Kannst Du die Mobilität von morgen gestalten? Mach den Test!

In kaum einer anderen Branche stehen wir vor einem derart grossen Wandel wie im Verkehr. Neue Antriebsformen und Geschäftsmodelle erobern den Markt, datenbasierte Services und autoarme Stadtkonzepte gewinnen an Bedeutung.

Auch deshalb wird in den Bereichen Mobilität und Logistik intensiv nach jungen, gut ausgebildeten Fachkräften gesucht. Der Studiengang Verkehrssysteme bietet einen optimalen Einstieg in die Transportwirtschaft, kann bislang die Nachfrage nach Absolventinnen und Absolventen aber kaum befriedigen.

Hast Du das Zeug, als Verkehrsingenieur*in die Mobilität und Logistik von morgen zu entwerfen? Teste in unserem Quiz Dein Wissen.

Wer Ingenieurin oder Ingenieur werden will, muss in Mathematik und Physik überdurchschnittlich gut sein. Korrekt?

Im ersten Drittel spielt der Erwerb der mathematischen und physikalischen Grundlagen tatsächlich eine bedeutende Rolle. Im weiteren Studienverlauf ist der Umfang jedoch stark abhängig von den belegten Wahlmodulen.
Show hint
Correct! Wrong!

Du musst kein herausragendes Mathematiktalent haben, um den Studiengang Verkehrssysteme erfolgreich zu absolvieren. Auch für KV-Absolventen mit entsprechender Vorbereitung ist das Studium uneingeschränkt zu empfehlen.

Zu den Hauptverkehrszeiten werden die Stauzeiten auf der Strasse immer länger und die Beförderungsqualität im öV immer unattraktiver. Wo siehst Du das grösste Handlungspotenzial?

Correct! Wrong!

Es gilt die alte Planer-Regel: «Wer Infrastruktur sät, wird Verkehr ernten». Zusätzliche Fahrstreifen und Effizienzsteigerungen durch Automatisierung & Digitalisierung locken Neuverkehre an. Wer ausschliesslich auf die Erweiterung der Infrastrukturkapazitäten setzt, wird allenfalls das Problem auf andere Strassen-/Schienenabschnitte verlagern. Das reine Anpassen der Infrastruktur an eine ungesteuert wachsende Nachfrage ist also langfristig teuer, flächenintensiv. Es bedarf stattdessen intelligenter Anreize, damit Verkehre verstärkt non-physisch, ausserhalb der Rushhour und mit flächensparsamen Fahrzeugen durchgeführt werden.

Der Klimawandel ist wahrscheinlich die grösste Herausforderung im 21. Jahrhundert. Wie gross ist in der Schweiz der Anteil der Treibhausgasemissionen, die auf den Verkehr zurückzuführen sind?

Correct! Wrong!

Mit rund einem Drittel der gesamten Treibhausgasemissionen der Schweiz ist der Verkehr der grösste Treiber der Klimakrise. Während es in allen anderen relevanten Sektoren gelungen ist, die CO2-Emissionen seit 1990 teils deutlich zu senken, stagniert der Verkehr auf hohem Niveau. Wer aktiv dazu beitragen möchte, die Klimakatastrophe aufzuhalten, erzielt mit Innovationen im Bereich Mobilität & Logistik eine grosse Hebelwirkung.

Hippes Sportgerät oder Beitrag zur Mobilitätswende: Stellt das Velo einen bedeutenden Lösungsbaustein für den Verkehr der Zukunft dar?

Correct! Wrong!

Städte wie Kopenhagen oder Amsterdam beweisen, dass mit geeigneten Massnahmen der Anteil des Fahrradverkehrs erheblich gesteigert werden kann, insbesondere in den Hauptverkehrszeiten. Und beide Städte sind im Vergleich mit Zürich nicht für velofreundlicheres Wetter bekannt. Das grosse Verlagerungspotenzial zeigt sich bei einem Blick auf die durchschnittlichen Auto-Fahrtdistanzen in Schweizer Städten: Rund die Hälfte der innerstädtischen Fahrten sind nicht länger als 5 Kilometer.

Die Zulassungszahlen der E-Fahrzeuge steigen. Doch ist das Elektroauto tatsächlich besser für die Umwelt als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor?

Correct! Wrong!

