Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben – Hat dies Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten?

Quelle: pixabay

Von Dr. Szilvia Altwicker-Hámori

Homeoffice ist längst nicht mehr nur eine Notlösung für Zeiten einer Pandemie: Für viele Beschäftigte hat sich das Arbeiten von zu Hause dauerhaft etabliert. Prognosen zufolge werden im Jahr 2030 rund 38% der Erwerbstätigen in der Schweiz zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten. Besonders Hochschulabsolvent:innen haben eine hohe Wahrscheinlichkeit, diese Arbeitsform nutzen zu können. Eine neue Studie des WIG zeigt, wie sich das Arbeiten im Homeoffice auf die Gesundheit von Beschäftigten mit Hochschulabschluss  auswirkt.

Homeoffice bleibt beliebt – auch nach der Pandemie

Für die Analyse haben wir Daten aus dem COVID-19 Social Monitor verwendet, einem Längsschnittpanel der Schweizer Bevölkerung im Alter zwischen 18 und 79 Jahren. Die Ergebnisse zeigen: Selbst nach der Aufhebung der pandemiebedingten Homeoffice-Pflicht arbeiten Hochschulabsolvent:innen deutlich häufiger von zu Hause aus als vor der Pandemie. Der Anteil der Beschäftigten, die zumindest teilweise im Homeoffice arbeiteten, stieg von 33% vor der Pandemie auf 51% im November 2022.

Abbildung 1: Entwicklung der Homeoffice-Intensität im Zeitverlauf bei Hochschulabsolvent:innen. Quelle: Altwicker-Hámori*, Heiniger*, Höglinger (2026)

Kein Hinweis auf negative Gesundheitseffekte

Wir haben untersucht, ob sich der Wechsel ins Homeoffice auf die Gesundheit der Beschäftigten ausgewirkt hat. Die Studie analysierte 13 Gesundheitsindikatoren, darunter allgemeine Gesundheit, psychische und körperliche Gesundheit, Gesundheitsverhalten sowie soziales Vertrauen. Die Studie zeigt, dass der Wechsel ins Homeoffice nicht zu einer Verschlechterung der Gesundheit geführt hat. Beispielsweise zeigten sich keine signifikanten Veränderungen im Stresslevel, bei Schlafproblemen, Rücken- oder Nackenschmerzen, körperlicher Inaktivität oder dem Einsatz von Schlafmitteln.

Ausblick

Unsere Studie liefert erste Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Homeoffice auf die Gesundheit von Hochschulabsolvent:innen. Einige Aspekte konnten wir jedoch nicht untersuchen. Deshalb sind weitere Langzeitstudien notwendig. Besonders Untersuchungen zu Ernährung, Substanzkonsum und zum Zusammenspiel von Beruf und Privatleben könnten zusätzliche Erkenntnisse liefern.

Die Studie wurde im International Journal of Public Health publiziert und ist frei zugänglich:
Altwicker-Hámori. S.*, Heiniger, S.*, Höglinger, M. (2026) Shaping workspaces, shaping lives: health implications of working from home for employees with tertiary education in Switzerland, International Journal of Public Health, 71:1608002. doi: 10.3389/ijph.2026.1608002

* Beide Autorinnen haben gleichwertig zu diesem Beitrag beigetragen.

Dr. Szilvia Altwicker-Hámori ist Dozentin am Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie an der ZHAW.

Weiterführende Literatur
Danalet A, Justen A, Mathys N. (2021) Working from home in Switzerland, 2015-2050. 21st Swiss Transport Research Conference. https://www.strc.ch/2021/Danalet_EtAl_2.pdf
Heiniger S, Höglinger M. (2023, 25. Mai). Homeoffice – die neue Normalität? Gesundheitsökonomie @ ZHAW. https://blog.zhaw.ch/gesundheitsoekonomie/2023/05/25/homeoffice-die-neue-normalitaet/


2 Kommentare

  • An dem Beitrag bleibt für mich vor allem die Breite der 13 Gesundheitsindikatoren hängen. Gerade weil Stress, Schlafprobleme, Rücken- und Nackenschmerzen, körperliche Inaktivität und Schlafmittel gemeinsam betrachtet wurden, wirkt das Ergebnis „kein Hinweis auf Verschlechterung“ vorsichtiger und hilfreicher als eine pauschale Homeoffice-Bilanz. Spannend fände ich im nächsten Schritt, ob Ernährung und die Grenze zwischen Beruf und Privatleben eher als direkte Gesundheitsindikatoren oder als vermittelnde Mechanismen modelliert werden sollten.

    • Vielen Dank für den Kommentar und die anregende Überlegung! Genau diese Breite der Gesundheitsindikatoren war uns wichtig. Der Punkt zu Ernährung und zur Grenze zwischen Beruf und Privatleben ist sehr spannend und wäre ein interessanter Ansatz für weitere Analysen.
      Dr. Szilvia Altwicker-Hámori


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