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Einsteigen bitte: Gestalten Sie die Mobilität & Logistik von morgen – Infotag am 9. November 2019

Verkehrswachstum und Klimakrise stellen das Transportsystem vor enorme Herausforderungen. Die Mobilitäts- und Logistikbranche sucht dringend junge Verkehrsingenieure, um das zukünftige Transportsystem leistungsfähig und nachhaltig zu entwickeln. Der Studiengang Verkehrssysteme bildet Sie praxisnah den Anforderungen der Wirtschaft entsprechend zum Bacheloringenieur Verkehrssysteme aus. Beweg was – werde VerkehrsingenieurIn!

Mit dem im Herbst 2018 umgesetzten neuen Studienmodell gibt Ihnen der Studiengang Verkehrssysteme die Möglichkeit, Ihr Studium an Ihre Spezialisierungswünsche individuell anzupassen. Aufbauend auf einem soliden ingenieurtechnischen und fachspezifischen Fundament können Sie Ihr Studium so im letzten Studiendrittel aktiv gestalten. Ab dem Herbstsemester 2020 ist zudem erstmals ein Teilzeitangebot verfügbar. Dieses ermöglicht Ihnen, Studium und Beruf optimal zu kombinieren.

Nutzen Sie die Chance, sich über unser Studienangebot zu informieren. Studierende und Alumni des Studiengangs Verkehrssysteme berichten über ihre Erfahrungen mit dem Verkehrssysteme-Studium. Mit SBB AG, Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ), Stadler Rail sowie dem Ingenieurbüro metron sind zudem drei unserer Praxispartner mit ihren MitarbeiterInnen vertreten. Sie erklären Ihnen gerne, welche herausragenden Berufschancen Sie mit dem Abschluss B.Sc. Verkehrssysteme haben.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch anlässlich des Infotags der ZHAW School of Engineering am 9. November in Winterthur. Alle Details zum Programm finden Sie hier.

Mix it! Kombinieren Sie Arbeit und das neue Teilzeitstudium Verkehrssysteme

Sie wollen die Zukunft der Mobilität & Logistik aktiv mitgestalten? Sie möchten neben dem Studium weiter bis zu 60% arbeiten? Dann gibt es jetzt ein ideales Studienangebot für Sie.

Die ZHAW School of Engineering wird ab dem Herbstsemester 2020 den Studiengang Verkehrssysteme auch als Teilzeitstudium (Curriculum/Modultafel) anbieten. Das Ende 2018 gestartete neue Studienmodell bietet die Möglichkeit, diesen von Studieninteressierten vielfach geäusserten Wunsch nun realisieren zu können.

Die Studieninhalte des Teilzeitangebots entsprechen denen des Vollzeitstudiums Verkehrssysteme. Es profitiert in gleicher Weise vom jetzt individualisierten Modulangebot im letzten Studienabschnitt.

Während mindestens acht Semestern studieren Sie in der Regel an drei Präsenztagen pro Woche. Zum Ende des Studiums schreiben Sie Ihre Projekt- und Bachelorarbeit, welche Sie nach Möglichkeit in Ihre berufliche Tätigkeit integrieren.

Die Studiengangleitung empfiehlt ein maximales Arbeitspensum von 60 Prozent während der Unterrichtszeit.

Wir konnten Ihr Interesse wecken? Dann informieren Sie sich über die Details an einem der folgenden Infoabende.

Termine:

  • Donnerstag, 14. November 2019
  • Donnerstag, 27. Februar 2020
  • Donnerstag, 02. April 2020

jeweils ab 18 Uhr

Ort:
Die Infoabende finden in Zürich statt: ZHAW, Lagerstrasse 41, 8004 Zürich

Robotaxis von morgen – Infrarotplatten machen es möglich

Ein Gastbeitrag von Max Brägger, Raphael Graber, Fabian Oberlin und Severin Stiner

Autoneum ist heute einer der weltweit grössten Zulieferer der Automobilindustrie mit Schwerpunkt auf Schall- und Wärmeisolationen des Motors. Doch was passiert, wenn immer mehr elektrisch oder gar autonom gefahren wird und weniger Wärme und Lärm durch das Fahren produziert werden? Was, wenn die bessere Auslastung der Fahrzeuge mittels Ridesharing insgesamt zu weniger Fahrzeugen führt? Eines ist klar, Autoneum wird bald nicht mehr seine angestammte Produktpalette haben und muss daher neue Produkte finden, um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Um Lösungen zu entwickeln, trafen sich anlässlich der METU-Blockwoche (Mensch, Energie und Technik) 26 Studierende der ZHAW in Winterthur. Diese teilten sich in sechs interdisziplinäre Gruppen auf, um an der “Autoneum Challenge” teilzunehmen.