In der jüngsten Studie des Paul-Scherrer-Instituts wird erneut gezeigt, dass batterieelektrische Fahrzeuge einen deutlichen Umweltvorteil vor allen anderen Antriebsformen aufweisen. Zwar ist der CO2-Fussabdruck eines E-Autos aufgrund der Batterieherstellung rund 40 % grösser als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Über die gesamte Lebensdauer gesehen, liegen die Emissionswerte jedoch annähernd 50 % unter denen eines Autos mit Dieselmotor. Allerdings ist der Umwelt kaum geholfen, wenn das Elektromobil in Dimensionierung und Motorisierung eine Fortschreibung des Autos mit Verbrennungsmotor ist. Grosse Reichweiten erfordern schwere Batterien, welche die Umweltbilanz deutlich beeinträchtigen.

Nur wenige jährliche Kurzstreckenflüge dominieren schnell den persönlichen ökologischen Fussabdruck. Aber kann die Bahn das Flugzeug überhaupt ersetzen?

Correct! Wrong!

Studien der ZHAW haben gezeigt, dass der Reisezeitvorteil des Luftverkehrs bedeutend kleiner ist als angenommen. Grund hierfür sind die Puffer- und Prozesszeiten an Flughäfen, die den Vorteil der kurzen Flugzeiten stark relativieren. Diese sind in den Reiseauskunftssystemen bislang jedoch nur ungenügend abgebildet. Durch die Renaissance der Nachtzugverkehre könnte der Schienenverkehr auch auf grösseren Distanzen zu einer Alternative zum Flugzeug werden. Auch bei den Reisekosten zeigen Untersuchungen der ZHAW, dass die Bahn auf Relationen mit vergleichbaren Gesamtreisezeiten in über 90 Prozent der analysierten Preisvergleiche preisgünstiger als der Flug war.

Werden autonom fahrende Fahrzeuge unseren Verkehr stadtverträglicher und nachhaltiger machen?

Correct! Wrong!

Die aktuellen Forschungen weisen in die Richtung, dass autonom fahrende Fahrzeuge tatsächlich ein «Game Changer» für den Verkehrssektor sein werden. Allerdings werden die Vorteile erst mit einer hohen Marktdurchdringung spürbar – und wenn die Regulierung eine effiziente Sharing-Nutzung der autonomen Fahrzeuge induziert. Im intelligenten Zusammenspiel mit einem neuen öV könnten autonome Fahrzeugflotten gemäss Modellrechnungen die Anzahl der Autos in der Innenstadt um 80 bis 90 Prozent senken. Der Wegfall von Parkflächen würde Flächen freispielen, die zur Attraktivitätssteigerung des Fuss- und Veloverkehrs entscheidend beitragen könnten.

Kannst Du die Mobilität von morgen gestalten? Mach den Test!

Die Verkehrsbranche ist im Wandel. Viele traditionelle Lösungen müssen neu gedacht werden. Im Studiengang Verkehrssysteme lernst Du, Dich systemisch mit den Kernfragen der Mobilität & Logistik auseinanderzusetzen.

Du bist gut informiert. Die Verkehrsbranche ist im Wandel. Viele traditionelle Lösungen müssen neu gedacht werden. Im Studiengang Verkehrssysteme lernst Du, Dich systemisch mit den Kernfragen der Mobilität & Logistik auseinanderzusetzen.

Du bist ein Verkehrsprofi. Die Verkehrsbranche ist im Wandel. Viele traditionelle Lösungen müssen neu gedacht werden. Im Studiengang Verkehrssysteme lernst Du, Dich systemisch mit den Kernfragen der Mobilität & Logistik auseinanderzusetzen.

Den öV der Zukunft mitgestalten

Zürich wächst, und damit der Anspruch an den öffentlichen Verkehr. Damit auch in Zukunft – genauer gesagt in zwanzig bis dreissig Jahren – die nötigen Kapazitäten für einen pünktlichen, effizienten und bedürfnisgerechten ÖV bereitstehen, müssen heute schon die Weichen gestellt werden. 

Nur, wer weiss denn schon, wie die Welt bis dahin aussieht? Der Mobilitätsmarkt befindet sich in einem starken Wandel. Dank der schnellen Entwicklung neuer Technologien ist es heute aber auch möglich, stärker in den Dialog zu treten. Das möchten die Verkehrsbetriebe Zürich, ein langjähriger Praxispartner des Studiengangs Verkehrssysteme, nutzen und mit ihren Fahrgästen, Pendlerinnen und Pendlern und der Bevölkerung insgesamt über die Mobilität der Zukunft diskutieren.

