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Sharing-Boom oder Sharing-Hype? VS-Studierende publizieren neue Studie

Zum vierten Mal haben ZHAW-Studierende des Studiengangs Verkehrssysteme die Studie «Shared Mobility» durchgeführt. Hierfür haben sie in sieben europäischen Städten bestehende Sharing-Konzepte im Bereich der Mobilität untersucht. Die Ergebnisse aus Zürich, Berlin, Kopenhagen, London, Paris, Wien und Barcelona zeigen, dass in Zürich gemessen an der Anzahl Einwohner mehr Sharing-Fahrzeuge zur Verfügung stehen als in Grossstädten wie Berlin, London oder Wien. Erstmalig wurde die Entwicklung Trottinett-Sharings untersucht.

Der Sharing-Markt wächst nach und nach und spielt in den Überlegungen der Bevölkerung eine fortlaufend grössere Rolle. Besonders in der heutigen Zeit, in der Ressourcenknappheit, Konsum- und Umweltbewusstsein eine Diskussionsgrundlage bilden, kann der Gemeinschaftskonsum eine interessante Option zu Eigentum und Besitz sein. Lohnt es sich, ein neues Auto zu kaufen? Kann das eigene Auto besser ausgelastet werden? Muss ein Fahrrad im Besitz sein und unterhalten werden, welches ausschliesslich dazu dient, vom Bahnhof zur Arbeit zu gelangen?

Die Stadtplanung sowie die fortlaufend dichtere Besiedlung der Stadträume lassen Abstellmöglichkeiten für Fahrzeuge schwinden, Strassen werden von Motorfahrzeugen befreit und Hauptachsen sind überlastet. Das Fahrzeug-Sharing bietet dabei nicht nur jedem Stadtbewohner die Möglichkeit nach Bedürfnis ein Fahrzeug zu benutzen, sondern ebenfalls einen Lösungsansatz für die erste und letzte Meile. Gelangt ein Pendler aus der Agglomeration mit der S-Bahn und dem Roller-Sharing schneller an den Arbeitsplatz als mit dem Auto, so werden die Hauptstrassen entlastet.

Solcherlei Vorteile lassen die Potenziale des Sharings erahnen. Anfangs als Revolution angepriesen und durch die unablässige Integration neuer Sharingangebote in den Städten fand das Thema wiederholt in den Medien und Köpfen der Bevölkerung Einzug. Doch ist das Sharing so gross, wie es scheint? Reissen überfallartige Invasionen und das darauffolgende Verschwinden von Bikesharing-Anbieter ein Loch in den Markt? Entstehen in Europa Sharing-Städte? Oder zusammenfassend: Ist der Sharing-Hype bloss in unseren Köpfen vorhanden?

Sämtliche Ergebnisse und der Download der kompletten Studie (deutsch/englisch) sind auf den Webseiten der ZHAW School of Engineering zugänglich.

Die Scooter kommen! Neue „Shared Mobility“-Studie veröffentlicht

Zum dritten Mal haben ZHAW-Studierende des Studiengangs Verkehrssysteme die Studie «Shared Mobility» durchgeführt. Hierfür haben sie in sieben europäischen Städten bestehende Sharing-Konzepte im Bereich der Mobilität untersucht. Die Ergebnisse aus Zürich, Berlin, Kopenhagen, London, Paris, Wien und Barcelona zeigen, dass das Wachstum der Sharing-Economy auch im vergangenen Jahr anhielt und zu weiteren Veränderungen führte. Erstmalig wurde die Entwicklung im noch jungen Markt des Scooter-Sharings untersucht.

Das Scooter-Sharing befindet sich laut der von den Studierenden der Klasse VS16a weitestgehend selbständig erstellten Studie in einem rasanten Wachstum. Besonders populär sind die Roller bereits in Berlin und Paris. In Zürich gibt es noch kein solches Angebot. Zwischen den Anbietern bestehen grosse preisliche Unterschiede. Die Kosten liegen, im Gegensatz zum Bike-Sharing, noch weit über dem öffentlichen Verkehr.

Sämtliche Ergebnisse und der Download der kompletten Studie (deutsch/englisch) sind auf den Webseiten der ZHAW School of Engineering zugänglich.

