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Are you a mobility leader of tomorrow? Win a trip to LA!

Quelle: Photo by Daniel Semenov from Pexels

In December 2019, ERTICO launched the European leg of the Global Challenge, a competition where graduate students from European universities are tasked to solve real-world mobility problems. The winning team will have the opportunity to travel to Los Angeles and pitch their idea to industry leaders at the ITS World Congress in October 2020.

To enter the competition, organised jointly with ITS America and ITS Asia-Pacific, teams of three to five students should design a sustainable mobility solution for their home or university town focused on vulnerable road users.

Interested? Sign up here.

“As urban networks grow, the needs of elderly, pedestrians, disabled, cyclists and women are often neglected. This competition aims to engage young talent in finding innovative solutions to meet the requirements of these users while improving mobility and reducing congestion”, says Irina Patrascu-Grant, Head of the European Selection Committee.

In the first leg of the competition, the students should by 25 January 2020 submit a half-page declaration of intent stating their motivation and the focus of their solution. Then, by 29 March each team should send a five to ten-page final paper.

Three teams will be selected and a representative from each will be invited to pitch their idea at the ITS European Congress in Lisbon in May 2020. The team with the best pitch will represent Europe at the Global Challenge in Los Angeles.

For more information about the European Mobility Challenge, please visit www.itsfutureleaders.eu

ERTICO – ITS Europe is a public-private partnership of 120 companies and organisations representing Service Providers, Suppliers, Traffic and Transport Industry, Research, Public Authorities, Users, Mobile Networks Operators, Vehicle Manufactures. ERTICO embodies Thought Leadership and fosters Stakeholder Engagement; ERTICO innovates, promotes and deploys Intelligent Transport Systems and Services (ITS) through a variety of activities including European cofunded projects, Innovation Platforms, International Cooperation, Advocacy and Events. ERTICO is also the organiser of the ITS European and World Congresses, which take place every year in a different European city.
Our focus is on Connected & Automated Driving, Urban Mobility, Clean Mobility, and Transport & Logistics.

VS on Tour – Fachexkursion zum Lötschberg-Basistunnel

Ein Gastbeitrag von Nadine Stucki und Sina Tollardo

Abbildung 1: Die Klasse VS18a mit Dozent Dieter Würgler vor dem LRZ.

Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt. In Bern wurden wir, die Studierenden der Klasse VS18a, von unserem Dozenten Dieter Würgler im RegioExpress «Lötschberger» nach Brig mit Kaffee, Orangensaft, Ovomaltine und Gipfeli empfangen. Das Ziel unserer Reise war Frutigen. Im Rahmen des Moduls «RAMS» (Reliability, Availability, Maintainity, Safety) des dritten Semesters hat Herr Würgler für uns einen Besuch im Interventionszentrum Frutigen der BLS mit anschliessender Besichtigung des Lötschberg-Basistunnels organisiert.

Im Interventionszentrum begrüsste uns Jakob Böttger, Leiter Planung und Entwicklung der BLS-Feuerwehr. In einem kurzen Vortrag stellte er die BLS und insbesondere die Intervention vor. Speziell an der Intervention der BLS ist die enge Zusammenarbeit der BLS mit den Feuerwehren Frutigen und Spiez. Von diesen zwei Feuerwehren sind jeweils 10 Feuerwehrleute für Ereignisfälle im Schienenverkehr ausgebildet. Ausserdem ist die Intervention der BLS auch zuständig für Einsätze auf dem Netz von kleineren Bahnen, wie z.B. die Jungfraubahnen oder die Brienzer Rothornbahn.

Anschliessend erzählte Peter Luginbühl, Feuerwehrkommandant, mit Hilfe einer anschaulichen Präsentation die Geschichte vom Brand im Simplontunnel von 2011, bei dem er im Einsatz war. Dieser Brand ist einer der grössten der Schweizer Geschichte. Die Löscharbeiten dauerten 1.5 Tage und verbrauchten 1.2 Millionen Liter Wasser, das von zwei Lösch- und Rettungszügen (LRZ) mit je 52’000 Liter Fassungsvermögen herbeigeschafft wurde. Peter Luginbühl berichtete sehr verständlich und mit eindrücklichen Fotos von den Herausforderungen und Tücken des Vorfalls sowie den Erkenntnissen daraus.

