Allgemein

Leben retten mit Statistik?

Von Dr. Marc Höglinger

Datenanalyse, Data Science oder, ganz klassisch, Statistik: wie immer man es nennt, die Auswertung grosser Datenmengen gewinnt in allen Lebensbereichen an Bedeutung. Die Routenwahl unseres Smartphone-Kartentools, Google-Suchvorschläge, diagnostische Tests im Gesundheitsbereich und Therapievorschläge, um nur einige Beispiele zu nennen, stützen sich alle auf statistische Analysen und Schätzungen. Continue Reading

Management im Gesundheitswesen

Virtual Reality in der Spitalplanung: Digital Health trifft „The Matrix“

Von Irene Kobler und Prof. Dr. Alfred Angerer

Ob ich vor dem Kauf mein Auto neu konfigurieren und testen oder in einem Videospiel die Welt in der Vogelperspektive erkunden möchte – Virtual Reality (VR) macht’s möglich. Dass die computergeschaffene künstliche Wirklichkeit in der Welt der Computerspiele längst zum Alltag gehört, ist kein Geheimnis. Doch dass Spitäler bei der Planung eines neuen Gebäudes auf solch eine Technologie zurückgreifen, hätte man sich bis vor einigen Jahren noch nicht zu träumen gewagt. Continue Reading

Gesundheitsökonomische Forschung

Die Lebenserwartung steigt weiter – und die Schweiz ist auf Platz 1 bei den Männern

Von Prof. Dr. Simon Wieser

Seit 1990 ist die Lebenserwartung der Schweizer Männer von 74 auf 81 Jahre gestiegen – also um ganze 7 Jahre. Aufs Jahr umgerechnet, hat die Lebenserwartung damit jedes Jahr um 3 Monate zugenommen. Das ist enorm viel und weltweit sind die Schweizer Männer damit auf Platz 1.

Es sind vor allem gute Jahre

Und das ist nicht alles. Die zusätzlichen Jahre sind nicht etwa Jahre mit schlechter Gesundheit, wie es Pessimisten befürchten. Von den 7 gewonnenen Jahren der Männer sind 5.9 Jahre bei guter Gesundheit.

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Weiterbildung

Wieso lohnt es sich, eine Weiterbildung in Angriff zu nehmen?

Von Esther Furrer

Die kurze Antwort auf die Frage zur Motivation und zum Wert, eine Weiterbildung in Angriff zu nehmen wäre, weil CAS, DAS und MAS wissens-, praxis- und umsetzungsorientiert sind. Aber wieso genau muten sich berufstätige Fach- und Führungskräfte zunehmend herausfordernde Studiengänge zu und berauben sich wertvoller Frei-, Freunde- und Familienzeit?

In der langjährigen Tätigkeit als Studienleitung für Weiterbildungen im Bereich Gesundheitswesen lassen sich aus zahlreichen Beratungsgesprächen mit bildungswilligen Personen drei Muster feststellen.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Reform des Risikoausgleichs – Steigen die Prämien der Jäger nach guten Risiken?

Von Michael Stucki

In der obligatorischen Krankenversicherung zahlt jeder Versicherte bei einer Krankenkasse in einer Prämienregion für ein bestimmtes Versicherungsmodell und eine Franchisestufe die gleiche (Kopf-)Prämie. Diese hängt also nicht vom Alter, dem Geschlecht, oder dem Krankheitsrisiko ab. Mittels Risikoausgleich zwischen den Krankenversicherern werden Kassen mit vielen schlechten Risiken in der Grundversicherung für ihre Zusatzaufwände entschädigt. Letztes Jahr wurde der Risikoausgleich verfeinert. Wie haben die Krankenkassen darauf reagiert? Haben Versicherer mit tendenziell guten Risiken die Prämien überdurchschnittlich erhöht? Continue Reading

Versorgungsforschung

Nationales Forschungsprogramm «Gesundheitsversorgung» – NFP74

Von Prof. Dr. Klaus Eichler

Der Schweizerische Nationalfonds führt seit 2015 das Nationale Forschungsprogramm «Gesundheitsversorgung» (NFP74) durch. In diesem Programm werden seit 2017 Forschungsvorhaben aus der Versorgungsforschung gefördert, die das Wissen um die Gesundheitsversorgung der Schweizer Bevölkerung erweitern werden und bestehende Forschungslücken füllen sollen. Continue Reading

