Janina Stucki hat den Master in Organisationskommunikation absolviert.

Der Master Organisationskommunikation als Sprungbrett zur CCO

Janina Stucki ist Kommunikationsprofi – Daily Business gibt es bei ihrer Tätigkeit bei uhub.io kaum. Kein Tag gleicht dem anderen. Die Absolventin der Mastervertiefung in Organisationskommunikation schätzt die Vielfalt und die Herausforderungen sehr. Als CCO schreibt sie Konzepte, entwickelt Strategien und gestaltet so die Kommunikation des Startups laufend mit. Im Interview erzählt sie, warum der Master die ideale Basis bildet, um in diesem Berufsfeld weiterzukommen.

Autorin: Susanna Spörri

Welches sind die wichtigsten Aufgaben in deiner aktuellen beruflichen Tätigkeit als CCO bei uhub.io?

Das Aufgabengebiet innerhalb eines Startups ist sehr breit und entwickelt sich rasant. Nicht nur das Unternehmen ist ständiger Änderung unterworfen, auch das Produkt an sich – wir entwickeln eine Kommunikationsmanagementsoftware – entwickelt sich natürlich stetig weiter. Strategien, Konzepte und entsprechend auch die Botschaften müssen laufend angepasst werden. Es bedeutet aber auch, dass die Wege kurz sind und ich ohne langwierige Prozesse und Abstimmungsrunden die Kommunikation gestalten kann. 

Welche Aufgaben magst du besonders und weshalb?

Ich schätze es, dass ich meine beruflichen Erfahrungen und mein Know-how in Bezug auf die Herausforderungen und Hürden grosser Kommunikationsabteilungen wie der Swisscom und der Post auch in die Produktentwicklung einfliessen lassen kann. Die Kommunikationsabteilungen von Grossunternehmen sind genau die Zielgruppe, für die wir unser Tool entwickeln. Am Ende eines Entwicklungssprints sagen zu können, «das ist genau das, was ich mir als Unterstützung in meiner Arbeit immer gewünscht habe», ist sehr befriedigend.

Ansonsten ist es mir mehrheitlich freigestellt, wo ich die Schwerpunkte meiner Arbeit setze. Ein nächster grosser Schritt wird ein umfassendes Onboarding-Programm sein. Vor kurzem haben wir die ganze Workspace-Administration per Mail automatisiert und nebenbei einen neuen Podcast lanciert. «Daily-Business» gibt es kaum – wir probieren einfach aus.

Worin bestehen die grössten Herausforderungen in deinem Job und wie meisterst Du diese?

Ich bin täglich mit Neuem konfrontiert. In den meisten Fällen liegt mir das. Ab und zu ist es aber auch anstrengend. Ich muss mich oft mit IT-Themen auseinandersetzen, von denen ich keine grosse Ahnung habe und mir in einem ersten Schritt erstmal Wissen dazu aneignen. Deshalb mag ich es, manchmal einfach Übersetzungen von neuen Softwarefunktionen o.ä. machen zu können – muss glücklicherweise auch gemacht werden.

Wie bist du zu deinem aktuellen Job gekommen?

Über die Vermittlungskünste eines Bekannten. Ich habe meine Anstellung bei der Schweizerischen Post gekündigt, um einige Wochen reisen zu können. Noch vor meinem letzten Arbeitstag kam der CEO von uhub.io auf mich zu. Sehr schnell haben wir gemerkt, dass wir ein sehr ähnliches Verständnis von Kommunikation haben – das war für uns beide ausschlaggebend.

Warum hast du am IAM den Master in Angewandter Linguistik mit Vertiefung Organisationskommunikation absolviert?

