Magie 2.0 dank iPad Zauberer Simon Pierro

Mit Zauberei verbinden viele nostalgische Gefühle. Mittlerweile macht die Digitalisierung aber auch vor dieser Kunst nicht halt. Der Zauberstab wird, zumindest von einem Magier, durch das iPad ersetzt. Simon Pierro ist der iPad Zauberer und verblüfft mit unglaublichen Tricks.

Herr Pierro, Sie sind Zauberer und verbinden in magischer Weise diese alte Kunst mit der digitalen Welt. Mit Ihrer iPad Zauberei haben Sie ein komplett neues Genre erschaffen. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Bereits als Kind war ich technikbegeistert, ich habe mir mit zwölf Jahren meinen ersten digitalen Organizer gewünscht, obwohl ich gar keine Termine hatte. Später studierte ich Wirtschaftsingenieur mit Fachrichtung Informatik. Irgendwann verband ich dann meine Liebe zur Zauberei mit meinem technischen Know-How. Bereits viele Jahre bevor das iPad herauskam, zauberte ich mit Projektionen auf Leinwänden und Fernsehgeräten. Als Apple dann das iPad vorstellte, nutzte ich als erster Magier dessen Apps als eine Art Zauberkasten.

Die Digitalisierung ist Bestandteil unserer Gesellschaft und dennoch faszinieren Ihre Tricks Gross und Klein. Ist es ein schönes Gefühl Menschen noch verblüffen zu können?

Ich denke, gerade weil die Digitalisierung Bestandteil unseres Lebens ist erhält meine Kunstform so viel Aufmerksamkeit. Jede Branche und auch viele Menschen versuchen ihre eigene Antwort auf die Herausforderungen der veränderten Welt zu finden. Umso spannender sind Erfolgsgeschichten, die von Chancen der Veränderung erzählen. Zudem zaubere ich mit einem iPad und nicht mit einer schwarzen mysteriösen Box, in der Spiegel und doppelte Böden Platz hätten. Jeder weiss, was das iPad kann und was es nicht kann – letzteres mache dann ich möglich. Es ist fast so, als hätte jeder Zuschauer die Zauberbox schon vorher ausgiebig untersuchen dürfen.

Zum Beispiel weiss jeder, dass man auch mit der besten App kein Bier aus dem iPad zapfen kann – wenn ich es in der Hand halte, dann klappt das aber!

Generell ist es natürlich so: Ob analog oder digital, das Ziel eines Magiers ist zu verblüffen… Dass mir dies so gut gelingt, das ist tatsächlich ein sehr schönes Gefühl.

Können Sie uns einen kleinen Hinweis geben, wie Ihre Zauberei funktioniert? Ein paar fleissige Helferlein in Form von Programmierern müssen doch mitwirken…

Natürlich! Ich arbeite meist mit sehr kleinen Teams intensiv zusammen. Für meine iPad Magie habe ich seit dem ersten Tag einen hochgradig talentierten Programmierer, der meine Wünsche und Ideen in digitale Zauberformeln transferiert hat. Für spezielle Anwendungen wie zum Beispiel Augmented Reality Illusionen holen wir uns dann gezielt Expertise dazu. Da sind neben Programmierern Grafik-Designer, Requisiteure, Kameraleute und auch andere Zauberer eine Bereicherung.

(c) Simon Pierro

Wie wichtig ist das Marketing im harten Geschäft der Magier und Zauberer?

Während viele Zauberer eher Sorge trugen, dass YouTube der Platz sein wird, an dem Tricks verraten werden, machte ich die Plattform zu meiner digitalen Bühne, meinem virtuellen Las Vegas sozusagen und erreichte auf diesem Wege über 100 Millionen Menschen. Soziale Medien und Videoplattformen sind eine grossartige Möglichkeit, um auf sich aufmerksam zu machen und ein unglaublich schneller, bilateraler Kommunikationskanal. Die unmittelbaren Reaktionen meines Publikums, ob Lob oder Kritik, sind für mich wertvolle Impulse, und nicht selten Initialzündung für meine nächste Illusion.