Transformation by Disaster? Studie zur Zukunft der deutschen Automobilindustrie

Die Automobilindustrie boomt, doch der Veränderungsdruck wächst. Neue Nutzungsformen, rasante Digitalisierung und steigende Umweltstandards stellen die Branche vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig drängen neue Akteure aus China und dem Silicon Valley aggressiv auf den Markt. Ohne tiefgreifenden Wandel ist die Zukunft der deutschen Automobilhersteller massiv gefährdet. Um zu verhindern, dass der erforderliche Umbruch zu Lasten von Beschäftigen und Standorten geht, müssen Politik, Unternehmen, Gewerkschaften und Kommunen den Wandel mit einem Zukunftspakt für Mobilität gestalten.

Die deutsche Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hat sich dieser Frage angenommen. ZHAW-Mobilitätsexperte Thomas Sauter-Servaes unterstützte das Projekt durch seine Analyse des globalen Automarkts und beteiligte sich an der Erarbeitung der Trendeinschätzungen. Auch begleitete er das FES-Team bei Stakeholder-Gesprächen in Schanghai und Peking.

Der Zeitpunkt für einen Zukunftspakt für Mobilität ist jetzt. China und das Silicon Valley schaffen Fakten. Globale Megatrends erhöhen den Druck. Die deutsche Automobilbranche ist seit Jahren auf Expansionskurs, verfügt also über die nötigen finanziellen Mittel für eine solch tiefgreifende Transformation. Zeit zu zögern bleibt nicht. Sonst könnte das Erfolgsmodell deutsche Automobilindustrie schon bald Geschichte sein.

Die komplette Studie ist online verfügbar.

Studentische Forschung zur Kundeninformation bei Grossstörungen im Bahnsystem

Die Information der Kunden beschäftigt die SBB stetig. Insbesondere während einer Störung bewerten die Reisenden die Kundeninformation häufig als ungenügend. Dies verdeutlicht sich bei der Lektüre von Fachliteratur, Medienberichten und Kundenrückmeldungen.

In ihrer Projektarbeit befassten sich die Verkehrssysteme-Studenten Robert Schuler und Benjamin Steiner mit der Optimierung der Kundeninformation während einer Grossstörung. Dabei beschränkte sich die Verbesserung auf die ersten 30 Minuten nach Störungsbeginn (Chaosphase). Als Informationsgrundlagen dienten Fachliteratur, Reglemente der SBB, Störungsprotokolle, Kundenrückmeldungen und Interviews mit Info-Spezialisten.

Die studentische Forschungsarbeit zeigt, dass eine genaue Definition des Begriffes Grossstörung nicht möglich ist. Einen Einfluss auf die Grösse des Ereignisses haben aber Ort, Zeitpunkt, Dauer und Grund der Störung. Die im Ereignis beteiligten Stellen an der Kundeninformation sind in einem komplexen Netzwerk miteinander verbunden. In diesem Netzwerk stellt die Kommunikation zwischen den einzelnen Stellen eine besondere Herausforderung dar. Für die Info-Spezialisten ist es zudem schwer zu beurteilen, ob und in welcher Qualität die Information beim Kunden ankommen. Social-Media-Kanäle sind eine kostengünstige und schnelle Möglichkeit für den Kunden, ein Feedback über die Kundeninformation zu geben. Die SBB könnten dies einfach und kostengünstig an den Kundeninfo-Arbeitsplätzen installieren.

Die ideale Kundeninformation erfolgt zeitnah, ist individuell auf den Kunden zugeschnitten und ist gut verständlich. Die zukünftige Kundeninformation ist geprägt von der Digitalisierung. Mathematische Algorithmen können helfen, im Störungsfall schnell eine Alternative für die Kunden zu finden. So wird das Mobiltelefon zukünftig eine sehr wichtige Rolle bei der Kundeninformation spielen. Der Mensch behält eine wichtige Funktion im ganzen Prozess. Werden alle Reisenden Mitarbeiter, Kunden und Informationsspezialisten mit einer geeigneten Software miteinander vernetzt, können sie sich gegenseitig helfen. Denn jeder von ihnen ist ein Teil der SBB und kann zu einer besseren Kundeninformation beitragen.

Shared Mobility lohnt sich: Studierende veröffentlichen europäische Vergleichsstudie

Barcelona, Berlin, Kopenhagen, London, Paris, Wien und Zürich: Studierende des Studiengangs Verkehrssysteme der ZHAW School of Engineering haben in sieben europäischen Städten bestehende Sharing-Konzepte im Bereich der Mobilität untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass innerhalb des allgegenwärtigen Trends der Sharing-Economy insbesondere das Teilen des eigenen Autos an Bedeutung gewinnt.