Unter dem Titel «Was ist dein Plan für Zürichs Zukunft?» soll die Meinung aller Interessierten einbezogen werden. Sämtliche Inputs fliessen in die Arbeit der Fachleute ein, welche das Zukunftsbild 2050 entwerfen. Auf der Basis dieses Zukunftsbilds wird anschliessend die Netzentwicklungsstrategie 2040 erarbeitet. 

Die kreativen Köpfe von morgen sind herzlich dazu einladen, sich zu beteiligen. Die VBZ würde es sehr interessieren, wie sich die Studierenden des Studiengangs Verkehrssyszeme die Zukunft vorstellen, wo ihre Prioritäten liegen, und wie ihre Bedürfnisse aussehen.

Möglich ist die Teilnahme auf zwei Arten: Digital unter vbz2050.ch oder klassisch mit einem persönlichen Gespräch. Hierzu werden Walk-ins zum Thema „Was ist dein Plan für Zürichs Zukunft?“ an verschiedenen Standorten und Daten durchgeführt. Die Mitwirkungsaktivitäten finden vom 25. Februar bis 24. März statt. Mehr Informationen dazu gibt’s unter vbz.ch/2050.

Mobilität 2040 – Das Ende der Mobilität wie wir sie kennen

————————————————————-

UPDATE – Die Veranstaltung wurde aufgrund der Coronavirus-Krise abgesagt

————————————————————–

Wie sieht der Verkehr von morgen aus? Was sind unsere Gestaltungsmöglichkeiten? Dies sind wesentliche Fragen im Verkehrssysteme-Studium – und des Science Talks der ZHAW an der Kantonsschule Zofingen. Anlässlich der TecNight am 26. März gibt es die Gelegenheit, einen einstündigen Schnupperkurs im Bereich Mobilität & Logistik zu belegen. Diskutieren Sie mit und erfahren Sie, wie dringend wir kreative Verkehrsingenieurinnen und –ingenieure benötigen.

Die TecNights werden von der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) organisiert. Sie ist das bedeutendste Expertennetzwerk im Bereich Technikwissenschaften in der Schweiz. TecNights sind Abendveranstaltungen an Gymnasien, zu denen die Schülerinnen und Schüler, deren Familie, Lehrpersonen sowie alle Interessierten aus der Region eingeladen sind. An der TecNight können die Gäste in faszinierende Technikwelten eintauchen. Angeboten werden Referate und Science Talks mit erfahrenen Fachleuten aus Hochschulen, Unternehmen und Non-Profit-Organisationen und spannende Exponate zum Bestaunen und Ausprobieren. Mehr als 10‘000 Personen haben bereits an einer TecNight teilgenommen.

Neben den TecNights bietet die SATW die so genannten TecDays zur Unterstützung der Technik-Bildung an Gymnasien an. Während eines Tages besuchen alle Lernenden interaktive, technisch-naturwissenschaftliche Module. Sie geben Einblick in die Praxis und ermöglichen Diskussionen mit ausgewiesenen Fachexperten. Seit 2018 beteiligt sich der Studiengang Verkehrssysteme regelmässig an den TecNight- und TecDay-Veranstaltungen der SATW.

Die Teilnahme an der TecNight ist kostenlos. Der Science Talk „Mobilität 2040 – Das Ende der Mobilität wie wir sie kennen“ beginnt um 20 Uhr in der Aula der Kantonsschule Zofingen.

Studiengangleiter in ASTRA-Forschungskommission berufen

Der Anspruch des Studiengangs Verkehrssysteme ist es, die Studierenden auf Grundlage der neuesten Forschungsergebnisse zu unterrichten. Wo immer möglich, sollen Studierende im Rahmen von Semester-, Projekt- und Bachelorarbeiten an Forschungsprojekten zu partizipieren. Nun wird die Verbindung in den Forschungsbereich weiter gestärkt. Der Studiengangleiter Verkehrssysteme wurde vom Bundesrat in die Forschungskommission des Bundesamts für Strassen (ASTRA) berufen.

Das 1998 gegründete Bundesamt für Strassen (ASTRA) ist die Schweizer Fachbehörde für die Strasseninfrastruktur und den individuellen Strassenverkehr. Es ist dem eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) zugeordnet. Die Forschungskommission (FOKO) ist ein bedeutendes Kontrollgremium zur Sicherung der Qualität der durch das ASTRA finanzierten Forschung. Bei seiner Auswahl geeigneter Forschungsvorhaben wird die FOKO neu durch fünf Arbeitsgruppen unterstützt, die die Schwerpunktfelder «Brücken, Geotechnik und Tunnel», «Mobilität 4.0», «Mensch und Fahrzeug», «Trassee und Umwelt» sowie «Verkehrsplanung und Technik» betreuen.

Das Spektrum der FOKO-Mitglieder gewährleistet, dass die durch die FOKO zu behandelnden Forschungsvorhaben möglichst breit abgestützt beurteilt werden können. Im Dezember 2019 wurde Verkehrssysteme-Studiengangleiter Thomas Sauter-Servaes vom Bundesrat für vier Jahre in die FOKO gewählt.

Are you a mobility leader of tomorrow? Win a trip to LA!

Quelle: Photo by Daniel Semenov from Pexels

In December 2019, ERTICO launched the European leg of the Global Challenge, a competition where graduate students from European universities are tasked to solve real-world mobility problems. The winning team will have the opportunity to travel to Los Angeles and pitch their idea to industry leaders at the ITS World Congress in October 2020.

To enter the competition, organised jointly with ITS America and ITS Asia-Pacific, teams of three to five students should design a sustainable mobility solution for their home or university town focused on vulnerable road users.

Interested? Sign up here.

“As urban networks grow, the needs of elderly, pedestrians, disabled, cyclists and women are often neglected. This competition aims to engage young talent in finding innovative solutions to meet the requirements of these users while improving mobility and reducing congestion”, says Irina Patrascu-Grant, Head of the European Selection Committee.

In the first leg of the competition, the students should by 25 January 2020 submit a half-page declaration of intent stating their motivation and the focus of their solution. Then, by 29 March each team should send a five to ten-page final paper.

Three teams will be selected and a representative from each will be invited to pitch their idea at the ITS European Congress in Lisbon in May 2020. The team with the best pitch will represent Europe at the Global Challenge in Los Angeles.

For more information about the European Mobility Challenge, please visit www.itsfutureleaders.eu

ERTICO – ITS Europe is a public-private partnership of 120 companies and organisations representing Service Providers, Suppliers, Traffic and Transport Industry, Research, Public Authorities, Users, Mobile Networks Operators, Vehicle Manufactures. ERTICO embodies Thought Leadership and fosters Stakeholder Engagement; ERTICO innovates, promotes and deploys Intelligent Transport Systems and Services (ITS) through a variety of activities including European cofunded projects, Innovation Platforms, International Cooperation, Advocacy and Events. ERTICO is also the organiser of the ITS European and World Congresses, which take place every year in a different European city.
Our focus is on Connected & Automated Driving, Urban Mobility, Clean Mobility, and Transport & Logistics.

VS on Tour – Fachexkursion zum Lötschberg-Basistunnel

Ein Gastbeitrag von Nadine Stucki und Sina Tollardo

Abbildung 1: Die Klasse VS18a mit Dozent Dieter Würgler vor dem LRZ.

Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt. In Bern wurden wir, die Studierenden der Klasse VS18a, von unserem Dozenten Dieter Würgler im RegioExpress «Lötschberger» nach Brig mit Kaffee, Orangensaft, Ovomaltine und Gipfeli empfangen. Das Ziel unserer Reise war Frutigen. Im Rahmen des Moduls «RAMS» (Reliability, Availability, Maintainity, Safety) des dritten Semesters hat Herr Würgler für uns einen Besuch im Interventionszentrum Frutigen der BLS mit anschliessender Besichtigung des Lötschberg-Basistunnels organisiert.

Im Interventionszentrum begrüsste uns Jakob Böttger, Leiter Planung und Entwicklung der BLS-Feuerwehr. In einem kurzen Vortrag stellte er die BLS und insbesondere die Intervention vor. Speziell an der Intervention der BLS ist die enge Zusammenarbeit der BLS mit den Feuerwehren Frutigen und Spiez. Von diesen zwei Feuerwehren sind jeweils 10 Feuerwehrleute für Ereignisfälle im Schienenverkehr ausgebildet. Ausserdem ist die Intervention der BLS auch zuständig für Einsätze auf dem Netz von kleineren Bahnen, wie z.B. die Jungfraubahnen oder die Brienzer Rothornbahn.

