Versorgungsforschung

Endlich wieder Vorlesungen vor Ort – meine Erfahrungen von zwei Summer Schools

Der Veloweg durch den Science Park in Utrecht (Bild: Maria Carlander)

Von Maria Carlander

Diesen Sommer hatte ich die Möglichkeit an zwei Summer Schools im Rahmen meiner jährlichen Weiterbildung teilzunehmen. Das waren meine ersten Erfahrungen mit Summer Schools. Summer Schools sind ein- oder mehrwöchige Kurse, die im Sommer während den Semesterferien von verschiedenen Universitäten angeboten werden. Die Kurse sind an Studierende im Grundstudium und an Personen im Doktoratsstudium oder im Arbeitsleben gerichtet. In diesem Blogbeitrag werde ich meine Erfahrungen mit euch teilen.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Sind unsere Gesundheitskosten doch nicht zu hoch?

Von Prof. Dr. Simon Wieser

Gemäss neuesten Zahlen haben wir in der Schweiz im Jahr 2019 insgesamt 82 Milliarden Franken für die Gesundheitsversorgung ausgegeben. Das sind 9572 Franken pro Kopf, wobei wir nur ein gutes Drittel davon über die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung bezahlen.

Unsere Gesundheitsausgaben sind hoch, aber wir haben (wenigstens im Durchschnitt der Bevölkerung) auch ein deutlich höheres Einkommen als im Ausland. Deshalb habe ich einen Vergleich der Einkommen und Gesundheitsausgaben in Europa und den USA im Jahr 2019 versucht.

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Mittels Patientencoaching Experte für seine Krankheit werden und damit Gesundheitskosten sparen

Quelle: Lungenliga Schweiz

Von Cécile Grobet

Wenn Patienten durch Weiterbildungen und Coachings Experten ihrer Krankheit werden, entlastet dies die Betroffenen selbst, aber auch ihre Angehörigen, die Ärztinnen und Ärzte, das medizinische Fachpersonal und das Gesundheitssystem insgesamt. Mittels einer Kosten-Wirksamkeitsanalyse können wir am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie diese Entlastung quantifizieren, indem wir den durch das Coaching erzielten Nutzen in Beziehung zu den damit verbundenen Kosten setzen.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Wie könnten Register für Vergütungsentscheide noch besser genutzt werden?

Von Michael Stucki

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) und die obligatorische Unfallversicherung (UV) vergüten im Falle von Krankheit und Unfall alle Leistungen, welche die Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) erfüllen. Es ist allerdings nicht immer klar, ob eine Leistung diese Kriterien erfüllt. Manchmal werden dann Register ins Leben gerufen, um zusätzliche Daten zu den WZW- und weiteren Kriterien zu sammeln. Nach wenigen Jahren wird entschieden, ob die Leistung unbefristet auf den Leistungskatalog aufgenommen werden kann. Allerdings erfüllten diese Register bislang diese Erwartungen nicht immer. Im Auftrag des Swiss Medical Board (SMB) hat das WIG mit weiteren Forschern der ZHAW deshalb eine Studie durchgeführt, um die Gründe zu analysieren und Lösungswege aufzuzeigen.

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Versorgungsforschung

Impffortschritt in der Schweiz: Wer hat schon und wer will noch?

Von Sarah Heiniger, Marc Höglinger und Melanie Schliek

Die Impfung gilt als primäre Präventionsmassnahme gegen das SARS-CoV-2-Virus. Am 19. Dezember 2020 erhielt der erste COVID-19-Impfstoff von Swissmedic die Zulassung. Die begrenzte Verfügbarkeit des Impfstoffs führte zu einer Impfstrategie, welche besonders gefährdete Personen in den ersten Monaten als prioritäre Impfgruppe vorsah. Seit Mai 2021 wird die Impfung der breiten Bevölkerung ab 16 Jahren angeboten. Wer hat sich bis Anfang Juni 2021 bereits (erstmalig) impfen lassen? Und wie viele möchten dies baldmöglichst tun?

In den regelmässigen Befragungen des COVID-19 Social Monitors (vgl. Infobox) haben wir die Teilnehmenden u.a. dazu befragt. Das Ergebnis: bereits 60% hatten bis am 6. Juni 2021 die erste Dosis der Covid-19-Impfung erhalten.

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Institutsleitung

Was ist vom neuen «Experimentierartikel» zu erwarten?

Quelle: Colourbox.de

Von Matthias Maurer

Das Parlament hat in der Schlussabstimmung vom 18. Juni 2021 zur Teilrevision des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) das erste Paket mit Massnahmen zur Kostendämpfung verabschiedet. In den beiden Räten gab es viele Diskussionen zum sogenannten «Experimentierartikel». Mit diesem soll es in Zukunft möglich sein, dass innovative Pilotprojekte zur Kostendämpfung getestet werden können, selbst wenn sie von den geltenden gesetzlichen Regeln abweichen.