Der Konzern gab drei Problemstellungen vor. Wir, Max Brägger, Fabian Oberlin, Severin Stiner und Raphael Graber haben uns das Thema «Personalized thermal comfort in Robotaxis thanks to data generated by sensors and Artificial Intelligence» ausgesucht.

Abb. 1: Faktoren für den thermischen Komfort gemäss Mihaela Simion et al. / Energy Procedia 85 (2016), Darstellung Stiner et al.

Zuerst beschäftigte uns der Begriff “Thermal comfort”. Was bedeutet er und welche Faktoren bestimmen ihn? Gemäss einer Studie von Mihaela Simion et al. bestimmen die in der Abbildung 1 ersichtlichen Faktoren den optimalen klimatischen Zustand einer Person. Vier dieser Faktoren sind mit bekannten Sensoren messbar und zwei davon sind sehr persönliche Faktoren. Wie können wir die Detektion dieser in unser System implementieren und wie gelingt es uns, für jede Person eine individuelle Temperatur zu erzeugen?

In einem heutzutage handelsüblichen Fahrzeug finden wir eine Konvektionsheizung, welche mittels Lüftung die Luft im Fahrzeug erwärmt oder kühlt. Dabei einen individuellen Komfort herzustellen, ist schwierig, da sich die Temperatur irgendwann an diejenige des offenen Raums angleichen wird. Wir wollen aber auch keine abgekapselten Räume in unseren Fahrzeugen, da die soziale Interaktion auch in zehn Jahren noch eine grosse Bedeutung haben wird. Daher stellen wir mittels einer Konvektionsheizung eine Basistemperatur ein und wollen mittels Infrarotplatten den individuellen Unterschied erzeugen (Abbildung 2).

Abb. 2: Gemäss diesem Schema soll der individuelle Komfort jedes Passagiers hergestellt werden (Abbildung Stiner et al.)

Durch das Bestrahlen jedes einzelnen Passagiers in unterschiedlicher Stärke können für jeden individuelle Temperaturen erzeugt werden. Eine Infrarotheizung beheizt nicht die Luft, sondern sie erwärmt primär den bestrahlten Körper im Raum. Somit gelingt es uns, für jeden Passagier den individuellen Komfort zu erreichen. Die erste Frage ist somit beantwortet, doch wie wissen wir, was jeder Passagier möchte? Zu diesem Zweck verwenden wir die zu Beginn erwähnten Sensoren und ermitteln mittels künstlicher Intelligenz die zwei persönlichen Faktoren, dieser Vorgang ist schematisch in Abbildung 3 dargestellt. So soll es uns gelingen, beim Einsteigen einer Person zu erkennen, wie sie gekleidet ist und ob sie kalt oder warm hat. Weiter denken wir, dass in unserem System künftig auch Daten von Drittanbietern (Apple, Google, etc.) oder von intelligenter Kleidung implementiert werden könnten. So wüssten wir bereits vor dem Einsteigen der Person, ob sie vorher in einem Fitnessstudio oder in einem Café war und können daraus Schlüsse für den thermischen Komfort ableiten. Den wohl wichtigsten Teil bildet jedoch der kontinuierliche Lernprozess, welcher mittels eines Algorithmus adaptiert und somit für jeden Passagier ein möglichst passendes Profil anlegt. Das Ziel des Algorithmus ist es, dass der Nutzende nicht mit dem System interagieren muss, aber immer seinen individuellen Komfort geniesst.

Abb. 3: Schematischer Ablauf des Lernprozesses wie er im Fahrzeug vorhanden sein soll (Abbildung Stiner et al.)

