Sag mal, liebe Regula, vermisst eine CEO manchmal die Pflege?

Seit dem Frühling 2022 ist Regula Feldmann die CEO des Spitals Emmental. Sie führt diese dem Kanton Bern gehörende und nicht-gewinnorientierte AG mit zwei Standorten in Burgdorf und Langnau aber selbstverständlich unabhängig von der Politik und nach wirtschaftlichen Grundsätzen. Insbesondere das Wachstum und das Ziel des Erreichens einer kritischen Grösse stehen dabei im Zentrum. Die Strukturveränderungen im Spitalsektor machen auch vom ländlichen Emmental nicht halt.

Der Schritt in diese Rolle mit Gesamtverantwortung einer Organisation war vielleicht für eine diplomierte Pflegende nicht von Anfang an vorgespurt gewesen. Aber Führungswille hat Regula schon früh gezeigt, so dass sie bereits 20 Jahre Führungserfahrung als Leiterin der Pflege in verschiedenen Spitälern der Romandie und im Grossraum Bern aufwies, als sie zur CEO im Spital Emmental berufen wurde.

Für Regula ist der Pflegehintergrund ohnehin eine ideale Basis und Vorbereitung für ihre heutige Rolle. Zum einen bringt man als Pflegende das Wissen mit, wie das «System Spital» als Expertenorganisation funktioniert; man kennt mit anderen Worten das Kerngeschäft. Zudem hätten erfahrene Pflegende «anderen Respekt vor der Ärzteschaft» – ein wichtiger Aspekt im Spital als Expertenorganisation, wo es die ärztlichen Anliegen mit den wirtschaftlichen Anforderungen zu vereinen gilt. Persönlich besonders stark geprägt hat Regula aber die Patientenorientierung: die Bedeutung des Individuums als «Unikat» gehört ihrer Meinung nach zur «DNA der Pflege».

Vom MAS Managed Health Care hat Regula nach eigener Aussage enorm profitiert – er sei ein «massgeblicher Beitrag» für die Verbindung von Theorie und Praxis gewesen. Speziell die gesundheitsökonomischen Überlegungen und die Bedeutung der Einbindung von Stakeholder haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So ist Regula aktuell im Aufbau eines Gesundheitsnetz im Emmental beteiligt, in welchem neben dem Spital Emmental weitere Stakeholder wie die Spitex, Praxisketten sowie Pflegeinstitutionen beteiligt sind. Derzeit sind die beteiligten Akteure des Gesundheitsnetz dabei, die Patientenpfade zu definieren, damit eine integrierte Grundversorgung auch in Zukunft gewährleistet werden kann. Und hier ist sie wieder, die Patientenorientierung, die Regula schon als Pflegende geprägt hat und die sie heute als CEO in den Mittelpunkt der Arbeit stellt.

Ein grosses Anliegen ist für Regula die Förderung der Resilienzkompetenz von jungen Frauen. Als Mentorin hat sie einige Zeit Frauen begleitet und ihnen geholfen, die notwendige Widerstandskraft zu entwickeln, die dabei hilft, Belastungen im Beruf standzuhalten. Dabei hat auch der MAS mitgeholfen, dass Regula mit ihrer grossen Erfahrung als Führungsperson heute davon überzeugt ist, dass Diversität im Team eine tragende Säule für den langfristigen Erfolg von Organisationen ist.

Wir wünschen Regula viel Erfolg beim Aufbau des Gesundheitsnetzes im Emmental!

Weiterbildung: MAS Managed Health Care


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert