Institutsleitung

«KVG-pflichtige Leistungen»: Wozu braucht es diese Begriffsbildung?

Abbildung: Kosten der KVG‐pflichtigen Leistungen nach Finanzierungsregime

Von Matthias Maurer

Wie in einem früheren Blog berichtet, haben wir im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit das Effizienzpotenzial bei den KVG-pflichtigen Leistungen in einer Studie geschätzt. Aber was ist mit «KVG-pflichtigen Leistungen» gemeint? Und warum ist diese Begriffsbildung für die laufenden Diskussionen möglicher KVG-Teilrevisionen von Bedeutung?

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Gesundheitsökonomische Forschung

Weniger ist mehr – das Sparpotenzial aufgrund von «low-value care»

Von Michael Stucki

Das oberste Ziel eines guten Gesundheitswesens ist die qualitativ hochstehende und zweckmässige Versorgung der Bevölkerung. Allerdings sollten nur Leistungen erbracht werden, die tatsächlich von Nutzen sind. Eingriffe, diagnostische Untersuchungen und Medikamente, welche den Gesundheitszustand nicht verbessern, werden als «low-value care» bezeichnet. Auch wenn der Begriff «zero-value care» in diesem Zusammenhang noch treffender wäre, klar ist: auf diese Leistungen sollten wir verzichten.

In einer Studie für das Bundesamt für Gesundheit haben wir gezeigt, dass so Kosten von mindestens einer halben Milliarde Franken jährlich eingespart werden könnten. Für eine umfassende Schätzung des Sparpotenzials fehlen in der Schweiz aber die benötigten Daten.

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Versorgungsforschung

Wie viel würde eine bedarfsgerechte Betreuung älterer Personen zu Hause kosten? Und wieso ist das wichtig?

Abbildung 1: Schematische Darstellung der Kostenübernahme zu Hause im Sinne der Pflegefinanzierung; EL: Ergänzungsleistungen, HE: Hilflosenentschädigung

Von Flurina Meier und Beatrice Brunner

Auch in der Langzeitpflege steigt der Kostendruck. Die Langzeitpflege umfasst v.a. die Pflege der älteren Bevölkerung, sei dies zu Hause, im Betreuten Wohnen oder im Alters- und Pflegeheim und macht mittlerweile ca. 20% der Kosten im Gesundheitswesen aus. Vor allem der Aufenthalt im Alters- und Pflegeheim ist für die Finanzierer kostspielig.

Von Fachexpertinnen und -experten hören wir immer wieder, dass nicht nur ein Bedarf an Pflege, sondern auch ein Bedarf an Betreuung (also Hilfe bei Alltagstätigkeiten, wie z.B. Haushaltsführung, Einkaufen, die Finanzen im Griff haben) zu Heimeintritten führen kann. Eine angemessene Betreuung zu Hause könnte solche Eintritte ins Heim eventuell verhindern. Im Gegensatz zur Pflege müssen die Kosten für Betreuung allerdings fast vollständig von den Betroffenen selbst übernommen werden (siehe Abbildung 1). Die Experten vermuten, dass aus diesem Grund weniger Betreuungsleistungen in Anspruch genommen werden, als notwendig wären. Das alles sind jedoch nur Vermutungen, denn bisher gab es kaum Untersuchungen zu diesem Thema. Man wusste nicht, wie hoch der Bedarf an Betreuung zu Hause bei der älteren Bevölkerung in der Schweiz überhaupt ist, geschweige denn, welche Kosten dabei anfallen. Dies haben wir untersucht.

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kosten und Nutzen bei Krebsmedikamenten?

Quelle: Colourbox

Von Renato Mattli

In einer kürzlich veröffentlichten Studie hat ein Autorenteam um Kerstin Vokinger von der Universität Zürich die Preise von Krebsmedikamenten in den USA und vier europäischen Ländern, darunter die Schweiz, mit dem klinischen Nutzen verglichen. Dabei kam Erstaunliches raus.