Welche Marketinginstrumente nutzen Sie?

Wo es Erfolg gibt, da bleiben Nachahmer nicht aus… Also beschäftigen wir uns neben der stetigen Entwicklung von kreativen Guerilla-Marketing-Kampagnen in Form von YouTube Clips (wie z.B. dem Vorführen von Zaubertricks für Schimpansen oder dem Herausklettern von Spinnen aus dem iPad im Aufzug) natürlich auch mit „klassischen“ Marketing-Massnahmen wie Suchmaschinenoptimierung und Adwords-Anzeigen.

Das Marketing-Rad steht im Grunde nie still: meine Fernsehauftritte erzeugen Traffic auf meinen Social-Media-Kanälen, und wenn Sie nun, mit diesem Interview, die Worte „iPad Zauberer“ mit meiner Website verlinken, dann ist schon wieder ein kleiner Schritt getan.

Darüber hinaus werde ich selbst bzw. meine iPad Magie mitunter als „Marketing-Instrument“ genutzt. Speziell in der Live-Kommunikation, bei Kundenevents, soll häufig das Produkt oder die Dienstleistung des Auftraggebers hervorgehoben werden. Dazu produziere ich gerne kurze Videos, die den Kunden die Möglichkeiten individueller Anpassungen veranschaulichen. Hier ein Beispiel von Customizing Optionen

Ihr Bekanntheitsgrad wird stetig grösser, wie schafft man es immer wieder neue Tricks oder Ideen zu kreieren?

Seit Jahren produziere ich kontinuierlich neue Inhalte und erfinde nie dagewesene Kunststücke. Wer mich neu entdeckt, der hat erstmal einige Stunden Videos auf YouTube nachzuholen! Ich habe übrigens keinen festen Veröffentlichungsplan, sondern produziere immer nur dann neue Inhalte, wenn ich etwas zu erzählen bzw. vorzuführen habe. Ich empfinde die Zeit meiner Zuschauer als wertvoll und möchte sie auch nur dann in Anspruch nehmen, wenn ich dahinterstehen kann.

Durch die kontrovers diskutierte Reizüberflutung & Overnewsing-Tendenzen in unserer durchdigitalisierten Welt entstehen für mich ständig neue Impulse von aussen, die ich dann in neue Vorführungen umwandeln kann. So waren zum Beispiel auch kleine Updates beim iPad eine regelmässige Quelle von Ideen: Als das iPad 3 gerüchteweise schwerer sein sollte als der Vorgänger, da entwarf ich eine „Helium App“. Einmal den digitalen Ballon auf dem iPad aufgepustet und das Tablet begann zu schweben.

(c) Simon Pierro

Was können Marketingmenschen von der Zauberei lernen?

Das zu beantworten will ich mir gar nicht anmassen. Mitunter scheint mir Marketing der Zauberei sehr nahe. Das jedenfalls denke ich mir manchmal, wenn ich mich wieder von einer Werbung magisch angezogen werde – für ein Produkt, das ich gar nicht brauche, aber dann unbedingt haben will.

Zauberer verkaufen Träume, Marketingmenschen mitunter ebenfalls. Und wer Träume weckt, will natürlich nicht enttäuschen.

Der legendäre amerikanische Rechtsanwalt und Magier Karl Germain (1878-1959) sagte mal, der Zauberer sei stets ehrlich: „Der Magier verspricht zu täuschen und dies tut er dann auch!“

Wenn Sie im Marketing etwas verzaubern könnten, was wäre das?

Ich würde den Vermarktungszyklus verzaubern und einfach umkehren. Erst kommt die tolle Marketing-Kampagne, der phantastische Slogan und darauf basierend wird das passende Produkt produziert – oder gezaubert.

