rolle Töne spielen.

Herr Michel, Sie beschäftigen sich den ganzen Tag professionell mit dem Thema Sound. Was macht Ihre Tätigkeit aus und wie setzen Sie Töne ein?

Das sind diverse Kundenaufträge. Manchmal geht es darum ganze Songs für Künstler zu produzieren, manchmal sind es reine Aufnahmesessions oder Audiobearbeitung. Grundsätzlich versuche ich jeden Künstler, ob Rapper oder Singer/Songwriter besser klingen zu lassen als er es tut. Die besten Takes bzw. Teile davon, beispielsweise während der Gesangsaufnahme schnell zu erkennen und auch zu verwenden, ist wohl eine der wichtigsten Dinge.

Yves Michel lässt die Leute besser klingen © Soundfabrik

Musik ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil. Auch im Marketing sind Audioelemente wichtig. Unter anderem unterlegen Sie auch Filme, Werbespots und Jingles. Wie wählen Sie die Musik aus und wie entscheidend ist für Sie die musikalische Untermalung einer Werbemassnahme?

Musik ist genauso wichtig wie Bilder in der Werbung. Es geht bei der Musik darum, dass der Konsument der Werbung sofort beim Hören eine Verknüpfung zum Brand/Produkt macht. Daher ist eine gewisse Einfachheit und Eingängigkeit der Melodie oft entscheidend. Es ist ähnlich wie bei guten Songs: Die guten Songs sind immer einfache Songs.

Meine Tätigkeit in diesem Bereich bezieht sich meist auf Musik für audiovisuelle Anwendungen. Also z.B. TV Sendungen, welche Musik zum Unterlegen brauchen. Diese lizenzieren sie aus einer Datenbank/Musikpool. Oft produziere ich Musik im Voraus in bestimmten Stimmungen wie „fröhlich“, „kindlich“, „traurig“ usw. Dazu gibt es viele Regeln zu beachten.

Diese Tracks werden dann an Agenturen verkauft. Die Produzenten der oben genannten TV Sendungen bedienen sich dann daraus. Viel unromantischer als man sich das also so verstellt 😉

Eingängige Melodien haben den höchsten Erfolgsfaktor © Soundfabrik

Gibt es Trends in diesem Bereich, also Sounds, die gerade hochaktuell sind?

Gute, eingängige Melodiezüge sind immer aktuell.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Tipps für Unternehmen, die mehr Soundmarketing betreiben wollen?

Marketing bringt allgemein wenig, wenn es nicht zielorientiert eingesetzt wird. Im Bereich Soundmarketing ist das Ziel eine breite Masse zu erreichen, um den Brand bekannt zu halten oder zu machen. Breite Masse bedeutet Airplay-Schaltung im TV und Radio. Der Tipp: legt ein grosses Budget an 😉

Virale Geschichten sind natürlich interessant! Dazu braucht es viel Glück und ein super Script.

Mittlerweile kann ja jeder über YouTube eigene Songs aufnehmen. Sie haben mit dem Tonstudio Zürich eine Profi-Ausstattung. Warum ist ein Tonstudio nötig und wo bewegt man sich preislich?

Der erste Tisch, den man selber als Laie baut wird kaum der Beste sein. Mit der Zeit weiss man genau was man tut und verfügt über das nötige Equipment, optimierte Raumakustik sowie die nicht zu lernende Gabe gute Takes zu erkennen. Preislich möchte ich ein sehr faires Preis/Leistungsverhältnis bieten. Oft sind es Privatkunden für die ich arbeiten darf…

Gutes Equipment macht einen erheblichen Unterschied © Soundfabrik

Wenn Sie frei wählen dürften, für welches Unternehmen würden Sie gerne den Sound gestalten?

Porsche! Ich liebe diese Fahrzeuge, Leute von Porsche: meldet euch bei mir 🙂

Zum Schluss, welches ist Ihr Lieblingslied und warum?

Das sind viele. Meist verbindet man mit Songs Erlebnisse oder Gefühle.

Naima von John Coltraine: Der Standard wurde mal von einem meiner damaligen Lehrer mit seiner Band gejammt. Das hat mir die Tür in den Jazz Bereich geöffnet.

Oder „no Quarter“ von Led Zeppelin: Als Jugendlicher mit paar Kumpels im Tessin…

http://www.soundfabrik.ch

http://www.soundfabrik.ch/tonstudio-zuerich

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Faszinierende Pferde und ihr Marketing

Für viele sind Pferde sehr faszinierende Tiere. Nicht nur bei kleinen Mädchen lassen sie Herzen höher schlagen, sondern auch bei vielen weiteren Fans. Das Auto hat das Pferd als Transportmittel verdrängt. In sportlicher Hinsicht sind die Tiere aber gut vertreten. Es gibt diverse Disziplinen und Wettbewerbe. Neben den bekannten wie Springreiten und Dressur, findet man natürlich auch Rennpferde, Fahrwettbewerbe mit Kutschen und auch Westernturniere. Auch bei Pferden wird die Haltung und das Training immer wieder diskutiert. Ein artgerechter Umgang ist deshalb wichtig. Stephanie Madaus ist täglich von Pferden umgeben. Sie trainiert in Deutschland Pferde und ist Besitzerin eines Ausnahmepferdes, das Vize-Europameister geworden ist. Sie berichtet uns von ihrer Arbeit und warum auch hier das Marketing wichtig ist.

Frau Madaus, viele werden Sie um Ihren Job beneiden. Mit Pferden arbeiten zu können ist für zahlreiche ein Traum. Woher kommt bei Ihnen diese Faszination für Pferde?

Ich habe schon als kleines Kind Pferde über alles geliebt und so lange bei meinen Eltern gequengelt, bis ich endlich in einen Reitstall durfte. Mein grösstes Glück war, dass dieser Stall von zwei der besten Reitlehrer, die ich je kennen lernen durfte, geführt wurde. Es gab kein Brüllen, Schlagen oder Ungerechtigkeiten. Dieser Stall wurde meine zweite Heimat. Zum Teil habe ich dort mehr Zeit verbracht als zu Hause. Was dazu führte, dass ich früh Verantwortung übernommen habe.

Für einige Investoren sind Pferde ein richtiges Business. Gerade der Rennsport steht hier oft in der Kritik, wie auch der Spring- oder Dressursport. Sind die Top-Pferde zu einem Marketinginstrument geworden, um möglichst viel ökonomischen Gewinn zu erzielen? Kommt hier das Pferdewohl zu kurz?

Es ist so wie in jedem Bereich, wenn aus einem Hobby ein Beruf wird, bleibt es nicht aus, dass das Ziel im Erfolg liegt. Um diese Erfolge zu erreichen gibt es natürlich verschiedene Wege. Aus eigener Erfahrung mit einem sehr talentierten Pferd, kann ich nur sagen, dass man auch mal zu Gunsten des Pferdewohles auf grosse Turniere verzichten muss.

In unserem Fall haben wir zum Beispiel auf die Weltmeisterschaften im Folgejahr der Europameisterschaften verzichtet, da es meiner Meinung nach zu viel für Shine My Gun geworden wäre.

Am Ende ist es ja aber immer die Entscheidung vom Besitzer eines Pferdes, wie viel ihm abverlangt wird.

Sie selbst haben mit Shine My Gun ein absolutes Ausnahmepferd im Stall. Grischa Ludwig ist der Reiter und hat viele Erfolge erzielt. Wie kommt man zu so einem Pferd und wie wichtig ist auch hier eine gewisse Vermarktung?

Monty Roberts sagte einmal in einem Interview, dass es eine Chance von eins zu einer Million war, dass ausgerechnet ich zu diesem Pferd gekommen bin. Und es stimmt, es war reiner Zufall. Als ich Shine My Gun als zweijährigen gesehen habe, hatte ich keine Ahnung von Westernpferden. Er hat mir gut gefallen, war nicht so gross und war bei der Arbeit mit Grischa Ludwig immer voll motiviert. Das waren meine Kriterien. Dass er so ein Ausnahmetalent werden wird, konnte man damals noch nicht absehen.

Bei der Vermarktung musste ich mich ganz auf Grischa Ludwig und seinen Stall verlassen, da ich wie schon geschrieben, mich damit nicht auskannte. Wenn wir zusammen nicht so ein ausgezeichnetes Team für Shine My Gun gewesen wären, hätten wir diese Erfolge nicht erzielen können.

Das Ausnahmepferd mit Stephanie Madaus und Monty Roberts © Stephanie Madaus

Neben Ideologie und Goodwill, braucht es am Schluss einen finanziellen Gewinn, damit man überleben kann. Sie selbst trainieren Pferde und geben auch Kurse. Wie nutzen Sie das Marketing? Läuft noch viel über persönliche Empfehlung oder nutzen Sie aktiv auch online Instrumente?

