Gastvortrag an der ZHAW Wädenswil: Szenarien der Mobilität von morgen

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Bildquelle: bmwblog.com

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche hat immer stärkere Auswirkungen auf den Mobilitätssektor. Zukünftig werden der Funktionsumfang der digitalen Mobilitätsassistenten wie die Anzahl der integrierten Mobilitätsangebote weiter ansteigen. Welche Auswirkungen wird diese Entwicklung auf unser Verkehrsverhalten von morgen und übermorgen haben? Thomas Sauter-Servaes, Mobilitätsforscher & Studiengangleiter „Verkehrssysteme“ präsentiert in seinem Vortrag mögliche Entwicklungspfade.

Donnerstag, 23. April um 17.30 h, ZHAW Wädenswil, Campus Reidbach, Raum RA E0.03
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Mobilitätskonzept BiCar präsentiert sich Wirtschafts- & Medienvertretern

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Es ist soweit: Das unter Beteiligung des Studiengangs Verkehrssysteme erstellte BiCar-Konzept wird der Öffentlichkeit präsentiert – im ersten Schritt ausgewählten Investoren, Gästen und den Medien.

Zunehmende Urbanisierung und drohender Klimawandel erfordern neue Strategien für einen nachhaltigeren Stadtverkehr. Mit dem BiCar präsentiert die ZHAW School of Engineering am 20. Mai 2015 im Rahmen eines Medien- und Wirtschaftsevents ein Mobilitätskonzept, das eine flächen-, energie- und ressourceneffiziente Mobilität im urbanen Raum ermöglicht.

Weitere Infos zum aktuellen Stand finden sich auf dem BiCar-Blog.

eHighway & Cargotram – Gastvorträge zu elektrisierenden Transportkonzepten

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Am 22. April präsentieren Gastreferenten von Siemens und den Basler Verkehrsbetrieben im Rahmen der LOGVS-Veranstaltung des Studiengangs Verkehrssysteme zwei innovative Fahrzeugansätze für die umweltfreundlichere Gestaltung von Gütertransporten. Während das eHighway-Konzept eine mögliche Alternative zur Verlagerung von Fernverkehren auf die Schiene darstellt, soll die Cargotram innerstädtische Lkw-Verkehre ressourcenschonend substituieren. Die um 15.00 h beginnende Veranstaltung findet im Raum TE 407 statt und steht allen Studierenden und Dozierenden der School of Engineering offen.

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Quelle: Siemens

Mit eHighway testet Siemens eine innovative Variante elektrobetriebener Lkw-Verkehre. Das Konzept zur Elektrifizierung des Strassengüterverkehrs sieht vor, dass eHighway-Lkw über Oberleitungen mit elektrischer Energie versorgt werden. Den Kontakt vom Fahrzeug zur Oberleitung stellt ein adaptiver Stromabnehmer her. Bei einer Fahrdrahtunterbrechung stellt der eHighway-Lkw automatisch auf den Diesel-Hybridantrieb um. Damit ist er flexibel und universell einsatzfähig wie herkömmliche Lkw.

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Quelle: Wikipedia

Cargotrams sind bereits heute in einigen Städten im Einsatz. Beispiele sind u.a. Dresden, Basel oder Zürich. Während zum einen Fabrikanlieferungen durchgeführt werden (z.B. VW-Werk in Dresden), werden die Cargotrams an anderer Stelle vor allem für städtische Entsorgungsfahrten eingesetzt.

Es braucht fähige Verkehrsingenieure #8 … für einen umweltfreundlichen Fernverkehr

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Gemäss EEA stösst das Flugzeug gegenüber der Bahn rund das 20-fache (!) an klimaschädlichen Treibhausgasen pro Kilometer aus. Angesichts der Gefahren des Klimawandels ist es daher bedenklich, wenn auf vielen europäischen Städteverbindungen das Flugzeug weiterhin hohe Modal Split-Anteile aufweist, obwohl es qualitativ hochwertige Landverkehrsalternativen gibt.

Studierende des Studiengangs Verkehrssysteme haben in einer aktuellen Untersuchung nachgewiesen, dass auf relevanten Verbindungen von der Schweiz ins benachbarte Ausland der Hochgeschwindigkeitsverkehr auf der Schiene zeitlich wettbewerbsfähig ist und preislich deutliche Vorteile für den Nutzer aufweist.

Es braucht fähige Verkehrsingenieure #7 … für die Verkehrswende

co2

Im per 1.1.2013 revidierten CO2-Gesetz hat sich die Schweiz zum Ziel gesetzt, ihre Treibhausgas-Emissionen im Inland bis 2020 um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Während alle anderen Bereiche teilweise deutliche Einsparungen erzielen konnten, hinkt der Verkehrsbereich in der Entwicklung hinterher. Bis 2012 musste sogar ein Anstieg (!) gegenüber 1990 um 20 Prozent registriert werden.

Es bleibt also noch viel zu tun, um den CO2-Ausstoss des Verkehrsbereichs kurzfristig signifikant zu reduzieren. Der Studiengang Verkehrssystem beleuchtet das Thema nicht nur eingehend mit einem eigenen Themenschwerpunkt im Studium Generale (u.a. mit den Modulen Ökobilanzierung und Umweltmanagement). Konkret ist der Studiengang auch am Projekt BiCar beteiligt, das ein neues urbanes Mobilitätskonzept entwickelt und hierfür eine vollkommen neue Fahrzeugklasse konstruiert.

