Schweizer Smartwatch für den Notfall

Die Digitalisierung erfasst bald alle Lebensbereiche. Diverse Gadgets sind zu haben, unter anderem auch so genannte Smartwatches, also Uhren mit digitalen Funktionen. Neben Apple, gibt es noch zahlreiche weitere Angebote. Eine Schweizer Firma hat nun ganz besondere Smartwatches im Angebot, denn mit diesen kann man im Notfall einfach per Knopfdruck Hilfe anfordern. Bruna Carvalho, Marketing Director bei Smartwatcher gibt Auskunft.

Frau Carvalho, wie funktionieren Ihre Uhren und was ist der Unterschied gegenüber anderen Smartwatches?

Unsere Uhren sind Notruf-Uhren und in einer Notsituation kann einfach per Knopfdruck Hilfe angefordert werden. Familienmitglieder, Freunde oder professionelle 24-Stunden-Notrufzentrale, die den Alarm erhalten, können den Standort des Uhrenträger auf einer Karte sehen (dank der fortschrittlichen Geo-Tracking-Technologie), auf die Uhr direkt anrufen (dank der eingebauten Swisscom SIM-Karte) und über das eingebaute Mikrofon und Lautsprecher mit dem Träger der Uhr sprechen. Die Uhr ist demnach jederzeit erreichbar, sofern dies vom Träger erwünscht ist sowie die Uhr an ist. Dieser entscheidet selbst, ob er jederzeit oder nur während eines aktiven Alarms, von jedem oder nur von registrierten Helfern erreichbar sein möchte.

Unsere Uhren sind einfach zu bedienen und besonders seniorenfreundlich. Auf einen Scroll- oder Touch-Bildschirm sowie komplizierte Einstellungen wurde bewusst verzichtet. Der Träger sieht einzig die Zeit auf dem Display. Dank dem sogenannten Uhr-Verwaltungsportal, kann die Uhr nach den persönlichen Bedürfnissen und individuellen Geschmack anpassen werden; die Vibrationsintensität, die wiederholten Benachrichtigungen an Helfer und weitere Optionen.

Smarte Notfalluhren aus der Schweiz © Smartwatcher

Wieso ist diese Notfallfunktion so wichtig und kann sie für alle Altersgruppen eingesetzt werden?

Die Wichtigkeit ist leicht zu erklären: Viele ältere Menschen leben alleine zu Hause oder gehen gerne spazieren. Die Notfall-Uhr verbessert die Lebensqualität von uns allen, denn egal wo, unsere Smartwatch erlaubt es dem Träger immer mit seinem Helfern verbunden zu sein und jederzeit Hilfe anzufordern.

Diese Lösung ist eine grosse Hilfe für Senioren und erlaubt ihnen länger alleine und selbständig zu wohnen. So können Senioren dort wohnen bleiben, wo sie sich wirklich wohlfühlen und die hohen Kosten für das Altersheim sparen. Zu guter Letzt erleichtert die Notruf-Uhr auch Familienangehörigen und anderen Personen, die in die Pflege involviert sind, das Leben.

Digitale Uhren benötigen meist auch bestimmte Smartphones. Wie sieht das bei Smartwatcher aus, funktionieren die Uhren nur mit einigen ausgewählten Geräten?

Zurzeit bietet Smartwatcher drei verschiedene Lösungen an; davon sind zwei eigenständige Geräte und eines ein Bluetooth. Die PEARL, unsere Bluetooth Uhr, ist eine analoge, feminine und elegante Uhr, die mit einem Smartphone verbunden sein muss, um den Notruf-Knopf zu aktivieren zu können. SENSE und CHRONO hingegen sind eigenständige Uhren und müssen nicht mit einem Smartphone verbunden sein, da sie mit einer eingebauten und aktivierten SIM-Karte ausgestattet sind. Nach dem Auslösen des Alarmes, kann dank dem integrierten Mikrofon und Lautsprecher in der Uhr, mit dem Helfer kommuniziert werden.

Diverse Varianten der Uhr sind verfügbar © Smartwatcher

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen solche Uhren zu entwickeln und wie gross sehen Sie das Marktpotenzial?

Die Idee kam aus dem Wissen, dass in der heutigen Zeit noch immer viele Menschen Angst davor haben, im Notfall nicht zur rechten Zeit gefunden zu werden. Wenn Leute zu spät gefunden werden, kann dies ein schreckliches Desaster für alle Beteiligten sein; die Person selbst, die Familie und Freunde, Nachbarn, Behörden, welche nun mit dem schlechten Gewissen leben müssen.

Das Marktpotential ist riesig. Die Zahl der Personen im Alter von 60 Jahren und darüber hat sich seit 1950 verdreifacht, erreichte bereits 600 Millionen im Jahr 2000 und übertraf 700 Millionen im Jahr 2006. Gemäss Hochrechnungen soll die Zahl der Senioren und Altersschwachen bis 2050 auf 2.1 Milliarden ansteigen. Die heutigen Senioren sind oft sehr aktiv und wollen Geräte, die ihre Mobilität nicht einschränken und sie weniger alt fühlen lassen. Es geht in erster Linie darum, die Nutzer mit ihren Liebsten, Pflegepersonen und medizinischen Fachleuten zu verbinden. Nebst der Funktion im Notfall Alarm zu schlagen, gewähren diese Geräte auch Sicherheit und Schutz, wenn die Nutzer alleine leben oder reisen. Aktives Altern bedeutet den Lebensraum so zu gestalten, dass Senioren so lange wie möglich für ihr eigenes Leben verantwortlich bleiben können und wo möglich der Wirtschaft und Gesellschaft beitragen können.

Die Gesellschaft wird immer älter, aber die Selbstverantwortung will beibehalten werden © Smartwatcher

Welche Absatzkanäle haben Sie gewählt. Nutzen Sie physische Läden oder setzen Sie voll auf den online Verkauf?

Wir haben beide Kanäle gewählt: physische Läden, welche auf unserer Webseite beworben werden, so dass sich die Konsumenten die Uhren persönlich in einem in der Nähe befinden Geschäft anschauen können. Online Verkäufe laufen über unsere eigene Webseite sowie andere Vertreiber.

Welche Marketinginstrumente nutzen Sie und wie wichtig ist die Swissness bei Ihren Produkten?

Swissness ist sehr wichtig für uns, da es ein Synonym für Qualität, Zuverlässigkeit und Robustheit ist. Wir haben uns für ein hauseigenes Team von hochqualifizierten Ingenieuren entschieden, um unseren Kunden ein exzellentes Produkt zu garantieren.

Unsere sozialen Medien ermöglichen uns den Dialog mit unseren Nutzern und potenziellen Kunden, sowie das allgemeine Bewusstsein für Alterung und Sicherheit zu thematisieren.

Swissness als wichtiger Faktor © Smartwatcher

Planen Sie auch andere Länder anzugehen und sich international auszurichten?

Absolut, ja. Wir erstreben Europas führende Marke für tragbare Sicherheitslösungen zu werden. Unsere Kommunikation basiert auf dieser Annahme und aus diesem Grund haben wir eine mehrsprachige Website und Plattformen.

Haben Sie schon Feedback von Kunden? Kommen die Uhren gut an?

Unsere Kunden sind mit unseren Uhren sehr zufrieden. Wir nehmen uns jedes Feedback zu Herzen und arbeiten mit Sorgfalt und Konsistenz an neuen Funktionen, um den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden.

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Haltungskorrigierende Kleidung: Wie Anodyne die Verspannungen von Bürogummis löst

Wir wissen es zwar alle, doch nicht jeder von uns bewegt sich genug. Gerade Büromenschen sitzen tendenziell zu lange in einer schlechten Körperhaltung vor dem Bildschirm und klagen dann über Rücken- und Nackenschmerzen. Abhilfe schafft hier der online Shop von Anodyne, denn dieser bietet spezielle Kleidungsstücke an, die die Haltung verbessern sollen und damit auch den Verspannungen entgegenwirken sollen. Wie Anodyne die Produkte vermarktet erklärt uns der Geschäftsführer, Fabian Hofmann.

