Foodblogging – Wenn Leidenschaft zum Beruf wird

Von Pierangela Bartolone

Mit über 87‘000 Abonnenten auf YouTube und 65‘000 Followern auf Instagram zählt „Mrs Flury“ zu einer der beliebtesten Foodbloggerinnen der Schweiz. Die gelernte Ernährungswissenschaftlerin Doris Flury zeigt mit ihren sympathischen Kochvideos und kreativen Posts, wie man Gesundes und Simples verbindet und aus einem Hobby ein Beruf werden kann.

Du bist gelernte Ernährungswissenschaftlerin – Wie bist du zum Foodblogging gekommen? Was war deine Motivation?

Das Bloggen hat als reines Hobby begonnen. Ich wurde oft von Freunden und Familie nach meinen Rezepten gefragt und habe dann irgendwann begonnen, diese nachzukochen und für YouTube-Videos zu filmen. Das Ganze ist aus reiner Freude entstanden. Ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht, dass es ein Beruf werden könnte.

Auf welche Schwierigkeiten bist du anfänglich gestossen?

Eigentlich auf keine. Es war jedoch sehr zeitaufwendig, die Rezepte sowohl auf meinem Blog als auch auf meinem YouTube-Kanal und den unterschiedlichen Social-Media-Kanälen zu publizieren.

Foodstyling – ästhetische Bilder unterstreichen die Rezepte auf dem Blog © Mrs Flury

Du betreibst den Blog, einen Online-Shop und bist auch mit deinen Foodkreationen auf Instagram und YouTube vertreten. Mit welchem Kanal hast du gestartet und wie hat sich seitdem die Bedeutung der Einzelnen entwickelt?

Begonnen habe ich mit dem YouTube-Kanal. Dieser generiert bis heute noch die meisten Aufrufe auf meinem Blog. Instagram ist auch ein zusätzliches Tool, um die Blogposts zu teilen. Momentan boomt Instagram natürlich, viele sind auch nur dort vertreten.

Während aber auf Instagram nach einer gewissen Zeit die Posts wieder verschwinden, fungiert mein YouTube-Kanal auch als Datenbank, in der man immer wieder nach meinen Rezepten suchen kann. Insgesamt sind jedoch nach wie vor alle Social-Media-Kanäle wichtig, wie etwa auch Pinterest, Facebook und TikTok.

Von der Idee bis zum fertigen Post – Wieviel Aufwand steckt dahinter? Arbeitest du im Team oder allein?

Es steckt sehr viel Arbeit dahinter, eigentlich ein 100% Job, den man aber flexibel und rund um die Uhr ausführen kann. Wie viel Zeit ich genau investiere, hängt natürlich auch von der Aufgabe ab. Ich mache fast alles allein, ausser beim Erstellen und Schneiden der YouTube-Videos, da unterstützt mich mein Mann.

Doris Flury und eine ihrer Kreationen © Mrs Flury

Mittlerweile boomen auch in der Schweiz Foodblogs und Instagram-Kanäle rund um das Thema „gesunde Ernährung“. Was hebt Mrs Flury von den anderen ab?

Die hohe Glaubwürdigkeit als Ernährungswissenschaftlerin, die seit nun mehr als 6 Jahre exklusiv zum Thema gesunde Ernährung bloggt und damit auf allen wichtigen Social-Media-Kanälen aktiv ist. Ich ernähre ich mich und meine Familie ausserdem genauso, wie ich es auf Social-Media präsentiere.

Du kooperierst mit grossen Brands wie etwa Migros oder Kenwood. Kannst du kurz schildern, wie solche Kooperationen zustande kommen?

Ich werde von Firmen oder Agenturen angefragt, welche durch YouTube oder Instagram auf mich aufmerksam werden. Wenn eine Marke dann zu mir passt und ich diese auch glaubwürdig vertreten kann, wie zum Beispiel ein Küchengerät, dann gehe ich gerne diese Kooperation ein und es wird dann gemeinsam festgelegt, wie diese aussehen soll. Bei den meisten Kooperationen bin ich sehr frei in der Gestaltung, manche Firmen haben aber auch gewisse Vorgaben und möchten zum Beispiel die Posts im Voraus sehen. Natürlich gibt es auch Anfragen, die nicht zu mir passen und welche ich dann absagen muss.

