Institutsleitung

Wie teuer darf ein Lebensjahr in der Schweiz sein? Das Ausland entscheidet mit

Von Prof. Dr. Simon Wieser

Zu welchem Preis soll ein neues Medikament von der obligatorischen Krankenversicherung übernommen werden? Angesichts der extrem hohen Preise vieler neuer Medikamente stellt sich diese Frage immer öfter.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Wenn das Antibiotikum fehlt – Medikamentenknappheit in der Schweiz

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Von Michael Stucki

In letzter Zeit war in den Medien vermehrt über Lieferengpässe und eingeschränkte Verfügbarkeit von teilweise sehr weit verbreiteten und unverzichtbaren Medikamenten die Rede. Medikamenten-Knappheit in einem reichen Land wie der Schweiz? In einem Land, das weltweit bekannt ist für seine Pharmaindustrie? Was auf den ersten Blick überrascht, hat teilweise sehr einfache Gründe.

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Versorgungsforschung

Ist das Gras auf der anderen Seite immer grüner? – Auch die Vorbilder im Gesundheitswesen sind nicht immer perfekt

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Von Maria Carlander

Die nordischen Länder Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark und Island werden oft als Vorbilder im Gesundheitswesen gesehen. «Die Kosten sind unter Kontrolle, die Qualität ist hochwertig und das Personal und die Patienten sind zufrieden». Auf dem Papier sieht das alles sehr schön aus, und im internationalen Vergleich werden diese Länder wohl auch weiterhin an der Spitze liegen. Aber was passiert, wenn man diese Länder von der Graswurzelebene aus der Sicht der Patienten bzw. «Konsumenten des Gesundheitswesens» betrachtet? In diesem Blogbeitrag werden ausgewählteProbleme des finnischen Gesundheitswesens, worüber in letzter Zeit in den Medien berichtet wurde, kritisch betrachtet.

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Veranstaltungen

Bürokratiemonster oder dringend notwendige Kostenbremse?

Am WIG-Herbstanlass vom 7. November ging es um die Chancen und Risiken der Einführung von Zielvorgaben für das Wachstum der Gesundheitskosten in der obligatorischen Krankenversicherung (OKP). Das Thema ist hoch aktuell, da ein entsprechender Vorschlag des Bundesrates Anfang 2020 in die Vernehmlassung geht.

Für alle die nicht dabei sein konnten – und natürlich auch für die vielen interessierten Teilenehmenden –  hier die wichtigsten Thesen der drei Referenten und ihre Präsentationen zum Download.

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Weiterbildung

Sind wir hier im Theater? Die unterschiedlichen Rollen einer Führungskraft.

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Von Olivia Malek

Wir alle spielen unsere Rollen! Wir spüren tagtäglich und in kurzen Zeitsequenzen, wie wir uns in unterschiedlichen Situationen und sozialen Interaktionen angepasst verhalten und verschiedene Rollen einnehmen. Als Mitarbeiterin begrüsse ich im Büro freundlich meine Arbeitskollegen, als Kundin habe ich mit dem Automechaniker eine Auseinandersetzung über seine Dienstleitung, als Schülerin befolge ich beim Yoga die Anweisungen der Lehrerin, als Mutter versuche ich geduldig auf die Bedürfnisse meiner Kinder einzugehen … Entsprechend der jeweiligen Situation setzen wir unsere «Hüte» auf, aber nie alle zur gleichen Zeit.

Im Rahmen des CAS Personalführung im Gesundheitswesen widmen wir uns diesem spezifischen Thema der Rollenzugehörigkeit einer Führungsperson. Denn wie bei einem guten Schauspieler spielen wir unsere Führungs-Rollen nicht, sondern wir leben diese. Sie sind Teil von uns, und diese Authentizität im Verhalten macht eine gute Führungskraft aus. Werfen wir also einen genaueren Blick auf diese unterschiedlichen Verhaltensweisen.

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Gesundheitsökonomische Forschung und Versorgungsforschung

«Ist unsere Gesundheitsversorgung gerecht?»

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Von Maria Carlander und Christina Tzogiou

Nicht alle gesundheitlichen Ungleichheiten sind per se ungerecht (Fleurbaey und Schokkaert 2012).  Die Messung und Auswertung der Ungleichheiten, die in gegebenen Situationen ungerecht sind, ist eine normative Frage. Zum Beispiel spricht man von ungerechten Ungleichheiten oder so genannter Chancenungleichheit, wenn Personen mit denselben Voraussetzungen gesundheitliche Ungleichheiten aufweisen.

Wie kann die Forschung dazu beitragen, die Chancenungleichheit in der schweizerischen Gesundheitsversorgung zu senken? Was kann die Politik dafür machen?