Herr Hofmann, viele von uns verbringen den Grossteil des Tages im Büro und das sitzend. Schmerzen sind da vorprogrammiert. In Ihrem Shop gibt es, wie es scheint, die optimale Lösung. Man zieht sich einfach haltungskorrigierende Kleidung an. Wie funktionieren diese Kleider?

Das ist richtig, täglich verbringen Herr und Frau Schweizer bis über 10 Stunden sitzend. Dies kann für den Körper fatale Auswirkungen haben. Umso wichtiger ist es, schon früh auf eine gesunde Haltung zu achten. Dabei sollten unsere Produkte unterstützend sein. Durch eingenähte «Neurobänder» werden darunterliegende, unterstimulierte Muskeln aktiviert und gestärkt. Es handelt sich also um eine aktive Haltungskorrektur, bei welcher die Muskeln mitarbeiten müssen. Dies kann man nach ein paar Stunden auch deutlich spüren – meist in einer Form von leichtem Muskelkater im Rückenbereich.

Wirkungsbereich des haltungskorrigierenden T-Shirts © Anodyne

Gibt es Einschränkungen bei der Nutzung dieser Kleider, oder dürfen sie von allen getragen werden?

Da die Kleidung wirklich einen Einfluss auf den Körper hat, gibt es Situationen, bei welchen man vorsichtig sein soll. Dies kann zum Beispiel nach einer Rückenoperation sein. Wir empfehlen dann mit einem Experten Rücksprache zu halten.

Weiter empfehlen wir den Einsatz der Produkte an Minderjährigen nicht, da wir die genauen Einflüsse der Kleidung während der Wachstumsphase schlicht noch nicht genau kennen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, diese Kleidung in der Schweiz zu vertreiben? Haben Sie sich die Exklusivrechte gesichert?

Während eines Auslandaufenthaltes in Kalifornien bin ich per Zufall auf die Produkte gestossen und habe dort eine grosse Nachfrage dafür erlebt.

Mir war klar, dass auch viele Schweizer unter Haltungsproblemen leiden, und von dieser innovativen Kleidung profitieren könnten. Auch ich selbst bin so ein Kandidat, da ich meine Schultern vom Leistungssport her oft einfach hängen liess.

Schlussendlich hat mich das Produkt sehr überzeugt, ich sah einen Markt dafür und habe mir dann mit Anodyne die Exklusivrechte erworben.

Das Herren T-Shirt © Anodyne

Sie arbeiten vor allem über den online Shop. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Absatzkanal gemacht und planen Sie ev. auch offline Ableger sprich Filialen?

Das ist richtig. Der online Shop ist unser primärer Absatzkanal. Dieser bringt uns den Grossteil aller Verkäufe. Jedoch sind wir offen, mit traditionellen Retailern wie Physiotherapien, Orthopäden oder Spitälern zusammen zu arbeiten.

Agieren die Kunden selbständig auf dem Shop oder benötigen sie eine Beratung, z.B. beim Auffinden der richtigen Grösse oder bei medizinischen Fragen?

Eine sehr wichtige Frage. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kunden nicht ganz selbständig auf dem Shop agieren. Deswegen haben wir ein kompetentes Beratungsteam, das für Fragen zu Grössen oder auch bei medizinischen Fragen zur Verfügung steht. Anfragen dafür kommen meist per Telefon, E-Mail oder auch über Facebook.

Die richtige Grösse ist entscheidend © Anodyne

Welche Schwierigkeiten/Herausforderungen gibt es in Ihrem online Shop?

Das gibt es natürlich. Als wir im Mai vor einem Jahr mit dem Vertrieb gestartet sind, hat niemand die Produkte gekannt. So mussten wir den Markt also zuerst darauf aufmerksam machen und das Vertrauen der Kunden gewinnen. Auch heute gibt es noch einige, die misstrauisch sind. Das verstehen wir natürlich voll und ganz. Da wir von den Produkten jedoch sehr überzeugt sind, bieten wir allen unseren Kunden 14 Tage Testzeit mit einer gratis Retournierung. So kann jeder die Effekte der Kleider am eigenen Körper wahrnehmen und weiss danach ganz genau, wie die Kleidung wirkt.