Anschliessend erzählte Peter Luginbühl, Feuerwehrkommandant, mit Hilfe einer anschaulichen Präsentation die Geschichte vom Brand im Simplontunnel von 2011, bei dem er im Einsatz war. Dieser Brand ist einer der grössten der Schweizer Geschichte. Die Löscharbeiten dauerten 1.5 Tage und verbrauchten 1.2 Millionen Liter Wasser, das von zwei Lösch- und Rettungszügen (LRZ) mit je 52’000 Liter Fassungsvermögen herbeigeschafft wurde. Peter Luginbühl berichtete sehr verständlich und mit eindrücklichen Fotos von den Herausforderungen und Tücken des Vorfalls sowie den Erkenntnissen daraus.

Abbildung 2: Der Lösch- und Rettungszug der BLS in Frutigen.

Nach dieser Einführung besichtigten wir mit Jakob Böttger den LRZ. Er zeigte uns das Gerätefahrzeug mit dem Führerstand, die Tanklöschwagen, das Rettungsfahrzeug und die Hilfswagen mit dem dazugehörigen Equipment. Wir durften eine Feuerwehrjacke und ein Atemschutzgerät halten. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie man mit dieser dicken Jacke und dem 25 kg schweren Atemschutzgerät arbeiten geschweige denn Leben retten soll.

Nach diesem spannenden Vormittag durften wir uns in der Kantine stärken. Danach sind Jakob Böttger und Thomas Friedli, Leiter der Abteilung Sicherheit und Intervention, mit uns in zwei Kleinbussen zum Sicherheitsstollen Mitholz des Lötschberg-Basistunnel gefahren (siehe blau gestrichelte Linie in Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Besichtigung des Lötschberg-Basistunnels fand entlang der blau gestrichelten Linie statt.

Dort besuchten wir das Besucherfenster, wo wir hautnah eine Zugdurchfahrt erleben konnten. Die beiden haben uns die Sicherheitseinrichtungen gezeigt und wir konnten sehen, wie das «S» für Safety von RAMS in der Praxis zur Anwendung kommt. Sehr eindrücklich waren die verschiedenen Sicherheitskonzepte, die für diesen Tunnel ausgeklügelt wurden. Anschliessend fuhren wir der grün gestrichelten Linie entlang bis zur Nothaltestelle Ferden, wo ein angenehmes Klima von 26° C herrschte. Ohne das Belüftungssystem wäre die Temperatur sogar noch höher! Dort liefen wir in einen Sicherheitsstollen zwischen den beiden Röhren und konnten sogar eine der Röhren betreten, als sich gerade kein Zug im Tunnel befand.

Abbildung 4: Thomas Friedli erklärt den Studierenden die Sicherheitseinrichtungen.
Abbildung 5: Die Oströhre, als sich gerade kein Zug im Tunnel befand.

In der Dunkelheit des Tunnelsystems ging jegliches Zeitgefühl verloren und bald waren zwei Stunden vorbei. Jakob Böttger und Thomas Friedli fuhren uns aus dem Tunnel hinaus und zur Vor-Ort-Leitstelle, in welcher der Lötschberg-Basistunnel im Notfall gesteuert wird. Anschliessend ging es zurück nach Frutigen, von wo aus wir wieder mit dem RegioExpress «Lötschberger» nach Bern fuhren. Dieter Würgler hatte für den Rückweg einen Apéro organisiert – mit allem, was dazu gehört. So konnten wir den spannenden und lehrreichen Tag gebührend ausklingen lassen.

Studentische Mobilitätsforschung – Themen der Projektarbeiten 2019

Night lights of the Bangkok city

Auch im Herbstsemester 2019 haben sich die Verkehrssysteme-Studierenden in ihren Projektarbeiten wieder mit einer grossen Bandbreite an Themen beschäftigt. Am 20. Dezember endet die Bearbeitungszeit der gemeinsam mit den Branchenpartnern des Studiengangs durchgeführten Untersuchungen. Ein inhaltlicher Fokus lag in diesem Jahr auf Potenzialermitttlungen – sowohl im öV als auch bei der Mikromobilität oder dem Mobilitätsmanagement.

