Management im Gesundheitswesen

Dem Ärztemangel mit Physiotherapie begegnen

© Colourbox

Von Sarah Schmelzer

Die meisten von uns kennen die folgende Geschichte aus eigener Erfahrung oder aus den Berichten von Bekannten: Beim gemütlichen Fussballspiel kommt es zum Foul, welches eine Schwellung des Knöchels mit sich bringt. Einen Tag später geht man zum Arzt, welcher einen Knochenbruch ausschliesst und einen an die Physiotherapie verweist. Dort werden die strapazierten Bänder während mehreren Therapiesitzungen wieder einsatzfähig gemacht. Möglicherweise geht es anschliessend nochmals zur Nachkontrolle zum Arzt. Als Betroffener stört mich an dieser Geschichte einerseits das Foul des Gegenspielers und andererseits die Zeit welche ich mit Terminvereinbarungen, Informationsübermittlung und in Wartezimmern verbringe. Wieso muss ich die Vor- und Nachbesprechung mit einer Fachperson führen, welche nicht die Behandlung durchführt?

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Management im Gesundheitswesen

Wer ist die Schönste im ganzen Land? Mit der Kennzahl CAGR raus aus der Vergleichbarkeitsfalle

Von Sina Berger

Social Media – ein grosses Thema bei den Millennials: Auf Plattformen wie beispielsweise Instagram zeigen sich User(innen) von ihrer besten Seite und laden verschiedenste Fotos auf ihr Profil. Sie wollen sich mitteilen und ihren Followern Einblicke in ihren Alltag geben. Sehr schnell entsteht der Drang, sich zu vergleichen: Wer hat die schönste Reise gemacht, die aufregendsten Sportaktivitäten durchgeführt, sich am schicksten gekleidet. Diesen Drang, sich ständig zu vergleichen, gibt es auch im Gesundheitswesen. Dabei passieren aber methodisch jede Menge unnötige Fehler. Einen davon wollen wir in diesem Blog beseitigen.

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Konsumentenschutz?

Von Renato Mattli

Coca-Cola reduziert den Inhalt der 500ml Flaschen auf 450ml bei gleichbleibendem Preis. Aus gesundheitsökonomischer Sicht ist dieser Schritt sehr erfreulich.

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Management im Gesundheitswesen

Nicht schon wieder Eintopf! Den Strategieprozess anders gestalten

Von Prof. Dr. Alfred Angerer

Wohin soll die Reise meiner gesamten Organisation gehen, und wie erreiche ich diese Ziele? Klassische Fragen aus dem Bereich Strategie. Wenn ein Praktiker die Aufgabe erhält die Strategie zu entwickeln, wird er oder sie viele theoretische Publikationen zu dem Thema finden. Klassische Strategieerstellungsansätze geben einem klare, jedoch eher oberflächliche Anweisungen wie man vorgehen soll. Diese klingen häufig wie ein Kochbuch: Man nehme einen Fond aus Porters 5-Forces- Analysen, gebe eine Prise SWOT hinzu und jede Menge prognostizierte Umsätze, und rühre diesen Zahlensalat so lange, bis das Ergebnis rauskommt das der CEO hören will.

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Weiterbildung

Von der Idee zum Ergebnis – Chancen einer Masterarbeit

Von Esther Furrer

Studierende im Weiterbildungs-Masterstudiengang des Winterthurer Instituts für Gesundheitsökonomie profitieren von der Möglichkeit, eine Problemstellung ihres Interessengebiets zu bearbeiten. Sie wählen eine wissenschaftlich relevante Thematik oder bearbeiten ein praktisches und im Berufsalltag eminent wichtiges Anliegen – sozusagen «zwei Fliegen auf einen Schlag». Wie nutzt man diese Chance richtig? Welches sind die wichtigsten Überlegungen zur Formulierung der Problemstellung, zur Methodenwahl und zum Transfer in die Praxis?