Wie sieht die Zukunft für Mrs Flury aus?

Es wird noch lange innovative, gesunde und einfache Mrs Flury-Rezepte geben, die nach dem Zeitgeist entwickelt werden.

Mehr über Mrs Flury unter:

https://www.mrsflury.com/

www.youtube.com/mrsflury1

http://instagram.com/mrsflury/

https://www.facebook.com/mrsflury1

https://www.pinterest.com/mrsflury/

Über die Autorin

Pierangela Bartolone ist als Project Manager Translations tätig. Nach dem Bachelorstudium in Angewandte Sprachen an der ZHAW, absolviert sie zurzeit den CAS Marketing- & Corporate Communications, um ihre Kenntnisse in diesen Bereichen zu vertiefen. In ihrer Freizeit probiert sie gerne Neues in der Küche aus. Dabei lässt sie sich von Foodblogs inspirieren.

Corporate Blogging: Die Formel zum Erfolg

Von Angela Biafora

Der Corporate Blog ist aus dem Content Marketing nicht mehr wegzudenken: Aus der Reise- und Freizeitbranche hat Corporate Blogging sich auch in Unternehmen etabliert, die in erster Linie nicht mit Blogs in Verbindung gesetzt werden. Ein solches Unternehmen ist die Metrohm AG, das primär die Entwicklung und Produktion von Hochpräzisionsinstrumenten für die chemische Analytik im Fokus hat. Alyson Lanciki, Scientific Editor bei der Metrohm AG, erzählt über die Wichtigkeit des Bloggens im Unternehmen und verrät ihre Formel für den Erfolg eines Corporate Blogs.

Der Metrohm-Blog – Aufmerksamkeit und Image

Nach dem Erfolg des Jubiläumsblogs im Jahr 2018 zur Feier des 75-jährigen Bestehens des Unternehmens wurde im Januar 2020 der Unternehmensblog «Analyze This» eingeführt. Wöchentlich erscheinen neue Beiträge, die abwechselnd Themen aus den verschiedenen Fachbereichen wie Titration, Spektroskopie oder Ionenchromatografie sowie Tipps und Tricks für Chemiker behandeln.

Blogbeitrag aus dem Metrohm-Blog «Analyze This» (Bild: Metrohm AG)

Im Gegensatz zu Werbemedien wie Prospekte oder Broschüren, sprechen diese kurzen Blogbeiträge konkrete Probleme der Zielgruppe bezüglich Analysemethoden an und zeigen umsetzbare Lösungen auf. Dem Leser wird ein Mehrwert geboten, den er gewillt ist mit seinem Umfeld zu teilen. Somit ist die Reichweite eines Blogbeitrags nicht zu unterschätzen. Letztlich ist das Ziel des Blogs den Leser auf das Unternehmen aufmerksam zu machen. Hierbei dient der Unternehmensblog einerseits dazu die Expertise andererseits mittels humorvolleren Passagen auch die Menschlichkeit der Metrohm AG aufzuzeigen.

Tipps und Tricks einer Unternehmensbloggerin

Informationen liegen bei der Metrohm AG en masse vor. Die Herausforderung liegt darin den Inhalt kurz und prägnant zu halten und gleichzeitig Interesse zu wecken. Wie wird dies umgesetzt?

Alyson Lanciki – Scientific Editor und Unternehmensbloggerin bei der Metrohm AG in Herisau (Bild: Alyson Lanciki)
  • Das Innere: Nichts Schlimmeres als die leere Seite am Anfang. Was könnte die Zielgruppe interessieren? Gespräche mit Produktmanagern, Sales Managern und weiteren Mitarbeitern «an der Front» helfen weiter. Die Ausrichtung des Inhalts an die Zielgruppe ist das A und O.
  • Das Äussere: Ein Blogbeitrag muss ansprechend gestaltet werden – Bilder und Corporate Design sind die ersten Schritte in die richtige Richtung.
  • Das Recyceln: Das Verfassen von White Papers oder Application Notes ist mit grossem Aufwand verbunden, doch verschwinden die Inhalte schnell im Internet. Diese Inhalte können in kurzer Zeit umgeschrieben und als Blogbeitrag wieder zum Leben erweckt werden.
  • Das Zusammenspiel: Der Blog ist nicht auf sich allein gestellt. Die Metrohm AG schaltet eine Woche nach Publikation eines Beitrags den Link in den Sozialen Medien (z. B. Facebook) auf und veröffentlicht auf LinkedIn den Blogbeitrag etwas umformuliert als Artikel – im eigenen Profil aber auch in anderen Gruppen. Der Einsatz verschiedener Sozialer Medien führt zu einem deutlichen Anstieg der Besucherzahl.
  • Die Analyse: Mit Google Analytics lassen sich Zahlen und Fakten berechnen, mit denen die Inhalte optimiert werden können.

Die Alyson-Formel für den erfolgreichen Blog

Was braucht nun ein Unternehmen, um einen erfolgreichen Unternehmensblog zu führen?

Die Alyson-Formel (eigene Darstellung)
  • Neugierde: Das Unternehmen kann nichts Interessantes schreiben, wenn es selbst nicht neugierig ist.
  • Zeit: Von der Themenfindung zur Inhaltserstellung bis hin zur Verbesserung des Layouts – das alles beansprucht viel Zeit. Diese muss den Mitwirkenden zugestanden werden.
  • Struktur: «We need to play psychologist!», meint Alyson mehrmals. Es gilt herauszufinden, was potenzielle Leser interessieren könnte und dies dann in eine passende Struktur zu bringen. Ein Call-to-Action darf nicht fehlen: Verweise z.B. auf eine Landing Page oder ein White Paper sind zwingend.

Mit dieser Formel steht dem Erfolg des Unternehmensblogs nichts mehr im Weg!

Über die Autorin

Angela Biafora ist Übersetzerin und Übersetzungsmanagerin bei der Metrohm AG in Herisau. Nach ihrem Studium in Angewandte Sprachen am Departement Linguistik der ZHAW und den erworbenen Kenntnissen und Kompetenzen im Übersetzen technischer Texte, möchte sie ihr Wissen im Bereich Marketing auffrischen und stärken. Sie absolviert derzeit den CAS Marketing- & Corporate Communications an der ZHAW.

Rezept für erfolgreiches Corporate Blogging

Von Carina Sjöberg

Warum sollte ein Unternehmen einen Corporate Blog betreiben? Was macht einen guten Blogbeitrag aus? Hier gibt es Antworten auf diese Fragen und zusätzlich noch weitere Tipps und weiterführende Links für ein erfolgreiches Corporate Blogging.

Warum sind Corporate Blogs für ein Unternehmen wichtig?

Corporate Blogs gewinnen kontinuierlich an Bedeutung und bieten einem Unternehmen einzigartige Möglichkeiten. Einerseits kann es die Reichweite und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen steigern, anderseits kann es die Reputation und das Image stärken. Blog-Marketing sollte daher zur Content-Strategie eines erfolgreichen Unternehmens gehören. Es ist eine direkter Kommunikationskanal zwischen ihm und Kunden, Partner, Mitarbeitenden sowie weiteren Zielgruppen.

Corporate Blogs sind ein direkter Kommunikationskanal für Unternehmen © Pixabay

Was muss im Vorfeld beachtet werden?

Ein veralteter Blog trägt bestimmt nicht zu einem guten Image bei. Er funktioniert nur, wenn er auch gepflegt wird. Wenn sich ein Unternehmen für diesen Kommunikationskanal entscheidet, sollte Zeit und Personal dafür eingerechnet werden. Er soll strategisch in die Unternehmenskommunikation eingebunden werden und folgende Fragen beantworten: welche Zielgruppe(n) soll(en) erreicht werden? Welche Inhalte braucht es, um sie anzusprechen? In welcher Sprache? Was ist die Botschaft? Wer setzt es im Unternehmen operativ um? Wie kann der Erfolg gemessen werden?

Welche Inhalte ergeben Sinn?