Unter dem Namen Peer-to-Peer-Carsharing (kurz: P2P-Carsharing) verbirgt sich ein neuartiges Sharing-Modell: Anbieter stellen Privatnutzern online Plattformen zur Verfügung, auf denen diese ihr Fahrzeug mit anderen teilen können. In allen sieben untersuchten Städten ist mindestens ein solches Angebot vorhanden. Spitzenreiter ist Paris, wo es fünf Anbieter insgesamt über 2200 Autobesitzern ermöglichen, ihr eigenes Vehikel über eine entsprechende Plattform an Fremde zu vermieten. In Zürich gibt es erst einen Anbieter mit bisher gut 100 Teilnehmern. Die Vorteile liegen auf der Hand: «Auf diese Weise steht das Auto nicht nur auf dem Parkplatz und verursacht Kosten, sondern man kann damit Geld verdienen», weiss ZHAW-Student Christoph Sutter, der das Projekt im Bachelorstudiengang Verkehrssysteme gemeinsam mit seinem Kollegen Wolfgang Thullen geleitet hat.

Im letzten Jahr wurde zum ersten Mal die Studie zum Thema «Shared Mobility» durch den Studiengang Verkehrssysteme durchgeführt, in der das Sharing-Verhalten ausgewählter Städte analysiert und verglichen wurde. Aufbauend auf den gesammelten Daten ist eine Fortführung geplant, die langfristig eine Art europäisches Sharing-Trendbarometer ergeben wird. Neben dem P2P-Schwerpunkt analysiert die Studie wie im vergangenen Jahr detailliert die Carsharing- und Bikesharing-Angebote der professionellen Betreiber in den verschiedenen Städten.

Komplette Studie „Shared Mobility“ als Online-Download

P2P-Carsharing heute und morgen: Auslaufmodell oder Gamechanger?

Teilen statt Besitzen ist das Geschäftsmodell von Peer-to-Peer-Sharing-Plattformen. Eine zunehmend automatisierte Verkehrswelt wird diese Branche gänzlich verändern. Werden in Zukunft P2P-Angebote dank autonomen Autos attraktiver als die öffentlichen Verkehrsmittel? Oder wird es komplett überflüssig, ein eigenes Auto zu besitzen?

Dieser Blogbeitrag entstand im Rahmen des METU-Moduls „Technikfolgen-Szenarien selbstfahrender Fahrzeuge“ an der ZHAW School of Engineering. Die Autoren sind Christian Sturm, Martin Moser und Florian Fuchs.

Zunehmender Einfluss von Sharing Economy

Die Sharing Economy ist derzeit in aller Munde. Insbesondere im Automobilmarkt drängen immer neue Angebotsformen auf den Markt. Dabei kommt dem sogenannten P2P-Sharing eine immer grössere Bedeutung zu.
Unter P2P-Sharing versteht man die Vermietung und Verleihung von Gegenständen zwischen Privatpersonen. Wurde früher dem Nachbarn kostenlos die Bohrmaschine ausgeliehen, lässt sich heute über digitale Vertriebskanäle damit Geld verdienen. Dank dieser Digitalisierung und der grossen Verbreitung von Smartphones ist es heute ein Leichtes, auch grössere Dinge wie ein Auto über Sharing-Plattformen an Dritte zu vermieten. Produzenten und Konsumenten vermischen sich mehr und mehr. Es entstehen sogenannte „Prosumenten“.
Das Sharing macht auch vor dem Auto nicht halt. So bietet Sharoo in der Schweiz eine Buchungsplattform, die es Privatpersonen ermöglicht, ihr Auto an Dritte zu vermieten. Wie in Abbildung 1 zu sehen, werden Zugang zum Auto und Abrechnung über die Plattform abgewickelt. Trotz des grossen Hypes ist der Marktanteil von Carsharing-Angeboten allerdings noch verschwindend klein. So sind in Deutschland Anfang 2015 gerade mal 0.03 % aller Autos auf dem Sharing-Markt.