Abbildung 2: Der Lösch- und Rettungszug der BLS in Frutigen.

Nach dieser Einführung besichtigten wir mit Jakob Böttger den LRZ. Er zeigte uns das Gerätefahrzeug mit dem Führerstand, die Tanklöschwagen, das Rettungsfahrzeug und die Hilfswagen mit dem dazugehörigen Equipment. Wir durften eine Feuerwehrjacke und ein Atemschutzgerät halten. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie man mit dieser dicken Jacke und dem 25 kg schweren Atemschutzgerät arbeiten geschweige denn Leben retten soll.

Nach diesem spannenden Vormittag durften wir uns in der Kantine stärken. Danach sind Jakob Böttger und Thomas Friedli, Leiter der Abteilung Sicherheit und Intervention, mit uns in zwei Kleinbussen zum Sicherheitsstollen Mitholz des Lötschberg-Basistunnel gefahren (siehe blau gestrichelte Linie in Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Besichtigung des Lötschberg-Basistunnels fand entlang der blau gestrichelten Linie statt.

Dort besuchten wir das Besucherfenster, wo wir hautnah eine Zugdurchfahrt erleben konnten. Die beiden haben uns die Sicherheitseinrichtungen gezeigt und wir konnten sehen, wie das «S» für Safety von RAMS in der Praxis zur Anwendung kommt. Sehr eindrücklich waren die verschiedenen Sicherheitskonzepte, die für diesen Tunnel ausgeklügelt wurden. Anschliessend fuhren wir der grün gestrichelten Linie entlang bis zur Nothaltestelle Ferden, wo ein angenehmes Klima von 26° C herrschte. Ohne das Belüftungssystem wäre die Temperatur sogar noch höher! Dort liefen wir in einen Sicherheitsstollen zwischen den beiden Röhren und konnten sogar eine der Röhren betreten, als sich gerade kein Zug im Tunnel befand.

Abbildung 4: Thomas Friedli erklärt den Studierenden die Sicherheitseinrichtungen.
Abbildung 5: Die Oströhre, als sich gerade kein Zug im Tunnel befand.

In der Dunkelheit des Tunnelsystems ging jegliches Zeitgefühl verloren und bald waren zwei Stunden vorbei. Jakob Böttger und Thomas Friedli fuhren uns aus dem Tunnel hinaus und zur Vor-Ort-Leitstelle, in welcher der Lötschberg-Basistunnel im Notfall gesteuert wird. Anschliessend ging es zurück nach Frutigen, von wo aus wir wieder mit dem RegioExpress «Lötschberger» nach Bern fuhren. Dieter Würgler hatte für den Rückweg einen Apéro organisiert – mit allem, was dazu gehört. So konnten wir den spannenden und lehrreichen Tag gebührend ausklingen lassen.

Studentische Mobilitätsforschung – Themen der Projektarbeiten 2019

Night lights of the Bangkok city

Auch im Herbstsemester 2019 haben sich die Verkehrssysteme-Studierenden in ihren Projektarbeiten wieder mit einer grossen Bandbreite an Themen beschäftigt. Am 20. Dezember endet die Bearbeitungszeit der gemeinsam mit den Branchenpartnern des Studiengangs durchgeführten Untersuchungen. Ein inhaltlicher Fokus lag in diesem Jahr auf Potenzialermitttlungen – sowohl im öV als auch bei der Mikromobilität oder dem Mobilitätsmanagement.

Die Studierenden haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit ihren Projektarbeiten etwas mehr Tiefenschärfe in die fachliche Diskussion dieser Themen zu bringen:

  • Selbststeuerung von Lichtsignalanlagen und Fahrzeugflüssen im städtischen Strassennetz
  • Virtueller Trainer für den Motorradsport
  • Zugsicherung für historische Züge
  • Flächeneffizienz städtischer Verkehrsträger
  • Innovative Berufsverkehr-Lösung für den Flughafen Zürich
  • Potential der Mikromobilität in der Raumplanung in der Stadt Zürich am Beispiel Giesshübelstrasse
  • Busbetrieb am Bahnhof Luzern während der Erstellung des Durchgangsbahnhofs
  • Voraussetzungen und Wege zu einem modularen automatisierten Bahnsystem
  • Hintergründe und Motivation zum Besitz eines Autos von Stadtzürcher*innen
  • SmartRail 4.0: Algorithmische Generierung von Fahrplänen und Massnahmen zur Steigerung der Stabilität
  • Bedarfsschätzung in der ÖV-Linienplanung
  • Automatisierte Planung von ÖV – Linien unter Berücksichtigung der Tür-zu-Tür-Nachfrage
  • Erstellen von (Eisenbahn-)Streckenprofilen mithilfe von Open Railway Map
  • Folgeverspätungen
  • Analyse des öV-Potentials touristischer Destinationen in der Schweiz
  • Entwicklung eines Monitoring-Konzepts für die Verkehrsnachfrage während des Betriebs der Züribahn