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Management im Gesundheitswesen

Digital Health Startups haben es schwer

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Von Alfred Angerer und Laura Meierhof

Aus der Literatur wissen wir, dass Digital Health Startups der Einstieg in den Gesundheitsmarkt nicht immer leichtgemacht wird. Die Innovatoren entwickeln die neuen Technologien meist aufgrund der aktuellen Forschungslage oder persönlicher Erfahrungen (Hagen et al., 2018). Jedoch stellt der Gesundheitsmarkt dem Einstieg einige Hürden in den Weg. Sei es die Kompatibilität mit den schon bestehenden Systemen oder die herrschenden Gesetzmässigkeiten, nach welchen sich gerichtet werden muss.

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Gesundheitspolitik

Wie passen Zielvorgaben zur OKP?

Quelle: @ Colourbox

Von Matthias Maurer

«Denkbar wäre, dass der Bundesrat durch die gesetzliche Grundlage die Kompetenz erhält, die Globalziele für das Gesamtwachstum der OKP-Gesundheitskosten jeweils nach Anhörung der Kantone und allenfalls der Tarifpartner festzulegen.»

Dieser Satz stammt aus dem Bericht der Expertengruppe des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) zu Kostendämpfungsmassnahmen zur Entlastung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) vom August 2017.

Aus gesundheitsökonomischer und gesundheitspolitischer Sicht kann man sich folgende Fragen zu diesem Vorgehen stellen:

  1. Wie verträgt sich eine «Kostenbremse» über Zielvorgaben mit den heutigen Prinzipien der OKP?
  2. Ist eine «Kostenbremse» über Zielvorgaben in der Realität geeignet?
  3. Gibt es bessere Alternativen, die Kostenentwicklung zu beeinflussen?

Wenn Sie diese und weitere Fragen rund um das Thema ‘Kostendeckel für das Gesundheitswesen’ interessieren, so sind Sie herzlich eingeladen zum Herbstanlass des Winterthurer Instituts für Gesundheitsökonomie (WIG) vom 7. November 2019 in Winterthur.

Matthias Maurer ist stellvertretender Institutsleiter am WIG.

Gesundheitsökonomische Forschung

The Bigger, the Better?

Geplantes «Superspital» in Dänemark                              Quelle: Bjarke Ingels Group (BIG), 2013

Von Tobias Müller

Mit mehr als 300 Spitälern, Reha- und Psychiatriekliniken hat die Schweiz eine der höchsten Spitaldichten der Welt. Die hohe Dichte bringt offenkundige Vorteile bei der Erreichbarkeit: So erreichen trotz der teilweise schwierigen Topografie 94% der Bevölkerung ein Allgemeinspital innerhalb von 15 Autofahrminuten. Gleichzeitig können sich drei Viertel der Bevölkerung in einem Radius von 30 Fahrminuten in einem von mindestens 8 Spitälern behandeln lassen (Christen & Keating, 2013). Was sich auf den ersten Blick als eine Stärke des schweizerischen Gesundheitswesens präsentiert, offenbart jedoch bei genauerer Betrachtung einige tiefgreifenden Schwächen. Denn gerade im Spitalwesen gilt die alte Binsenwahrheit: «Das Leben baut nichts auf, wozu es die Steine nicht woanders herholt.»

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Versorgungsforschung

Die WHO Decade of healthy ageing 2020 – 2030

Quelle: Bundesamt für Statistik

Von Flurina Meier

Sie kennen die Bilder: der demografische Wandel kommt – nicht nur in der Schweiz. Auch in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern steigt die Zahl der älteren Bewohner. In Nordafrika, vielen Teilen von Asien, Lateinamerika und der Karibik soll sich der Anteil der über 65-Jährigen zwischen 2019 und 2050 verdoppeln (Quelle: UN-World Population Prospects 2019). Die Zahl der über 80-Jährigen soll sich in derselben Zeitperiode weltweit sogar verdreifachen von 143 Millionen auf 426 Millionen (Quelle: UN-World Population Prospects 2019).

Eine erfreuliche Nachricht. An diesem Erfolg haben viele Personen – insbesondere auch im Gesundheitswesen – lange gearbeitet. Nun ist die Frage: was können wir für diese Personen tun, die dank besserer Ernährung und Hygiene, verbesserter Gesundheitsversorgung und dem technologischen Fortschritt in der Medizin so lange überlebt haben? Wie müssen sich die Gesundheitssysteme und Lebensbedingungen anpassen, damit wir so älter werden können, wie wir uns das wünschen? Und was davon ist denn – bitteschön – noch bezahlbar?

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