Ich denke beides ist wichtig und das Eine schliesst das Andere nicht aus. Ich nutze bekannte Online-Plattformen für die Vermarktung und erreiche damit Kunden, die nicht aus meiner direkten Umgebung kommen.

Die persönliche Empfehlung ist mir aber genauso wichtig, wenn nicht noch wichtiger. Jeder der mich persönlich empfiehlt, tut dies auf Grund einer positiven Erfahrung mit mir und meinem Trainingsstil.

Daneben sind Kursangebote und Auftritte auf Messen, sowie in meinem Fall Reitsportgeschäften, eine gute Wahl um Kunden zu erreichen. Sie sehen einen Teil meiner Ausbildung und können mich in einem persönlichen Gespräch kennenlernen.

Die Medien spielen eine grosse Rolle. Sendungen wie Der Hundeprofi oder Die Pferdeprofis laufen gut. Würden Sie bei solchen Formaten mitmachen?

Das ist eine schwierige Frage. Da ich selber viele Jahre für das Fernsehen als Cutterin gearbeitet habe und auch ähnliche Formate geschnitten habe, würde ich nicht für jeden Sender oder jedes Format unterschreiben und würde mir immer ein Mitspracherecht geben lassen.

Ich stelle es mir nicht ganz einfach vor, auch die kleinen Trainingsfortschritte zu zeigen, die sehr wichtig sind, ohne dabei den Zuschauer zu langweilen.

Auf Ihrer Homepage steht geschrieben, dass die Pferde die besten Trainer der Welt sind. Tatsächlich gibt es mittlerweile diverse Kursangebote und zahlreiche Methoden. Wie arbeiten Sie und was unterscheidet Sie von den anderen?

Da ich mich als Dienstleisterin fühle, habe ich versucht genau diese Fragestellung aus der Sicht des Kunden zu beantworten. Warum möchte jemand mit mir arbeiten… Ich denke, es ist nicht nur die Methode nach der man arbeitet, sondern auch wie sympathisch man sich ist.

Ich arbeite nach Monty Roberts, der ein hervorragendes System für Pferde entwickelt hat. Das Fundament von allem ist das Vertrauen des Pferdes zu gewinnen, mit dem sogenannten Join-Up®. Danach fängt die eigentliche Arbeit aber erst an, es ist ein faires System in dem die Pferde immer auf den nächsten Schritt/Aufgabe vorbereitet werden. Es wird dem Pferd die freie Wahl gelassen diese Aufgabe zu bewältigen, allerdings arbeiten wir mit positiven direkten Verstärkungen, sowie mit negativen direkten Verstärkungen. Durch diese drei Faktoren ist es für mich immer wieder ein Wunder, wie schnell die Pferde lernen und wie nachhaltig das Erlernte ist.

Da jedes Pferd seinen eigenen Charakter mitbringt und seine eigene Geschichte, sind sie die besten Trainer der Welt, um immer besser zu werden und mit jedem Pferd was ich kennenlerne, dazuzulernen.

Individualisiertes Training, das auf den Charakter abgestimmt ist © Stephanie Madaus

Was können wir generell von den Pferden lernen, gerade auch Manager mit Führungsverantwortung?

Das ist eine schöne Frage! – Denn es ist egal ob ich Pferde oder Menschen führen möchte, es kommt immer auf die Führungsqualitäten an. Das Pferd ist viel puristischer als ein Mensch, kann nicht lügen und zeigt immer den IST-Zustand. Pferde leben in einer Herde, die eine feste Struktur hat, wird diese Struktur verändert kommt eine enorme Unruhe in die Herde. Ähnlich wie in einer Firma.

Viele sprechen davon, dass ihr Pferd ein Dominanzproblem hat, dabei werden die meisten davon nur nicht gut geführt. Ein Pferd das nicht gut geführt wird, wird dazu gezwungen sein, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Ob diese nun gut oder nicht gut für die führende Person ist, ist dem Pferd egal, da es glaubt, um zu überleben, müsse es seine eigenen Entscheidungen treffen. Nicht gut geführt kann unter anderem bedeuten: Inkonsequentes Verhalten, ungerechtes Verhalten, unsicheres Verhalten, ängstliches Verhalten und so vieles mehr.

Aber eigentlich möchte jedes Pferd geführt werden. Die Leitstute hat den schwierigsten und anstrengendsten Job von allen. Es ist viel leichter einer Herde zu folgen, als eine Herde zu führen. Diejenigen von uns, die sich dazu entschlossen haben, eine Führungsposition einzunehmen, machen sich oft darüber keine Gedanken. Wenn nun eine Führungsperson lernt ein Pferd zu führen, kann sie das nur, wenn sie bei sich ist und ehrlich, dann wird sie auch ganz anders Menschen führen können.

