Management im Gesundheitswesen

Value-Based Healthcare Management – die Umsetzung des Konzepts Value-Based Healthcare in der Praxis:

Teil 4: Unlocking the Patient Experience – Eine Roadmap zur Verbesserung der Patientenerfahrungen im Spital

Von PD Dr. Florian Liberatore

Lange war es still um die Blogbeitrag-Reihe zu Value-Based Healthcare (VBHC). Das heisst aber nicht, dass in der Zwischenzeit das Thema VBHC am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie in Vergessenheit geraten ist. Im Gegenteil – gemeinsam mit unseren strategischen Partnern der Unternehmensberatung APP und der Schulthess Klinik haben wir diverse nützliche Tools und Konzepte entwickelt, mit denen Leistungserbringer im Gesundheitswesen VBHC in der eigenen Einrichtung schnell und einfach umsetzen können. Im Teil 4 stelle ich eine Roadmap vor, mit der man die Patientenerfahrung (Patient Experience) im Behandlungspfad optimieren kann – ein zentraler Baustein in der operativen Umsetzung von VBHC.

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Was erklärt die Ungleichheiten in der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen zwischen Migranten und Schweizern?

Quelle: Colourbox

Von Christina Tzogiou

In einer kürzlich publizierten Studie (Tzogiou et al. 2021) haben wir uns zusammen mit der Universität Luzern mit genau dieser Frage befasst und gezeigt, welche Faktoren und Mechanismen den Ungleichheiten in der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen zwischen der Migrationsbevölkerung und Nicht-Migrationsbevölkerung in der Schweiz zugrunde liegen.

Ungleichheiten in der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen zwischen der Migrationsbevölkerung und Einheimischen sind in vielen Ländern ein wichtiges Thema, mit potenziell negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Bevölkerung. Die Migrationsbevölkerung ist eine massgebliche Komponente der Schweizer Bevölkerung und der Erwerbstätigen. Sie trägt zum Wirtschaftswachstum sowie zum Gesundheitswesen des Landes bei und ist ausserordentlich vielfältig. Gleichzeitig weisen bestimmte Gruppen innerhalb der Migrationsbevölkerung höhere Mortalitäts- und Morbiditätsraten im Vergleich zu der Nicht-Migrationsbevölkerung auf.

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Gesundheitsökonomische Forschung

E-Patientendossier: was erhofft man sich davon und wann wird es endlich eingeführt?

Quelle: YouTube Video „Was ist das EPD?“

Von Stephanie Dosch und Golda Lenzin

E-Health-Strategie: eines der Trendwörter des letzten Jahres und das nicht ohne Grund! Die geplante Implementierung des E-Patientendossier (EPD) in der Schweiz ist ein gutes Beispiel für die Digitalisierung im Gesundheitswesen, von der man sich eine höhere Behandlungsqualität und tiefere Kosten verspricht. Das EPD ist seit vielen Jahren ein Thema und sollte nun im Verlauf des Jahres 2021 schrittweise eingeführt werden. Es enthält alle medizinischen Daten eines Patienten wie Krankheiten, Medikamente und Behandlungen. Auf die Daten kann nur mit der Einwilligung der Patientin oder des Patienten zugegriffen werden.

Was verspricht man sich vom EPD? Wir diskutieren in diesem Beitrag kurz zwei Argumente und schauen, wie weit die Umsetzung ist.

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Versorgungsforschung

Wie Task Shifting die Gesundheitsversorgung von Kindern verbessern kann

Quelle: Colourbox

Von Maria Carlander

Das Gesundheitswesen in der Schweiz ist im internationalen Vergleich auf Topniveau. Es gibt jedoch einige Stolpersteine, die besonders in den nächsten Jahrzenten zu einem Problem werden könnten. So sind unter anderem die Kosten im internationalen Vergleich sehr hoch und weiterhin steigend.  Zudem droht in der Zukunft ein akuter Personalmangel von ärztlichen und nicht-ärztlichen Fachpersonal.

In der Grundversorgung ist die Situation besonders schwierig. Es gehen mehr Hausärztinnen und Hausärzte in Rente als neuer Nachwuchs ausgebildet wird und die traditionelle Hausarztmedizin ist für Studienabgänger nicht mehr so attraktiv wie früher. Bis 2030 wird die Hälfte der Kinderärzte in Rente gegangen sein (das Durchschnittsalter der Kinderärzte liegt bei 55 Jahren, die Kinderärztinnen sind im Schnitt acht Jahre jünger).

Schauen wir uns am Beispiel der Versorgung von Kindern näher an, was das bedeuten könnte.

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Weiterbildung

Einen Vitra-Sessel für jedes Spitalzimmer, bitte!

Quelle: Colourbox

Von Olivia Malek

Warum eigentlich nicht? Ich könnte mich mit der Vorstellung gut anfreunden: Top durchdesignte Spitalzimmer für jeden Patienten! Es liegt allerdings auf der Hand, dass wir im Gesundheitswesen nicht unbedingt diese Richtung ansteuern sollten. Und doch stolpere ich in meiner täglichen Arbeit als Studiengangleiterin am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie immer wieder über den Begriff «Design».

