Versorgungsforschung

Die WHO Decade of healthy ageing 2020 – 2030

Quelle: Bundesamt für Statistik

Von Flurina Meier

Sie kennen die Bilder: der demografische Wandel kommt – nicht nur in der Schweiz. Auch in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern steigt die Zahl der älteren Bewohner. In Nordafrika, vielen Teilen von Asien, Lateinamerika und der Karibik soll sich der Anteil der über 65-Jährigen zwischen 2019 und 2050 verdoppeln (Quelle: UN-World Population Prospects 2019). Die Zahl der über 80-Jährigen soll sich in derselben Zeitperiode weltweit sogar verdreifachen von 143 Millionen auf 426 Millionen (Quelle: UN-World Population Prospects 2019).

Eine erfreuliche Nachricht. An diesem Erfolg haben viele Personen – insbesondere auch im Gesundheitswesen – lange gearbeitet. Nun ist die Frage: was können wir für diese Personen tun, die dank besserer Ernährung und Hygiene, verbesserter Gesundheitsversorgung und dem technologischen Fortschritt in der Medizin so lange überlebt haben? Wie müssen sich die Gesundheitssysteme und Lebensbedingungen anpassen, damit wir so älter werden können, wie wir uns das wünschen? Und was davon ist denn – bitteschön – noch bezahlbar?

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Weiterbildung

Was hat der Klimawandel mit Gesundheitskompetenz zu tun?

Quelle: Colourbox

Von Cassandra Waech

Streaming ist so umweltschädlich wie Fliegen – so hiess es zumindest vor einigen Wochen in den Medien. Die Kritik daran liess nicht lange auf sich warten. Bereits einige Tage später wurden die Zahlen von anderen ExpertInnen relativiert. Die aktuelle Klimadebatte zeigt, dass vielen Menschen der Umgang mit Zahlen und Risikoangaben schwerfällt.  Dabei ist beides gerade auch im Gesundheitswesen zentral.

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Bundesamt für Gesundheitskosten?

Von Renato Mattli

Am vergangenen Sonntag stolperte ich in einem Zeitungsartikel über den Begriff «Bundesamt für Gesundheitskosten». Ich musste zweimal lesen, aber tatsächlich, da stand…

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Management im Gesundheitswesen

It is worth it – Optimale Gestaltung von Komfort-Leistungen im Spital mittels Conjoint-Analyse

Quelle: Colourbox

Von PD Dr. Florian Liberatore

«Zu teuer und unnötig – die Spitalversicherung wird zum Auslaufmodell». So titelt die NZZ am 11.03.2018 einen Beitrag, der zeigt, dass stationäre Zusatzversicherungsangebote von Versicherten immer weniger nachgefragt werden. Als Gründe hierfür werden die immer höheren Standards im Grundversicherungsbereich (Einbett-/Zweitbettzimmer), die Verlagerung von stationären Leistungen in die ambulante Versorgung als auch die sinkenden Verweildauern bei stationären Aufenthalten genannt. Dies führt dazu, dass Komfort-Leistungen bei einem Spitalaufenthalt weniger versichert werden. Falls sie doch in Anspruch genommen werden, werden sie häufiger von Patienten als Selbstzahler-Leistungen getragen. Daher wird es für ein Spital immer wichtiger, die Komfort-Leistungen attraktiv auszugestalten, so dass die Patienten auch bereit sind dafür zu zahlen.

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Neue WIG Studie zeigt die enorme Krankheitslast des Rauchens

Copyright: Tobaccoatlas

Von Renato Mattli und Simon Wieser

Rauchen verursacht mehr als 9’500 Todesfälle pro Jahr. Das entspricht 14 Prozent aller Todesfälle in der Schweiz. Gleichzeitig ist der Tabakkonsum für 10 Prozent aller durch Krankheit und frühzeitigen Tod verlorenen Lebensjahre und Lebensqualität verantwortlich. Hinzu kommen 3 Milliarden Franken medizinische Kosten und 2 Milliarden Franken Produktionsverluste.

