Versorgungsforschung

Ältere Bevölkerung geniesst hohe Lebensqualität – auch mit chronischen Erkrankungen

Von Marc Höglinger

Im Alter nehmen Gesundheitsprobleme zu und auch chronische Krankheiten sind weit verbreitet. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Lebensqualität der Betroffenen sinkt oder ihr Alltag stark beeinträchtigt wird, wie eine Studie des WIG im Auftrag des BAG zeigt.

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Management im Gesundheitswesen

Lean und Digital im OP – Eine Pilotstudie am KSGR

Quelle @ Colourbox

Von Irene Kobler und Alfred Angerer

Die Komplexität der Zusammenarbeit und die gegenseitige Abhängigkeit aller Beteiligten im Operationssaal (OP) sind unbestritten. Wer nun denkt, dass Standards demzufolge im OP sehr stark verbreitet wären, täuscht sich. Gerade neulich wurde uns im Gespräch mit einem OP-Manager im Rahmen einer Fachtagung wieder klar: Standards im OP sind nicht nur selten, sondern auch schwer einzuführen und zu managen. Auch in der wissenschaftlichen Literatur wird Standardisierung im OP nur selten thematisiert. Wir haben 115 Artikel über Prozessoptimierung systematisch analysiert. Gerade einmal 9% befassen sich mit dem Thema Standardisierung.

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Gesundheitsökonomische Forschung

«Food Waste» oder «Health Care Waste» – Welche Verschwendung kostet uns mehr?

Quelle: entsorgungskalender.ch

Von Prof. Dr. Simon Wieser

«Food Waste» nennt sich die enorme Verschwendung von Lebensmitteln in unserer Wohlstandsgesellschaft. Gemäss foodwaste.ch geht ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel verloren. Gründe sind Überproduktion, zu grosse Portionen, weggeworfenes Essen und vieles mehr.

Aber wir verschwenden nicht nur Lebensmittel, sondern auch Arztbehandlungen, Spitalaufenthalte und Medikamente. Bei diesem «Health Care Waste» bezahlen wir unnötige medizinische Behandlungen und Produkte, die nichts zur unserer Gesundheit beitragen. Das genaue Ausmass dieser Verschwendung ist noch unbekannt, aber Vermutungen für die Schweiz liegen bei gegen 20% der gesamten Gesundheitsausgaben.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Eine Frage der Gerechtigkeit: Bonusprogramme in der Grundversicherung

Von Janina Nemitz

Steigende Krankenkassenprämien sorgen im politischen Diskurs immer wieder für Aufruhr. Dies lässt schweizerische Krankenversicherer erfinderisch werden: Bonusprogramme, welche Versicherte für gesundheitsbewusstes Verhalten mit Gutscheinen und Prämienrabatten belohnen, sind immer häufiger anzutreffen – nicht zuletzt auch mit der Helsana+ App in der Grundversicherung. Aus theoretischer Sicht sind diese Programme an und für sich eine gute Idee. Durch die gestärkte Eigenverantwortung der Versicherten und eine Umverteilung der Kosten gemäss Verursacherprinzip könnten sie langfristig gesehen zu günstigeren Prämien für alle Versicherten führen. Demgegenüber steht jedoch ein Gerechtigkeitsargument. Da bestimmte Gruppen in der Bevölkerung diese Programme nicht nutzen könnten, untergrüben die damit verbundenen Prämienrabatte das Solidaritätsprinzip in der Grundversicherung, so Konsumentenschützer. Dieser Blog-Eintrag greift dieses Gerechtigkeitsargument auf und beleuchtet es von einer etwas anderen Seite, auch unter Zuhilfenahme einer kürzlich publizierten wissenschaftlichen Studie, die sich genau mit diesem Thema befasst.

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Weiterbildung

Akkreditierung im Hochschulkontext

Von Esther Furrer

Welche Überlegungen machen Sie sich beim Kauf eines Autos? Neben optischen Kriterien werden Sie wahrscheinlich vor allem auch Leistungs- und Nachhaltigkeitsüberlegungen mit einbeziehen. Die Wahl zwischen bewährten Produkten oder solchen mit innovativer, vielleicht unsicherer Technik oder Produktionsgrundlage fällt nicht leicht. Sicher diskutieren Sie Anforderungen, Zuverlässigkeit und Eigenschaften. Sie wissen, auch intrinsische Motive tragen zur Entscheidung bei. Vermittelt Ihnen Ihr Bauchgefühl Tranzparenz und Vertrauen zum Produkt?

Wie unterschiedlich gestaltet sich die Suche nach der für Sie passenden Aus- oder Weiterbildung?