Weiter denken manche, dass unsere Produkte abgeschwächte Muskeln im Rücken nur noch schwächer machen. Dies ist bei Korsett- oder Kompressionslösungen auch oft der Fall, da diese passiv wirken. Unsere Produkte hingegen wirken aktiv und stärken die Muskulatur. Teilweise braucht es ziemlichen Marketing-Effort um diese Message korrekt an Kunden und Experten zu vermitteln, damit diese die Idee hinter den Produkten auch voll und ganz verstehen.

Es gilt die Kunden mit einer korrekten Message zu überzeugen © Anodyne

Wissen Sie wer Ihre Kunden sind und analysieren Sie das Kundenverhalten?

Richtig, dabei hilft uns Google Analytics und auch Facebook. Mit diesen Tools können wir unsere Kunden segmentieren und das Kaufverhalten analysieren.

Welche Marketinginstrumente nutzen Sie sonst noch zur Vermarktung der Produkte?

Neben der online Werbung auf Facebook und Google sind die klassischen PR Geschichten ein wichtiges Thema. Damit stellen wir sicher, dass potentielle Kunden immer wieder über unsere Produkte lesen können, und auch Infos finden, falls Sie sich für einen Kauf entscheiden sollen. Weiter arbeiten wir zum Beispiel auch mit Unternehmen zusammen. Diese promoten die Produkte intern – dafür erhalten Angestellte einen Rabatt auf eine Bestellung durch den online Shop. Also eine Win – Win Situation für Arbeitgeber, Arbeitnehmer, und auch für uns als Vertrieb.

Auch Arbeitgeber sind an gesunden Mitarbeitern interessiert © Anodyne

Welche Rolle nimmt Social Media bei Ihnen ein und setzen Sie auch auf Testimonials?

Die sozialen Medien sind in unserem online Geschäft das A & O. Nicht nur helfen sie bei unseren Zielgruppen präsent zu sein und den Brand aufzubauen, sondern sind auch für die Konversionsraten enorm wichtig.

Testimonials sehe ich bei unseren Produkten ebenfalls als sehr wichtig an. Da wir jetzt das erste Geschäftsjahr hinter uns haben, und erfolgreich eine Kundenbasis aufbauen konnten, möchten wir Erfahrungen im Zusammenhang mit haltungskorrigierender Kleidung auch vermehrt nutzen. Auf TrustPilot hat jeder Kunde die Möglichkeit seine Erfahrungen mit dem Produkt & Service zu teilen. Weiter haben wir zum Beispiel zehn Schweizer Profisportler, welche die Produkte nutzen, und mir freundlicherweise ihre Statements darüber zugesendet haben. Diese werden wir in der Zukunft sicherlich in den Sozial Medien nutzen.

Auch würde ich gerne eine «Haltungs-Community» aufbauen. Dies ganz nach dem Motto: Zusammen gegen Rückenschmerzen. So können also Kunden ihre Geschichten , ob und wie die Produkte ihnen geholfen haben, mit anderen teilen. Bei dieser Kampagne, kann ich mir auch sehr gut vorstellen Testimonials von Experten einzuschliessen.

Wie wird sich dieser Markt in den nächsten Jahren entwickeln und welche Ziele möchten Sie erreichen?

Das Thema Haltung wird hoffentlich immer wichtiger. Man hört jetzt schon Redewendungen wie «Sitzen ist das neue Rauchen». Herr und Frau Schweizer muss sich jedoch noch bewusster werden, wie wichtige eine gesunde Haltung überhaupt ist und welche Einflüsse diese hat.

Momentan gibt es in der Schweiz vielleicht eine Handvoll Anbieter für Haltungsprodukte. Es werden also sicherlich noch einige dazukommen. Dies ist grundsätzlich gut, da es hilft, die Wichtigkeit einer optimalen Haltung in den Vordergrund zu stellen und das Haltungsbewusstsein der Menschen zu steigern. Ich bin gespannt!

Die Produkte gibt es für Damen und Herren © Anodyne

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