Nachdem ich einen Bachelor in Geschichte, Volks- und Betriebswirtschaft abgeschlossen habe, wollte ich zuerst Berufserfahrung sammeln. Dabei habe ich entdeckt, dass ich ein Faible für Kommunikation habe. Der Master an der ZHAW schien mir die perfekte Kombination aus Theorie und Praxis.  Das ich das Studium im Teilzeitmodus absolvieren und parallel dazu arbeiten konnte, war ein zusätzlicher Pluspunkt.

Welche Kompetenzen und Modelle aus dem Studium helfen dir im Berufsalltag?

Nun, ich muss zugeben, dass nicht mehr alles ganz so präsent ist, da mein Masterstudium bereits eine Weile her ist. Das Wichtigste, was ich aber aus dem Studium mitgenommen habe, sind weniger Theorien und Modelle, sondern vielmehr eine «Denk- und Herangehensweise».

Welche Kurse und Veranstaltungen waren rückblickend ein Highlight? Wieso diese?

In Erinnerung geblieben sind mir vor allem die Inhalte zu Krisenkommunikation, intercultural communication und Organizational Studies. Grob zusammengefasst ging es darum, wie eine Kommunikation (-abteilung) aufgebaut sein muss, damit sie auch in Krisensituationen handlungsfähig bleibt und (interkulturelle) Missverständnisse aus dem Weg räumen kann. Je nachdem wie man «Krisen» definiert und wie weit man die Begriffe «Organisation» und «Kultur» fasst, erhält man mit diesen drei Bereichen Inputs zu sämtlichen Stufen des Kommunikationsprozesses.

Inwiefern hat dich das Studium am IAM auf deine berufliche Tätigkeit vorbereitet?

Das Studium hat mir diverse Einblicke in verschiedene Branchen und Teilbereiche der Kommunikation geliefert. Dadurch erschlossen sich mir von Anfang an kontextuelle, zwischenmenschliche, aber auch organisationale Zusammenhänge, die ich in dieser Form nicht wahrgenommen hätte. Ich sehe es daher als ideale Basis, um in diesem Berufsfeld – speziell im strategischen Bereich – weiterzukommen.

Inwiefern hat dich das Studium befähigt, die Berufs-Praxis zu reflektieren, weiterzudenken und zu verändern?

Das Masterstudium am IAM – speziell der theoretische Teil – fokussiert nicht auf die operative Tätigkeit, sondern auf die Entscheidungsfindung auf strategischer Ebene. Die Konsequenzen daraus habe ich vom ersten Tag an wahrgenommen. Plötzlich fällt es schwer, Dinge einfach «umzusetzen» – ich hinterfrage ständig, ob etwas «strategisch sinnvoll» ist.

Wie hast du die Stimmung unter den Studierenden während dem Studium erlebt? Was hat dir gut gefallen? Was weniger?

Da ich meinen Bachelor an der Uni gemacht habe, empfand ich den «Klassen-Spirit» an der ZHAW als sehr angenehm. Von den Leuten, mit denen ich am meisten zu tun hatte, waren alle berufsbegleitend am Studieren. Wir haben uns gegenseitig gestützt und motiviert – es war für alle sehr intensiv, das schweisst zusammen.

Stehst du in Kontakt mit ehemaligen Mitstudentinnen und -studenten?

Eigentlich nur noch mit einer Kommilitonin – mit ihr dafür sehr regelmässig. Neben vielem anderen schätze ich besonders ihren fachlichen Input, wenn es um berufliche Themen geht. Diskussionen gestalten sich anders, wenn eine gemeinsame Wissensbasis besteht.

Was möchtest du beruflich noch erreichen, welche Ziele hast du?

Zusammen mit meinem grandiosen Team möchte ich uhub.io zum Fliegen bringen. Das heisst, unser Tool noch weiter entsprechend den Kundenbedürfnissen weiterentwickeln und in den nächsten Jahren den Startup-Status überwinden. Dann werde ich nicht nur ein Produkt von Anfang an kommunikativ begleitet haben, sondern ein ganzes Unternehmen.


Master Organisationskommunikation IAM ZHAW

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