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Werkstudentin Cristina: Wo Sprache auf Technik trifft

Cristina Arioli studiert im vierten Semester Angewandte Sprachen in der Vertiefung Fachkommunikation und Informationsdesign. In ihrem Jahrgang ist sie die einzige Werkstudentin. In diesem Beitrag erzählt uns Cristina, wieso sie sich für diesen Studiengang entschieden hat, was sie an der Technikkommunikation fasziniert und offenbart ihre Geheimtipps für die erfolgreiche Verbindung von Arbeit und Studium.

von Darija Knezevic, Studentin Bachelor Kommunikation und Mitglied der Studi-Redaktion*

Cristina entschied sich nach dem Gymnasium und diversen Auslandaufenthalten für den Bachelor Angewandte Sprachen an der ZHAW. Sprachen faszinierten sie schon lange vor dem Studium. «Wenn man sich mit Sprachen intensiv beschäftigt, eignet man sich nicht nur einen Wortschatz und die Grammatik an, sondern befasst sich auch mit der Kultur und den Menschen. Das fasziniert mich sehr.» Heute beherrscht die 23-Jährige neben ihren Erstsprachen Deutsch und Rätoromanisch auch Englisch, Französisch und Spanisch. Seit letztem Semester lernt Cristina im Rahmen ihres Studiums auch noch Russisch.

Technikunternehmen setzen auf Sprachtalente

Am Ende ihres zweiten Semesters stand die Wahl der Vertiefungsrichtung an. Aus den Auswahlmöglichkeiten «Mehrsprachige Kommunikation», «Multimodale Kommunikation» und «Fachkommunikation und Informationsdesign» entschied sich Cristina für die dritte Option. In der Vertiefung lernt sie kommunikative Brücken in der Technik zu schlagen. Denn in ihrer Technik sind die Inhalte oftmals sehr komplex und mit viel Fachbegriffen verbunden. Gewöhnliche NutzerInnen kennen diese nicht und dies kann zu Verständnisschwierigkeiten führen. «Mit meiner Vertiefung lerne ich eine weitere, neue Sprache – nämlich jene der Technik.» Die Vertiefung «Fachkommunikation und Informationsdesign» wählte die Studentin aufgrund der spannenden Entwicklung des Berufsfeldes. In erster Linie verbindet man Technik nicht sofort mit Sprachen. Doch Technikunternehmen setzten immer mehr auf die Versprachlichung und die Verbildlichung von komplexen Inhalten. Beispielsweise mit Erklärvideos oder dem Einsatz von Virtual Reality. Dabei entstehen laufend neue, interessante Jobchancen für Sprachtalente wie Cristina. Auch weil Unternehmen in der Technikbranche oft international arbeiten, ist eine solide Basis an diversen Sprachen äusserst vorteilhaft. Cristinas Ziel ist es, nach dem Studium als Technikredakteurin bei einem grossen Konzern zu arbeiten, wo sie ihre Mehrsprachigkeit täglich nutzen kann. «Ich kann mich mit diesem Studium verwirklichen», meint die 23-Jährige.

Im Video erzählt Cristina Arioli, wie sie zum Bachelor Angewandte Sprachen kam, was die Arbeit als Barkeeperin damit zu tun hat und wie ihr Job als Werkstudentin bei Siemens und ihre Studienvertiefung Fachkommunikation und Informationsdesign ineinandergreifen.

