Radon – die unterschätzte Gesundheitsgefahr

Von Andrea Zimmermann

Es ist unsichtbar, geschmacklos und riecht nicht. Nichtsdestotrotz sterben pro Jahr circa 300 Menschen in der Schweiz an den Ursachen des radioaktiven Edelgases Radon. Das sind fast 100 Tote mehr, als im Strassenverkehr tödlich Verunfallte. Und dennoch ist Radon der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt.

Was genau ist Radon?

Radon (Rn-222) ist ein natürlicherweise in der Umwelt vorkommendes radioaktives Edelgas. Es entsteht durch den Zerfall von Uran, welches überall auf der Welt im Untergrund vorkommt. Beim Zerfall von Uran entsteht unter anderem Radium und daraus Radon. Diese Radonatome sind instabil und können weiter zerfallen, wodurch Radonfolgeprodukte wie Polonium, Bismut und Blei entstehen. Durch die Freisetzung in der Luft können sich die radioaktiven Radonfolgeprodukte an kleinste Schwebteilchen und Staubpartikel binden und beim Einatmen in unsere Lunge gelangen. 

Uranzerfallsreihe (© BAG 2019)

Krank durch Radon?

Gleich nach dem Rauchen, ist Radon die wichtigste Ursache für Lungenkrebs. Wird es über längere Zeit in hohen Konzentrationen eingeatmet, gefährdet es die Gesundheit. Dieser Fakt ist den meisten Menschen nicht bewusst. Da Radon überall in unserer Umwelt vorkommt, sich in der Aussenluft jedoch verflüchtigt, besteht dort wenig Gefahr. Anders ist es in geschlossenen Innenräumen, sprich in unseren Wohnungen und Häusern. Gerade in solchen geschlossenen und schlecht gelüfteten und belüfteten Räumen kann Radon durch undichte Stellen im Fundament eines Gebäudes oder Risse in den Wänden sowie Rohrleitungen ins Innere gelangen und sich in der Raumluft anreichern. Laut einer Studie des Schweizerischen Verein für Luft- und Wasserhygiene (SVLW) verbringen wir bis zu 90 % unsere Zeit in geschlossenen Räumen und sind somit einer erhöhten Gefahr ausgesetzt.

Durch das Einatmen der radioaktiven Zerfallsprodukte von Radon setzten sich diese in der Lunge fest und die Lungen werden einer erhöhten Strahlung ausgesetzt – mit einer direkten Auswirkung auf die Zellen des menschlichen Körpers und unserer DNA. Mit steigender Radonkonzentration nimmt das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken zu, egal ob Raucher oder Nichtraucher. Jedoch verstärken sich Rauchen und Radon wechselseitig und auch für lebenslange Nichtraucher ist Radon der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs.

Ablagerung von radioaktiven Zerfallsprodukten von Radon in der Lunge (© Bundesamt für Strahlenschutz 2019)

Eine grosse Risikogruppe sind insbesondere die Kinder. Mit der Revision der Strahlenschutzverordnung hat der Bundesrat die Massnahmen gegen Radon verschärf, indem er die zulässige Konzentration in Wohn- und Aufenthaltsräumen deutlich gesenkt hat. In allen Kantonen sind daher regional gestaffelt in allen öffentlichen und privaten Schulen, Kindergärten und weiteren Kinderbetreuungseinrichtungen Radonmessungen durchzuführen. Die Messungen werden durch das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) koordiniert und von anerkannten Messstellen durchgeführt.