Management im Gesundheitswesen

Design Thinking oder wie man mit einem Bierzelt Neubauprobleme löst

Von Prof. Dr. Alfred Angerer

Das Projekt am Landeskrankenhaus Graz war sehr ehrgeizig. Ein Neubau stand an, eine Notfallambulanz für Kinder sollte komplett neu geplant und errichtet werden. Wer sich jemals mit Bau im Spital beschäftigt hat weiss, wie unglaublich kompliziert das sein kann. In Graz wurde die Komplexität noch gesteigert, indem die neue Ambulanz gemeinsam von zwei bisher getrennten Abteilungen betrieben werden sollte. Zu den baulichen Herausforderungen kommen nun also auch eine Menge menschliche und die Organisationsstruktur betreffende Fragen hinzu. Eigentlich die idealen Zutaten für ein katastrophales Projekt. Doch das Projekt wurde ein grosser Erfolg, die Prozesse im Neubau sind nun effizienter, die Patientenwartezeit stark reduziert, die Mitarbeitenden glücklich. Das Geheimnis des Erfolgs? Ein Bierzelt! Continue Reading

Expertenmeinung

Sparpotenziale in der Psychiatrie

Von Cassandra Waech
Ein Interview mit Dr. med. Benjamin Dubno, Chefarzt / Stv. Ärztlicher Direktor, ipw und Dozent Integrationsmodul Medizin für Nichtmediziner

Immer mehr Menschen leiden im Verlauf ihres Lebens an einer psychischen Erkrankung. Eine kürzlich erschienene Studie des Winterthurer Instituts für Gesundheitsökonomie WIG, ZHAW zeigte, dass die Kosten für psychische Störungen mit 6.857  Mrd. CHF (entspricht 10.6 Prozent der gesamten Gesundheitskosten) aussergewöhnlich hoch sind. Die meisten Patienten werden ambulant oder tagesklinisch und damit kostengünstig betreut, weit weniger Patienten werden stationär therapiert. Dennoch fallen gemäss Sonntagszeitung 60 Prozent der Kosten in der Psychiatrie im stationären Bereich an. Gemäss Aussage von Prof. Dr. Simon Wieser, Institutsleiter am WIG, gäbe es grosses Sparpotenzial, wenn die Therapien in der Psychiatrie vermehrt ambulant erfolgen könnten. Eine Expertenmeinung aus der Praxis über mögliche Sparpotenziale in der Psychiatrie im nachfolgenden Interview mit Dr. med. Benjamin Dubno. Continue Reading

Gesundheitsökonomische Forschung

Wer finanziert welche Gesundheitsleistungen?

Von Michael Stucki und Maria-Eleni Syleouni

Wie hoch waren die gesamten Gesundheitsausgaben in der Schweiz im Jahr 2016 und wie werden sie finanziert? Das Bundesamt für Statistik hat im April provisorische Zahlen dazu veröffentlicht. Mit insgesamt 80.7 Mrd. Franken bzw. durchschnittlich 803 Franken pro Person und Monat sowie einem Anteil von 12.2% am Bruttoinlandprodukt erreichten die Ausgaben einen neuen Höchstwert. Continue Reading

Versorgungsforschung

Switzerland «Zero Points»? Choosing Wisely (Kanada und USA) versus Smarter Medicine (Schweiz)

Von Flurina Meier

Ein Highlight des diesjährigen «International Forum for Quality and Safety in Healthcare» war die Präsentation von Dr. med. Wendy Levinson, Chair von Choosing Wisely Kanada. Choosing Wisely ist eine Initiative aus den USA, welche versucht, überflüssige und möglicherweise sogar schädliche Behandlungen im Gesundheitswesen zu vermeiden oder zumindest zu verringern. Erreicht wird dieses Ziel mit bottom-up erstellten Listen von unnötigen oder gar schädlichen Behandlungen, welche zukünftig vermieden werden sollen. Die Listen sind absichtlich kurz gehalten – sie beinhalten meist ca. 5 Empfehlungen – und die Empfehlungen sind einfach und evidenzbasiert. Erstellt werden die Listen von medizinischen Fachgesellschaften oder Fachgesellschaften anderer Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen. In der Schweiz kennt man diese Bewegung auch unter dem Namen Smarter Medicine. Continue Reading