Abbildung 1: Das Smartphone dient als Zugang zum Carsharing. Bildquelle: Sharoo

Der Einfluss der Sharing Economy auf die Verkehrswelt sollte aber nicht unterschätzt werden. Oft besitzen Unternehmen, welche in der Sharing Economy aktiv sind, nur die Plattformen, nicht aber den Gegenstand der Dienstleistung. So ist es möglich, mit relativ wenig Kapitaleinsatz ein umfangreiches Angebot zu arrangieren. Auch kann schnell auf Veränderungen reagiert werden. Dies zeigen Unternehmen, die in anderen Wirtschaftszweigen operieren.

Abbildung 2: Das gezeigte Wohnzimmer ist typisch für ein Angebot auf Airbnb.

Ein gutes Beispiel für dieses Phänomen ist Airbnb. Seit 2008 bietet Airbnb eine Plattform als Markt-platz für Buchung und Vermietung von Unterkünften wie in Abbildung 2. Bis 2012 konnten bereits mehr als 10 Millionen Übernachtungen vermittelt werden. Dies ist beachtlich, vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass Airbnb keine eigenen Unterkünfte besitzt.

Autonomes Fahren als Treiber des Carsharings

Was mit Unterkünften bereits alltäglich ist, scheint mit dem Auto noch nicht richtig zu funktionieren. Wie bereits erwähnt, fristet Carsharing noch ein Schattendasein. Offen ist, ob sich das in Zukunft ändern könnte. Dieser Frage gingen Studierende der ZHAW School of Engineering während eines neuen METU-Kurses auf den Grund. Um eine Antwort zu finden, wurden zunächst verschiedene Treiber gesucht, die für oder gegen die Entwicklung sprechen. Als stärkster Treiber wurde die fortschreitende Autonomisierung und Digitalisierung der Verkehrswelt identifiziert.

So steht der Durchbruch von autonomen Fahrzeugen vermutlich kurz bevor. Dies zeigt sich in den umfangreichen Bemühungen von Konzernen wie Tesla, Google und Apple. Auch etablierte Automobilhersteller wie Daimler und VW investieren in die Erprobung. Was diese Entwicklung für den öffentlichen Verkehr bedeuten kann, demonstriert PostAuto in Sion. Seit Sommer 2016 drehen dort zwei Minibusse, sogenannte «SmartShuttles», ihre Runden. Der Shuttle in Abbildung 3 befördert Passagiere kostenlos und vollautonom durch die Altstadt. In Zukunft könnten Busse demnach ihre Fahrgäste bis vor die Haustür bringen.


Abbildung 3: Das SmartShuttle fährt in Sion vollautonom im Strassenverkehr.

Verschiedene Zukunftsszenarien denkbar

Doch was passiert, wenn die Sharing Economy auf digitalisiertes, autonomes Fahren trifft? Um diese Entwicklung abzuschätzen, hilft ein Ausblick ins Jahr 2040. Das Durchspielen von verschiedenen Szenarien ermöglicht das Aufzeigen von Entwicklungspfaden.

1. Szenario: Die Autos verkehren autonom, befinden sich jedoch nach wie vor in Privatbesitz.
Das P2P-Sharingangebot ist dem heutigen sehr ähnlich. Doch eröffnet das autonome Fahren gewaltige Chancen. So fährt das gebuchte Auto direkt vor die Haustüre und muss nicht mehr abgeholt werden. Dies ist heute ein grosses Hemmnis für die Nutzung des Carsharings. Weiter ergeben sich zahlreiche zusätzliche Möglichkeiten. So entfällt beispielsweise das Reinigen der Fahrzeuge, da dies selbständig an einer Servicestation erfolgen kann. Der Kunde oder Besitzer muss keine Zeit mehr aufwenden. Weil zudem der Kundenradius mit autonomen Autos erweitert werden kann, lässt sich das Auto effizienter vermieten und somit wirtschaftlicher betreiben. Mit dem Sharing des privaten Autos ist es also möglich, Geld zu verdienen.