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Gesundheitsökonomische Forschung

Mediales Interesse an der Stundenlohnstudie

Von Dr. Beatrice Brunner

Die Publikation unserer Stundenlohnstudie hat eine grosse mediale Aufmerksamkeit generiert. Die Verbreitung von Studienresultaten in der Öffentlichkeit ist grundsätzlich wünschenswert und sinnvoll. In diesem Fall hat sich das mediale Interesse jedoch überwiegend auf einen Aspekt der Studie fokussiert: Den Vergleich der Stundenlöhne verschiedener akademischer Berufe und der sich daraus ergebenden «Rangliste». So titelte etwa der Tagesanzeiger Ende letzter Woche publikumswirksam «Ärzte verdienen gleich viel wie Anwälte». Dieser enge Fokus lässt einerseits die aus unserer Sicht interessanteren Resultate zu den Arbeitszeiten der Berufsgruppen ausser Acht und er unterschlägt andererseits die Vorsicht, welche wir bei der Interpretation der Resultate angemahnt hatten.

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Versorgungsforschung

Nach dem Spital ins Pflegeheim: Muss nicht sein!

Von Flurina Meier

Nach einem Aufenthalt im Spital treten viele SeniorInnen dauerhaft in ein Alters- und Pflegeheim ein. Wir haben ein Versorgungsmodell untersucht, welches dies vermeiden soll – zumindest bei Personen, die noch ein ausreichendes Rehabilitationspotential haben. Unser Vorher-Nachher-Vergleich aller Patienten, die nach einem Spitalaufenthalt in ein Pflegeheim eintraten und davor zu Hause lebten, hat gezeigt: Ein Drittel der Patienten im neuen Modell konnte – trotz höherer Pflegebedürftigkeit beim Eintritt – wieder nach Hause zurückkehren und das sogar bei gleichen Kosten. Das sind doppelt so viele Personen wie im herkömmlichen Versorgungsmodell. Damit wurden rund 14% der langfristigen Eintritte ins Pflegeheim vermieden. Wie war dies möglich?

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Gesundheitspolitik

«Ökonomisierung» des Gesundheitswesens: Mit welchen Herausforderungen sehen sich Leistungserbringer konfrontiert?

Von Matthias Maurer

Was andere Gesellschaftsbereiche schon lange kennen, findet seit einiger Zeit vermehrt auch im Gesundheitswesen seinen Niederschlag: das als «Ökonomisierung» bezeichnete Vordringen wirtschaftlichen Denkens in den Alltag. Mit welchen Herausforderungen sehen sich Leistungserbringer dadurch heute konfrontiert? Wir haben nachgefragt.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Wie viel wird in Ihrem Kanton für Gesundheit ausgegeben?

Von Michael Stucki

Wir geben immer mehr für unsere Gesundheit aus. 2016 stiegen die totalen Ausgaben in der Schweiz erstmals über 80 Mrd. Franken. Ein grosser Teil davon betrifft Leistungen, die durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) gedeckt sind oder mitfinanziert werden. Das Monitoring der Krankenversicherungs-Kostenentwicklung (MOKKE) des Bundes gibt transparent und zeitnah Auskunft über die OKP-Ausgaben nach Kostenart, Kanton, Altersgruppen und im zeitlichen Verlauf – und zeigt grosse regionale Unterschiede auf.

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Versorgungsforschung

Osteosynthese in der Frakturbehandlung: Was ist der Impact für die Gesellschaft?

Von Prof. Dr. Klaus Eichler

Wer ist die «AO»?

Die Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (Kurz: AO) wurde vor 60 Jahren in der Schweiz gegründet.

Mit der Gründung der AO wurde der Wandel in der Behandlung der meisten Knochenfrakturen von einer konservativen Behandlung (mittels Gips oder Streckvorrichtung) hin zu einer operativen Behandlung zur Stabilisierung der Knochenfragmente (Osteosynthese mittels Platten und Schrauben) eingeleitet.

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