Kommunikation als wichtigstes Hilfsmittel in der Präventionskampagne

Da das Radon und die damit verbundenen Gefahren in der Öffentlichkeit vielen nicht bekannt sind, wird die Kommunikation zu einem wichtigen Faktor in der Prävention. Mit verschiedenen Massnahmen gilt es nun die Bevölkerung zu informieren. Als ein Beispiel dient die Ecosens AG. Sie ist eine neutrale und unabhängige Fachfirma für Beratungen im Zusammenhang mit Raumluftqualität sowie weiteren umweltbezogenen Themen. Sie hat sich bereits letztes Jahr diesem Thema angenommen und eine zweisprachige Informationskampagne dazu gestartet. Der Kommunikationsmix beinhaltete einen speziellen Flyer und einen Infobrief mit den wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Radon. Beliefert wurden die gesamten Wohngemeinden der Ost- und Westschweiz, um nochmals auf die wichtigsten Punkte und Umsetzungen hinzuweisen. Auch dieses Jahr wurde eine erneute Informationskampagne ausgelöst, um die Menschen weiter zu sensibilisieren. Die Kommunikation hat aber auch schon einige Institutionen erreicht, die sich von Radonfachpersonen beraten liessen. Weitere kommunikative Massnahmen sind geplant und werden nach und nach umgesetzt.

Radon im Gebäude? Flyer mit Erläuterungen zu Radonmessungen (© Ecosens AG 2019)

Wie kann ich mich schützen?

Damit das Radon in der Innenraumluft nicht zur Gefahr wird, helfen oft bereits einfache Schutzmassnahmen, um die Konzentration von Radon in einem Gebäude und somit auch das Erkrankungsrisiko deutlich zu senken:

  • Regelässiges korrektes Lüften der Räumlichkeiten
  • Undichte Eintrittsstellen im Keller und Untergeschoss abdichten lassen
  • Beizug einer Radonfachpersonen für Messungen und Abklärungen
  • Schutzmassnahmen zur Verhinderung des Radoneintritts bei Neubauten in die Planung miteinbeziehen

Die gute Nachricht ist: Radon ist zwar gefährlich, wir können uns aber mit relativ simplen Mitteln davor schützen. Mit einer Messung kann die Radonkonzentration in der Raumluft bestimmt, und es können Sanierungs- oder Sicherheitsmassnahmen abgeleitet werden. Mit der Radonkarte der Schweiz des Bundesamtes für Gesundheit BAG kann man sich auch als Laie über das Radonrisiko in seiner Wohnumgebung informieren. Für eine gesunde Raumluft.

Weiterführende Links:

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/umwelt-und-gesundheit/strahlung-radioaktivitaet-schall/radon/radongebiete-ch.html

https://ecosens.ch/de/detail/radonmessungen-und-radonsicheres-bauen.html

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/umwelt-und-gesundheit/strahlung-radioaktivitaet-schall/radon.html

Über die Autorin

Andrea Zimmermann arbeitet bei der Ecosens AG in Wallisellen, einem Umweltberatungsunternehmen, und ist im Marketing und der Kommunikation tätig. Nach dem Bachelor für mehrsprachige Kommunikation absolviert sie derzeit den CAS Marketing- und Corporate Communications an der ZHAW School of Management and Law in Winterthur.

Mut zur humorvollen Kommunikation

Von Selina Beyeler

Wenn wir lachen, löst das ein Glücksgefühl in uns aus. Es macht uns zufrieden, was sich wiederum positiv auf unsere Produktivität auswirkt. Und dass Lachen gut für die Gesundheit ist, wissen wir alle auch nicht erst seit der legendären Ansprache von Bundesrat Johann Schneider-Ammann zum Tag der Kranken. Das Plädoyer lautet also: mehr Humor in der Kommunikation.

Bei Humor in der Unternehmenskommunikation hört der Spass oft auf. Zu gross ist die Angst der Chefetage, sie könnten von den Angestellten, der Kundschaft oder weiteren Stakeholdern nicht mehr ernst genommen werden. Natürlich ist das auch der Fall, «wenn der Chef oder die Chefin einfach den ganzen Tag mit der roten Clown-Nase im Gesicht rumläuft», sagt Marco Thomann, Humor-Experte. Wenn die Führungskraft den Humor jedoch ganz natürlich einbringt und sich getraut, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, gehen ihr weder der Respekt noch die Glaubwürdigkeit gegenüber ihren Stakeholdern verloren, im Gegenteil: Sie kann sie stattdessen für sich gewinnen.