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Management im Gesundheitswesen

PROMs in der Hausarztpraxis

Quelle: Colourbox

Irene Kobler und Johanna Stahl

Wie erfreulich wäre es doch, wenn man Sie bei Ihrem nächsten Hausarztbesuch auch einmal nach Ihrer Perspektive fragen würde… Danach zum Beispiel, wie Sie selbst Ihre Gesundheit oder Ihre Lebensqualität einschätzen. Ganz sicher gibt es die eine Hausärztin oder den anderen Hausarzt, die/der dies schon in der Konsultation erfragt. Doch fehlt es in der Grundversorgung bisher an einer systematischen Einbindung solcher patientengerichteten Indikatoren auf eine praktische, einfache und kostengünstige Art. Dieser Herausforderungen haben wir uns gemeinsam mit der EQUAM Stiftung angenommen. In einem durch Innosuisse geförderten Projekt haben wir ein Angebot entwickelt, welches Patient-reported Outcome Measures (kurz PROMs) in die Hausarztpraxis bringen soll.

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen und Versorgungsforschung

Bewegung als Therapie in der Schweiz – was braucht es dafür?

Quelle: Eigene Darstellung

Von Maria Carlander und Dr. Renato Mattli

Körperliche Aktivität ist nicht nur eine kosten-wirksame Intervention zur Vermeidung verschiedener nichtübertragbarer Krankheiten (NCDs; z.B. Diabetes, Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen), sondern auch eine kosten-wirksame Therapie für Personen, die von NCDs, psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen betroffen sind. Dennoch wird diese Therapieform in der Schweiz bislang wenig eingesetzt. Mit Kollegen des Departements Gesundheit der ZHAW haben wir kürzlich dazu Handlungsempfehlungen für die Schweiz erarbeitet.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Wieso steigen die Gesundheitskosten? Neue WIG-Studie gibt wichtige Hinweise

Abbildung 1: Beitrag von sechs Faktoren zum Anstieg der Kosten pro Krankheitsgruppe in % (eigene Abbildung, basierend auf der Studie von Stucki 2021)

Von Michael Stucki

Eine neue WIG-Studie zeigt, welche Faktoren wie viel zum Wachstum der Gesundheitskosten beitragen. Untersucht wurde der Effekt von sechs Faktoren auf die Kostenentwicklung der stationären Behandlung im Kanton Zürich zwischen 2013 und 2017.

Rund ein Drittel der gesamten Zunahme von 14.7% war auf das Bevölkerungswachstum zurückzuführen. Die sinkende Aufenthaltsdauer im Spital wirkte dagegen kostendämpfend. Dieser Effekt wurde aber weitgehend durch die starke Zunahme der Kosten pro Behandlungstag im Spital neutralisiert.

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Versorgungsforschung

Was bringen Disease-Management-Programme in der Behandlung von Diabetes?

Quelle: Colourbox

Von Dr. Brigitte Wirth

Gemäss Schätzungen des BAG leiden in der Schweiz ca. eine halbe Million Menschen an Diabetes. Die Tendenz ist steigend. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter stark an: bei den über 75-Jährigen litten 2017 15% der Männer und 10% der Frauen an Diabetes. Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf die entstehenden Gesundheitskosten. Um diese einzudämmen, werden auch in der Schweiz zunehmend strukturierte, evidenzbasierte Behandlungsprogramme, sog. Disease-Management-Programme (DMP), in der Behandlung von Diabetes eingesetzt. Dabei wird zusammen mit den Patientinnen und Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt, und Massnahmen und Ziele werden definiert und in regelmässigen Abständen überprüft. Weitere wichtige Bestandteile eines DMPs sind die Behandlung durch interdisziplinäre Teams sowie deren regelmässige Weiterbildung. Im Auftrag der SWICA Krankenversicherung haben wir untersucht, was solche Programme in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und Qualität in der Behandlung von Diabetikerinnen und Diabetikern bringen.

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Gesundheitspolitik

Wieso die Gewichtung beim Spital-Benchmarking nicht zweckmässig ist

Quelle: Nicola Pridik, Zeichentipps für Juristen – Bildvokabeln für den juristischen Alltag

Von Matthias Maurer

Es bleibt kompliziert! In einem früheren Blog habe ich ungeduldig das Fehlen der lange angekündigten schweizweiten Betriebsvergleiche der Spitäler moniert. Seit September 2020 liegt der schweizweite Vergleich der schweregradbereinigten Fallkosten nun erstmalig vor. Aktuell wird kontrovers diskutiert, ob das darauf aufbauende Benchmarking gemäss der Grösse der Spitäler gewichtet (z.B. nach Anzahl Fällen oder Case Mix) oder ungewichtet vorgenommen werden soll.  

Wann und in welcher Form ist eine Gewichtung im Rahmen des Spital-Benchmarkings sinnvoll? Diese Frage haben wir im Auftrag der Einkaufsgemeinschaft HSK in einer Studie zu beantworten versucht. Die Relevanz dieser eher technischen Fragestellung ist offensichtlich – dient das Benchmarking der Spitäler doch dazu, den Preis der Spitalleistung (Base Rate) zu bestimmen.

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