Einblick in das Service Lab

Team Service Lab

Team Service Lab

Wie nehmen Konsumentinnen und Konsumenten Firmen, Brands, Produkte und Dienstleistung wahr? Eine Frage die im Service Lab von der gleichnamigen Fachstelle untersucht wird. Die Forscherkittel und Reagenzgläser sucht man im „Labor“ aber vergebens. Stattdessen wird mittels klassischer Marktforschung, Experimenten und neuen Methoden des Service Designs die Kundenperspektive sichtbar gemacht.

Ein Beispiel dafür ist der Einsatz des „LEGO SERIOUS PLAY“. LEGO? Ja, Sie haben richtig gelesen. Durch den Einsatz von LEGO-Komponenten werden diverse Services durch LEGO-Konstrukte nachgebildet. Der Erschaffer des Werks präsentiert danach seine entsprechende Hintergrundgeschichte, aus welcher Optimierungen des Services ersichtlich werden.

Lego Serious Play

Lego Serious Play

Dies ist aber nur ein Beispiel der verwendeten innovativen Methoden. Das Service Lab nutzt Erkenntnisse aus den Verhaltenswissenschaften und der Neuropsychologie, um die Kundenperspektive aufzuzeigen. Darauf aufbauend entwickelt das Service Lab Konzepte zur Kundenorientierung und ermöglicht eine vollständige Neuentwicklung von Services und Marketingmassnahmen.

Sandro Graf, Leiter Service Lab

Sandro Graf, Leiter Service Lab

«Unsere eigene Wahrnehmung von einem Objekt oder einer Person entspricht nicht der Wahrnehmung, die andere Personen über das gleiche Objekt oder die gleiche Person haben. So ergeht es auch Unternehmen: Ihre Wahrnehmung vom Kunden weicht meistens markant von derjenigen des Kunden selbst ab. Das Service Lab hilft Unternehmen und Organisationen die Kundenperspektive einzunehmen und entsprechend die Services aus dieser Kundenperspektive aus zu entwickeln oder zu verbessern und damit letztendlich ein nachhaltig positives Kundenerlebnis zu kreieren.»

 

«You need a strategy if you want to derive benefits from your social media activities»

Kamales Lardi, Dozentin in Zertifikatsstudiengang CAS Digital Marketing und Mitherausgeberin des Buches Social Media Strategy erläutert im folgenden Video unter anderem, weshalb sich Social Media-Aktivitäten an Unternehmenszielen orientieren müssen, um einen möglichst hohen Nutzen aus dem Engagement im Social Web zu ziehen.

Möchten auch Sie Ihr Unternehmen fit für die digitale Zukunft machen? Unser nächster CAS Digital Marketing startet am 6. März 2015. Informieren zum Studiengang erhalten Sie online oder an einem unserer nächsten Informations-Apéros.

Der Konsument – das ewige Rätsel?

Forscher präsentierten bei einer Studie den Teilnehmenden zwei Arten von Fleisch: „99% fettfrei“ und „1% fetthaltig“. Obwohl beide Fleischarten identisch waren, wurde das erste Stück Fleisch von den Befragten als gesünder eingestuft. Auch bei der Auswahl von „98% fettfrei“ und „1% fetthaltig“ entschieden sich die meisten Teilnehmenden für die erste Variante, obwohl diese rund doppelt so viel Fett enthielt (Dobelli, 2011).

Dies ist nur ein Beispiel, wie man die Wahrnehmung der Konsumenten oder die Art, wie diese Entscheidungen treffen, mittels sogenanntem Framing, verändern kann. Framing ist ein Phänomen aus dem Bereich Verhaltensökonomie (Behavioral Economics), und besagt, dass je nachdem, wie eine Information dargestellt wird, die Wahrnehmung dieser Information und damit die Entscheidung unterschiedlich ausfällt.

Das Entscheidungsverhalten der Konsumenten ist oft fern jeglicher Rationalität und aus verhaltenstheoretischer Sicht kann der Konsument entscheidungsrelevante Faktoren nicht immer vollständig verarbeiten. Die Menge an Informationen, die bei der Wahl eines Produktes zu Verfügung stehen, ist oftmals schwierig zu erfassen. Daher versucht das Individuum diese so gut wie möglich zu vereinfachen, um mit den Informationsinhalten und deren möglichen Auswirkungen zurechtzukommen. Dazu bedient es sich sogenannten Heuristiken, ein weiteres Thema der Verhaltensökonomie, welche regelmässig zur Bewältigung von komplexen Entscheidungen angewendet werden. Diese Regeln oder Strategien der Informationsverarbeitung werden regelmäßig, bewusst oder unbewusst, angewendet. Sie dienen dazu „…mit geringem Aufwand zu einem schnellen, aber nicht garantiert optimalen Ergebnis kommen, kurz: Faustregel.“ (Goldberg & Nitzsch, 2004, p. 49.)

Die Fachstelle Behavioral Marketing bietet seit kurzem den Kurs Behavioral Economics for Marketers an. Dieser soll leitenden Mitarbeitenden mit Endkundenfokus in Marketing, Kommunikation und Marktforschung eine neue Sichtweise auf ihre Kunden geben. Die Teilnehmenden erhalten in diesem dreitägigen Kurs einen Einblick in die die wichtigsten Erkenntnisse der Verhaltensökonomie und Psychologie. Darüber hinaus werden im Kurs konkrete Anwendungsmöglichkeiten dieser Erkenntnisse aufgezeigt und diskutiert. Dies ermöglicht den Teilnehmenden neue Marketingmassnahmen zu erarbeiten oder bestehende zu optimieren, welche den gewünschten Erfolg bei ihren Kunden erzielen können.

Quellen:
Dobelli, R. (2011). Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen. München: Carl Hanser Verlag.
Goldberg, J., & Nitzsch, R. v. (2004). Behavioral finance: Gewinnen mit Kompetenz; [verbessern Sie die Trefferquote Ihrer Anlageentscheidungen deutlich!] (4. Aufl.). München: FinanzBuch-Verlag