Die Studierenden haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit ihren Projektarbeiten etwas mehr Tiefenschärfe in die fachliche Diskussion dieser Themen zu bringen:

  • Selbststeuerung von Lichtsignalanlagen und Fahrzeugflüssen im städtischen Strassennetz
  • Virtueller Trainer für den Motorradsport
  • Zugsicherung für historische Züge
  • Flächeneffizienz städtischer Verkehrsträger
  • Innovative Berufsverkehr-Lösung für den Flughafen Zürich
  • Potential der Mikromobilität in der Raumplanung in der Stadt Zürich am Beispiel Giesshübelstrasse
  • Busbetrieb am Bahnhof Luzern während der Erstellung des Durchgangsbahnhofs
  • Voraussetzungen und Wege zu einem modularen automatisierten Bahnsystem
  • Hintergründe und Motivation zum Besitz eines Autos von Stadtzürcher*innen
  • SmartRail 4.0: Algorithmische Generierung von Fahrplänen und Massnahmen zur Steigerung der Stabilität
  • Bedarfsschätzung in der ÖV-Linienplanung
  • Automatisierte Planung von ÖV – Linien unter Berücksichtigung der Tür-zu-Tür-Nachfrage
  • Erstellen von (Eisenbahn-)Streckenprofilen mithilfe von Open Railway Map
  • Folgeverspätungen
  • Analyse des öV-Potentials touristischer Destinationen in der Schweiz
  • Entwicklung eines Monitoring-Konzepts für die Verkehrsnachfrage während des Betriebs der Züribahn

Die Projektarbeit ist eine der beiden grossen Arbeiten im letzten Drittel des Studiums. Die Studierenden sollen die Arbeit bewusst nutzen, um sich in einem Themenfeld zu spezialisieren und sich besondere Kompetenzen aufzubauen. Sämtliche Projekte werden im Studiengang Verkehrssysteme obligatorisch mit einem Praxispartner durchgeführt. In diesem Jahr erfolgte die Bearbeitung im Zeitraum vom 16. September bis 20. Dezember 2019. Der Arbeitsumfang beträgt sechs Credits, was einem Zeitaufwand von rund 180 Stunden pro Studierendem entspricht. Die Arbeiten werden im Regelfall von 2er-Teams angefertigt.

Siemens fördert Teilzeitstudium Verkehrssysteme

Die ZHAW School of Engineering wird ab dem Herbstsemester 2020 den Bacheloringenieur-Studiengang Verkehrssysteme auch als Teilzeitstudium anbieten. Als erster Wirtschaftspartner unterstützt Siemens aktiv das neue Studienangebot. Mit der so genannten M0-Zertifizierung sichert Siemens seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine anteilige Übernahme der Studiengebühren zu und/oder bietet zusätzliche freie Tage an.

Dirk Boedeker, Head of Digitalization & Innovation sowie Head of Customer Services bei der Siemens Mobility AG ist überzeugt von der Qualität des Studiengangs: „Wir müssen im Schienenverkehr mehr Mut haben, Neues auszuprobieren – auch im Hinblick auf digitale Lösungen. Mit den Verkehrssysteme-Studierenden haben wir dies in Semesterprojekten und Abschlussarbeiten mehrfach erfolgreich durchgeführt.“

Sie wollen auch die Zukunft der Mobilität & Logistik aktiv mitgestalten? Sie möchten neben dem Studium weiter arbeiten? Dann gibt es jetzt ein neues Studienangebot, um Arbeit und Studium ideal miteinander zu kombinieren.

Die ZHAW School of Engineering wird ab dem Herbstsemester 2020 den BacheloringenieurStudiengang Verkehrssysteme auch als Teilzeitstudium anbieten. Die Studieninhalte des Teilzeitangebots entsprechen denen des Vollzeitstudiums Verkehrssysteme. Sie profitieren in gleicher Weise vom jetzt individualisierten Modulangebot im letzten Studienabschnitt.

Während acht Semestern studieren Sie in der Regel an drei Präsenztagen pro Woche. Zum Ende des Studiums schreiben Sie Ihre Projekt- und Bachelorarbeit, die Sie nach Möglichkeit in Ihre berufliche Tätigkeit integrieren. Empfohlen wird ein maximales Arbeitspensum von 60 Prozent während der Unterrichtszeit.

Interessiert? Dann informieren Sie sich über die Details an einem der Infoabende am 27. Februar oder 2. April in Zürich. Alle Details finden im Blog des Studiengangs.

