HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Seltene Krankheiten – Wie viel darf ein Medikament kosten?

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Von Cécile Grobet und Dr. Renato Mattli

Im Rahmen unserer vielfältigen Tätigkeiten erhalten wir am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie immer wieder Aufträge, um die Kosten-Wirksamkeit von Medikamenten für seltene Erkrankungen zu untersuchen. Was ist ein fairer Preis für ein Medikament, das eine seltene Erkrankung verlangsamt, stoppt oder sogar heilt?

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Gesundheitsökonomische Forschung

Das Sturzpräventionsprogramm der Rheumaliga Schweiz vermeidet viele Stürze und ist sehr kosten-wirksam

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Von Stephanie Dosch

Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung sind Stürze die häufigste Unfallursache in der Freizeit. Obwohl es jeden treffen kann, sind ältere Personen besonders gefährdet: sie stürzen häufiger und mit schwereren Folgen. Darum hat die Rheumaliga Schweiz ein Sturzpräventionsprogramm entwickelt, das selbständig wohnende Seniorinnen und Senioren dabei unterstützt, Stürze zu vermeiden sowie Autonomie und Lebensqualität zu verbessern. Die Intervention wurde vom Institut für Physiotherapie der ZHAW geleitet, und ein interdisziplinäres Forschungsteam mit Beteiligung des WIG hat eine zweiteilige Evaluation dieses Präventionsprogramms durchgeführt. Das WIG fokussierte sich dabei auf die Analyse der Kosten-Wirksamkeit, welche wir in diesem Beitrag vorstellen werden.

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Versorgungsforschung

Pflegeversicherung: Erfahrung aus anderen Ländern

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Von Flurina Meier

Die Anzahl älterer Menschen (ab 65 Jahren) und insbesondere die Anzahl hochaltriger Menschen (ab 80 Jahren) nimmt weltweit zu. Daher ist zu erwarten, dass die Thematik der gesundheitlichen Versorgung von älteren Menschen und deren Finanzierung uns auch in Zukunft noch beschäftigen wird. Vor diesem Hintergrund kommt immer mal wieder das Thema einer so genannten «Pflegeversicherung», oder besser gesagt einer Langzeitpflegeversicherung (LZPV) auf. Dieser Begriff wird meistens für öffentliche – und nicht für private – Versicherungen verwendet, welche Langzeitpflegeleistungen abdecken. Daher zählt man die Schweiz nicht zu den Ländern mit LZPV, obschon wir in der Schweiz die Möglichkeit haben, eine private Versicherung abzuschliessen. Ende 2020 ist zu diesem Thema eine Überblicksstudie erschienen, welche die Erfahrungen mit LZPV aus mehreren Ländern zusammenfasst. Dies nehme ich zum Anlass, die LZPV hier zu thematisieren.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Werden Privatversicherte überbehandelt?

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Von Michael Stucki und Dr. Andreas Kohler

Für stationäre Behandlungen von privat oder halbprivat Versicherten erhalten Spitäler höhere Vergütungen als für dieselbe Behandlung von Allgemeinversicherten. Diese finanziellen Anreize können dazu führen, dass Ärzte (halb-)privat Versicherte häufiger operieren – ein typisches Beispiel für Überbehandlung. Eine neue Studie des schweizerischen Gesundheitsobservatoriums Obsan relativiert diese Hypothese: die Autoren finden keine Anzeichen für häufigere stationäre Behandlungen bei (halb-)privat Versicherten. Dies steht im Widerspruch zu früheren Forschungsergebnissen. Wie müssen die Resultate des Obsan interpretiert werden?

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Management im Gesundheitswesen

Die drei dringendsten Fragen zum Thema Digitalisierung des Schweizer Gesundheitswesens

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Von Prof. Dr. Alfred Angerer

Eine gefühlte Wahrheit: Die Digitalisierung ist die grösste Herausforderung unserer Zeit für die Führungskräfte im Gesundheitswesen. Wie bei allen Herausforderungen gibt es da viele offen Fragen. Doch wenn man die Top-3 der offenen Fragen zum Thema Digitalisierung auflisten würde, welche wären diese wohl?

Um die dringendsten Fragen herauszufinden, haben wir es uns einfach gemacht: Wir haben den Spiess umgedreht und die Frage an das Publikum weitergeleitet. In meinem zweiwöchentlichen Podcast «Marktplatz Gesundheitswesen» (www.gesundheitswesen.org) habe ich zusammen mit dem Digital Manager der Schulthess Klinik, Stefan Lienhard, die Frage gestellt: «Welche dringenden Fragen habt ihr rund um das Thema Digitalisierung?» Darauf haben die Zuhörerinnen und Zuhörer zahlreich geantwortet. Wenn man die vielen Fragen, die wir erhalten haben, kondensiert und kategorisiert, dann ergeben sich drei Fragengebiete: Transformationsprozess, Patientennutzen und Künstliche Intelligenz (KI). In diesem Blogbeitrag möchte ich diese drei Fragengebiete etwas genauer anschauen.