Mehr Informationen zu Simon Pierro:

http://www.simonpierro.de/

Social Media:

Facebook.com/iOSmagic

YouTube.com/iOSmagic

Twitter.com/SimonPierro

Instagram.com/SimonPierro

Von Sonnendächern zu schwimmenden Autos: Wenn Visionen Wirklichkeit werden

Viele Produkte, die wir heute als selbstverständlich erachten, sind den visionären Ideen ihrer Erfinder entsprungen. Nicht alle Visionen werden automatisch erfolgreich, dennoch ist auch im Marketing eine visionäre Sicht gefragt, um den unternehmerischen Erfolg zu unterstützen und sich von der Masse zu unterscheiden. Die Firma Rinspeed AG durchbricht immer wieder Grenzen und überrascht mit neuen Ansätzen.

Herr Rinderknecht, Sie stehen für visionäre Fahrzeuge wie wohl kaum ein anderer. Waren Sie schon immer von Visionen geprägt und waren für Sie Grenzen eher eine Herausforderung?

Schon als Jugendlicher hat mich der Kreativitätsvirus erreicht. Mir macht es Spass Dinge zu verändern, Grenzen zu verschieben und dem typisch schweizerischen «Ja, das gaht doch nöd» Stirn zu bieten.

Sie begannen mit dem Import von Sonnendächern und stellten Fahrzeuge für Behinderte her. Danach änderten Sie mit der Rinspeed AG Ihre Ausrichtung und begannen revolutionäre Autos zu konzipieren. Warum dieses unternehmerische Risiko und hatten Sie jemals Angst zu scheitern?

Wie besagt das bekannte Sprichwort so schön – «no risk no fun»? Spass beiseite, wenn man Grenzen verschieben und wachsen will, gehört auch Mut zum Scheitern dazu. Angst ist ein wichtiges und ernst zu nehmendes Warninstrument, nur darf diese nicht lähmen.

Das Konzeptfahrzeug sQuba © Rinspeed AG

Wie wichtig war das Marketing, um Ihre visionären Fahrzeuge einem breiteren Publikum zugänglich zu machen?

Marketing und Kommunikation ist und war für die Konzeptfahrzeuge ein äusserst wichtiger Schlüsselfaktor. Ohne diese wäre auch der «Return» nicht befriedigend. Schlussendlich sind die Konzeptfahrzeuge ja auch ein Kommunikationswerkzeug mit welchem wir weit über eine Milliarde Menschen pro Fahrzeug erreichen.

Welche Marketinginstrumente nutzt die Rinspeed AG, gerade in dieser schnelllebigen, digitalen und vernetzten Welt?

Unsere Kommunikation ist vollständig digital aufgebaut. Als einzige kleine Ausnahme gibt es immer noch ein gedrucktes Pressebuch.

Viele Marketingabteilungen sind in relativ starren Strukturen und Prozessen gefangen. Wie bedeutend ist es aus Ihrer Sicht, dass auch das Marketing visionäre Ideen umsetzen kann?

Natürlich kann und soll Marketing visionäre Ideen umsetzen. Zumal heute bereits sehr viel schnelle digitale Kanäle wie Twitter, etc. aktiv und erfolgreich genutzt werden. Aber auch im Marketing braucht anders Sein Mut, aber der fehlt leider oft.

Das Konzeptfahrzeug Dock+Go © Rinspeed AG

Gibt es eine verrückte Idee in Form eines Autos, die Sie gerne realisieren würden?

Das Verb verrücken bedeutet in der deutschen Sprache ja «bewegen». Und solange ich Konzeptfahrzeuge baue, will ich bewegen. Normales oder «Me too» liegt mir nicht.

Welchen Rat würden Sie angehenden Marketingfachleuten geben?