Es soll über Themen geschrieben werden, die für die Zielgruppe relevant sind. Es empfiehlt sich beispielsweise ein Brainstorming im Team zu organisieren, um interessante Themen für den Blog zu definieren. Die Liste 31 Artikel-Ideen für Firmenblogs kann als Anhaltspunkt verwendet werden. Unter anderem kann der Inhalt genutzt werden, um eine Anekdote zu erzählen, eine Umfrage zu machen, Neuheiten oder spezielle Angebote zu präsentieren oder auf eine Veranstaltung oder ein Jubiläum hinzuweisen.

Es gilt relevante Themen für die Zielgruppe zu finden © Pixabay

Was macht einen guten Blogbeitrag aus?

Einerseits soll es der Zielgruppe einen Mehrwert bieten, anderseits für das Unternehmen von Relevanz sein. Hochwertige und informative Beiträge sollten auf dieser Plattform zur Verfügung gestellt werden. Daher eignet sich das bewährte 80/20 Prinzip: 80% Mehrwert für Leser und 20% eigene Firma/Marke/Produkte/Services vermarkten. Des Weiteren bieten weiterführende Links zu Artikeln noch einen zusätzlichen Mehrwert für die Leser.

Es gibt aber noch weitere Punkte zu beachten:

Eine gute Struktur ist das Fundament

Diese besteht aus einer Einleitung, einem Hauptteil, einem Schlussteil sowie einem Ausklang oder einem Fazit. Die Einleitung bereitet den Leser darauf vor, was vom Artikel erwartet werden kann. Der Hauptteil behandelt das Thema und geht dabei in die Tiefe. Der Schlussteil soll zusammenfassend nochmals die Einleitung und den Hauptteil wiedergeben. Der Ausklang oder das Fazit kann eine Meinung oder ein Statement beinhalten. Für einen guten Überblick des Artikels sind Zwischenüberschriften empfehlenswert.

Ein knackiger Titel

Die Überschrift eines Blogbeitrags ist das erste, das gesehen wird. Daher soll sie die Aufmerksamkeit wecken und zum Lesen animieren. Eine Inspiration, um eine gute Headline zu entwickeln enthält die Liste von 100 guten Überschriften, die der Werbetexter Victor O. Schwab in „How to Write a Good Advertisement“ gesammelt hat .

Mindestens 300 Wörter und Qualität

Die Länge des Textes ist ein wichtiges Kriterium, das nicht vernachlässigt werden sollte. Eine Regel lautet, dass ein Artikel mindestens 300 Wörter haben muss, um von Google gelistet zu werden. Um als relevant deklariert zu werden, braucht es laut Statistiken mindestens 1’000 Wörter. Ein Augenmerk sollte auch auf die Rechtschreibung und das Layout gelegt werden. Weiterführende Quellen sollten verlinkt werden, so dass der Leser weitere Informationen gewinnen kann. Zudem kommen interne Verlinkungen bei Google gut an und helfen für eine gute SEO-Optimierung.

Es kann wie folgt zusammengefasst werden: professionelle Planung, kreatives Brainstorming, Content mit Mehrwert, übersichtliche Struktur, eine gute Headline und eine Prise Kreativität sind die Zutaten für ein erfolgreiches Corporate Blogging.

Weiterführende Informationen und Tipps zu Corporate Blogging sind unter folgenden Links zu finden:

Tipps für erfolgreiche Corporate Blogs
Corporate Blog: Warum (fast) jedes Unternehmen einen braucht
Themenplanung im Content Marketing
Top 30: Die erfolgreichsten Corporate-Blogs im deutschsprachigen Raum
Literatur zum Thema Corporate Blogs
Corporate Blogging: 7 Best Practices
10 Tips for Corporate Blogging 
Top 100 Corporate Blogs and Websites To Follow in 2019/
Top 24 Business Blogs to Follow in 2019
10 Best Business Blogs You Should Read In 2019

Über die Autorin

Carina Sjöberg absolviert an der ZHAW den CAS Marketing- & Corporate Communications. Sie arbeitet zurzeit für das Kinderhilfswerk Terre des hommes und wird ab November 2019 eine neue Herausforderung in einer Agentur im Bereich Live Communication angehen.