Die Projektarbeit ist eine der beiden grossen Arbeiten im letzten Drittel des Studiums. Die Studierenden sollen die Arbeit bewusst nutzen, um sich in einem Themenfeld zu spezialisieren und sich besondere Kompetenzen aufzubauen. Sämtliche Projekte werden im Studiengang Verkehrssysteme obligatorisch mit einem Praxispartner durchgeführt. In diesem Jahr erfolgte die Bearbeitung im Zeitraum vom 16. September bis 20. Dezember 2019. Der Arbeitsumfang beträgt sechs Credits, was einem Zeitaufwand von rund 180 Stunden pro Studierendem entspricht. Die Arbeiten werden im Regelfall von 2er-Teams angefertigt.

Siemens fördert Teilzeitstudium Verkehrssysteme

Die ZHAW School of Engineering wird ab dem Herbstsemester 2020 den Bacheloringenieur-Studiengang Verkehrssysteme auch als Teilzeitstudium anbieten. Als erster Wirtschaftspartner unterstützt Siemens aktiv das neue Studienangebot. Mit der so genannten M0-Zertifizierung sichert Siemens seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine anteilige Übernahme der Studiengebühren zu und/oder bietet zusätzliche freie Tage an.

Dirk Boedeker, Head of Digitalization & Innovation sowie Head of Customer Services bei der Siemens Mobility AG ist überzeugt von der Qualität des Studiengangs: „Wir müssen im Schienenverkehr mehr Mut haben, Neues auszuprobieren – auch im Hinblick auf digitale Lösungen. Mit den Verkehrssysteme-Studierenden haben wir dies in Semesterprojekten und Abschlussarbeiten mehrfach erfolgreich durchgeführt.“

Sie wollen auch die Zukunft der Mobilität & Logistik aktiv mitgestalten? Sie möchten neben dem Studium weiter arbeiten? Dann gibt es jetzt ein neues Studienangebot, um Arbeit und Studium ideal miteinander zu kombinieren.

Die ZHAW School of Engineering wird ab dem Herbstsemester 2020 den BacheloringenieurStudiengang Verkehrssysteme auch als Teilzeitstudium anbieten. Die Studieninhalte des Teilzeitangebots entsprechen denen des Vollzeitstudiums Verkehrssysteme. Sie profitieren in gleicher Weise vom jetzt individualisierten Modulangebot im letzten Studienabschnitt.

Während acht Semestern studieren Sie in der Regel an drei Präsenztagen pro Woche. Zum Ende des Studiums schreiben Sie Ihre Projekt- und Bachelorarbeit, die Sie nach Möglichkeit in Ihre berufliche Tätigkeit integrieren. Empfohlen wird ein maximales Arbeitspensum von 60 Prozent während der Unterrichtszeit.

Interessiert? Dann informieren Sie sich über die Details an einem der Infoabende am 27. Februar oder 2. April in Zürich. Alle Details finden im Blog des Studiengangs.

Bildquellen: Siemens / ZHAW

Schrittmacher für die Mobilitätswende am Technikum

Die ZHAW strebt ihrer Nachhaltigkeitsstrategie einen umweltfreundlicheren Hochschulbetrieb an. Die (Alltags-)Mobilität und insbesondere das Pendeln der Mitarbeitenden und Studierenden stellen dabei besonders relevante Faktoren dar. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit zwei Instituten der School of Engineering werden sich die Studierenden des Studiengangs Verkehrssysteme an der Entwicklung konkreter Massnahmen für die Mobilitätswende ihrer Hochschule beteiligen.