Es braucht fähige Verkehrsingenieure #6 … für einen reduzierten Parksuchverkehr

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In zahlreichen Metropolen hat der Parksuchverkehr aufgrund der urbanen Flächenknappheit inzwischen einen Anteil von knapp einem Drittel erreicht. Diese systemische Ineffizienz „auf dem letzten Meter“ hat erhebliche negative Folgen auf die Auslastung der Strasseninfrastruktur und resultiert in nutzerseitigen Zeitverlusten, Treibstoffmehrverbräuchen und zusätzlichen Emissionen.

Unterstützt durch den extrem dynamischen Digitalisierungstrend in sämtlichen Lebensbereichen, haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Smartphone-Applikationen etabliert, die dem Nutzer eine deutliche Reduzierung der Parksuchzeit ermöglichen sollen. Der Studiengang Verkehrssysteme hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Informationstechnologie und dem Institut für Datenanalyse und Prozessdesign im Projekt placebook eine Parking App entwickelt und diese mit einem Technikfolgeabschätzungstool für städtische Planungsämter kombiniert.

Es braucht fähige Verkehrsingenieure #5 … für die multimodale Perspektive

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Das Verkehrssystem gewinnt ständig an Komplexität, das Leben wird immer schneller. Da können schon kleine Fehler dazu führen, dass das gesamte System kollabiert und persönliche Zeitpläne nicht mehr funktionieren. Umso wichtiger wird die Vernetzung sämtlicher Verkehrsträger, um im Falle des Ausfalls eines Verkehrsangebots alternative Verbindungen anbieten zu können. Derartige multimodale Integratoren werden in Zukunft eine wichtige Rolle im Personenverkehr spielen.

Der Studiengang Verkehrssysteme berücksichtigt diese Entwicklung und vermittelt entsprechende Kenntnisse. U.a. ist der Studiengang am College for Collaborative Mobility (COCOMO) beteiligt, bei dem sich jährlich Studierende verschiedener Nationen im Vorfeld des WOCOMOCO-Weltkongresses mit innovativen Mobilitätsangeboten auseinandersetzen.

Es braucht fähige Verkehrsingenieure #4 … für die Verkehrsverlagerung

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Es ist politisches Ziel in der EU und der Schweiz, zukünftig bedeutend mehr Güterverkehr auf der Schiene abzuwickeln. Gerade auf europäischer Ebene ist dieses Ziel bislang ein Wunschbild geblieben, die Realität sieht anders aus. Um tatsächlich einen relevanten „modal shift“ zu induzieren, bedarf es neuer Ideen und Anreizsysteme insbesondere für zuverlässige verkehrsträgerübergreifende Transportketten. Denn die wenigsten Empfänger von Güterlieferungen verfügen über einen Gleisanschluss.

Im Studiengang Verkehrssysteme sind intermodale Transportsysteme ein wichtiges Themengebiet, z.B. in den Modulen IMVPG und LOGVS. Im Rahmen des Forschungsprojekts RACS besteht u.a. die Möglichkeit, entsprechende Fragestellungen in Projekt- und Bachelorarbeiten zu vertiefen.

Es braucht fähige Verkehrsingenieure #3 … für die Smart City

velowegDas Velo ist eine perfekte Mobilitätslösung für den urbanen Raum, kommt aber noch zu selten zum Einsatz. Häufig liegt dies an den schlechten Infrastrukturbedingungen für Velos: unsicher empfundene Velowege, räumliche Benachteiligung gegenüber anderen Verkehrsmitteln und fehlende Parkierungsmöglichkeiten. Die Folge: Das Auto wird in allen grösseren Schweizer Städten häufig auch für kurze Strecken genutzt. Etwa die Hälfte aller Autofahrten ist kürzer als 5 Kilometer, einer eigentlich optimalen Velodistanz. Gleichzeitig sind mindestens 5 Prozent aller Autofahrten kürzer als 1000 Meter, also in Fussdistanz. Entsprechend besteht in allen Städten ein grosses Verlagerungspotenzial vom motorisierten Individualverkehr auf den Fuss- und Veloverkehr.

Der Studiengang Verkehrssysteme wird in den kommenden Jahren den Aktivverkehr noch stärker in seinen Modulen berücksichtigen. Insbesondere angesichts der Megatrends „Gesünder Leben“, „Wachsende Urbanisierung & Flächenkonkurrenz“  und „Nachhaltiges Leben“ wird Knowhow in diesem Bereich zukünftig eine steigende Bedeutung haben. Die Entwicklungen des Veloverkehrs in Metropolen wie London, Paris oder Kopenhagen geben einen ersten Eindruck von neuen intelligenten urbanen Mobilitätslösungen.

Es braucht fähige Verkehrsingenieure #2 … für nachhaltigen Treibstoffeinsatz

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Über 95 Prozent des Verkehrs in Europa wird heute durch fossile Kraftstoffe wie Benzin, Diesel oder Erdgas angetrieben. Der Einsatz dieser Treibstoffe führt nicht nur zu risikoreichen Abhängigkeiten von wenigen erdölexportierenden Staaten mit häufig instabilen politischen Bedingungen. Darüber hinaus ist der Verbrennungsmotor in seinem Wirkprinzip äusserst ineffizient, da nur ein Teil der Brennstoffenergie in Bewegung umgesetzt werden kann und grosse Anteile ungenutzt als Wärme abgegeben werden.

Vor diesem Hintergrund ist auf Schiene & Strasse eine Renaissance des Elektromotors zu beobachten. Die Elektrifizierung des Verkehrs hat aber vollkommen neue Anforderung an Fahrzeuge und Infrastruktur. Der Studiengang Verkehrssysteme ist an Forschungsprojekten beteiligt, die die Chancen & Risiken des Umbaus unserer Mobilität und Logistik hin zu einem nachhaltigeren und ressourceneffizienteren Verkehrssystem untersuchen.