Autoneum arbeitet heute bereits an Produkten, welche in der Hülle des Fahrzeuges eingebaut sind. Des Weiteren sind sie fähig aus diversen Materialien Produkte herzustellen. Die perfekte Ergänzung dazu wären die Infrarotplatten, da sie bereits im Gebäudebereich erprobt sind und ideal in die Fahrzeughülle passen. Somit könnte Autoneum in Zukunft einen wesentlichen Teil zur Akzeptanz von selbstfahrenden Fahrzeugen beitragen und würde am Weltmarkt weiterhin marktführend bleiben.

Innovative car lighting system – More than just a light

Ein Gastbeitrag von Matteo Rezzonico, Pascal Sager und Roman Sutter

Die Elektromobilität befindet sich schon länger im Aufschwung – und die autonomen Fahrzeuge erobern den Markt schon bald mit maximaler Geschwindigkeit. Damit die Autoneum Holding AG von dieser Technologie nicht überholt wird, befasst sie sich bereits jetzt mit zukunftsorientierten Szenarien und Strategien, weshalb seit 2017 jährlich eine Challenge durchgeführt wird, in welcher die Studierenden der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ihre Kreativität im Bereich des autonomen Fahrens beweisen können.

Challenge
Eine der beiden Gewinnergruppen, bestehend aus den drei Informatikstudierenden Matteo Rezzonico, Roman Sutter und Pascal Sager, hat sich damit auseinandergesetzt, wie die maximale Customer-Experience mit einer innovativen Innenraumbeleuchtung erreicht werden kann. Die Vorgabe war dabei, dass die Idee noch nicht besteht, das Ergebnis aber im Jahr 2030 eine reale Umsetzungschance besitzt. Das präsentierte Konzept der Studierendengruppe erreicht mit innovativen Ideen in den drei Bereichen Personalisierung, Sicherheit und Gesundheit einen klaren Mehrwert für die Kunden.

Personalisierung
Die Grundidee der Studierenden war die Verwendung von Lichtwellenleitern anstelle von LED’s. Dies hat mehrere Vorteile: Die Lichtwellenleiter sind wartungsfrei und sämtliche Lichtquellen befinden sich in einer zentralen Steuereinheit, was zu einem zentralen Wartungspunkt für das Gesamtsystem führt. Zudem können die Lichtwellenleiter nicht nur in Zierleisten oder hinter Milchglas verwendet, sondern dank ihrer Flexibilität auch in Stoffe und Teppiche eingewoben werden. Dadurch ist es möglich, die Stofffarben individuell anzupassen und den Innenraum dynamisch umzugestalten. Diese individuelle Personalisierung erleichtert nicht nur die Farbwahl für Kunden, wie in Abbildung 1 dargestellt, sondern auch den Herstellungsprozess, weil dadurch eine universelle Stoffart produziert werden kann.

Abb. 1: Konzeptdesign ohne und mit Farbanpassung, vgl. The Verge

Sicherheit
Ein autonomes Fahrzeug hat diverse Sensoren und Kamerasysteme integriert, damit der Verkehr und die Umgebung analysiert werden können. Diese Sensorik kann auch verwendet werden, um ein sicheres Verlassen des Fahrzeuges zu gewährleisten. Die Türen werden durch das System erst dann entriegelt, wenn auf der entsprechenden Seite Kollisionsgefahr mit anderen Verkehrsteilnehmern oder Fussgängern ausgeschlossen werden kann. Das Feedback, ob die Türe geöffnet werden darf, erfolgt wie in Abbildung 2 dargestellt durch eine breitflächige Einfärbung der Lichtwellenleiter in der entsprechenden Türe und erhöht so die Sicherheit der Passagiere.

Abb. 2: Konzeptdesign für den Sicherheitshinweis vor und während dem Aussteigen aus dem Fahrzeug, vgl. The Verge

Damit auch die anderen Verkehrsteilnehmer über die sich öffnenden Türen informiert werden, wird, wie in Abbildung 3 visualisiert, der Öffnungsbereich der Türe direkt auf der Fahrbahn markiert. Das Konzeptauto F 015 von Mercedes-Benz verwendet bereits ein ähnliches System, welches einen virtuellen Fussgängerstreifen projiziert. Ein Konzept mit einer Visualisierung der Türöffnung ist hingegen neu und wird auf dem Markt noch nicht angeboten. Besonders relevant könnte diese Technologie für Velofahrer sein. Die zweithäufigste Ursache von Velounfällen sind mit 16 % die Kollisionen mit Autotüren, welche in die Fahrbahn des Velofahrers geöffnet werden. Weltweit sind davon mehrere hunderttausend Velofahrer jährlich betroffen (vgl. Dutchreach). Diese Gefahr soll durch die Projektion verringert werden.

Abb. 3: Skizze für die Aussenprojektion, vgl. Mercedes-Benz

Eine weitere Gefahrenquelle sind deaktivierte oder nicht korrekt genutzte Sicherheitssysteme wie offene Sicherheitsgurten, ausgeschaltete Airbags, oder falsch eingestellte Nackenstützen. Diese Sicherheitsmängel werden in modernen Fahrzeugen erkannt und dem Fahrer oder der Fahrerin visualisiert. Der Fahrer oder die Fahrerin nimmt dabei als Kontrollorgan die Verantwortung wahr und achtet darauf, dass sich auch die Mitfahrenden an die Sicherheitsvorschriften halten. Bei einem autonomen Fahrzeug gibt es jedoch keine hauptverantwortliche Person mehr und diese Verantwortung muss durch das System wahrgenommen werden. Die Studierenden schlagen eine soziale Kontrolle durch eine für alle Passagiere ersichtliche Visualisierung mit Lichtflächen vor. Falls jemand das Sicherheitssystem nicht korrekt nutzt, wird dies von den mitfahrenden Passagieren wahrgenommen und die betroffene Person dadurch unter Druck gesetzt. Zudem ist klar ersichtlich, wer die Sicherheitsvorschriften nicht einhält, was bei den zurzeit häufig verwendeten akustischen Systemen nicht der Fall ist.

Gesundheit
Studien zeigen, dass eine passende Beleuchtung nachhaltig unser Wohlbefinden erhöhen und auch Krankheiten therapieren kann (vgl. TCPI). Durch Smart-Lighting ist es beispielsweise möglich, einen Passagier mental zu aktivieren oder ihn bei der Entspannung zu unterstützen. Die Beleuchtung kann auch den circadianen Rhythmus, allgemein bekannt als «innere Uhr», beeinflussen, beispielsweise mit roten Farbtönen am Morgen, oder blauen Farbtönen am Abend.
In der Lichttherapie wird die Beleuchtung sogar zur Behandlung von Krankheiten wie der Winterdepression (Seasonal Affective Disorder) verwendet, bei welcher während Tagen mit wenig Sonnenlicht das Licht simuliert wird (vgl. TCPI).

Einladung zur Zukunfts‐Challenge von Mobilservice

Anlässlich seines 20‐Jahre‐Jubiläums richtet der Verein Mobilservice in Zusammenarbeit mit interessierten Hochschulen eine Zukunfts‐Challenge aus. Unter Motto «Impulse für die Mobilität der Zukunft» werden Denkanstösse zur Ausrichtung des Vereins in die nächsten 20 Jahre gesucht.

Folgende Fragestellungen sollen beantwortet werden:
– Wie soll sich Mobilservice angesichts der bestehenden und absehbaren Herausforderungen entwickeln, um auch in 20 Jahren einen massgebenden Beitrag zu den Mobilitätsthemen der Zukunft leisten zu können?
– Welche der heute auf Mobilservice behandelten Themen und Handlungsanregungen sind in den nächsten 20 Jahren besonders relevant? Welche fehlen noch?
– Mit welchen Methoden und auf welchen Wegen gewinnen die Mobilitätsfachleute der Zukunft in 20 Jahren ihre Informationen und Handlungsanregungen?

Teilnahme
An der Challenge können Studierende der beteiligten Hochschulen (Einzel‐ oder Gruppenarbeit von 2 bis max. 3 Personen) teilnehmen. Bis 3. November 2019 können sich die Student/innen‐Teams anmelden und Fragen stellen.

Einreichung schriftliche Dossiers
Die Student/innen‐Teams reichen unter dem Motto «Impulse für die Mobilität der Zukunft» und zu den oben genannten Fragen bis 5. Januar 2020 eine Arbeit (deutsch oder französisch) in Form eines
Dossiers/Kurzberichts (max. 10 Seiten; beliebige Ergänzungsdokumente zulässig) schriftlich ein.

Vorauswahl und Präsentation
Die Jury beurteilt die Beiträge und wählt diejenigen aus, die ihre Arbeit persönlich (bzw. durch min. 1 Person bei Gruppenarbeiten) in Form eines Inputreferats (15‐20 Minuten) vor einer Jury präsentiert.

Jury und Preisgeld
Die Jury setzt sich wie folgt zusammen:
– Je 1 Vertreter/in der teilnehmenden Hochschulen
– 2‐4 Vertreter/innen Mobilservice
– 1 Vertreter/in Bundesamt für Energie
Die besten Beiträge werden durch die Jury prämiert. Der Verein finanziert ein Preisgeld von CHF 5’000.‐, welches für die Prämierung der besten Beiträge zur Verfügung steht. Das Preisgeld wird durch das BFE mitfinanziert. Alle Teilnehmenden und ihre Beiträge bzw. eine Kurzfassung werden zudem auf der Website von Mobilservice präsentiert. Sie erteilen dazu durch die Teilnahme an der Challenge ihre Zustimmung.

Über Mobilservice
Mobilservice ist eine Wissens‐ und Vernetzungsplattform für nachhaltige Mobilität und Mobilitätsmanagement in der Schweiz. Sie versteht sich als Know‐how‐Pool im Internet sowie als Netzwerk für Akteure und Profis im Mobilitätsmarkt. Sie adressiert dabei sowohl Akteure bei der öffentlichen Hand (Gemeinden, Kantone, Bund) also auch solche bei privaten Unternehmen und Institutionen. Die Plattform ist im Internet frei zugänglich.

Mobilservice wird finanziell durch Trägerkantone und Städte aus allen drei Sprachgebieten der Schweiz sowie durch ein Netzwerk von privaten, im Mobilitätsbereich tätigen Unternehmen und Hochschulen getragen (Beilage «Träger»). Auch der Bund (Bundesamt für Energie) trägt mit der Unterstützung des Web‐Ausbaus zur Entwicklung von Mobilservice bei.

Mobilitätsmanagement statt Beton in der Region Bern-Mittelland

Ein Gastbeitrag von S. Baumann, J. Brütsch, E. Dahinden, S. Dangleterre, C. Lobsiger, J. Suter

Die Verkehrsinfrastruktur stösst aufgrund des wachsenden Verkehrsaufkommens zunehmend an ihre Grenzen. Bisher hatte die Verkehrszunahme jeweils zu einem Ausbau der Infrastruktur geführt. In Anbetracht der verfügbaren Landressourcen und Kostenfolgen ist dies jedoch keine zukunftsorientierte Lösung mehr. Deshalb sind neue Ideen gefragt, um dem steigenden Bedürfnis nach Mobilität gerecht zu werden.

In Zusammenarbeit mit der Regionalkonferenz Bern-Mittelland (RKBM) haben sich ZHAW-Studierende des Studiengangs Verkehrssysteme mit Mobilitätsmanagement-Ansätzen für die Region Bern-Mittelland befasst. Initiiert wurde das Projekt von Martin Moser, Fachbereichsleiter «Verkehr» der RKBM und ehemaliger Verkehrssysteme-Student. Das Ziel war die Erarbeitung eines Massnahmenkataloges für ein zukunftsfähiges Mobilitätsmanagement der Region Bern-Mittelland.

Im Rahmen des Moduls «Verkehrspraxislabor 2» entwickelten die Studierenden verschiedene innovative Ideen, wie sich die Mobilität zukünftig gestalten lässt. Konkret erarbeiteten die Studierenden Vorschläge und Handlungsempfehlungen, mit denen auch in Zukunft eine funktionierende, nachhaltige und effiziente Mobilität in der Region Bern-Mittelland gewährleistet ist. Die Abnahme des motorisierten Individualverkehrs und die Förderung des öffentlichen sowie des Fuss- und Veloverkehrs sind dabei die wichtigsten Stossrichtungen.

Im Bereich des Mobilitätsmanagements werden Möglichkeiten gesucht, das individuelle Mobilitätsverhalten der Menschen zu beeinflussen. Dabei wird mit Push- und Pull-Massnahmen verhindert oder dazu motiviert, bestimmte Verkehrswege und -mittel zu nutzen. Das neue Mobilitätsverhalten der Verkehrsteilnehmenden soll zu einer Reduktion der Verkehrs- und Umweltbelastungen führen.

Zu Beginn des Projekts fanden die Studierenden während ihren Recherchearbeiten über 150 Studien und Fachartikel aus dem In- und Ausland zum Thema Mobilitätsmanagement. Im Fokus standen vor allem bereits umgesetzte Massnahmen. In einem zweiten Schritt analysierten die Studierenden die Ist-Situation innerhalb der Region Bern-Mittelland. Der Fokus lag auf der politischen Situation, den verschiedenen Interessensgruppen, der aktuellen Verkehrssituation sowie dem Leidensdruck aus Sicht der Bevölkerung. Aus den gewonnenen Erkenntnissen konnten die Studierenden im Anschluss auf die Region zugeschnittene Handlungsempfehlungen ausarbeiten.

Abbilidung 1: Beispielmassnahme „Coworking Spaces“ aus dem Massnahmenkatalog

Aus dem erarbeiteten Massnahmenkatalog können die Gemeinden die für sie passenden Massnahmen entnehmen und umsetzen. Ein Beispiel einer Massnahme aus dem Katalog ist in Abbildung 1 dargestellt. Um den Auswahlprozess für die Gemeinden zu vereinfachen, sind die Massnahmen im Katalog in vier verschiedene Handlungsfelder unterteilt. Mit dem oben links rot markierten Puzzleteil wird auf das zugeteilte Handlungsfeld hingewiesen. Die abgebildete Massnahme Coworking-Spaces ist beispielsweise dem Handlungsfeld M «Betriebe motivieren» zugeteilt. Da sich die Gemeinden innerhalb der Region Bern-Mittelland aufgrund deren Lage, Grösse, Anzahl Einwohner etc. teilweise stark voneinander unterscheiden, weisen diese auch unterschiedliche Bedürfnisse auf. Die ausgearbeiteten Massnahmen tragen diesen Unterschieden Rechnung. Zwecks einer einfachen Einordnung der Massnahmen, sind im Katalog zudem auch der Raumtyp, Verkehrszweck, Verkehrsmittel, Umsetzungsdauer und die ungefähren Kosten jeder Massnahme angegeben.

Bei allen Massnahmen wurde auf eine einfache Umsetzbarkeit sowie ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis geachtet. Der gesamte Katalog umfasst 99 verschiedene Massnahmen und wird demnächst für alle Gemeinden der Regionalkonferenz Bern-Mittelland verfügbar sein.

Aus dem ZHAW-Labor auf die Strasse: Erfolgsmodell BICAR

Vom 7.– 17. März 2019 traf sich in Genf das »Who-is-who» der internationalen Automobilbranche: Auf einer Bühne mit 180 Aussteller und über 900 ausgestellten Fahrzeugen präsentierte sich das ursprünglich an der ZHAW School of Engineering konzipierte BICAR® inmitten der renommierten Automobilherstellern als weltweit kleinstes und saisonal unabhängig nutzbares Elektrofahrzeug erfolgreich einer internationalen Öffentlichkeit.

Die einzigartige «Shared-Mobility»-Lösung BICAR® konnte zahlreichen der rund 600’000 Besuchern und Besucherinnen «live» näher gebracht werden – auch Ignazio Cassis, Bundesrat und Departementsvorsteher für auswärtige Angelegenheiten, zeigte grosses Interesse für die Schweizer Innovation: Er überzeugte sich persönlich vor Ort von den Vorteilen von BICAR® bei einem Standbesuch.

Bestätigt durch diese erfolgreichen Präsentationstage und der grossen Nachfrage aus aller Welt hat das Team rund um BICAR® die Serienentwicklung bereits aufgegleist und liegt damit voll im Zeitplan: Der Markteintritt soll wie geplant ab 2020 erfolgen. Fahrzeugreservationen und Vorverkäufe können via www.bicar.ch bereits jetzt schon platziert werden.

Forschung zu Arbeitswegen zeigt: Muskelkraft macht glücklicher

Pendlern im Raum Basel stehen nebst Auto und ÖV neue Mobilitätslösungen zur Verfügung. Laut einer ZHAW-Studie fehlt es aber an Offenheit, um Auto oder Fahrten zu teilen. Am zufriedensten sind aktive Pendler, die zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind.

