Timon Kobelt ist Absolvent des Master in Organisationskommunikation

«Im Master Organisationskommunikation setzten wir reale Aufträge für Arbeitgeber um»

Reale Aufträge für die Praxis auszuarbeiten ist nicht Teil jedes Studiums. Im Master Angewandte Linguistik der ZHAW hingegen schon. 2021 schloss Timon Kobelt diesen mit der Vertiefungsrichtung Organisationskommunikation ab. Im Interview erzählt er, welche Erfahrungen aus dem Studium für die eigene Karriere besonders wertvoll waren und welche beruflichen Herausforderungen er als Kommunikationsverantwortlicher der Regio Wil meistert.

Ein schriftliches Interview mit Timon Kobelt, Kommunikationsverantwortlicher Regio Wil, Absolvent der Mastervertiefung Organisationskommunikation an der ZHAW. Von Susanna Spörri, Kommunikationsverantwortliche IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft.

Welches sind die wichtigsten Aufgaben in deiner aktuellen beruflichen Tätigkeit?

Meine Hauptaufgabe besteht darin, die Kommunikation für das Grossprojekt WILWEST und die Standortförderungsorganisation WirtschaftsPortalOst (WPO) zu gestalten. Sowohl WILWEST als auch WPO haben ihren Ursprung in der Regio Wil. Mein Alltag ist abwechslungsreich: Auf klassische Medienarbeit – wie Medienmitteilungen schreiben – folgt die Organisation von Events oder die Zusammenarbeit mit einer externen Kommunikationsagentur. Auch obliegt es mir, zu fotografieren, Kurzvideos zu produzieren und die Webseiten aktuell zu halten.

Welche Aufgaben magst du besonders und weshalb?

Besonders viel Freude bereiten mir alle Aufgaben, bei denen ich texten darf. Da ich zuvor im Journalismus gearbeitet habe, war das schriftliche Wort lange mein tägliches Brot. Umso mehr freut es mich, dass ich weiterhin fleissig mit Buchstaben jonglieren darf. Allerdings bereichert es meinen Job auch, dass nun auch noch ganz andere Aufgaben zusätzlich von mir erwartet werden, etwa Podiumsgespräche zu moderieren.

Worin bestehen die grössten Herausforderungen in deinem Job und wie meisterst du diese?

Eine grosse Herausforderung ist die Koordination mit den verschiedenen Playern: Zur Regio Wil gehören 23 Gemeinden und ins Projekt WILWEST sind die Kantone St. Gallen und Thurgau involviert. Folglich wollen auch deren Kommunikationsverantwortliche stets informiert sein und mitgestalten, was mit viel Abstimmungsaufwand verbunden ist. Andererseits stärke ich so mein Netzwerk und erhalte Einblick in die Kommunikation von öffentlichen Organisationen, was für meine berufliche Zukunft bestimmt von Nutzen sein wird. Eine weitere Herausforderung ist die Zusammenarbeit mit einer Kommunikationsagentur, welche die strategische Kommunikation bei WILWEST verantwortet. In diesem Bereich fehlt mir schlicht die Erfahrung. Daher versuche ich stets zu reflektieren, wie ich die Zusammenarbeit optimal gestalten kann.

Wie bist du zu deinem aktuellen Job gekommen?

Die Stelle bei der Regio Wil war ausgeschrieben und meine fachliche Qualifikation, mein regionales Netzwerk sowie meine Leidenschaft, in der Region etwas bewegen zu wollen, haben die Verantwortlichen offenbar überzeugt.

Warum hast du an der ZHAW den Master in Angewandter Linguistik in der Vertiefungsrichtung Organisationskommunikation absolviert?

Bereits das Bachelorstudium in Journalismus und Organisationskommunikation an der ZHAW war eine tolle Erfahrung. Nach zwei Jahren bei einer Lokalzeitung wollte ich das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft in der Unternehmenskommunikation legen. Generell bin ich immer gerne zur Schule respektive ins Studium gegangen. Die Menschen, die man dort kennenlernt, erweitern den eigenen Horizont. «A mind needs books like a sword needs a whetstone, if it is to keep its edge», schrieb George R. R. Martin, der Schöpfer von Game of Thrones. Das ist auch ein Grund: Ich will mein Hirn immer wieder herausfordern und natürlich auch am Ball bleiben, was die Wissenschaft auf die Kommunikationsbranche zurollen sieht.

Welche Kompetenzen aus dem Studium haben dir im Beruf bisher am meisten geholfen? Wieso diese?

Die Fähigkeit und die Notwendigkeit, sich selbst zu reflektieren, ist sicher wichtig. Ebenso wichtig erscheint mir aber, auch regelmässig das eigene Tun und Handeln in Unternehmen zu hinterfragen. Die vielen Präsentationen während des Studiums waren ebenfalls hilfreich, um nun souveräner vor Publikum aufzutreten.

Inwiefern hat dich das Masterstudium an der ZHAW auf deine berufliche Tätigkeit vorbereitet?

Viele Situationen, die im Master thematisiert wurden, habe ich nun angetroffen. Zum Beispiel die erwähnte Zusammenarbeit mit Agenturen. Wir haben im Studium zwar keine Patentlösung dafür erhalten, doch zumindest kannte ich von Praxisleuten einige wichtige Tipps und auch, dass es sowohl für die Agentur als auch für die Kunden nicht immer einfach ist.

Inwiefern hat dich das Studium befähigt, die Berufs-Praxis zu reflektieren, weiterzudenken und zu verändern?

Sehr. Dies ist wirklich ein Anspruch, den ich mitgenommen habe. Ich will mich selbst aber eben auch die Praktiken der Unternehmen reflektieren und beeinflussen können. Im Studium wurden wir dazu einerseits ermutigt, andererseits haben wir auch Werkzeuge für die Reflexion aufgezeigt bekommen.

Welche Kurse und Veranstaltungen waren rückblickend ein Highlight? Wieso diese?

Es waren vor allem die Kurse, in denen wir reale Aufträge für Arbeitgeber aus der Praxis umsetzen mussten. Dabei konnte man hautnah erleben, wie sich Berufspraxis und Wissenschaft komplementieren.

Wie hast du die Stimmung unter den Studierenden während dem Studium erlebt? Was hat dir gut gefallen? Was weniger?

Die Stimmung war super, das kann man nicht anders sagen. Alle Studierenden waren sehr offen und kommunikativ, was die Zusammenarbeit erleichtert hat.

Stehst du in Kontakt mit ehemaligen MitstudentInnen?

Ja, übrigens auch mit solchen aus dem Bachelorstudium in Journalismus und Organisationskommunikation, das ich vor meinem Master mit der Vertiefungsrichtung Organisationskommunikation absolviert habe.

Was möchtest du beruflich noch erreichen, welche Ziele hast du?

Ich möchte in der Kommunikations- respektive Medienwelt noch Vieles sehen. So kenne ich auf Medienseite vor allem den Printbereich – Radio oder Fernsehen würden mich schon auch reizen. In der Organisationskommunikation könnte ich mir gut vorstellen, mich auf die politische Kommunikation zu konzentrieren und dort mal bei Kampagnen mitzuarbeiten. Das wäre sicher spannend.


Master Organisationskommunikation IAM ZHAW

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