2. Szenario: Die Autos verkehren ebenfalls autonom, befinden sich jedoch nicht in Privatbesitz.
Sobald vollautonome Autos verfügbar sind, gibt es keinen Grund mehr, diese noch privat zu besitzen. Autos, die ununterbrochen im Einsatz stehen, sind wirtschaftlicher, benötigen weniger Parkfläche und der Verwaltungsaufwand sinkt. Dies eröffnet einen Markt für einzelne grosse Anbieter, die mit einer effizienten Flotte preisgünstige Angebote offerieren. Die so angebotene Mobilität verändert das heutige Preisgefüge so stark, dass ein Privatbesitz von Fahrzeugen schlichtweg unattraktiv ist. Diese Entwicklung lässt ein völlig neues Ökosystem entstehen, welches den motorisierten Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr verschmelzen lässt. Ein klassisches P2P-Angebot ist überfüssig, da nur noch vereinzelte Fahrzeuge in Privatbesitz sind.

Klare Veränderung mit unklarem Resultat

Inwiefern der Trend zur Autonomisierung und Digitalisierung die Entwicklung im P2P-Carsharing beeinflusst, lässt sich demnach nicht abschliessend sagen. Dies zeigt sich auch in den gegensätzlichen Szenarien, die beide plausibel sind. Klar ist aber, dass aufgrund der Digitalisierung die Verkehrswelt stark im Wandel ist. Viele neue Akteure sehen Potentiale in der Entwicklung von neuen Verkehrsangeboten und Dienstleistungen. In unserer schnelllebigen Zeit wird der Verkehr immer dynamischer. Akteure kommen und gehen. Auch in der P2P-Branche wird kein Stein auf dem anderen bleiben, da sich nebst der Technologie auch die Gesellschaft verändert.


Abbildung 4: Der Trend im Strassenverkehr: Intelligente Fahrzeuge kommunizieren miteinander.

Mobile Zukunft – neue Blogkooperation mit Flottenmanager Alphabet

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Wie sieht die Zukunft der Mobilität aus? Gemeinsam mit der Alphabet Fuhrparkmanagement (Schweiz) AG zeigt der ZHAW-Bachelorstudiengang Verkehrssysteme denkbare Entwicklungspfade auf. In den kommenden Wochen werden immer wieder andere Szenarien auf dem Blog von Alphabet veröffentlicht werden. Ziel ist es, die erfahrenen Praktiker mit neuen Denkanstössen zu konfrontieren und im besten Fall in der gemeinsamen Diskussion innovative Strategien für die Mobilität von morgen zu generieren. Diese Ansätze können dann wiederum Ausgangspunkte für Praktika, Projekt- und Bachelorarbeiten des Studiengangs Verkehrssysteme sein.

Den Auftakt der Zusammenarbeit bildet der Text „New H“ zur Stadtflucht-Bewegung kreativer Digital Natives, die eine moderne Form des Landlebens propagiert – und damit ein verändertes Mobilitätsverhalten induziert. Der Beitrag ist der Enzyklopädie für Zukunftsfragen – kurz Futurpedia – entnommen, die Teil des Buches «Schubumkehr. Die Zukunft der Mobilität» ist.

Autonomes Fahren – neue Lehrveranstaltung startet

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Bildquelle: Google

Regulär fahrerlos verkehrende Automobile werden in absehbarer Zeit auf den Schweizer Strassen zum Einsatz kommen. Werden sie eine explosionsartige Robotisierung des Strassenverkehrs auslösen? Wird die bisherige Organisation des Personen- und Güterverkehrs disruptiv revolutioniert?

Im September 2016 startet eine neue Lehrveranstaltung des Studiengangs Verkehrssysteme, die konkret auf diese Fragestellungen fokussiert. Die teilnehmenden Studierenden werden eine Technikfolgenabschätzung durchführen und unterschiedliche Entwicklungsszenarien für den privaten/öffentlichen Verkehr sowie den urbanen/ruralen Raum erarbeiten. Unter anderem wird dabei auch das PostAuto-Pilotprojekt in Sitten analysiert.

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Bildquelle: PostAuto

Damit reagiert der Studiengang Verkehrssysteme auf die wachsende Bedeutung dieses Themas in den Fachdebatten. Im Sinne des systemischen Ansatzes des Studiengangs sollen die Studierenden dazu ermuntert werden, sich frühzeitig mit Zukunftsfragen der Mobilität auseinanderzusetzen und dabei unterschiedliche Perspektiven einzunehmen.