Trotz veränderter Arbeitsweisen, bei denen traditionelle Büros zunehmend durch mobile oder private Arbeitsplätze ersetzt werden, nehmen die Pendlerströme in den urbanen Räumen der Schweiz stetig zu. Die Folgen sind Staus in Spitzenzeiten, überlastete öffentliche Verkehrsmittel und eine zunehmende Lärm- und Luftverschmutzung. Diese sind mit hohen ökonomischen, ökologischen und gesundheitlichen Kosten verbunden. Erforderlich ist daher ein Umdenken bei den Mobilitätsstrategien, um die negativen Auswirkungen des heutigen Verkehrssystems zu reduzieren.

Vor diesem Hintergrund ist auch die ZHAW School of Engineering gefordert, Anreize oder Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation zu entwickeln. Mitarbeitende und Studierende müssen zu einem Umdenken und Ausbrechen aus bekannten Mobilitätsmustern angeregt werden.

Unter der Leitung des INE sowie der Mitarbeit des IDP und des Studiengangs Verkehrssysteme wird daher ein interdisziplinäres Projekt mit Leuchtturmcharakter für die gesamte ZHAW realisiert. Ziel des Projektes ist es, die Mobilität der School of Engineering zu analysieren und zu verstehen. Dazu wird ein Verfahren zur Erhebung und Visualisierung des Mobilitätsverhaltens von Studierenden und Mitarbeitenden an der School of Engineering entwickelt. Das kann in Zukunft auch an anderen Departementen an der ZHAW angewendet sowie als Beratungsleistung externen Unternehmen oder Organisationen im Rahmen eines Monitorings der Mitarbeitermobilität angeboten werden kann.

Digital Mobility Lab – der neue «rote Faden» durchs VS-Studium

Daten spielen in allen Lebensbereichen eine immer grössere Rolle – auch im Bereich Mobilität & Logistik. Der Studiengang Verkehrssysteme hat daher im Herbstsemester 2019 das virtuelle Labor «Digital Mobility Lab» gegründet. Dieses wird zukünftig quasi den digitalen Maschinenraum des Studiengangs bilden. Dank des interdisziplinären Projekts werden die Fachmodule dann mit einem abgestimmten Softwarepaket auf eine gemeinsame Datenbasis zugreifen.

Bislang arbeiten die einzelnen Fachmodule des Studiengangs Verkehrssysteme in den Übungsanteilen der Veranstaltungen jeweils mit eigenem Datenmaterial. In Zukunft soll der überwiegende Anteil der Praxiseinheiten auf einer gemeinsamen Datengrundlage basieren. Ziel ist es, von der Raumentwicklung über die Netzplanung bis zum Flottenmanagement aus den Basisdaten die modulspezifisch notwendigen Kennzahlen abzuleiten und diese in den Folgemodulen weiter zu nutzen und zu entwickeln. Dabei kommt vorhandene und zusätzlich eingeführte Standardsoftware der Verkehrsbranche wie Visum, Viriato oder Open Track zum Einsatz.

Durch die datenseitige Verknüpfung der Module werden die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Planungsschritten im Verkehrsbereich bedeutend deutlicher sichtbar. Zugleich zwingt es zu einer intensiveren Abstimmung der Module und vermeidet unnötige Redundanzen. Das Labor ist dabei bewusst virtuell angelegt, d.h. die Studierenden können auf die leistungsstarken Hardware-Infrastruktur mit dem eigenen Computern ortunabhängig zugreifen.

Treiber der Entwicklung sind das Institut für Datenanalyse und Prozessdesign (IDP) und das Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE). Bis Ende 2020 werden die Grundstrukturen komplett aufgebaut und das Digital Mobility Lab voll einsatzfähig sein.

Masterprogramm «Europäische Bahnsysteme» feiert und startet neu

Trinational erfolgreich: Anfang November durfte der dritte Jahrgang des Masterstudiengangs «Europäische Bahnsysteme» seine Diplomurkunden in Empfang nehmen. Der von der FH Erfurt, FH St. Pölten und ZHAW School of Engineering gemeinsam durchgeführte Master ist berufsbegleitend und dauert zwei Jahre. Bei dem Festakt auf dem Werksgelände der ÖBB war auch der nächste Jahrgang anwesend, der 2021 seinen Abschluss in Winterthur feiern wird.

In einem ganz und gar ungewöhnlichen, aber besonders gut passenden Rahmen fand am 11. Oktober 2019 die dritte Akademische Abschlussfeier des Weitermasters „Europäische Bahnsysteme“ in St. Pölten statt: Eine Lokhalle am Traktionsstützpunkt St. Pölten der ÖBB Produktion GmbH war in einen Festsaal für die über 100 Gäste verwandelt worden. Der Transfer vom Hauptbahnhof St. Pölten zum Festgelände erfolgte klimafreundlich auf der Schiene mit dem von Siemens entwickelten innovativen Oberleitungs/Akkutriebzug Cityjet Eco der ÖBB PV AG.

Die Abschlussfeier für die Absolventinnen und Absolventen des trinationalen Masterstudiums ist gleichzeitig die Willkommensfeier für die Studierenden des neu beginnenden Jahrgangs 2019. Hierbei handelt sich es bereits um den 4. Jahrgang.

Wie groß die Wertschätzung dieses Ausbildungsprogramms durch Politik, Bahnindustrie und Eisenbahnunternehmen ist, zeigte sich an den hochkarätigen Ehrengästen, wie dem Präsidenten des NÖ-Landtags, dem Bürgermeister der Stadt St. Pölten, dem CEO der Siemens Mobility GmbH, der Leiterin Regelwerke und Personal der DB Netz AG sowie dem Vorstandsdirektor der ÖBB Infrastruktur AG. Im Mittelpunkt der Festreden standen die große Bedeutung einer fundierten Eisenbahnausbildung und die hervorragenden Karrierechancen im Eisenbahnsektor – insbesondere vor dem Hintergrund der durch den Klimawandel notwendigen Mobilitätswende.

Der Weiterbildungslehrgang Europäische Bahnsysteme (MSc) wird trinational gemeinsam durch die FH Erfurt (D), die FH St. Pölten (A) und die ZHAW Winterthur (CH) angeboten und seit 2013 im zweijährigen Rhythmus abgehalten. Der Unterricht findet wechselnd an den 3 Standorten statt. Die Studierenden besuchen daher vom 1. bis zum 3. Semester jeweils eine Woche lang jeden Standort, dazwischen wird Fernlehre und Eigenstudium praktiziert. Im vierten Semester absolvieren sie eine selbst geplante und organisierte Exkursion in das nicht-deutschsprachige Ausland. Neben einer jeweiligen inhaltlichen Schwerpunktsetzung ermöglicht dieses System, dass in enger Kooperation mit den jeweiligen Eisenbahnunternehmen durch Exkursionen, Kaminabende und Fachvortragende ein hoher Praxisbezug aus erster Hand besteht. Die Studierenden schätzen dabei besonders die Möglichkeiten zur Formung internationaler Netzwerke.

Praxisintegriertes Bachelorstudium – mein Jahr bei der SBB

Gastbeitrag von Jaqueline Keller

Nach der Prüfungsphase im Juni 2018 begann mein ersehntes Praktikumsjahr bei den SBB. Bereits im Voraus haben Abklärungen bezüglich meinem Arbeitsort und meiner Arbeitstätigkeit stattgefunden. Daraus haben sich zuerst fünf Wochen in Bern und dann ein ganzes Jahr in Zürich Altstetten ergeben. In Bern war ich eigentlich dazu da, meinem Nachfolger aus der VS17 die Welt der SBB zu zeigen. Während diesen fünf Wochen durfte ich auch eine Woche ins Industriewerk nach Olten. Dort konnte ich zwei Tage lang bei Bremsprüfungen und beim Ersetzen von Türantrieben selbst Hand anlegen. Dass mir diese Türantriebe nur ein Jahr später das Leben schwer machen würden, hat wohl niemand geahnt…

Doch alles der Reihe nach.

Mitte August 2018 war es dann soweit. Fortan durfte ich nach Zürich Altstetten pendeln. In der Disposition der Serviceanlage Herden sollte ich einen Mitarbeiter ersetzten. Das freute mich, da mir so die Aufgaben und die Verantwortung eines «vollwertigen» Mitarbeiters in die Hände gelegt wurde.

