Gesundheitsökonomische Forschung

Ein Glas auf den Babybauch

Quelle: Colourbox.de

Von Dr. Christoph Thommen

Als Schwangere sollte man den Wein nicht mal in der Küche rumstehen haben: Ein Ratschlag in einer nicht enden wollenden Reihe von guten Tipps an schwangere Frauen, die zuweilen oft ins Bevormundende kippen. Gründet diese gutgemeinte Empfehlung tatsächlich auf Evidenz oder handelt es sich um einen modernen Mythos?
Die Ökonomin Emily Oster hat die empirische Evidenz zu dieser und weiteren schwangerschaftsrelevanten Fragen zusammengetragen und evaluiert.* Dabei stellt sie fest, dass die Regeln der selbsternannten Schwangerschafts-Polizei überraschend oft auf Irrglauben basieren oder nur in bestimmten Konstellationen Gültigkeit besitzen.

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Gesundheitspolitik

Steuermannskunst im Gesundheitswesen – Ergebnisse der Podiumsdiskussion am WIG-Herbstanlass 2021

Quelle: Colourbox.de

Von Matthias Maurer

Das Schweizer Gesundheitswesen ist wie ein schwerer Tanker, der dringend einen Kurswechsel benötigt. Dieser Eindruck entsteht zumindest angesichts der Fülle von immer neuen Initiativen und Reformvorschlägen.

An unserem WIG-Herbstanlass vom 9. November 2021 haben wir uns deshalb mit der nautischen Kunst der Tanker-Steuerung befasst.

Mit zentralen Playern im Gesundheitswesen haben wir die Frage diskutiert: Wie können die Akteure in der Gesundheitspolitik ihren Gestaltungsspielraum vermehrt nutzen und das Gesundheitswesen auf einen gemeinsamen Kurs bringen?

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Versorgungsforschung

Der Kampf der Psychologen und Psychologinnen für mehr Unabhängigkeit

Quelle: Colourbox.de

Von Melanie Schliek

Im März 2019 entschied der Bundesrat, dass Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen ihre Leistungen künftig selbstständig über die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) abrechnen dürfen, sofern die Behandlung auf Anordnung eines Arztes oder einer Ärztin erfolgt. Dies soll den Zugang zur Psychotherapie vereinfachen. Am 1. Juli 2022 tritt das neue Vergütungsmodell der Psychotherapie in Kraft. Mit diesem Blogbeitrag möchte ich den Kampf der Psychologen und Psychologinnen für mehr Unabhängigkeit beschreiben und aufzeigen, was das neue Vergütungsmodell mit sich bringt.

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Management im Gesundheitswesen

Value-Based Healthcare Management – die Umsetzung des Konzepts Value-Based Healthcare in der Praxis: Teil 5: VBHC – Mehr als nur PROMs messen

Quelle: Colourbox.de

Von Dr. Florian Liberatore

Neues von der Blogbeitragsreihe zu Value-Based Healthcare Management. Im Teil 5 möchte ich aufzeigen, dass Value-Based Healthcare (VBHC) nicht nur Messungen von PROMs (Patient-reported Outcomes Measures) umfasst, sondern vor allem auch die Arbeit von interprofessionellen Behandlungsteams und den PatientInnen an der Erreichung gewünschter Outcomes im Sinne einer Value Co-Creation. Individualisierung (Customization) in der Leistungserbringung und optimale Einbindung der PatientInnen in die Co-Creation sind der Schlüssel zum Erfolg.

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Alles ist Wissen, Wissen ist alles

Quelle: Privates Bild von Maxim Sharakin

Von Maxim Sharakin

Im September dieses Jahres besuchte ich einen dreitägigen Fachworkshop zum Thema „Modeling Approaches for HTA: A Practical Hands-on Workshop“ an der Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) in Österreich. Dies war eine grossartige Gelegenheit für mich, mein Wissen über Modellierungstechniken für gesundheitsökonomische Evaluationen zu vertiefen.

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Gesundheitsökonomische Forschung

Wann ist der ideale Zeitpunkt für ein akutes Herzproblem?