Was ist von diesem «Experimentierartikel» zu erwarten?

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Management im Gesundheitswesen

Kinder mit seltenen Krankheiten

Wie eine Informationsplattform (neu) betroffene Familien unterstützen soll, sich im Informationsdschungel zurechtzufinden

Quelle: Förderverein für Kinder mit seltenen Krankheiten (KMSK)

Von Johanna Stahl

Über eine halbe Million Menschen sind in der Schweiz von einer seltenen Krankheit betroffen – darunter fallen ca. 350`000 Kinder und Jugendliche.
So selten klingt das doch gar nicht! Und dennoch ist es das: Eine Krankheit gilt nämlich immer dann als selten, wenn höchstens fünf von 10`000 Personen an dieser leiden. Und weltweit gibt es ca. 8000 verschiedene solcher seltenen Krankheiten, von denen wiederum nur knapp 5 Prozent erforscht sind. Doch genug der Zahlen und Fakten. Denn «Ihr Kind hat eine seltene Krankheit» ist eine Diagnose, welche viele betroffene Familien mit fundamentalen Lebensumstellungen konfrontiert und zu grossen Sorgen, Ängsten und Belastungen führt. Viele der Eltern wissen nach Feststellung der Erkrankung häufig nicht, welche Hilfen und Unterstützungsleistungen (z.B. zur Invalidenversicherung IV) angeboten werden und worauf sie einen Anspruch haben. Zudem fehlen häufig Zeit und Energie, sich durch den Informationsdschungel mit seinen vielen meist nur fragmentiert vorliegenden Informationen zu kämpfen. Doch Hilfe ist geplant!

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Seltene Krankheiten – Wie viel darf ein Medikament kosten?

Quelle: Colourbox

Von Cécile Grobet und Dr. Renato Mattli

Im Rahmen unserer vielfältigen Tätigkeiten erhalten wir am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie immer wieder Aufträge, um die Kosten-Wirksamkeit von Medikamenten für seltene Erkrankungen zu untersuchen. Was ist ein fairer Preis für ein Medikament, das eine seltene Erkrankung verlangsamt, stoppt oder sogar heilt?

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Gesundheitsökonomische Forschung

Das Sturzpräventionsprogramm der Rheumaliga Schweiz vermeidet viele Stürze und ist sehr kosten-wirksam

Quelle: Colourbox.de

Von Stephanie Dosch

Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung sind Stürze die häufigste Unfallursache in der Freizeit. Obwohl es jeden treffen kann, sind ältere Personen besonders gefährdet: sie stürzen häufiger und mit schwereren Folgen. Darum hat die Rheumaliga Schweiz ein Sturzpräventionsprogramm entwickelt, das selbständig wohnende Seniorinnen und Senioren dabei unterstützt, Stürze zu vermeiden sowie Autonomie und Lebensqualität zu verbessern. Die Intervention wurde vom Institut für Physiotherapie der ZHAW geleitet, und ein interdisziplinäres Forschungsteam mit Beteiligung des WIG hat eine zweiteilige Evaluation dieses Präventionsprogramms durchgeführt. Das WIG fokussierte sich dabei auf die Analyse der Kosten-Wirksamkeit, welche wir in diesem Beitrag vorstellen werden.

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Versorgungsforschung

Pflegeversicherung: Erfahrung aus anderen Ländern

Quelle: Colourbox

Von Flurina Meier

Die Anzahl älterer Menschen (ab 65 Jahren) und insbesondere die Anzahl hochaltriger Menschen (ab 80 Jahren) nimmt weltweit zu. Daher ist zu erwarten, dass die Thematik der gesundheitlichen Versorgung von älteren Menschen und deren Finanzierung uns auch in Zukunft noch beschäftigen wird. Vor diesem Hintergrund kommt immer mal wieder das Thema einer so genannten «Pflegeversicherung», oder besser gesagt einer Langzeitpflegeversicherung (LZPV) auf. Dieser Begriff wird meistens für öffentliche – und nicht für private – Versicherungen verwendet, welche Langzeitpflegeleistungen abdecken. Daher zählt man die Schweiz nicht zu den Ländern mit LZPV, obschon wir in der Schweiz die Möglichkeit haben, eine private Versicherung abzuschliessen. Ende 2020 ist zu diesem Thema eine Überblicksstudie erschienen, welche die Erfahrungen mit LZPV aus mehreren Ländern zusammenfasst. Dies nehme ich zum Anlass, die LZPV hier zu thematisieren.

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