Viel Mut und etwas Glück

Der Bachelor Angewandte Sprachen ist nicht ihre erste Ausbildung. Vor dem Studium absolvierte Cristina in Dublin eine Ausbildung als Barkeeperin. Neben Cocktailrezepten und Serviertechniken lernte die frischgebackene Maturandin damals die englische Sprache und die Kultur besser kennen. «Bei der Arbeit in der Gastronomie sehe ich viele Parallelen zu meinem jetzigen Sprachstudium. Im Endeffekt geht es immer um Kommunikation in verschiedenen Sprachen mit dem Ziel, dem Gegenüber zu helfen.» Cristina startete 2018 ihr Studium an der ZHAW im Teilzeitmodell, da sie daneben weiterhin noch ihrer Leidenschaft als Barkeeperin in einem Zürcher Hotel nachgehen wollte. Aufgrund der Pandemie verlor sie diese Arbeit im vergangenen Frühling. Während dieser Zeit gestaltete es sich sehr schwierig, eine neue Arbeitsstelle in der Gastronomie zu finden. So nahm Cristina all ihren Mut zusammen und bewarb sich nach erst wenigen Wochen in der Vertiefung Fachkommunikation und Informationsdesign als Werkstudentin auf eine Stelle im Bereich ihrer Vertiefung. Sie hatte Erfolg und arbeitet seither in der technischen Dokumentation bei Siemens – also in ihrem zukünftigen Beruf und das bereits während des Studiums.
Noch immer ist sie überrascht, dass sie die Stelle als Werkstudentin bekam: «Ich hätte nie gedacht, dass ich als Studentin ohne grosse Arbeitserfahrung Chancen hätte.»

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Gelerntes direkt anwenden

Die Zusage für die Stelle machte ihr klar, wie wertvoll die Verbindung zwischen Studium und Arbeit ist und bestätigte sie nochmals in ihrer Entscheidung für die Vertiefung Fachkommunikation und Informationsdesign. Konkret ist sie bei ihrer Arbeit bei Siemens um die Konformitätserklärungen verantwortlich. Die Konformitätserklärung bestätigt, dass ein technisches Produkt oder eine Dienstleistung die versprochenen Eigenschaften aufweist. «Im Studium haben wir uns mit dieser Thematik intensiv auseinandergesetzt und heute bin ich als Werkstudentin bei Siemens ein wichtiger Teil im Team, dass für solche Konformitätserklärungen zuständig ist», erzählt Cristina stolz. Dass sie im Studium etwas lernt, was sie in ihrer Arbeit als Werkstudentin bei Siemens nutzen kann, kommt häufig vor. «Manchmal lerne ich bei der Arbeit etwas Neues und wenige Wochen später wird dieselbe Thematik im Studium behandelt.» Solche Situationen verdeutlichen ihr, wie gut sich Studium und Arbeit verbinden lassen und wie anwendungsorientiert das Studium ist.

«Eine gute Balance zwischen Studium, Arbeit und Freizeit ist das A und O»

Als Werkstudentin hat man die Vorteile, das Gelernte aus dem Studium direkt in der Praxis umzusetzen. «Ich schätze an der ZHAW, dass unsere Module sehr praxisorientiert sind. Bei meinem Job bei Siemens erlebe ich die Praxis noch realer und kann sehen, was meine Arbeit bewirkt.» Cristina ist die einzige Werkstudentin in ihrem Jahrgang und neben all den Vorteilen kann das Studium als Werkstudentin auch herausfordernd werden. «Man muss seinen Zeitplan immer im Griff haben und aufpassen, weder Studium noch Arbeit zu vernachlässigen. Damit mir das gelingt, muss ich mir neben Studium und Arbeit auch genug Freizeit einplanen. Meine Batterien kann ich beispielsweise beim Cocktails mixen für meine Freunde wieder aufladen.»

*In der Studi-Redaktion produzieren Studierende aus dem Bachelor Kommunikation multimediale Beiträge für die Kommunikationskanäle des Departements Angewandte Linguistik der ZHAW. Sie sind in dieser Rolle Teil des departementalen Kommunikationsteams, bringen erworbene Kompetenzen aus dem Studium ein und lernen dabei die Redaktionsabläufe in einem Corporate Newsroom kennen.


Informationshinweis zur Ausbildung Fachkommunikation und Informationsdesign

Mehr zur Vertiefung Fachkommunikation und Informationsdesign


Im Bachelor Angewandte Sprachen bildet das IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen Sprachinteressierte zu Sprach- und Kommunikationsprofis aus, die sich souverän zwischen Sprachen, Kulturen und Domänen bewegen. Das Studium mit den Vertiefungen Mehrsprachige Kommunikation, Multimodale Kommunikation sowie Fachkommunikation und Informationsdesign (bisher: Technikkommunikation) qualifiziert für eine Tätigkeit im mehrsprachigen Projekt-oder Eventmanagement, in verschiedenartigen Übersetzungskontexten, im Informationsdesign oder in der Technischen Dokumentation.

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