In den ersten paar Tagen Instruktion hiess es erstmal viel zuhören, viel aufschreiben und möglichst schnell lernen. Die Arbeitsschritte mit SAP, CERES und den Exceldateien waren mir recht schnell klar und ich fühlte mich eigentlich bereit, allein eine Tour zu machen – wäre da nicht das Telefon. Das Telefonieren gehört nicht gerade zu meinem Lieblingstätigkeiten, daher zögerte ich die «Telefon-Instruktion» möglichst lange hinaus. Zumal es so ist, dass wenn das Telefon in der Dispo läutet, Arbeit auf einen zukommt oder man Auskunft geben muss. Als Neuling ist man sich seiner Sache eben doch nicht so sicher und kommt ins Schwitzen. Aber meine InstruktorInnen standen mir wacker zur Seite und so wurde aus mir doch noch eine brauchbare Mitarbeiterin.

Nach fünf Wochen Instruktion startete ich erstmals allein in einen Nachtdienst. Viele Dinge begegneten mir nun das erste Mal und mir blieb nichts anderes übrig, als irgendwas zu tun, das richtig erschien, oder bei der Übergabe mit der Ablösung nach dem richtigen Vorgehen zu fragen. So wurde im Verlaufe der Wochen aus der Studentin eine Disponentin.

Was tut ein Disponent den ganzen Tag lang? Die Aufgaben der Disposition Instandhaltung sind vielfältig. Es geht hauptsächlich darum, zu prüfen, welche Fahrzeuge für den Unterhalt geplant sind, Aufträge via SAP zu generieren, damit die Schichtleiter dem Instandhaltungspersonal Aufträge zuordnen können, und nach Zugsausfahrt das Ganze im SAP wieder rückzumelden.

Fahrzeuge folgen theoretisch einem im Jahresfahrplan festgelegten Umlauf. In Serviceanlagen werden Reinigung und leichte Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Diese Instandhaltung ist in den Umläufen festgelegt. Die Fahrzeuge können aber vom Umlauf abweichen. Das kann aus verschiedenen Gründen passieren. Beispielsweise bleibt nach einem Streckenunterbruch der für die Instandhaltung vorgesehene Zug in der Westschweiz liegen. Demzufolge kommt ein anderer Zug in den Unterhalt und schon stimmt die Planung mit der Realität nicht mehr überein. Die Dispo hat laufend zu prüfen, welche Fahrzeuge vorgesehen sind und ob sie dann tatsächlich kommen. Bei kurzfristigen Änderungen im Fahrzeugeinsatz wird die Dispo von der Lenkung telefonisch informiert.

Der Disponent muss immer ein offenes Auge haben, um Änderungen oder Unstimmigkeiten schnellstmöglich zu erkennen und entsprechend reagieren zu können. Es gehört auch zu den Aufgaben des Disponenten, die Lenkung über Unregelmässigkeiten zu informieren. Kann ein Zug im Unterhalt nicht ausreichend repariert werden oder treten sicherheitsrelevante Mängel auf, darf das Fahrzeug nur noch eingeschränkt oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr eingesetzt werden. Über solche Einschränkungen muss die Lenkung umgehend informiert werden, damit rechtzeitig Lösungen gesucht und Massnahmen getroffen werden können.

Die Arbeit hat mir Freude bereitet, da ich den operativen Betrieb von dieser Seite noch nicht gekannt habe. Es war eine Herausforderung in hektischen Situationen den Überblick zu behalten, niemandem eine falsche Information weiterzugeben oder gar eine Information zu unterschlagen. Das Telefonieren ist mit der Zeit zur Routine geworden und zum Schluss hat’s sogar begonnen Spass zu machen. Die mit diesem Job verbundene Schichtarbeit war zwar mit diversen Unannehmlichkeiten verbunden, hatte aber doch überwiegend gute Seiten.

Rund einen Monat vor Ende des Praktikums hatte ich noch die Gelegenheit, die Kollegen auf der Lenkung zu besuchen. Das Schöne daran war, dass ich so auch ein Bild zum Ton hatte und fortan nicht mehr mit Stimmen, sondern mit Menschen telefonierte. Vom Besuch konnte ich auch profitieren, da mir nun klar war, mit was für Dingen sich diese Leute rumschlagen müssen und weshalb das Telefon fast immer besetzt ist.