Das sind die Ergebnisse unserer gestern veröffentlichten Studie zur Krankheitslast und den Kosten des Tabakkonsums in der Schweiz.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Stressreduktion am Arbeitsplatz: Wissenschaftliche Erkenntnisse in Unternehmen umsetzen

Von Beatrice Brunner

Die Struktur der modernen Arbeitswelt verändert sich grundlegend. Der technologische Wandel führt in der Sprache der Arbeitssoziologie zu einer «Flexibilisierung der Arbeitswelt» oder einer «Entgrenzung der Arbeit». Gemeint ist damit, dass die Arbeitnehmer ständig erreichbar sind (oder glauben, es sein zu müssen) und sich deshalb mental kaum erholen können. Mittlerweile gehört arbeitsbedingter Stress zu den grössten Herausforderungen des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz. Er beeinträchtigt die Gesundheit des Einzelnen, wirkt sich aber auch negativ auf die Unternehmen aus und verursacht volkswirtschaftliche Kosten.

Dabei wird Stress wie auch viele andere seelische Gesundheitsprobleme häufig als individuelles Problem missverstanden oder stigmatisiert. Betrachtet man Stress jedoch als Risiko auf der Ebene der Organisation, kann er, wie die anderen Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz, reduziert werden. Das WIG forscht seit 2014 zusammen mit der Universität Bern zu diesem Thema. Die neusten Erkenntnisse konnten wir nun in der wissenschaftlichen Zeitschrift «The European Journal of Health Economics» veröffentlichen.

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Versorgungsforschung

Soll die Langzeitpflege in die neue EFAS aufgenommen werden?

Von Flurina Meier

Kürzlich hat die Gesundheitsdirektoren-Konferenz (GDK) die Krankenversicherer aufgeschreckt. Sie stellt die Forderung, die Langzeitpflege in die Diskussion um eine einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen (EFAS) miteinzubeziehen. Worum geht es bei der EFAS und was wären die Vor- und die Nachteile einer solchen Ausweitung der EFAS?

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Management im Gesundheitswesen

Digitale Prozessbeobachtungen: Ein Tag im Leben eines anderen Berufs

Quelle: © Colourbox

Von Sina Berger

Wenn ich im Wartezimmer eines Spitals sitze, beobachte ich gerne die Menschen und das Geschehen um mich herum. In dem Korridor hinter der Trennwand sehe ich Ärztinnen und Ärzte, die sich mit anderem Fachpersonal austauschen. Wir als Patientinnen und Patienten sehen die Ärztin oder den Arzt meist nur für kurze Zeit. Verschiedene Studien und unsere eigenen Projekte zeigen, dass das ärztliche Personal häufig nur höchstens 30% der Zeit effektiv bei den Patienten verbringt. Zu gerne würde ich als Laie wissen wollen, was genau Ärztinnen und Ärzte den ganzen Tag machen und wie deren Arbeitsalltag aussieht.  Mittels Verhaltensbeobachtungen erfassen Forschende einen Einblick in die genauen Abläufe von Fachpersonen.

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Weiterbildung

Weiterbildungsfreak, Weiterbildungspragmatiker oder Weiterbildungsgourmet?

three glasses with white, rose and red wine
@colourbox

Von Esther Furrer

Wie informieren Sie sich über Weiterbildungsangebote? Besuchen Sie Informationsanlässe, oder nehmen Sie eher eine persönliche Beratung in Anspruch? Hier erfahren Sie warum es sich lohnt, Zeit in die Suche Ihrer nächsten Weiterbildung zu investieren – unabhängig davon, welcher Weiterbildungstyp Sie sind.

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Veranstaltungen

Neue Höhen in der Gesundheitsökonomie

Von Christina Tzogiou

Dies war der Titel der weltweit grössten Konferenz für Gesundheitsökonomen, der International Health Economics Association (iHEA) Konferenz 2019, die Mitte Juli in Basel stattgefunden hat.

Mehr als 1’000 Forscher aus der ganzen Welt reisten in die Schweiz, um an dieser Konferenz teilzunehmen. Das WIG war dabei mit 12 Teilnehmern und 7 Beiträgen (siehe Tabelle) vertreten. Die Themen, die während dieser fünf Tage diskutiert wurden, waren vielfältig. Sie reichten von Finanzierung und Ausgaben des Gesundheitswesens über gesundheitsökonomische Evaluationen bis hin zu Angebot und Nachfrage von Gesundheitsleistungen.

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