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Mit einem Sprachstudium in die Modebranche: Herbst im Frühling

Beim Workshop «Wege ins Berufsleben» erzählte Mia Meng, Absolventin Bachelor Angewandte Sprachen, wie sie ihren Weg vom Sprachstudium in die Modewelt fand und gab einen Einblick in ihren Alltag als Einkäuferin bei einem renommierten Schweizer Mode-Unternehmen.

von Fabienne Riesen, Assistentin Studiengangleitung Bachelor Angewandte Sprachen

Der Einkauf der Herbst/Winterkollektion wird im Frühling abgeschlossen. In der kurzen Zeit zwischen den Einkaufssaisons gibt es verschiedene Events in den Stores, wo auf dem Laufsteg die neusten Modetrends gezeigt werden. Für die Modeschauen stellen Einkäuferinnen die Looks und machen Fittings mit den Models – Accessoires wie Schuhe und Taschen komplettieren den Look. Mia machen die Events eine Menge Spass, sie bedeuten aber auch lange und intensive Arbeitstage. Nach der abgeschlossenen Einkaufssaison besucht sie die Filialen, um Feedbacks aus dem Verkauf einzuholen. Mit einem kritischen Auge schaut sie zusammen mit den Verantwortlichen in den Filialen, ob die eingekaufte Ware auf die Fläche passt und analysiert die Zahlen der Abverkäufe im Detail.

Den Überblick bewahren

Anschliessend gibt es interne Meetings, um die kommende Saison zu planen. Hier gibt es Inputs von der Geschäftsleitung zu der strategischen Ausrichtung des Unternehmens, zu laufenden und neuen Projekten, aber auch Rückmeldungen zum Sortiment aus der Verkaufsleitung. Gleichzeitig werden Trends der kommenden Saison diskutiert: neue Farben, Formen und Must-Haves: «Mit diesen Informationen bin ich als Einkäuferin gewappnet für die nächste Saison.»

In den nächsten Tagen heisst es dann Zahlen analysieren. Es wird im Detail geschaut, welche Marken sich gut entwickelt haben, so dass man in der nächsten Saison weiter auf sie aufbauen kann. Dieser Teil sei sehr zahlenlastig, sagt Mia, wie auch die Budgetplanung, bei der sie die Umsätze der Filialen analysiert und das Budget nach Standort und Marke berechnet: «Früher habe ich immer erzählt, dass ich Sprachen studiere, weil mir Zahlen nicht liegen.» Heute findet sie, dass man aus Zahlen viel herauslesen kann. «Das Gute ist, dass man alles lernen kann», sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Internationalität und Mehrsprachigkeit

Damit ist das Jahr aber noch nicht um. Nun geht es ins Ausland, zum Beispiel nach Mailand: Modemessen, Schuhmessen, Einkaufstermine stehen an. «Das ist eine spannende Zeit. Sie verlangt aber auch lange Arbeitstage und viel Konzentration von einer Einkäuferin». Dabei werden Mias Sprachkenntnisse, die im Studium Deutsch, Englisch und Italienisch belegt hat, auf den Prüfstand gestellt.

Schuhe sind auch Mode

Mia startete bereits während des Studiums mit einem Nebenjob in der Schuhbranche. Ihre Neugier und ihre Sprachkenntnisse brachten ihr nach Studienabschluss in Angewandten Sprachen eine Vollzeitstelle. Italienisch war wegen der italienischen Produzenten besonders wichtig. Auch befand sich das Logistikzentrum im Tessin.

Dank ihren Sprachkenntnissen konnte Mia das Qualitäts- und Reklamationsmanagement aufbauen, was mit vielen Reisen und Besuchen in den Schuhfabriken in Italien, Portugal und Spanien verbunden war. Und von dort war der Weg in den Einkauf nicht mehr weit.

Mit einem Sprachstudium in die Modebranche? Klar, das geht!


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Oder auf unserem Youtube-Kanal: Sprachprofis im Porträt mit Hazel Brugger


Im Bachelor Angewandte Sprachen bildet das IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen Sprachinteressierte zu Sprach- und Kommunikationsprofis aus, die sich souverän zwischen Sprachen, Kulturen und Domänen bewegen können. Das Studium qualifiziert für eine Tätigkeit im mehrsprachigen Projekt-, Event- und Informationsmanagement, in verschiedenartigen Übersetzungskontexten oder in der Technikkommunikation an der Schnittstelle zwischen Mensch und Technik.

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