Das ganze Jahr hindurch hatten wir Disponenten untereinander immer wieder mal etwas zu lachen oder führten in ruhigen Minuten auch tiefgründige Gespräche. Richtig angekommen und integriert fühlte ich mich zwar erst, als mir gesagt wurde, man freue sich immer, wenn ich da sei. Nicht nur wegen meiner aufgestellten, fröhlichen, aber doch ruhigen Person, sondern auch der Kompetenz wegen. So hörte ich dann in der letzten Woche gleich mehrmals, dass man mich vermissen werde und dass man bei der SBB immer kompetente Leute suche, ich also jederzeit willkommen sei. Ob Schmeichelei oder Tatsache, den Abschied hat es mir jedenfalls nicht einfacher gemacht.

Es war ein interessantes und lehrreiches Jahr. Ich durfte viele Leute kennen und schätzen lernen und es sind Freundschaften entstanden, die wohl noch lange bestehen werden.

Einsteigen bitte: Gestalten Sie die Mobilität & Logistik von morgen – Infotag am 9. November 2019

Verkehrswachstum und Klimakrise stellen das Transportsystem vor enorme Herausforderungen. Die Mobilitäts- und Logistikbranche sucht dringend junge Verkehrsingenieure, um das zukünftige Transportsystem leistungsfähig und nachhaltig zu entwickeln. Der Studiengang Verkehrssysteme bildet Sie praxisnah den Anforderungen der Wirtschaft entsprechend zum Bacheloringenieur Verkehrssysteme aus. Beweg was – werde VerkehrsingenieurIn!

Mit dem im Herbst 2018 umgesetzten neuen Studienmodell gibt Ihnen der Studiengang Verkehrssysteme die Möglichkeit, Ihr Studium an Ihre Spezialisierungswünsche individuell anzupassen. Aufbauend auf einem soliden ingenieurtechnischen und fachspezifischen Fundament können Sie Ihr Studium so im letzten Studiendrittel aktiv gestalten. Ab dem Herbstsemester 2020 ist zudem erstmals ein Teilzeitangebot verfügbar. Dieses ermöglicht Ihnen, Studium und Beruf optimal zu kombinieren.

Nutzen Sie die Chance, sich über unser Studienangebot zu informieren. Studierende und Alumni des Studiengangs Verkehrssysteme berichten über ihre Erfahrungen mit dem Verkehrssysteme-Studium. Mit SBB AG, Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ), Stadler Rail sowie dem Ingenieurbüro metron sind zudem drei unserer Praxispartner mit ihren MitarbeiterInnen vertreten. Sie erklären Ihnen gerne, welche herausragenden Berufschancen Sie mit dem Abschluss B.Sc. Verkehrssysteme haben.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch anlässlich des Infotags der ZHAW School of Engineering am 9. November in Winterthur. Alle Details zum Programm finden Sie hier.

Mix it! Kombinieren Sie Arbeit und das neue Teilzeitstudium Verkehrssysteme

Sie wollen die Zukunft der Mobilität & Logistik aktiv mitgestalten? Sie möchten neben dem Studium weiter bis zu 60% arbeiten? Dann gibt es jetzt ein ideales Studienangebot für Sie.

Die ZHAW School of Engineering wird ab dem Herbstsemester 2020 den Studiengang Verkehrssysteme auch als Teilzeitstudium (Curriculum/Modultafel) anbieten. Das Ende 2018 gestartete neue Studienmodell bietet die Möglichkeit, diesen von Studieninteressierten vielfach geäusserten Wunsch nun realisieren zu können.

Die Studieninhalte des Teilzeitangebots entsprechen denen des Vollzeitstudiums Verkehrssysteme. Es profitiert in gleicher Weise vom jetzt individualisierten Modulangebot im letzten Studienabschnitt.

Während mindestens acht Semestern studieren Sie in der Regel an drei Präsenztagen pro Woche. Zum Ende des Studiums schreiben Sie Ihre Projekt- und Bachelorarbeit, welche Sie nach Möglichkeit in Ihre berufliche Tätigkeit integrieren.

Die Studiengangleitung empfiehlt ein maximales Arbeitspensum von 60 Prozent während der Unterrichtszeit.

Wir konnten Ihr Interesse wecken? Dann informieren Sie sich über die Details an einem der folgenden Infoabende.

Termine:

  • Donnerstag, 14. November 2019
  • Donnerstag, 27. Februar 2020
  • Donnerstag, 02. April 2020

jeweils ab 18 Uhr

Ort:
Die Infoabende finden in Zürich statt: ZHAW, Lagerstrasse 41, 8004 Zürich

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