Zum Schluss, wenn Sie ein unbeschränktes Marketingbudget zur Verfügung hätten. Was würden Sie zuerst in Angriff nehmen?

Ich denke es hängt ganz von der Situation ab, in der ich mich gerade befinde. Lieber wäre mir ein Budget, um eine Stiftung zu gründen. Ich würde gerne misshandelten Pferden eine Chance geben, wieder zurück zu einem „normalen Leben“ zu finden, um dann ein gutes zu Hause für sie zu suchen. Da das Training und die Unterkunft für Pferde aber viel kostet, sind die meisten nicht bereit, oder können es sich nicht leisten, genau diesen Pferden wieder eine Chance zu geben.

https://www.stephanie-madaus.de/

https://www.facebook.com/Stephanie-Madaus-1566547703575902/

 

Hollywood in Appenzell Ausserrhoden: Die Kantonspolizei dreht spannenden Film

Thriller und Krimis gehören seit Jahrzehnten zum Fernsehalltag und erfreuen sich einer beliebten Fangemeinde. Die Polizei als Freund und Helfer ist aber auch im richtigen Leben gefragt. Geeigneten Nachwuchs für den sehr anspruchsvollen Beruf zu finden, ist nicht immer einfach. Ebenso ist das Image der Gesetzeshüter nicht immer nur positiv besetzt. In Appenzell Ausserrhoden zeigt sich die Kantonspolizei kreativ. Sie hat einen kompletten Film produziert – nein, keine langweilige Dokumentation, sondern einen richtigen Film mit Storyboard. Stabsadjutant und Leiter Mediendienst, Marcel Wehrlin, steht Rede und Antwort.

Herr Wehrlin, Dokumentationen über die Polizeiarbeit gibt es immer wieder. Wie kamen Sie auf die Idee einen solchen kreativen Film zu drehen?

Bei der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden arbeitet ein kreativer Mitarbeiter, welcher sich in seiner Freizeit mit dem Filmemachen beschäftigt. Der Kommandant kam in einem Gespräch mit Oliver Reichlin auf das Thema Film zu sprechen und die Idee für einen neuen Film war entstanden. Für alle Beteiligten war klar, dass es kein ‚08.15‘-Film sein sollte, die verschiedenen Abteilungen der Kantonspolizei und auch der Kanton Appenzell Ausserrhoden sollten dabei zur Geltung kommen. Der herkömmliche, mittlerweile 15-jährige Film der Kantonspolizei orientierte sich am Organigramm unserer Organisation.

Der Grundfrage für die Story welche wir uns gestellt haben war schlussendlich, „was verbinden alle Leute mit dem Appenzellerland?“; den Käse! Dann kam die Kräutersulz, die bekannten Werbespots von Appenzeller, das Eine führte zum Anderen und fertig war die Geschichte um die gestohlene Kräutersulz

Selbst in Unternehmen ist Kreativität oft schwierig umzusetzen. Wie gross war der interne Widerstand und mussten gewisse Vorgaben eingehalten werden?

Es sollte etwas Spezielles werden, die Vielseitigkeit der Aufgaben der Kantonspolizei aufzeigen und mit einem Lowcost-Budget vereinbar sein. Für das Projekt gab es in dem Sinn keinen Widerstand. Im Gegenteil, es meldeten sich viele Kolleginnen und Kollegen für das Mitwirken am Dreh.

Es war eine grosse Herausforderung alle Beteiligten an den sechs Drehtagen zusammenzubringen, zumal die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden ihren Dienst und Auftrag für die Bevölkerung jederzeit sicherstellen musste.

Die Polizeiarbeit in kreativer Form © Kapo AR Screenshot Film „Die Essenz“

Wie gestaltete sich die Umsetzung des Films? Die Laienschauspieler haben ja gewisse Schauspielerfahrung, wie schlugen sich die Polizeibeamten?

Eine Grobidee wurde mit einem externen Drehbuchautor besprochen, welcher daraufhin ein Drehbuch geschrieben hat. Die Laienschauspieler meisterten die Aufgabe toll, ebenso die Polizeibeamten. Die Darsteller erhielten ihre Rollen und natürlich auch ihre Textpassagen. Die Polizistinnen und Polizisten, welche im Film auch als Polizisten im Einsatz standen, haben ihre Aufgaben so vorgenommen, wie sie dies auch im täglichen Polizeidienst machen würden. So ist die Zusammenarbeit unter allen Beteiligten wirklich problemlos verlaufen.