«Ich will den Leuten ein gutes Gefühl geben»

Marco Thomann ist Radio-Journalist, Medien-Coach und schreibt Gags für verschiedene Comedians, darunter auch für das Cabaret-Duo Divertimento. Für diesen Beitrag hat er diverse Fragen beantwortet und kommt hier als Experte zu Wort. Thomann hat die Grundhaltung, dass er das Leben nicht allzu ernst nimmt. Beim Moderieren lässt er dieses Lebensmotto gern einfliessen, erzählt von lustigen Alltagssituationen und hat dabei nur ein Ziel: «Was ich erreichen will, ist, den Leuten mindestens ein Schmunzeln abzugewinnen und ihnen am Ende des Beitrags ein gutes Gefühl zu geben.» Es sei wichtig, dass der Humor in keinem Fall aufgesetzt sei – ob bei ihm in einer Moderation oder auch bei einer Führungskraft. «Man kann nicht meinen, in einem «Bünzli-Betrieb» plötzlich Comedy machen zu müssen, nur weil das grad momentan hip ist und gut ankommt. Es muss in der Natur des Unternehmens oder der Führungsperson sein. Alles, was aufgesetzt ist, kommt nicht gut an. Humor muss ehrlich und echt sein.»

Humor ist wichtig in der Unternehmenskommunikation (Bild: Pixabay)

Infotainment – auch in der Krise

Die School of Management and Law der ZHAW hat sich die humorvolle Kommunikation in ihrem Imagefilm zu eigen gemacht. Das war aber auch nur deshalb möglich, weil der Rektor der Schule dazu bereit war, Humor einfliessen zu lassen. Marco Thomann befindet das Video als grossartig – es sei genau so, wie es eben sein müsse: Man nimmt sich selbst nicht so ernst und gestaltet etwas Langweiliges (das Aufzählen, was die Schule alles bietet) unterhaltsam mit etwas Humor. «Das Einzige, was mich stört, ist, dass die Aludose in den normalen Abfall geworfen wird.» Gerade in der aktuellen Zeit, in der das Coronavirus grassiert, zeigt sich, dass man ernsthafte Kommunikation – ja sogar Krisenkommunikation – mit Humor anreichern kann. So betreiben zum Beispiel das Newsportal Watson sowie Radio Energy auf Instagram sehr gutes Infotainment. Sprich Content, der sowohl informiert als auch unterhaltet. Ein sehr gutes Beispiel in Sachen Infotainment ist ein Video von zwei Comedians, von denen der eine neben Comedian auch Radio-Moderator und der andere Arzt ist:

https://www.youtube.com/watch?v=WwfvX3w0W1s&fbclid=IwAR3xLoSTdHgySEjJlnM_r1QHh6VCnk1a0Ii4F8fC0KenXMgnEUQapvG1ego
Das BAG teilt das Video von Stefan Büsser und applaudiert ihm dafür (Screenshot Twitter Account BAG).

Obwohl die Situation alles andere als lustig ist, schaffen es die beiden Comedians, das Thema unterhaltsam und informativ zugleich ans Publikum weiterzugeben, da sie es mit Witz und Humor untermalen. Wir können uns danach an das Video und gewisse Inhalte darin erinnern – bestimmt nicht nur an die lustigen. Dass ein solches Video sehr viel Feingefühl, Überlegungen zur Wortwahl und worüber man genau einen Witz und Vergleiche machen will, voraussetzt, ist unumstritten. Und natürlich gibt es auch hier Leute, die das überhaupt nicht lustig finden und für total unangebracht halten. Wer jedoch denkt, dass in der Krise Humor nicht angebracht ist, ist definitiv auf dem falschen Pfad.