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

«Non-Adherence»: Wenn wir die verschriebenen Medikamente nicht einnehmen

Von Renato Farcher

Das Schweizer Gesundheitssystem ist komplex und die gesundheitspolitischen Debatten werden oft von Fragen zu Kosten und zur Finanzierung dominiert. Nicht zuletzt richten sich gesundheitspolitische Massnahmen stark auf die Kontrolle der Mengenausweitung und Kostendämpfung. Eine Massnahme, die dabei selten diskutiert wird, ist die Verbesserung der Therapietreue bei Medikamenten. Unter Therapietreue wird dabei das bewusste Einhalten von Therapieverordnungen durch die Patienten verstanden. Nicht zuletzt bringt eine Steigerung der Therapietreue positive Gesundheitseffekte und oft hohe Kosteneinsparungen mit sich.

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Weiterbildung

Wo drückt der Schuh? – Herausforderungen in der Integrierten Versorgung

Wordcloud aus den Präsentationen im CAS Koordinierte Versorgung im Gesundheitswesen 2017/2018

Von Olivia Malek

Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen: Was ist darunter zu verstehen? Mit welchen Herausforderungen sehen sich innovative Versorgungsmodelle konfrontiert? Welche Rahmenbedingungen existieren damit eine fachübergreifende Versorgung von Patienten auch in der Schweiz Fuss fassen kann? Damit befassen sich unsere Studierenden nun seit fast vier Monaten im CAS Koordinierte Versorgung im Gesundheitswesen.

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Allgemein

Datenschutz im Gesundheitswesen: Korrekter Umgang mit sensiblen Daten

Von Carole Del Degan

Im Gesundheitswesen gehört der Umgang mit sensiblen Daten zum Alltag. Gesundheitsdaten sind überdies durch das medizinische Berufsgeheimnis besonders geschützt. Wie ist der Datenschutz hier zu gewährleisten? Unter welchen Voraussetzungen dürfen Daten erhoben, bearbeitet oder Dritten bekannt gegeben werden? Diese datenschutzrechtlichen Fragen stellen sich insbesondere im Bereich der klinischen Praxis in Bezug auf Auskunftspflichten und –rechte der Mitarbeitenden sowie im Hinblick auf Einsichtsrechte von Betroffenen oder Dritten. Datenschutz spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, wenn es um Finanzen, Forschung sowie um die allgemeinen Geheimhaltungsbestimmungen im Gesundheitswesen geht.

Informationsanlass

Um rechtliche Fragen rund um den Datenschutz zu erörtern und zu klären, bietet das ITPZ in der Reihe seiner Seminare zum Thema Datenschutz das Fachseminar «Datenschutz im Gesundheitswesen» am 23. Mai in Winterthur an. Das Seminar ist spezifisch auf Personen ausgerichtet, die im (öffentlichen) Gesundheitswesen tätig sind und die in ihrer Arbeit mit Datenschutzfragen konfrontiert sind (Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachpersonen, Verwaltungskader und Mitarbeitende von Spitälern, Heimen und weiteren Institutionen des Gesundheitswesens, Rechtsabteilungen und IT-Verantwortliche).

Stellen auch Sie Fragen aus Ihrem Arbeitsumfeld und diskutieren Sie mit Kolleginnen und Kollegen aus ihrem Fachbereich sowie juristischen Expertinnen und Experten über die Herausforderung und korrekte Handhabung des Datenschutzes in ihrem Arbeitsalltag. Wir freuen uns auf Sie: Weitere Informationen und Anmeldung

Das Zürcher Zentrum für Informationstechnologien und Datenschutz (ITPZ) steht für die Kooperation der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und des Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich im Bereich Informationstechnologie und Datenschutz.

Autoren / Ansprechpersonen: Michael Widmer, Dozent für Datenschutzrecht, Studienleiter CAS Datenschutzverantwortliche ZHAW 

Carole Del Degan, wissenschaftliche Assistentin ZHAW

Management im Gesundheitswesen

Keine Panik bei Verschlechterung von Kennzahlen – Natürliche Schwankungen mit Process Behavior Chart verstehen!

Von Sabine Ultsch

Sie joggen regelmässig 10 km und benötigen normalerweise dafür 60 Minuten. Heute haben Sie allerdings 65 Minuten benötigt und fragen sich nun, ob Sie sich Sorgen machen müssen. Werden Sie krank? Nimmt gar die Kapazität Ihrer Lungen ab? Oder handelt es sich bei diesem Wert um eine Abweichung die in einem normalen Schwankungsbereich liegt?

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Gesundheitspolitik

2019 – Ein Jahr der Wahrheit für den Spitalwettbewerb?

Quelle: SRF

Von Matthias Maurer

Die Bevölkerung der Gemeinden, die am Zweckverband des Spitals Affoltern beteiligt sind, kann am 19. Mai darüber abstimmen, ob ihr Spital in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll. Bei Zustimmung wäre damit das Signal verknüpft, wieder Geld in die veraltete Infrastruktur zu investieren.

Was hat diese Abstimmung mit dem spätestens seit der neuen Spitalfinanzierung von 2012 eingeläuteten Wettbewerb zwischen den Spitälern zu tun? Und warum könnte 2019 durchaus als Jahr der Wahrheit für den Spitalwettbewerb in die Annalen eingehen?

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