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Weiterbildung

Weshalb sich medizinische Mythen hartnäckig halten

Quelle: Colourbox

Von Cassandra Waech

Glauben Sie an Märchen? Die meisten erwachsenen Personen würden diese Frage wohl mit «nein» beantworten. Nichtsdestotrotz wird, gerade im Alltag, medizinisches (Halb-)Wissen ungesicherter Herkunft seit jeher von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Dabei sind heutzutage viele gut gemeinte medizinische Ratschläge schlichtweg überholt – aber werden sie auch hinterfragt?

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Management im Gesundheitswesen

Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es – Die Rolle freiwillig Engagierter in unserer Gesundheitsversorgung

Quelle: Colourbox

Von Eva Hollenstein

Sie begrüssen uns freundlich am Spitaleingang und weisen uns den Weg zur gesuchten Klinik, sorgen für Abwechslung bei Besuchen im Alters- und Pflegeheim oder halten Wache, wenn Angehörige einer schwer erkrankten Person eine kurze Verschnaufpause benötigen. Freiwillig engagierte Menschen sind ein wichtiger, jedoch bisher wenig erforschter Pfeiler innerhalb unserer Gesundheitsversorgung.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Die unsichtbare Last der Selbstzahlungen steigt mehr als die der Prämien für die obligatorische Krankenversicherung

Von Prof. Dr. Simon Wieser

Ende September wird das Bundesamt für Gesundheit (BAG) über die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung für 2021 informieren. Und wieder wird sich die Diskussion zu den Gesundheitskosten fast allein um die steigende Belastung dieser Prämien drehen. Dabei geht vergessen, dass der Teil der Gesundheitskosten, den die Patienten direkt aus der eigenen Tasche bezahlen, ebenfalls sehr hoch ist und ständig steigt – in den letzten Jahren sogar mehr als die Prämien!

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Versorgungsforschung

Beobachtungen aus Finnland

Spaziergang während der Pause. Bild: Maria Carlander

Von Maria Carlander

Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, tropft der Herbstregen ans Fenster in einer kleinen Stadt in der Nähe der finnischen Hauptstadt Helsinki. Weil meine ursprünglichen Reisepläne, inklusive Besuche bei Freunden und Familie in Finnland während der Sommerferien, ins Wasser gefallen sind, sitze ich nun hier nach den Sommerferien im finnischen Home-Office. Glücklicherweise erlaubt die neue Home-Office-Regelung der ZHAW das Arbeiten von zuhause aus auch für mehr als ein paar Tage in der Woche.

In diesem Blogbeitrag werde ich über eine Auswahl meiner eigenen Beobachtungen ausserhalb von und in Finnland während der Covid-19-Pandemie berichten.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Neue WIG-Studie schätzt das Effizienzpotenzial im Schweizer Gesundheitswesen auf über 7 Mrd. Franken

Von Beatrice Brunner und Michael Stucki


Abbildung 1: Effizienzpotenziale im Gesundheitswesen entstehen aufgrund von zu hohen Mengen oder zu hohen Preisen (eigene Abbildung)

Die steigenden Gesundheitsausgaben in der Schweiz sind ein Dauerthema in Politik und Medien. Ist die Kostenentwicklung nachhaltig? Oder führt sie bald dazu, dass wir Leistungen rationieren müssen? Bevor zu einem solchen Mittel gegriffen wird, sollte die Politik versuchen, bestehende Ineffizienzen im System zu beseitigen. Eine neue Studie des WIG schätzt das Effizienzpotenzial auf mindestens 7.1 bis 8.4 Mrd. Franken oder 16% bis 19% der gesamten jährlichen Gesundheitsausgaben in der obligatorischen Krankenversicherung.

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Weiterbildung

Chäserrugg, Finsteraarhorn oder Dufourspitze?

Quelle: Colourbox

Von Esther Furrer

Sie interessieren sich für die geeignete persönliche Weiterbildung und wollen sich agil neue Reize setzen oder keinesfalls stehen bleiben. Aber welche Höhen sollen erstiegen werden? Ein Master (MAS Master of Advanced Studies)? Ein MBA (Master of Business Administration)? Oder reicht ein Zertifikatslehrgang (CAS Certificate of Advanced Studies)?

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