Mobilität 2040 – Das Ende der Mobilität wie wir sie kennen

Wie sieht der Verkehr von morgen aus? Was sind unsere Gestaltungsmöglichkeiten? Dies sind wesentliche Fragen im Verkehrssysteme-Studium – und des Science Talks der ZHAW an der Kantonsschule Zofingen. Anlässlich der TecNight am 26. März gibt es die Gelegenheit, einen einstündigen Schnupperkurs im Bereich Mobilität & Logistik zu belegen. Diskutieren Sie mit und erfahren Sie, wie dringend wir kreative Verkehrsingenieurinnen und –ingenieure benötigen.

Die TecNights werden von der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) organisiert. Sie ist das bedeutendste Expertennetzwerk im Bereich Technikwissenschaften in der Schweiz. TecNights sind Abendveranstaltungen an Gymnasien, zu denen die Schülerinnen und Schüler, deren Familie, Lehrpersonen sowie alle Interessierten aus der Region eingeladen sind. An der TecNight können die Gäste in faszinierende Technikwelten eintauchen. Angeboten werden Referate und Science Talks mit erfahrenen Fachleuten aus Hochschulen, Unternehmen und Non-Profit-Organisationen und spannende Exponate zum Bestaunen und Ausprobieren. Mehr als 10‘000 Personen haben bereits an einer TecNight teilgenommen.

Neben den TecNights bietet die SATW die so genannten TecDays zur Unterstützung der Technik-Bildung an Gymnasien an. Während eines Tages besuchen alle Lernenden interaktive, technisch-naturwissenschaftliche Module. Sie geben Einblick in die Praxis und ermöglichen Diskussionen mit ausgewiesenen Fachexperten. Seit 2018 beteiligt sich der Studiengang Verkehrssysteme regelmässig an den TecNight- und TecDay-Veranstaltungen der SATW.

Die Teilnahme an der TecNight ist kostenlos. Der Science Talk „Mobilität 2040 – Das Ende der Mobilität wie wir sie kennen“ beginnt um 20 Uhr in der Aula der Kantonsschule Zofingen.

Studiengangleiter in ASTRA-Forschungskommission berufen

Der Anspruch des Studiengangs Verkehrssysteme ist es, die Studierenden auf Grundlage der neuesten Forschungsergebnisse zu unterrichten. Wo immer möglich, sollen Studierende im Rahmen von Semester-, Projekt- und Bachelorarbeiten an Forschungsprojekten zu partizipieren. Nun wird die Verbindung in den Forschungsbereich weiter gestärkt. Der Studiengangleiter Verkehrssysteme wurde vom Bundesrat in die Forschungskommission des Bundesamts für Strassen (ASTRA) berufen.

Das 1998 gegründete Bundesamt für Strassen (ASTRA) ist die Schweizer Fachbehörde für die Strasseninfrastruktur und den individuellen Strassenverkehr. Es ist dem eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) zugeordnet. Die Forschungskommission (FOKO) ist ein bedeutendes Kontrollgremium zur Sicherung der Qualität der durch das ASTRA finanzierten Forschung. Bei seiner Auswahl geeigneter Forschungsvorhaben wird die FOKO neu durch fünf Arbeitsgruppen unterstützt, die die Schwerpunktfelder «Brücken, Geotechnik und Tunnel», «Mobilität 4.0», «Mensch und Fahrzeug», «Trassee und Umwelt» sowie «Verkehrsplanung und Technik» betreuen.

Das Spektrum der FOKO-Mitglieder gewährleistet, dass die durch die FOKO zu behandelnden Forschungsvorhaben möglichst breit abgestützt beurteilt werden können. Im Dezember 2019 wurde Verkehrssysteme-Studiengangleiter Thomas Sauter-Servaes vom Bundesrat für vier Jahre in die FOKO gewählt.

Are you a mobility leader of tomorrow? Win a trip to LA!

Quelle: Photo by Daniel Semenov from Pexels

In December 2019, ERTICO launched the European leg of the Global Challenge, a competition where graduate students from European universities are tasked to solve real-world mobility problems. The winning team will have the opportunity to travel to Los Angeles and pitch their idea to industry leaders at the ITS World Congress in October 2020.

To enter the competition, organised jointly with ITS America and ITS Asia-Pacific, teams of three to five students should design a sustainable mobility solution for their home or university town focused on vulnerable road users.

Interested? Sign up here.