Bereits in den vergangenen Monaten hat sich der Studiengang mit eigenen Szenarien zu möglichen Entwicklungspfaden des autonomen Fahrens in die Fachdiskussion eingebracht. Dabei wird beispielsweise im Beitrag für das Internationale Verkehrswesen die Frage gestellt, ob ein Schwarm aus selbstfahrenden Privatfahrzeugen den heutigen öffentlichen Verkehr ersetzen kann. Erleben wir den Siegeszug des Nespresso-Leitbilds in der Mobilität, also das Ende der Grossgefässe („Kannen“) Bus & Bahn zugunsten flexibel einsetzbarer rollender “Kapseln”? In der Unternehmerzeitung wird im Artikel „Cart City statt Smart City“ ergänzend dazu darauf eingegangen, wie ein hocheffizientes Robotertaxi eine neue Permamobilität schaffen und wie dies unsere Städte verändern könnte.

 

Wer „shared“ am besten in Europa? VS-Studierende veröffentlichen „Shared Mobility“-Studie

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Die Shared-Mobility-Branche wächst kräftig, neue Angebote werden laufend in den Medien verkündet. 15 Studierende des ZHAW-Studiengangs Verkehrssysteme haben im Herbstsemester 2015/2016 die Sharing-Mobilitätsangebote in ausgewählten europäischen Städten analysiert. Ziel war es, Preise und Verfügbarkeiten anhand typischer Nutzerprofile zu ermitteln und zu vergleichen.

In Barcelona, Berlin, Kopenhagen, London, Paris, Wien und Zürich wurden mögliche Zusammenhänge zwischen bestehenden Car- und Bike-Sharing-Angeboten, Transportalternativen, Bevölkerungsdichte und Preis gesucht. Fünf Nutzerprofile mit charakteristischen Eigenschaften ermöglichen einen Preisvergleich zwischen den verschiedenen Anbietern, Städten und alternativen Verkehrsmitteln. Kaufkraftunterschiede zwischen den Städten wurden mit dem Big-Mac-Index bereinigt.

Die Gegenüberstellungen zeigen, dass unterschiedliche Sharing-Modelle und Subventionen markante Preisunterschiede in und zwischen den Städten verursachen. Weitere Vergleiche mit Bevölkerungsdichten und Motorisierungsgrad zeigen, dass Shared-Mobility nach wie vor ein Nischenmarkt ist. Die Shared-Mobility-Branche ist noch zu jung und der Marktanteil ist zu gering, um langfristige Zusammenhänge zwischen der Bevölkerungsdichte und dem Angebot zu erkennen. Die Studie stellt daher den Auftakt für weitere studentische Untersuchungen dar. In den kommenden Jahren sollen die Markterhebungen in ähnlicher Weise wiederholt werden, um langfristig ein Trendbarometer zur Shared Mobility in Europa anbieten zu können.

Die komplette Studie steht als PDF-Dokument auf der ZHAW-Webseite zum Download zur Verfügung. Für die Version mit höherer Auflösung kontaktieren Sie bitte das Projektteam (Kontaktdaten im Impressum der Online-Version).

Veloring Zürich – VS-Studenten präsentieren Studienergebnisse

veloring_01Wie könnte der Veloverkehr in Zürich attraktver gestaltet werden? Zwei Studierende des Studiengangs Verkehrssysteme haben im Rahmen Ihrer Projektarbeit eine neue Radschnellroute für Zürich konzipiert. Anfang Januar 2015 haben Sie Ihren umfangreichen Entwurf dem Tiefbauamt Zürich präsentiert.

Leander Isenring und Simon Peier zeigen in Ihrer Arbeit verschiedene Varianten für einen Veloring in Zürich auf, dessen Gestaltung insbesondere auf schnell verkehrende Velos ausgelegt ist. Damit soll die steigende Verbreitung von E-Bikes genutzt werden, um in Kombination mit einem angemessenen Infrastrukturangebot zeitlich attraktive Veloverbindungen im wichtigen Entfernungsbereich bis 10 km zu ermöglichen.

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Aufbauend auf der Analyse internationaler Best-Practice-Beispiele definierten die Studierenden die Anforderungen an den Veloring. Ausgehend von bewusst gesetzten Fixpunkten identifizierten sie verschiedene Varianten der Linienführung und unterzogen diese einer Nutzwertanalyse. Das überzeugende Ergebnis erntete viel Lob von Urs Walter, dem Velobeauftragten des Tiefbauamts der Stadt Zürich. Gleichzeitig stellt die Arbeit eine sehr gute Basis für weiterführende Folgeprojekte an der ZHAW dar.

 

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