Gefördert vom Bundesamt für Energie hat das Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE) der ZHAW School of Engineering das Potenzial von Mobility-as-a-Service (MaaS) in einer ländervergleichenden Studie zusammen mit Partnern aus Finnland und Österreich untersucht. In der Grenzregion Basel haben die Forschenden dabei unter anderem 550 Pendlerinnen und Pendler mit Arbeitsort im Kanton Basel-Stadt zur Mobilität auf ihren Arbeitswegen sowie ihrer Offenheit gegenüber neuen Mobilitätsangeboten befragt.

Weitere Details zur Studie finden sich hier.

Save the date: Vortragsreihe „Inside Planzer“ startet am 24. April

Wie zum Semesterstart angekündigt, wird die Lunch-Vortragsreihe mit Berichten aus der Praxis auch in diesem Frühjahr fortgesetzt. Unter dem Motto Inside Planzer – Logistik für die Industrie 4.0. erwarten Sie in diesem Semester spannende Kurzreferate direkt aus dem „Maschinenraum“ des erfolgreichen Schweizer Familienunternehmens.

Die Vorträge werden an folgenden Terminen stattfinden:
jeweils mittwochs, 24. April , 29. Mai sowie 19. Juni,
im Zeitraum zwischen 12 und 13 Uhr
im Raum TP406

Von Technikum zu Technikum

Die Austauschstudenten und die ESN-Truppe des FH Technikum Wien

Ein Gastbeitrag von Somea Desarzens und Zino Grütter

Vor etwas mehr als einem Jahr zogen wir nach Wien, um dort unser 4. Semester des Verkehrssysteme-Studiums zu absolvieren. Unsere Wahl fiel dabei auf die Fachhochschule Technikum Wien, welche im Gegensatz zu unserem «Tech» erst 1994 gegründet wurde. Die Fächer, die wir dort besuchten, waren alle Teil des Verkehr- und Umwelt-Studiengangs. Der Studiengang beinhaltet im Vergleich zum Verkehrssysteme-Studiengang an der ZHAW mehr IT-Fächer, wie zum Beispiel das Lernen von mehreren Programmiersprachen.

Die Hauptattraktion des Wiener Praters aus der Onboard-Perspektive

Während unserer Zeit dort wohnten wir in einer Wohnung im multikulturellen 16. Bezirk Ottakring, der Heimat des Ottakringer Bieres und der Manner-Schnitten. Die Donaustadt wusste jedoch nicht nur durch kulinarische Leckerbissen wie Schnitzel und Kaiserschmarrn zu überzeugen, sondern auch durch ihr kulturelles Angebot. So konnten wir als Studenten für wenige Euros Theateraufführungen und Museen besuchen. Selbstverständlich wurde auch das abwechslungsreiche Nachtleben Wiens getestet. Wien gefiel uns sehr gut und hat sich einen Platz in unseren Herzen verdient, den Titel der der Stadt mit der höchsten Lebensqualität können wir nur bestätigen (Sorry Züri und Genf!). Am meisten zu schätzen lernten wir die Donauinsel, welche ein unvergleichbares Naherholungsgebiet ist und den Stress, den eine Grossstadt mit sich bringt, schnell vergessen lässt.

Kalt war es auch bei uns, so dass man sogar auf der Neuen Donau spazieren gehen konnte

Die meiste Zeit waren wir mit unseren Mitstudierenden oder mit anderen Austauschstudenten, welche aus der ganzen Welt nach Wien angereist sind, unterwegs. Der Anschluss fiel uns durch die Events des ESN (Erasmus Student Network) Wien sehr einfach, die Events reichten von Partys über Grillabende bis zu Paintball und waren alle sehr unterhaltsam. Unser Austauschsemester war ein voller Erfolg und wir bereuen es kein bisschen diesen Schritt gewagt zu haben! Das akademische Niveau der Fachhochschule in Wien war gleich wie jenes in Winterthur, wodurch auch unser Studium keine Nachteile davontragen wird. Wir empfehlen allen die über ein Austauschsemester nachdenken den Schritt zu wagen und somit ohne zeitliche Verluste unbezahlbare Erfahrungen zu sammeln!

Die Sitten, die im ehemaligen König- und Kaiserreich gepflegt werden, wurden am Hofe des Schloss Schönbrunn geübt.
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