Ich sehe davon ab Ratschläge zu geben. Ich möchte nur Denkanstösse vermitteln. Und zu diesen gehört einer meiner wichtigsten Leitsätze das zu tun, was Spass macht, damit kommt dann automatisch auch Erfolg und somit Geld. Andersrum funktioniert diese Aussage nur sehr beschränkt.

Über Frank M. Rinderknecht

Frank M. Rinderknecht wurde 1955 in Zürich geboren. Nach dem Gymnasium in Zürich, zog es Ihn für zwei Jahre nach Los Angeles. Danach begann er ein Maschinenbaustudium an der ETH. Nebenbei importierte er Sonnendächer aus den USA. Die Rinspeed AG gründete er 1979. Frank M. Rinderknecht hat eine Tochter und interessiert sich für Nautik, Computer und Reisen.

www.rinspeed.eu

Sind Sie auf der richtigen Welle? Über die Anfänge einer Beziehung zwischen dem IMM und Radio24

radio24Kommunikation ist der Austausch von Informationen zwischen Sender und Empfänger. Denken Sie hierbei auch als aller erstes an «Radio»? Und wenn wir schon dabei sind: An welche Radiostation genau? «Das isch Züri! – so cool. Es Stadtradio halt. Authentisch.»

 

Die Studierenden des Bachelor Lehrgangs für Betriebsökonomie an der ZHAW School of Managememt and Law sind begeistert als Barbara Novak (Marketingleiterin bei Radio 24), ihre neue Marketing-Kampagne vor dem interessierten studentischen Plenum präsentiert. Und Frau Novak macht es gut: Sie schafft Erlebnisse und gute Stimmung im Saal – und sie weckt auch das Interesse der jungen Studierenden und anwesenden Gäste. Wie macht ein Radiosender Werbung? Wie funktioniert das Geschäftsmodell? Wie misst man Hörerzahlen?

Im Rahmen der Vorlesung Branchenspezifisches Marketing integriert Dr. Andreas Lucco, Leiter der Fachstelle Integrated Communication und Digitales Marketing, aktiv Praxisunternehmen in seinen Unterricht und lässt sie in einer kurzen Sequenz ihren Marketingmix präsentieren. Wie kommuniziert eine Versicherung oder eine Online Jobbörse mit ihren Kunden, wie tut dies ein Detailhändler? Oder ein Übersetzungsbüro?

Die Wellenlänge muss stimmen – wussten sie übrigens, dass Radiowellen elektromagnetische Wellen sind und dass sie zwischen 10 Zentimeter und 100 Kilometer lang sein können? Zwischen der ZHAW und Radio24 hat es jedenfalls gefunkt und nach dem erfolgreichen Auftakt im Rahmen des Vortrages über Radio24 von Frau Novak in der Vorlesung, arbeitet die Fachstelle für Integrated Communication derzeit gemeinsam mit dem Radio Bachelor- und Masterarbeitsthemen aus, die auf das Herbstsemester hin an ambitionierte Studierende vergeben werden.

Die Zusammenarbeit mit Praxispartnern ist ein natürliches Grundprinzip am Institut für Marketing Management (IMM) der ZHAW School of Management and Law und wird aktiv gelebt. Insbesondere in der Lehre und Weiterbildung sind Kooperationen und ein reger Austausch mit Unternehmen aus der Region Zürich wesentliche und bereichernde Elemente des Unterrichts. Für Studierende bietet sich die Möglichkeit, Berührungspunkte zu potenziellen Praxispartnern aufzubauen und Einblicke in den Alltag von Marketingtreibenden zu gewinnen. Unternehmen profitieren ebenso aus der Kooperation mit Studierenden. Thematisch ausgerichtete Bachelor- und Masterarbeiten vertiefen häufig relevante Fragestellungen aus der Praxis und führen manchmal auch dazu, dass Praxispartner studentische Beratungsprojekte in Auftrag geben oder zum Schluss gar Studenten ein Jobangebot unterbreiten. «Ja, das isch Züri!»