Versorgungsforschung

Osteosynthese in der Frakturbehandlung: Was ist der Impact für die Gesellschaft?

Von Prof. Dr. Klaus Eichler

Wer ist die «AO»?

Die Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (Kurz: AO) wurde vor 60 Jahren in der Schweiz gegründet.

Mit der Gründung der AO wurde der Wandel in der Behandlung der meisten Knochenfrakturen von einer konservativen Behandlung (mittels Gips oder Streckvorrichtung) hin zu einer operativen Behandlung zur Stabilisierung der Knochenfragmente (Osteosynthese mittels Platten und Schrauben) eingeleitet.

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Gesundheitspolitik

Politapéro vom 2. März 2019 in Winterthur

Von Matthias Maurer

Sie haben sicher schon verschiedentlich gehört von den 38 Kostendämpfungsmassnahmen zur Entlastung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung aus dem Expertenbericht vom Eidgenössischen Departement des Innern (EDI). Vielleicht kennen Sie auch die ZHAW-Studie, ebenfalls zu Massnahmen zur Beeinflussung der Kostenentwicklung im Schweizer Gesundheitswesen.

Als Hauptautor dieser Studie und Modulverantwortlicher für den CAS Gesundheitssysteme und –politik möchte ich Sie einladen zu einem Politapéro am Samstag 2. März 2019, 11 Uhr in Winterthur.

Für diesen Politapéro haben wir mit Susanne Hochuli wiederum eine Persönlichkeit aus dem Gesundheitswesen gewinnen können. Als ehemalige Gesundheitsdirektorin des Kantons Aargau sowie GDK-Vorstandsmitglied und nun als Präsidentin der Schweizerischen Stiftung SPO Patientenschutz wird Susanne Hochuli zum Thema «Mehr Verantwortung» referieren. Dazu wird sie Gedanken anstellen, wo die verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen ihrer Meinung nach in der Pflicht stehen.

Nach dem Inputreferat sind Sie dazu eingeladen, an der Diskussionsrunde sowie dem anschliessendem Apéro teilnehmen.

Ich würde mich freuen, Sie am Politapéro begrüssen zu dürfen!

Matthias Maurer ist stellvertretender Institutsleiter am WIG.

 

Management im Gesundheitswesen

Was macht das Managementpersonal eigentlich den ganzen Tag und wie gross ist dabei das Konfliktpotential mit Gesundheitsfachpersonen?

Von PD Dr. Florian Liberatore

 «Bürogummis‘ ohne Bezug zur täglichen medizinischen Arbeit»

 «Fachfremde, die als „Hindernis“ empfunden werden, da der BWL-er aus medizinischer Sicht unrealistische Vorgaben macht»

Ich hole zu Beginn meiner Weiterbildungskurse an der ZHAW zum Thema Management im Gesundheitswesen immer die Vorurteile zum Managementpersonal unter den teilnehmenden Gesundheitsfachpersonen ab und bin jedes Mal mit solchen oder ähnlichen Kommentaren konfrontiert. Die Kommentare haben alle gemein, dass das Management häufig als Störer bei der medizinischen Versorgung empfunden wird statt einen positiven Beitrag zu stiften. Daher stellt sich die Frage, was das eigentlich für Tätigkeiten sind, die das Managementpersonal beispielsweise in einem Spital täglich leistet, welchen Nutzen sich daraus ergibt und wie das optimale Verhältnis zwischen Gesundheitsfachpersonen und Managementpersonal im Sinne eines interprofessionellen Arbeitens aussehen sollte.

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Gesundheitsökonomische Forschung

WIG-Forschende gewinnen ZHAW/SML Publication Award 2018

Von Prof. Dr. Simon Wieser

Der diesjährige Publication Award in der Kategorie «Journalartikel» der School of Management and Law der ZHAW geht an Marco Riguzzi und Simon Wieser vom WIG.

Prämiert wird der Artikel «How much does the treatment of each major disease cost? A decomposition of Swiss National Health Accounts», der im European Journal of Health Economics
erschienen ist. Der Artikel ist frei zugänglich (open access).

Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung unserer Arbeit!

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Wie kann ich ein kleines HTA selber erstellen?

Von Christina Tzogiou

Mit dieser Frage beschäftigten sich die Studierenden des CAS Gesundheitsökonomische Evaluationen und HTA 2018 in den letzten drei Monaten. Am vergangenen Freitag wurde der CAS mit den Gruppenpräsentationen der Studierenden erfolgreich abgeschlossen.

Der Auftrag

Die Studierenden erhielten den Auftrag in interdisziplinären Gruppen (Leistungserbringer, Leistungsfinanzierer, Industrie) ein «mini HTA» zu einem aktuellen von uns vorgegebenen Thema zu erstellen. Die Themen umfassten medizinische Leistungen, aber auch Präventionsinterventionen. Das Ziel des HTA war, die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) zu evaluieren. In Anlehnung an das HTA Core Model des European Network for Health Technology Assessment (EUnetHTA) mussten dabei zusätzlich die Relevanz organisatorischer, rechtlicher, ethischer und soziokultureller Aspekte berücksichtigt werden.

Zu Beginn der Arbeit definierten die Studierenden das Entscheidungsproblem anhand des PICO-Schemas (Population, Intervention, Comparator, Outcome). Anschliessend wurden die Perspektive und der Zeithorizont der Analyse bestimmt. So wurde die Fragestellung weiter eingegrenzt, damit in einem nächsten Schritt das Entscheidungsmodell erstellt werden konnte. Schliesslich wurden klinische Studien, gesundheitsökonomische Evaluationen sowie öffentliche Statistiken aus der Schweiz gesucht, die für die Berechnungen und Schätzungen der Modelparameter verwendet werden konnten. Zusätzlich wurden univariate und probabilistische Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Zur Unterstützung erhielt jede Gruppe eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in vom WIG als Coach.

Der Leistungsnachweis

Nachdem die Gruppen ihre schriftliche Arbeit eingereicht hatten, wurden am vergangenen Freitag die «mini HTAs» den  Mitstudierenden und verschiedenen Mitarbeitern, inklusive dem Institutsleiter, des WIG vorgetragen. Zwei Gruppen haben für die gesundheitsökonomische Evaluation des Themas einen Entscheidungsbaum und eine Gruppe ein Markov Model erstellt. Alle Gruppen haben sich für eine Cost Utility Analyse entschieden, bei der sie die Zusatzkosten pro gewonnenes QALY (Quality Adjusted Life Year) berechnet haben. Alle waren sich einig: Der Aufwand war gross und die Zeit kurz, jedoch konnte viel Relevantes für die tägliche Arbeit gelernt werden.

Christina Tzogiou ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachstelle HTA und gesundheitsökonomische Evaluationen am WIG.

 

Management im Gesundheitswesen

Kaizen: Ein alter Hut wird entstaubt

Von Prof. Dr. Alfred Angerer und Sina Berger

146 Jahre sind seit der erstmaligen Erwähnung des betrieblichen Vorschlagswesens durch Alfred Krupp (1872) vergangen. Ein alter Hut? Ein verschimmelter Briefkasten?

Die Grundidee ist eigentlich zeitlos: Verbesserungsvorschläge durch Mitarbeitende sind zur Optimierung der Organisation willkommen. Der Weg jedoch ist entscheidend. Jahrelang war der «Ideenbriefkasten» der Klassiker. Ich werfe ein Papierformular mit meiner Verbesserungsidee in den Briefkasten. Wenn diese umgesetzt wird, dann erhalte ich einen Teil der Einsparungen als Prämie ausgezahlt. Auch ich habe das in meiner Industriezeit gemacht und einmal eine Idee eingeworfen. Nach drei langen Monaten erreichte mich per Post ein Brief mit dem Dreizeiler: «Danke für Ihre Idee. Diese können wir aber leider nicht realisieren. Bitte versuchen Sie es wieder». Natürlich habe ich danach nie wieder eine Idee vorgeschlagen.

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Versorgungsforschung

Value-based Health Care: Was ist damit gemeint?

Von Prof. Dr. Klaus Eichler

In letzter Zeit taucht der Begriff «value-based health care» (VBHC) immer öfter auf.

Was ist damit gemeint? Um welchen «Wert» von Leistungen im Gesundheitswesen geht es?

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Gesundheitsökonomische Forschung

Wie genau wird künftig das Pflegematerial der Spitex vergütet?

Von Dr. Marco Riguzzi

Durch die Spitex an Patienten angewendetes Pflegematerial muss seit 1.1.2018 nicht (mehr) von der obligatorischen Krankenversicherung (OKP) vergütet werden. Dies ist einem Rechtsstreit zwischen Versicherern und Leistungserbringern geschuldet, der im Herbst 2017 zu Präzedenzentscheiden des Bundesverwaltungsgerichts geführt hat. Die Auswirkungen sind vielschichtig und teilweise noch offen. In einem diese Woche veröffentlichten ZHAW Working Paper wird die momentane Situation beschrieben und es werden mögliche Konsequenzen aufgezeigt. Continue Reading

Management im Gesundheitswesen

Erfolgreiches Zuweisermanagement – Das Key Account Management (KAM)-Modell des Winterthurer Instituts für Gesundheitsökonomie

Von Tim Brand

Steht ein Patient vor einem Spitalaufenthalt, so steht die Empfehlung des Zuweisers bisher immer noch an erster Stelle der Entscheidungskriterien für die Wahl eines Spitals. Damit gelten Zuweiser als wichtigste Key Accounts für ein Spital. Das Zuweisermanagement wird zum wichtigsten Hebel zur Steuerung der Patientenströme. Ein Blick auf den Status Quo bei Schweizer Spitälern zeigt jedoch, dass Zuweisermanagement-Systeme bislang entweder gar nicht oder nur in rudimentärer Form eingesetzt werden.

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Management im Gesundheitswesen

Der VUCA Hype – Nichts Neues für Gesundheitsfachpersonen?

Von PD Dr. Florian Liberatore

Der VUCA-Hype hat nun auch das Gesundheitswesen erfasst, nachdem dieser Begriff in verschiedensten Branchen zur Management-Herausforderung Nr. 1 hochstilisiert worden ist. VUCA steht für die Volatilität (volatility), Unsicherheit (uncertainty), Komplexität (complexity) und Ambiguität (ambiguity) und drückt aus, mit welchen Umweltbedingungen Unternehmen bereits heute und in zunehmenden Masse künftig konfrontiert sind und daher an neuen Management-Lösungen arbeiten müssen.

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