Die Umsetzung war schwierig, da wir auf Grund unseres straffen Dienstplans nur sechs vorbestimmte Drehtage zur Verfügung hatten. An den Drehtagen hatten wir vielmals Wetterpech und es regnete zum Teil in Strömen. Einmal war die Strasse nass, dann wieder trocken. Ohne Möglichkeit für einen Nachdreh, hat uns das schon zwei, drei Mal an unsere Grenzen geführt. Einmal zum Beispiel war Drehbeginn morgens um 04.30 Uhr. Angefangen zu drehen haben wir dann gegen Mittag. Da wird dann die ganze Planung leicht über den Haufen geworfen. Schauspieler müssen warten, alles verzögert sich. Nichtsdestotrotz war die Stimmung am Set stets konzentriert und locker zugleich.

Schwierig war es auch deshalb, weil niemand der Crew jemals vorher an so einem derartigen Filmprojekt beteiligt war.

Mit an Bord ist auch Appenzeller Käse, die Sennen und sogar der Schauspieler Uwe Ochsenknecht. War es für die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden schwierig, die Partner von diesem Projekt zu überzeugen?

Der Kontakt mit Appenzeller Käse war unkompliziert. Die Verantwortlichen waren sehr rasch von diesem Projekt begeistert und haben in verdankenswerter Weise ihre Unterstützung zugesichert. Bei Uwe Ochsenknecht hat das Ganze etwas gedauert. Obwohl er eigentlich sogleich zugesagt hat, haben wir seinen kleinen Handyfilm erst einen Tag vor Drehbeginn erhalten und wir wussten bis dahin nicht, wie wir die Laborszene genau umsetzen.

Appenzeller Käse und die Sennen als Teil des Films © Kapo AR Screenshot Film „Die Essenz“

Marketing und Kommunikation werden auch für öffentliche Ämter und Behörden immer wichtiger. Welche Bedeutung haben diese beiden Disziplinen für die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden?

Die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden möchte sich der Bevölkerung in authentischer Art und Weise zeigen und dabei die vielfältigen Aufgaben einer Kantonspolizei beleuchten. Die Kantonspolizei wendet sich mit diesem Film mit Informationen über die Aufgaben der Polizei an die Bevölkerung und natürlich auch an mögliche Interessenten für den Polizeiberuf.

Die Mittel für die kommunikative Arbeit sind sicherlich limitiert. Welche Instrumente nutzen Sie zur Nachwuchsgewinnung und zur Imagepflege?

Aktuell werden für die Polizeigewinnung verschiedene Medienkanäle wie Radio, Werbekampagnen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Internet und auch Printmedien genutzt.

Nachwuchsförderung für den spannenden Polizeiberuf © Kapo AR Screenshot Film „Die Essenz“

Haben Sie schon Rückmeldungen zum Film und dürfen wir uns auf weitere Filme aus dem Hollywood Appenzell Ausserrhoden freuen?

Wir haben schon eine beachtliche Anzahl an Rückmeldungen erhalten. Diese sind durchwegs positiv.

Ein ähnliches Projekt ist im Moment nicht in Planung, aber auch nicht ausgeschlossen.

www.polizei.ar.ch

Sportvereine – Sportlicher Erfolg als einziges Mittel zur Steigerung der Fanzufriedenheit?

«Also wenn diä eso spielet, isches ja keis Wunder, dass niemer meh gaht gu luege!», ist eine viel gehörte Aussage. Doch kommt es nur auf den sportlichen Erfolg an? Wenn ja, wie kann dann ein Verein wie der FC St. Pauli einen Zuschauerschnitt von 96% verzeichnen, obwohl der Klub in der 2. Liga gegen den Abstieg spielt?

Generell gilt zu sagen: Je grösser die Dienstleistungsqualität ist, desto zufriedener ist der Kunde bzw. der Fan. Dies besagt unter anderem die «Service-Profit Chain», welche den positiven Zusammenhang dieser Faktoren zeigt und als Kreislauf verstanden werden kann. Durch die Verbesserung der Dienstleistungsqualität wird die Kundenzufriedenheit und –loyalität erhöht, was wiederum den Gewinn und Wachstum des Unternehmens vergrössert. Dies beeinflusst die Mitarbeiterzufriedenheit und –loyalität, wodurch die Dienstleistungsqualität steigt. Der FC St. Pauli hat eindrücklich bewiesen, wie wirtschaftlich effektiv eine stringente Marketingstrategie bei sportlicher Unstetigkeit sein kann. Der Verein stieg im Zeitraum von 1995 bis 2004 von der
1. Bundesliga bis in die Regionalliga ab, wobei sich in der gleichen Periode die Merchandising-Umsätze des Vereins nahezu vervierfacht haben.

St. Pauli

Bildquelle: www.zeit.de

Ohne Frage ist der sportliche Erfolg auch ein Teil der Dienstleistung eines Sportvereins an den Fan, denn auch die sportliche Leistung der Mannschaft ist ein Qualitätssiegel. Aber das sportliche Ergebnis ist nicht die einzig relevante Komponente. Viele andere Bereiche zählen zu den Dienstleistungen eines Klubs dazu, nämlich all diejenigen Bereiche, bei welchen die Clubs in direktem Kontakt mit den Fans stehen. Also in den Bereichen Ticketing, Merchandising, Stadion, Vereinsmanagement und Gastronomie. Das Institut für Marketing Management hat in der Raiffeisen Super League die Zufriedenheit der Fans mit ihrem Lieblingsklub anhand der genannten Bereiche untersucht – 20 Minuten hat darüber berichtet .

Das IMM untersuchte bspw. wie zufrieden die Fans mit der Anfahrt zum Stadion, der Qualität der Speisen und Getränken im Stadion oder mit Ihrem Ticketkauf sind, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Auffallend ist, dass nicht alleine der sportliche Erfolg das Ausschlaggebende für die Zufriedenheit der Fans ist. Lediglich der FC Basel und FC Sion schnitten bei der Umfrage exakt gleich ab, wie die Klubs in der Tabelle der Raiffeisen Super League stehen. Einige in der Liga sportlich erfolgreiche Vereine fanden sich im Ranking weiter hinten. Vor allem die Zürcher Vereine schnitten weit hinter ihrer sportlichen Platzierung ab. Der Grasshoppers Club Zürich ist nun allerdings bestrebt, Investitionen zu tätigen, um den Fans eine höhere Qualität in der Dienstleistung zu bieten und so die Kundenzufriedenheit zu steigern. Zusammen mit dem IMM suchen die Verantwortlichen Wege, um das Problem zu lösen und die Fans zufrieden zu stellen. Andere Vereine konnten hingegen mit einem positiven Ergebnis überzeugen, welches den sportlichen Erfolg übertrifft. Der FC St. Gallen und FC Thun legten zwei Plätze zu und liessen den finanziell starken BSC Young Boys, welcher insgesamt einen Platz verlor, hinter sich. Auch der FC Vaduz und FC Aarau, die Vereine mit den kleinsten Budgets der Liga, und der FC Luzern stehen im Ranking zwei Plätze besser da als in der Raiffeisen Super League Tabelle.
Auffallend ist das Verhältnis zwischen Kundenzufriedenheit und Budget. Die Vereine mit den fünf kleinsten Budgets standen im Ranking der Fanzufriedenheit besser da als in der Liga. Zugleich konnten nur zwei der fünf finanziell stärksten Vereine die gleiche Position einnehmen, wobei kein Klub mit grossem Budget Plätze gutmachen konnte.

Im Sportmarketing gibt es viele Möglichkeiten um die Kundenzufriedenheit zu steigern. Im Ausland findet man einige emotionale Massnahmen, welche die Fans begeistern. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist in der National Football League (NFL) zu finden. Die Inszenierung des grossen Saisonfinals ist einzigartig und den Fans wird nebst dem sportlichen Ereignis ein grosses Spektakel geboten. Dies zeigt sich unter anderem bei der Halbzeitshow des Super Bowls inklusive einzigartiger Performance eines internationalen Musikstars. Auch in der NBA spielen Emotionen eine grosse Rolle: Beispielsweise werden Fansmit der aus Hollywood-Filmen berühmten «Kiss Cam» in Szene gesetzt, was immer wieder für tolle Stimmung im Stadion sorgt. Ein anderes, etwas weniger spektakuläres Beispiel findet sich in der Bundesliga beim FC Bayern: Dieser bietet den Fans eine sogenannte «Erlebniswelt» an, in welcher Sie den Klub näher kennen lernen können.

Bei Fragen zum Themengebiet Sport Marketing können Sie sich gerne an Marcel Hüttermann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Programm Manager des CAS Sport Marketing, unter marcel.huettermann@zhaw.ch wenden.