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Ist die Implantation einer Schulterprothese in der Schweiz kostenwirksam?

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Von Cécile Grobet

Dass die grosse Mehrheit der Patientinnen und Patienten nach einer Schulterprothesenimplantation einen grossen Gewinn an Lebensqualität haben, ist seit längerem bekannt. Wie das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus Sicht der Kostenträger des Gesundheitswesens und der Gesellschaft aussieht, hat in der Schweiz bisher noch niemand untersucht. Diese Fragestellung wurde nun erstmals anhand «echter» Daten (keine Modellierung) im Rahmen dieser preisgekrönten Studie beantwortet.

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Weiterbildung

Wer sind die Teilnehmenden bei unseren Weiterbildungen in Managed Health Care?

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Von Cassandra Waech

Wer beruflich seine anvisierten Karriereziele erreichen will, ist beim «Lifelong learning» dabei. Der Entscheid für eine Weiterbildung soll jedoch gut überlegt sein. Renommee des Anbieters (Ranking, Akkreditierungen, direkte Weiterempfehlung etc.), Anreiseweg sowie die Chance interessante neue Netzwerkpartner*innen kennenzulernen, spielen bei der Auswahl der geeigneten Weiterbildung eine grosse Rolle. 

Nachfolgend erhalten Sie die wichtigsten Facts zu unseren Weiterbildungsteilnehmenden. Die Auswertungen stammen aus der Weiterbildungsanalyse der CAS-Teilnehmenden im MAS Managed Health Care der letzten beiden Jahre (2019-2020).

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Versorgungsforschung

Einfluss von Covid-19 auf die Hauptursachen für Spitalleistungen in Ägypten

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Von Melanie Schliek

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist das Risiko eines schlechten Gesundheitszustands höher für Personen mit niedrigerem sozioökonomischem Status. Vor allem Frauen mit einem tiefen sozioökonomischen Status neigen zu einer geringeren Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen und zeigen häufig einen schlechteren Gesundheitsstatus als Männer. Zusätzlich sind Frauen durch Schwangerschaft und Geburt mehr gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.

Im Rahmen meiner Masterarbeit an der Universität Luzern hatte ich die Gelegenheit, in Kooperation mit der NGO Women’s World Banking ihr Mikroversicherungsprogramm Caregiver für einkommensschwache Frauen in Ägypten zu untersuchen. Die Berechtigung zu einem Mikrokredit setzt eine Teilnahme am Caregiverprogramm voraus. Die Prämien dieses Versicherungsprogrammes sind an die regelmässigen Raten der Kreditrückzahlung gekoppelt. Die Vision ist es, für nicht- oder unterversicherte Frauen ein erschwingliches, bedarfsgerechtes Versicherungssystem zugänglich zu machen und dabei einen Teil der Kosten bei einem Spitalaufenthalt zu decken. In meiner Arbeit analysierte ich, ob sich die Menge und Art der Inanspruchnahme von stationären Spitalleistungen, von Frauen im Mikroversicherungsprogramm, während der Covid-19-Pandemie veränderte.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Corona friert die Gesundheitskosten ein

Von Prof. Dr. Simon Wieser

Führt Corona zu steigenden oder sinkenden Gesundheitskosten? Zu dieser Frage, die uns schon letztes Jahr beschäftigt hat, liegen nun Zahlen des Monitoring der Krankenversicherungs-Kostenentwicklung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) für das ganze Jahr 2020 vor: Die Kosten in der obligatorischen Krankenversicherung haben wegen Corona praktisch stagniert. So lag die Zunahme gegenüber dem Vorjahr doch bei nur 0.4% und damit deutlich unter dem durchschnittlichen Wachstum von 2.6% in den letzten zehn Jahren. Noch 2019 hatte das Wachstum 4.0% betragen.

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Management im Gesundheitswesen

Value-Based Healthcare Management – die Umsetzung des Konzepts Value-Based Healthcare in der Praxis:

Teil 4: Unlocking the Patient Experience – Eine Roadmap zur Verbesserung der Patientenerfahrungen im Spital

Von PD Dr. Florian Liberatore

Lange war es still um die Blogbeitrag-Reihe zu Value-Based Healthcare (VBHC). Das heisst aber nicht, dass in der Zwischenzeit das Thema VBHC am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie in Vergessenheit geraten ist. Im Gegenteil – gemeinsam mit unseren strategischen Partnern der Unternehmensberatung APP und der Schulthess Klinik haben wir diverse nützliche Tools und Konzepte entwickelt, mit denen Leistungserbringer im Gesundheitswesen VBHC in der eigenen Einrichtung schnell und einfach umsetzen können. Im Teil 4 stelle ich eine Roadmap vor, mit der man die Patientenerfahrung (Patient Experience) im Behandlungspfad optimieren kann – ein zentraler Baustein in der operativen Umsetzung von VBHC.

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