Quelle: Colourbox.de

Von Mélanie Stamm

Die natürliche Reaktion auf diese Frage ist wahrscheinlich, mit «gar nie» zu antworten. Nach kurzem Überlegen kommt man vielleicht zum Schluss, dass man im Idealfall dann ein akutes Herzproblem erleidet, wenn man von qualifiziertem Gesundheitspersonal und dem eventuell nötigen Equipment umgeben ist – also beispielsweise in einem Krankenhaus. Es gibt aber durchaus noch weitere, weniger offensichtliche Faktoren, welche bei dieser Frage einen Einfluss haben können. In diesem Blogbeitrag sollen zwei dieser Faktoren vorgestellt werden, die nicht ganz so offensichtlich sind – das sind Marathons und Kardiologie-Konferenzen.

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Versorgungsforschung

Gesundheitskompetenz – eine wenig bekannte und unterschätzte Grösse?

Quelle: Colourbox.de

Von Dr. Brigitte Wirth

In den letzten Wochen bin ich an verschiedenen Veranstaltungen über den Begriff der Gesundheitskompetenz oder Health Literacy gestolpert: an der Swiss Public Health Conference im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, an einer Tagung der ZHAW zum Thema Gesellschaftliche Integration sowie an einer Veranstaltung der Careum Stiftung zu genau diesem Thema  – Grund genug, der Gesundheitskompetenz einen Blogbeitrag zu widmen. Oder wissen Sie, was mit diesem Begriff genau gemeint ist oder wie es um Ihre eigene Gesundheitskompetenz steht?

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Weiterbildung

Wissenschaftliches Arbeiten – Wieso es sich lohnt, diesen Weiterbildungskurs zu besuchen

Quelle: Colourbox.de

Von Tanja Favale

Zitieren, Quellenangaben, Literatursuche oder Plagiate. Erinnern Sie sich noch an die erste Begegnung mit diesen Schlagwörtern? Wie fühlten Sie sich, als Sie diese Begriffe zum ersten Mal hörten?

Der Bereich des Wissenschaftlichen Arbeitens ist für viele unbekannt und verunsichernd. Wie wird eine wissenschaftliche Arbeit «richtig» geschrieben und wo finde ich Informationen dazu?

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Management im Gesundheitswesen

Mit Reisen monatlich 10‘000 Franken im Gesundheitswesen verdienen

Quelle: Colourbox.de

Von Sarah Schmelzer

Immer noch kämpfen Spitäler um qualifizierte Pflegefachpersonen, welche insbesondere auf Covid-19-Stationen Patientinnen und Patienten betreuen. Wie prekär die Situation ist, zeigt sich beispielsweise am Freiburger Kantonsspital. Dieses baute erst kürzlich drei Betten auf der Intensivstation ab. Die Empörung in der Bevölkerung war angesichts der schweizweiten hohen Auslastung der Intensivbetten hoch. Der Hintergrund des Abbaus ist ein altbekannter: Fachkräftemangel. Nur dort wo Fachpersonal vorhanden ist, können auch Intensivbetten betreut werden.

In solchen Situationen hilft manchmal ein Blick in andere Gesundheitssysteme: Die Realität in den USA, mit einem vergleichbaren Fachkräftemangel, sieht so aus: In einem Markt, welcher durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird, gewinnt nicht selten derjenige, der am meisten bezahlt.

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HTA und Gesundheitsökonomische Evaluationen

Wissenschaftliche und multidisziplinäre Sicht auf Biosimilars in der Schweiz

Quelle: Eigene Darstellung

Von Cécile Grobet und Dr. Renato Mattli

Der Einsatz von Biosimilars ist in der Schweiz deutlich weniger verbreitet als in vielen anderen Ländern Europas. Im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) hat das Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie deshalb in einem Health Technology Assessment (HTA) wissenschaftlich untersucht, ob es dafür klinische, ökonomische, ethische, rechtliche, soziale oder organisatorische Gründe geben könnte. Die Ergebnisse unseres HTAs dienen nun der Politik zur evidenzbasierten Entscheidungsfindung.

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