Mutig den Grat bewandern

Humorvolle Kommunikation oder Humor generell ist immer eine Gratwanderung. Denn Humor ist eine Geschmackssache und es gibt sehr viele Unterschiede: von trockenem über schwarzem bis zu einfachem Humor und der dazu gegensätzlichen Ironie. Man kann es bekanntlich nie allen recht machen. Doch, um hier nochmals den Grundsatz von Marco Thomann zu nennen: Wenn die Zielgruppe nur schon schmunzelt, hat sich der Beitrag bereits gelohnt. Zu beachten dabei ist, dass die humorvolle Kommunikation zu den Personen, die kommunizieren, passen muss. Humor sei zwar lernbar, da es ein Handwerk ist, sagt Thomann. Doch bei Humor stehe Natürlichkeit und Ehrlichkeit pur an erster Stelle und wenn das nicht der Fall ist, sprich nur aufgesetzt ist, dann kippt das Ganze ins Lächerliche und kommt dementsprechend nicht oder falsch an. Warum also nicht dem Chef oder der Chefin, der oder die nun einmal von sich aus nicht sehr humorvoll ist, eine Moderatorin oder einen Moderator zur Seite stellen, die oder der humorvoll ist und das gut rüberbringen kann und so die Infos der Vorgesetzten mit Witz und Charme umrahmt? Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Das Setting ist entscheidend

Humorvolle Kommunikation ist immer auch eine mutige Kommunikation: «Besonders dort, wo eine souveräne und seriöse Kommunikation gefragt ist, soll diese natürlich auch gegeben werden. Das Setting muss einfach stimmen. Wir wollen einen Banker, geschweige denn den Pfarrer nicht in Badehosen sehen. Und doch: Gerade am Beispiel von diversen Polizeistationen, die humorvoll auf Twitter kommunizieren, sieht man, dass es eben auch grad in solchen Situationen geht. Obwohl von der Polizei eine seriöse Kommunikation erwartet wird, hat sie gemerkt, dass ihre humorvollen Tweets mehr Retweets generieren und sie so ein grösseres Publikum erreichen», fügt Marco Thomann an. Natürlich müsse auch dies jeder Situation angepasst werden und der Feuerwehrkommandant könne auch weiterhin nicht in seinen Freizeitklamotten ein Statement zum letzten Brand geben. Das müsse er weiterhin in Uniform machen, ansonsten würden sich die Leute wohl fragen, was denn das für ein «Lotteri-Betrieb» sei.

Happiness in Wirtschaft und Wissenschaft

Humor und Glücklichsein ist längst nicht mehr nur ein Freizeit-Thema. Die Wissenschaft forscht schon lange daran, was «Happiness» für einen Impact auf uns Menschen hat. Ergebnisse wie eine Produktivitätssteigerung in einem «happy» Umfeld haben auch Anklang bei der Wirtschaft gefunden. So gewinnt die positive Psychologie immer mehr an Wichtigkeit und das Thema «Happiness» wird uns wohl in Zukunft auch am Arbeitsplatz noch öfter über den Weg laufen. Auch an der School of Management and Law der ZHAW beschäftigen sich verschiedenste Personen mit diesem Thema. Fünf von ihnen haben sich im folgenden Beitrag dazu geäussert: 59 Sekunden Happiness.

Lächeln habe die Macht, eine schwierige Situation zu entschärfen, ist Marco Thomann der Meinung. Lächeln entspannt uns. Lächeln gibt uns ein gutes Gefühl. Also lasst uns mit unserer Kommunikation die Leute vermehrt zum Lächeln animieren – in jeder Situation.

Zum Experten:

Marco Thomann kommt aus Luzern, ist Radio-Journalist bei SRF 3 und SRF 1, schreibt als Comedy-Autor für diverse Comedians, hauptsächlich fürs Cabaret-Duo Divertimento und coacht Medienschaffende. Dazu ist er noch Mitinhaber der Maskenmanufaktur Luzern und – wie könnte es anders sein – leidenschaftlicher Fasnächtler.

Über die Autorin

Als Online Managerin an der School of Management and Law der ZHAW arbeitet Selina Beyeler am Puls der Kommunikation – hauptsächlich online, auch mal offline, per Text, Video und Foto. Momentan besucht sie den CAS Marketing- und Corporate Communications, um die Kommunikation auch noch aus Sicht des Marketings kennenzulernen.