Bildquellen: Siemens / ZHAW

Schrittmacher für die Mobilitätswende am Technikum

Die ZHAW strebt ihrer Nachhaltigkeitsstrategie einen umweltfreundlicheren Hochschulbetrieb an. Die (Alltags-)Mobilität und insbesondere das Pendeln der Mitarbeitenden und Studierenden stellen dabei besonders relevante Faktoren dar. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit zwei Instituten der School of Engineering werden sich die Studierenden des Studiengangs Verkehrssysteme an der Entwicklung konkreter Massnahmen für die Mobilitätswende ihrer Hochschule beteiligen.

Trotz veränderter Arbeitsweisen, bei denen traditionelle Büros zunehmend durch mobile oder private Arbeitsplätze ersetzt werden, nehmen die Pendlerströme in den urbanen Räumen der Schweiz stetig zu. Die Folgen sind Staus in Spitzenzeiten, überlastete öffentliche Verkehrsmittel und eine zunehmende Lärm- und Luftverschmutzung. Diese sind mit hohen ökonomischen, ökologischen und gesundheitlichen Kosten verbunden. Erforderlich ist daher ein Umdenken bei den Mobilitätsstrategien, um die negativen Auswirkungen des heutigen Verkehrssystems zu reduzieren.

Vor diesem Hintergrund ist auch die ZHAW School of Engineering gefordert, Anreize oder Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation zu entwickeln. Mitarbeitende und Studierende müssen zu einem Umdenken und Ausbrechen aus bekannten Mobilitätsmustern angeregt werden.

Unter der Leitung des INE sowie der Mitarbeit des IDP und des Studiengangs Verkehrssysteme wird daher ein interdisziplinäres Projekt mit Leuchtturmcharakter für die gesamte ZHAW realisiert. Ziel des Projektes ist es, die Mobilität der School of Engineering zu analysieren und zu verstehen. Dazu wird ein Verfahren zur Erhebung und Visualisierung des Mobilitätsverhaltens von Studierenden und Mitarbeitenden an der School of Engineering entwickelt. Das kann in Zukunft auch an anderen Departementen an der ZHAW angewendet sowie als Beratungsleistung externen Unternehmen oder Organisationen im Rahmen eines Monitorings der Mitarbeitermobilität angeboten werden kann.

Digital Mobility Lab – der neue «rote Faden» durchs VS-Studium

Daten spielen in allen Lebensbereichen eine immer grössere Rolle – auch im Bereich Mobilität & Logistik. Der Studiengang Verkehrssysteme hat daher im Herbstsemester 2019 das virtuelle Labor «Digital Mobility Lab» gegründet. Dieses wird zukünftig quasi den digitalen Maschinenraum des Studiengangs bilden. Dank des interdisziplinären Projekts werden die Fachmodule dann mit einem abgestimmten Softwarepaket auf eine gemeinsame Datenbasis zugreifen.

Bislang arbeiten die einzelnen Fachmodule des Studiengangs Verkehrssysteme in den Übungsanteilen der Veranstaltungen jeweils mit eigenem Datenmaterial. In Zukunft soll der überwiegende Anteil der Praxiseinheiten auf einer gemeinsamen Datengrundlage basieren. Ziel ist es, von der Raumentwicklung über die Netzplanung bis zum Flottenmanagement aus den Basisdaten die modulspezifisch notwendigen Kennzahlen abzuleiten und diese in den Folgemodulen weiter zu nutzen und zu entwickeln. Dabei kommt vorhandene und zusätzlich eingeführte Standardsoftware der Verkehrsbranche wie Visum, Viriato oder Open Track zum Einsatz.

Durch die datenseitige Verknüpfung der Module werden die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Planungsschritten im Verkehrsbereich bedeutend deutlicher sichtbar. Zugleich zwingt es zu einer intensiveren Abstimmung der Module und vermeidet unnötige Redundanzen. Das Labor ist dabei bewusst virtuell angelegt, d.h. die Studierenden können auf die leistungsstarken Hardware-Infrastruktur mit dem eigenen Computern ortunabhängig zugreifen.

Treiber der Entwicklung sind das Institut für Datenanalyse und Prozessdesign (IDP) und das Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE). Bis Ende 2020 werden die Grundstrukturen komplett aufgebaut und das Digital Mobility Lab voll einsatzfähig sein.

« Ältere Beiträge