“As urban networks grow, the needs of elderly, pedestrians, disabled, cyclists and women are often neglected. This competition aims to engage young talent in finding innovative solutions to meet the requirements of these users while improving mobility and reducing congestion”, says Irina Patrascu-Grant, Head of the European Selection Committee.

In the first leg of the competition, the students should by 25 January 2020 submit a half-page declaration of intent stating their motivation and the focus of their solution. Then, by 29 March each team should send a five to ten-page final paper.

Three teams will be selected and a representative from each will be invited to pitch their idea at the ITS European Congress in Lisbon in May 2020. The team with the best pitch will represent Europe at the Global Challenge in Los Angeles.

For more information about the European Mobility Challenge, please visit www.itsfutureleaders.eu

ERTICO – ITS Europe is a public-private partnership of 120 companies and organisations representing Service Providers, Suppliers, Traffic and Transport Industry, Research, Public Authorities, Users, Mobile Networks Operators, Vehicle Manufactures. ERTICO embodies Thought Leadership and fosters Stakeholder Engagement; ERTICO innovates, promotes and deploys Intelligent Transport Systems and Services (ITS) through a variety of activities including European cofunded projects, Innovation Platforms, International Cooperation, Advocacy and Events. ERTICO is also the organiser of the ITS European and World Congresses, which take place every year in a different European city.
Our focus is on Connected & Automated Driving, Urban Mobility, Clean Mobility, and Transport & Logistics.

VS on Tour – Fachexkursion zum Lötschberg-Basistunnel

Ein Gastbeitrag von Nadine Stucki und Sina Tollardo

Abbildung 1: Die Klasse VS18a mit Dozent Dieter Würgler vor dem LRZ.

Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt. In Bern wurden wir, die Studierenden der Klasse VS18a, von unserem Dozenten Dieter Würgler im RegioExpress «Lötschberger» nach Brig mit Kaffee, Orangensaft, Ovomaltine und Gipfeli empfangen. Das Ziel unserer Reise war Frutigen. Im Rahmen des Moduls «RAMS» (Reliability, Availability, Maintainity, Safety) des dritten Semesters hat Herr Würgler für uns einen Besuch im Interventionszentrum Frutigen der BLS mit anschliessender Besichtigung des Lötschberg-Basistunnels organisiert.

Im Interventionszentrum begrüsste uns Jakob Böttger, Leiter Planung und Entwicklung der BLS-Feuerwehr. In einem kurzen Vortrag stellte er die BLS und insbesondere die Intervention vor. Speziell an der Intervention der BLS ist die enge Zusammenarbeit der BLS mit den Feuerwehren Frutigen und Spiez. Von diesen zwei Feuerwehren sind jeweils 10 Feuerwehrleute für Ereignisfälle im Schienenverkehr ausgebildet. Ausserdem ist die Intervention der BLS auch zuständig für Einsätze auf dem Netz von kleineren Bahnen, wie z.B. die Jungfraubahnen oder die Brienzer Rothornbahn.

Anschliessend erzählte Peter Luginbühl, Feuerwehrkommandant, mit Hilfe einer anschaulichen Präsentation die Geschichte vom Brand im Simplontunnel von 2011, bei dem er im Einsatz war. Dieser Brand ist einer der grössten der Schweizer Geschichte. Die Löscharbeiten dauerten 1.5 Tage und verbrauchten 1.2 Millionen Liter Wasser, das von zwei Lösch- und Rettungszügen (LRZ) mit je 52’000 Liter Fassungsvermögen herbeigeschafft wurde. Peter Luginbühl berichtete sehr verständlich und mit eindrücklichen Fotos von den Herausforderungen und Tücken des Vorfalls sowie den Erkenntnissen daraus.

Abbildung 2: Der Lösch- und Rettungszug der BLS in Frutigen.

Nach dieser Einführung besichtigten wir mit Jakob Böttger den LRZ. Er zeigte uns das Gerätefahrzeug mit dem Führerstand, die Tanklöschwagen, das Rettungsfahrzeug und die Hilfswagen mit dem dazugehörigen Equipment. Wir durften eine Feuerwehrjacke und ein Atemschutzgerät halten. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie man mit dieser dicken Jacke und dem 25 kg schweren Atemschutzgerät arbeiten geschweige denn Leben retten soll.

Nach diesem spannenden Vormittag durften wir uns in der Kantine stärken. Danach sind Jakob Böttger und Thomas Friedli, Leiter der Abteilung Sicherheit und Intervention, mit uns in zwei Kleinbussen zum Sicherheitsstollen Mitholz des Lötschberg-Basistunnel gefahren (siehe blau gestrichelte Linie in Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Besichtigung des Lötschberg-Basistunnels fand entlang der blau gestrichelten Linie statt.

Dort besuchten wir das Besucherfenster, wo wir hautnah eine Zugdurchfahrt erleben konnten. Die beiden haben uns die Sicherheitseinrichtungen gezeigt und wir konnten sehen, wie das «S» für Safety von RAMS in der Praxis zur Anwendung kommt. Sehr eindrücklich waren die verschiedenen Sicherheitskonzepte, die für diesen Tunnel ausgeklügelt wurden. Anschliessend fuhren wir der grün gestrichelten Linie entlang bis zur Nothaltestelle Ferden, wo ein angenehmes Klima von 26° C herrschte. Ohne das Belüftungssystem wäre die Temperatur sogar noch höher! Dort liefen wir in einen Sicherheitsstollen zwischen den beiden Röhren und konnten sogar eine der Röhren betreten, als sich gerade kein Zug im Tunnel befand.

Abbildung 4: Thomas Friedli erklärt den Studierenden die Sicherheitseinrichtungen.
Abbildung 5: Die Oströhre, als sich gerade kein Zug im Tunnel befand.

In der Dunkelheit des Tunnelsystems ging jegliches Zeitgefühl verloren und bald waren zwei Stunden vorbei. Jakob Böttger und Thomas Friedli fuhren uns aus dem Tunnel hinaus und zur Vor-Ort-Leitstelle, in welcher der Lötschberg-Basistunnel im Notfall gesteuert wird. Anschliessend ging es zurück nach Frutigen, von wo aus wir wieder mit dem RegioExpress «Lötschberger» nach Bern fuhren. Dieter Würgler hatte für den Rückweg einen Apéro organisiert – mit allem, was dazu gehört. So konnten wir den spannenden und lehrreichen Tag gebührend ausklingen lassen.

Studentische Mobilitätsforschung – Themen der Projektarbeiten 2019

Night lights of the Bangkok city

Auch im Herbstsemester 2019 haben sich die Verkehrssysteme-Studierenden in ihren Projektarbeiten wieder mit einer grossen Bandbreite an Themen beschäftigt. Am 20. Dezember endet die Bearbeitungszeit der gemeinsam mit den Branchenpartnern des Studiengangs durchgeführten Untersuchungen. Ein inhaltlicher Fokus lag in diesem Jahr auf Potenzialermitttlungen – sowohl im öV als auch bei der Mikromobilität oder dem Mobilitätsmanagement.

Die Studierenden haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit ihren Projektarbeiten etwas mehr Tiefenschärfe in die fachliche Diskussion dieser Themen zu bringen:

  • Selbststeuerung von Lichtsignalanlagen und Fahrzeugflüssen im städtischen Strassennetz
  • Virtueller Trainer für den Motorradsport
  • Zugsicherung für historische Züge
  • Flächeneffizienz städtischer Verkehrsträger
  • Innovative Berufsverkehr-Lösung für den Flughafen Zürich
  • Potential der Mikromobilität in der Raumplanung in der Stadt Zürich am Beispiel Giesshübelstrasse
  • Busbetrieb am Bahnhof Luzern während der Erstellung des Durchgangsbahnhofs
  • Voraussetzungen und Wege zu einem modularen automatisierten Bahnsystem
  • Hintergründe und Motivation zum Besitz eines Autos von Stadtzürcher*innen
  • SmartRail 4.0: Algorithmische Generierung von Fahrplänen und Massnahmen zur Steigerung der Stabilität
  • Bedarfsschätzung in der ÖV-Linienplanung
  • Automatisierte Planung von ÖV – Linien unter Berücksichtigung der Tür-zu-Tür-Nachfrage
  • Erstellen von (Eisenbahn-)Streckenprofilen mithilfe von Open Railway Map
  • Folgeverspätungen
  • Analyse des öV-Potentials touristischer Destinationen in der Schweiz
  • Entwicklung eines Monitoring-Konzepts für die Verkehrsnachfrage während des Betriebs der Züribahn

Die Projektarbeit ist eine der beiden grossen Arbeiten im letzten Drittel des Studiums. Die Studierenden sollen die Arbeit bewusst nutzen, um sich in einem Themenfeld zu spezialisieren und sich besondere Kompetenzen aufzubauen. Sämtliche Projekte werden im Studiengang Verkehrssysteme obligatorisch mit einem Praxispartner durchgeführt. In diesem Jahr erfolgte die Bearbeitung im Zeitraum vom 16. September bis 20. Dezember 2019. Der Arbeitsumfang beträgt sechs Credits, was einem Zeitaufwand von rund 180 Stunden pro Studierendem entspricht. Die Arbeiten werden im Regelfall von 2er-Teams angefertigt.

Siemens fördert Teilzeitstudium Verkehrssysteme

Die ZHAW School of Engineering wird ab dem Herbstsemester 2020 den Bacheloringenieur-Studiengang Verkehrssysteme auch als Teilzeitstudium anbieten. Als erster Wirtschaftspartner unterstützt Siemens aktiv das neue Studienangebot. Mit der so genannten M0-Zertifizierung sichert Siemens seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine anteilige Übernahme der Studiengebühren zu und/oder bietet zusätzliche freie Tage an.

Dirk Boedeker, Head of Digitalization & Innovation sowie Head of Customer Services bei der Siemens Mobility AG ist überzeugt von der Qualität des Studiengangs: „Wir müssen im Schienenverkehr mehr Mut haben, Neues auszuprobieren – auch im Hinblick auf digitale Lösungen. Mit den Verkehrssysteme-Studierenden haben wir dies in Semesterprojekten und Abschlussarbeiten mehrfach erfolgreich durchgeführt.“

Sie wollen auch die Zukunft der Mobilität & Logistik aktiv mitgestalten? Sie möchten neben dem Studium weiter arbeiten? Dann gibt es jetzt ein neues Studienangebot, um Arbeit und Studium ideal miteinander zu kombinieren.

Die ZHAW School of Engineering wird ab dem Herbstsemester 2020 den BacheloringenieurStudiengang Verkehrssysteme auch als Teilzeitstudium anbieten. Die Studieninhalte des Teilzeitangebots entsprechen denen des Vollzeitstudiums Verkehrssysteme. Sie profitieren in gleicher Weise vom jetzt individualisierten Modulangebot im letzten Studienabschnitt.

Während acht Semestern studieren Sie in der Regel an drei Präsenztagen pro Woche. Zum Ende des Studiums schreiben Sie Ihre Projekt- und Bachelorarbeit, die Sie nach Möglichkeit in Ihre berufliche Tätigkeit integrieren. Empfohlen wird ein maximales Arbeitspensum von 60 Prozent während der Unterrichtszeit.

Interessiert? Dann informieren Sie sich über die Details an einem der Infoabende am 27. Februar oder 2. April in Zürich. Alle Details finden im Blog des Studiengangs.

Bildquellen: Siemens / ZHAW

Schrittmacher für die Mobilitätswende am Technikum

Die ZHAW strebt ihrer Nachhaltigkeitsstrategie einen umweltfreundlicheren Hochschulbetrieb an. Die (Alltags-)Mobilität und insbesondere das Pendeln der Mitarbeitenden und Studierenden stellen dabei besonders relevante Faktoren dar. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit zwei Instituten der School of Engineering werden sich die Studierenden des Studiengangs Verkehrssysteme an der Entwicklung konkreter Massnahmen für die Mobilitätswende ihrer Hochschule beteiligen.

Trotz veränderter Arbeitsweisen, bei denen traditionelle Büros zunehmend durch mobile oder private Arbeitsplätze ersetzt werden, nehmen die Pendlerströme in den urbanen Räumen der Schweiz stetig zu. Die Folgen sind Staus in Spitzenzeiten, überlastete öffentliche Verkehrsmittel und eine zunehmende Lärm- und Luftverschmutzung. Diese sind mit hohen ökonomischen, ökologischen und gesundheitlichen Kosten verbunden. Erforderlich ist daher ein Umdenken bei den Mobilitätsstrategien, um die negativen Auswirkungen des heutigen Verkehrssystems zu reduzieren.

Vor diesem Hintergrund ist auch die ZHAW School of Engineering gefordert, Anreize oder Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation zu entwickeln. Mitarbeitende und Studierende müssen zu einem Umdenken und Ausbrechen aus bekannten Mobilitätsmustern angeregt werden.

Unter der Leitung des INE sowie der Mitarbeit des IDP und des Studiengangs Verkehrssysteme wird daher ein interdisziplinäres Projekt mit Leuchtturmcharakter für die gesamte ZHAW realisiert. Ziel des Projektes ist es, die Mobilität der School of Engineering zu analysieren und zu verstehen. Dazu wird ein Verfahren zur Erhebung und Visualisierung des Mobilitätsverhaltens von Studierenden und Mitarbeitenden an der School of Engineering entwickelt. Das kann in Zukunft auch an anderen Departementen an der ZHAW angewendet sowie als Beratungsleistung externen Unternehmen oder Organisationen im Rahmen eines Monitorings der Mitarbeitermobilität angeboten werden kann.

Digital Mobility Lab – der neue «rote Faden» durchs VS-Studium

Daten spielen in allen Lebensbereichen eine immer grössere Rolle – auch im Bereich Mobilität & Logistik. Der Studiengang Verkehrssysteme hat daher im Herbstsemester 2019 das virtuelle Labor «Digital Mobility Lab» gegründet. Dieses wird zukünftig quasi den digitalen Maschinenraum des Studiengangs bilden. Dank des interdisziplinären Projekts werden die Fachmodule dann mit einem abgestimmten Softwarepaket auf eine gemeinsame Datenbasis zugreifen.

Bislang arbeiten die einzelnen Fachmodule des Studiengangs Verkehrssysteme in den Übungsanteilen der Veranstaltungen jeweils mit eigenem Datenmaterial. In Zukunft soll der überwiegende Anteil der Praxiseinheiten auf einer gemeinsamen Datengrundlage basieren. Ziel ist es, von der Raumentwicklung über die Netzplanung bis zum Flottenmanagement aus den Basisdaten die modulspezifisch notwendigen Kennzahlen abzuleiten und diese in den Folgemodulen weiter zu nutzen und zu entwickeln. Dabei kommt vorhandene und zusätzlich eingeführte Standardsoftware der Verkehrsbranche wie Visum, Viriato oder Open Track zum Einsatz.

Durch die datenseitige Verknüpfung der Module werden die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Planungsschritten im Verkehrsbereich bedeutend deutlicher sichtbar. Zugleich zwingt es zu einer intensiveren Abstimmung der Module und vermeidet unnötige Redundanzen. Das Labor ist dabei bewusst virtuell angelegt, d.h. die Studierenden können auf die leistungsstarken Hardware-Infrastruktur mit dem eigenen Computern ortunabhängig zugreifen.

Treiber der Entwicklung sind das Institut für Datenanalyse und Prozessdesign (IDP) und das Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE). Bis Ende 2020 werden die Grundstrukturen komplett aufgebaut und das Digital Mobility Lab voll einsatzfähig sein.

Masterprogramm «Europäische Bahnsysteme» feiert und startet neu

Trinational erfolgreich: Anfang November durfte der dritte Jahrgang des Masterstudiengangs «Europäische Bahnsysteme» seine Diplomurkunden in Empfang nehmen. Der von der FH Erfurt, FH St. Pölten und ZHAW School of Engineering gemeinsam durchgeführte Master ist berufsbegleitend und dauert zwei Jahre. Bei dem Festakt auf dem Werksgelände der ÖBB war auch der nächste Jahrgang anwesend, der 2021 seinen Abschluss in Winterthur feiern wird.

In einem ganz und gar ungewöhnlichen, aber besonders gut passenden Rahmen fand am 11. Oktober 2019 die dritte Akademische Abschlussfeier des Weitermasters „Europäische Bahnsysteme“ in St. Pölten statt: Eine Lokhalle am Traktionsstützpunkt St. Pölten der ÖBB Produktion GmbH war in einen Festsaal für die über 100 Gäste verwandelt worden. Der Transfer vom Hauptbahnhof St. Pölten zum Festgelände erfolgte klimafreundlich auf der Schiene mit dem von Siemens entwickelten innovativen Oberleitungs/Akkutriebzug Cityjet Eco der ÖBB PV AG.

Die Abschlussfeier für die Absolventinnen und Absolventen des trinationalen Masterstudiums ist gleichzeitig die Willkommensfeier für die Studierenden des neu beginnenden Jahrgangs 2019. Hierbei handelt sich es bereits um den 4. Jahrgang.

Wie groß die Wertschätzung dieses Ausbildungsprogramms durch Politik, Bahnindustrie und Eisenbahnunternehmen ist, zeigte sich an den hochkarätigen Ehrengästen, wie dem Präsidenten des NÖ-Landtags, dem Bürgermeister der Stadt St. Pölten, dem CEO der Siemens Mobility GmbH, der Leiterin Regelwerke und Personal der DB Netz AG sowie dem Vorstandsdirektor der ÖBB Infrastruktur AG. Im Mittelpunkt der Festreden standen die große Bedeutung einer fundierten Eisenbahnausbildung und die hervorragenden Karrierechancen im Eisenbahnsektor – insbesondere vor dem Hintergrund der durch den Klimawandel notwendigen Mobilitätswende.

Der Weiterbildungslehrgang Europäische Bahnsysteme (MSc) wird trinational gemeinsam durch die FH Erfurt (D), die FH St. Pölten (A) und die ZHAW Winterthur (CH) angeboten und seit 2013 im zweijährigen Rhythmus abgehalten. Der Unterricht findet wechselnd an den 3 Standorten statt. Die Studierenden besuchen daher vom 1. bis zum 3. Semester jeweils eine Woche lang jeden Standort, dazwischen wird Fernlehre und Eigenstudium praktiziert. Im vierten Semester absolvieren sie eine selbst geplante und organisierte Exkursion in das nicht-deutschsprachige Ausland. Neben einer jeweiligen inhaltlichen Schwerpunktsetzung ermöglicht dieses System, dass in enger Kooperation mit den jeweiligen Eisenbahnunternehmen durch Exkursionen, Kaminabende und Fachvortragende ein hoher Praxisbezug aus erster Hand besteht. Die Studierenden schätzen dabei besonders die Möglichkeiten zur Formung internationaler Netzwerke.

VS-Absolvent schafft Überblick im „Mobilitätsdschungel“

Gastbeitrag von Christoph Zurflüh

Fast wöchentlich entstehen neue Mobilitätsangebote und kommen neue Unternehmen auf den Markt. Im Kontext dieses starken Wandels der Mobilitätsbranche ist es für Fachleute, Behörden, Unternehmen, Anbieter oder interessierte Privatpersonen kaum mehr möglich, die Übersicht zu behalten. Kaum jemand kennt den Unterschied zwischen Ridehailing- und Ridesharing-Diensten oder weiss, was „Go!“ oder „Sowiduu“ genau anbieten. Hier setzt das neue Online-Tool Trafikguide an, das von Trafiko mit Unterstützung vom nationalen Programm EnergieSchweiz, dem Zürcher Verkehrsverbund und dem Wirtschaftsverband swisscleantech entwickelt wurde. Mit Trafikguide werden zum ersten Mal neue, aber auch alt bekannte Mobilitätslösungen systematisch kategorisiert, beschrieben und damit vergleichbar gemacht.

Die heutigen Fragestellungen drehen sich längst nicht mehr nur noch um das Auto, den öffentlichen Verkehr oder das Velo. Zahlreiche Mischformen werden am Markt getestet oder gar direkt eingeführt. Trafikguide ist ein Beitrag zur aktuellen Mobilitätsdiskussion und hilft der Versachlichung der Diskussion. Für ein funktionierendes, effizientes und klimafreundliches Verkehrssystem müssen zukünftig neben bewährten Konzepten auch neue Ansätze in die Lösungsfindung einbezogen werden. Kriterien im Trafikguide wie Flächeneffizienz oder die Art des Poolings helfen, Dienste für die Lösung individueller Verkehrsprobleme zu finden. Gleichzeitig sorgt Trafikguide mit detaillierten Informationen für die nötige Transparenz von Mobilitätsangeboten, beispielsweise informiert der Guide bezüglich Eigentümerschaft.

Trafikguide wurde am 16. Dezember 2019 als Beta-Version veröffentlicht und soll mit Hilfe der Nutzer*innen laufend ausgebaut sowie aktualisiert werden. Noch gibt es Potential bei der Vollständigkeit der Daten, beispielsweise bei den Nutzerzahlen der Dienste. Trafiko und seine Partner rufen daher die Mobilitätsanbieter auf, diesbezüglich Angaben zu liefern. Je transparenter die Angaben, umso besser können neue Lösungen beurteilt und die Mobilität passend weiterentwickelt werden.

Zum Gastautor: Christoph Zurflüh hat 2012 als erster Jahrgang das Verkehrssysteme-Studium abgeschlossen. Nach seiner Tätigkeit beim Verkehrsverbund Luzern, hat er 2016 zusammen mit Roman Steffen und Kasimir Stadler die Firma Trafiko AG gegründet.

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