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Traumkombination Sprache und Technik – Martin Schuler erzählt

Martin Schuler, Jahrgang 1982, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter des Usability-Labors am IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen. Der dreifache Vater erzählt, was ihn an die ZHAW geführt hat und was ihn dort hält.

von Anne Ribbert, wissenschaftliche Mitarbeiterin Weiterbildung am ILC Institute of Language Competence

Bei meiner Studienwahl war ich hin- und hergerissen zwischen Sprachen und Technik. Eines Tages stiess ich auf ein Inserat der ZHAW zum damals neuen BA-Studiengang Übersetzen. Innerhalb der Vertiefungsrichtung Technikkommunikation sah ich eine Möglichkeit, meine zwei Vorlieben «Sprachen» und «Technik» auszuleben. Im ersten Durchgang des Studiums waren wir in der Technikkommunikation eine sehr kleine Gruppe. Wir haben von einer engen Betreuung profitiert und der Unterricht hat uns entsprechend gefordert und gefördert.

Unverhoffte Rückkehr

Nach dem Bachelor hatte ich eigentlich mit der ZHAW abgeschlossen. Nach einem längeren Auslandaufenthalt bewarb ich mich um verschiedene Stellen als technischer Redaktor und fragte die Leiterin der Vertiefung Technikkommunikation am IUED, Catherine Badras, ob ich sie als Referenz nennen könne. Ihre Antwort war: «Ja, aber wir haben auch eine Assistenz zu besetzen». So kam ich als Wissenschaftlicher Assistent zur ZHAW, zunächst auf Projektbasis für ein halbes Jahr. Als man mich nach Projektende und einer weiteren Auslandreise 2011 fragte, ob ich bleiben möchte, habe ich mich bewusst für die ZHAW entschieden. Ich war zunächst als Wissenschaftlicher Assistent angestellt, seit 2015 bin ich Wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Arbeitsspektrum

Als Leiter des Usability Labors bin ich zuständig für die Technik dort, aber auch für die Konzipierung von Tests und Beratungen innerhalb von Forschungs- und Dienstleistungsprojekten. Wir arbeiten mit Eye-Tracking, wobei die Blickbewegungen der Probanden aufgezeichnet werden. Wenn jemand einen Satz mehrmals liest oder oft im Text hin- und herspringt, ermöglicht das Rückschlüsse auf die Textverständlichkeit.

Betriebe kommen zu uns und möchten, dass wir die Usability bestimmter Produkte überprüfen. Zusammen mit den Auftraggebern finden wir heraus, was das Problem ist und wie sich dieses lokalisieren lässt. Spannend ist, dass man sich immer wieder in neue Bereiche hineindenken muss und sich so kontinuierlich weiterentwickelt. Neben den Dienstleistungen wird das Usability Lab auch für Forschungsprojekte genutzt, zum Beispiel in der Übersetzungsforschung. Es werden beispielsweise Aufnahmen von Übersetzern während des Übersetzungsprozesses gemacht. Anschliessend wird zusammen mit den Übersetzern beispielsweise besprochen, warum der Übersetzungsprozess an einer bestimmten Stelle stockte usw.

Weiterbildung und Work-Life Balance

Um mich innerhalb des Arbeitsfelds weiter zu qualifizieren, habe ich den MAS Human Computer Interaction Design, angeboten von der Hochschule Rapperswil und der Universität Basel, absolviert. Die Weiterbildung war extrem spannend und relevant für meine Arbeit an der ZHAW – meine MA-These habe ich im Auftrag der ZHAW geschrieben.

Wenn ich nicht im Usability Lab bin, unterrichte ich im BA Angewandte Sprachen oder bin mit meinen drei Kindern Elias (2015), Lina (2016) und Sarah (2018) zusammen. Meine Frau und ich arbeiten beide 60% und können uns so die Kinderbetreuung teilen. Da meine Frau im Schichtdienst bei der SBB arbeitet, bin ich sehr froh über meine flexiblen Arbeitszeiten. Die Arbeit an der ZHAW lässt sich sehr gut mit der Familienarbeit verbinden.


Career Stories: Die Idee dazu entstand im Oktober 2017 und zeigt die Vielfalt von möglichen Karrierewegen am Departement und darüber hinaus auf. Es soll wissenschaftliche Mitarbeitende und Assistierende zudem dazu motivieren, einen kommunikativen Beitrag zur Profilierung und Entwicklung des Mittelbaus zu leisten. Durch die Stories werden interdisziplinäre Einblicke in den beruflichen Alltag und die professionelle Entwicklung von Mitarbeitenden ermöglicht. Dies fördert einerseits die Vernetzung des Mittelbaus über Instituts- und Zentrumsgrenzen hinweg und setzt andererseits Impulse für die eigene Karriereorientierung am Departement und darüber hinaus.

Die Basis für die einzelnen Career Stories bilden narrative Interviews. Die Interviewten erzählen dabei ihre Biographie und können durch die eigene Perspektive feinere Zusammenhänge erfassen, die bei einer rein objektiven Befragung wegfallen würden.

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