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«Mehrsprachigkeit öffnet Türen» – Eine Sprachstudentin im Portrait

Anja Hügli studiert an der ZHAW im zweiten Semester im Bachelor Angewandte Sprachen. Nach dem «Grundlagenjahr» wird sie sich ab September in mehrsprachiger Kommunikation vertiefen. Wieso sie sich für ein multilinguales Studium entschieden hat und was ihr Fazit nach dem ersten Studienjahr ist, erzählt Anja in diesem Portrait.

von Laura Lüthi, Studentin Bachelor Kommunikation und Praktikantin Marketing & Kommunikation, Departement Angewandte Linguistik

Anja ist sprachbegeistert und kulturinteressiert. Diese persönlichen Eigenschaften sind es, warum sich Anja für den Bachelor Angewandte Sprachen entschieden hat. Aktuell studiert sie im zweiten Semester und schliesst demnächst ihr Assessmentjahr ab. Ihr Fazit nach einem Jahr: «Mit dem Bachelor Angewandte Sprachen habe ich die richtige Studienrichtung für mich gefunden.» Am Studiengang begeistert sie vor allem die Balance zwischen den Sprach- und Kontextmodulen. So eignet sie sich während des Bachelorstudiums nicht nur überdurchschnittliche Sprachkompetenzen an, sondern erfährt dazu auch einiges zu den kulturellen Hintergründen und der Rolle von Sprache im Alltag und in Sprachberufen. «Durch diese Vielseitigkeit des Curriculums wird das vermittelte Wissen in einen Zusammenhang gestellt.»

Am Bachelor Angewandte Sprachen gefällt Anja, dass die Lehreinheiten sehr praxisorientiert sind. So tauschen sich die Studierenden während Seminaren in kleinen Gruppen aus und wenden die Inputs aus den Vorlesungen direkt an: «Diese Seminare gefallen mir vor allem, weil sie eine Abwechslung zu den Vorlesungen bieten. Zudem hat man direkt die Möglichkeit, das Thematisierte aus den Vorlesungen zu diskutieren und zu festigen.» Für Anja sind diese Seminare hilfreich, um die Inputs besser zu verstehen und sie schätzt es, dass die Dozierenden währenddessen für Fragen zur Verfügung stehen.

Alles dreht sich um Sprache

Eine junge Frau sitzt draussen auf einem Gartenstuhl
Anja studiert im Bachelor Angewandte Sprachen

Die Studentin beschäftigt sich während des dreijährigen Studiums vertieft mit vier Sprachen. Als Grundsprache belegt sie ihre Muttersprache Deutsch. Zusätzlich zur Grundsprache wählte sie im ersten Jahr die zwei Fremdsprachen Englisch und Französisch – drei Sprachen sind für alle das Minimum. Später, ab dem zweiten Jahr, nimmt sie ausserdem Arabisch hinzu: «Für eine solch exotische Fremdsprache wie Arabisch, braucht man Vorkenntnisse. Um mich optimal auf das nächste Semester vorzubereiten, besuche ich deshalb freiwillig einen Vorkurs, der ebenfalls an der ZHAW angeboten wird.»

Anstelle von Arabisch hätte Anja auch Chinesisch oder Russisch wählen können. Die verschiedenen Facetten der arabischen Sprache haben es Anja aber so angetan, dass sie sich klar für Arabisch entschied. Zum einen gefallen ihr der Klang und das Schriftbild, zum anderen interessiert sie sich auch für die arabische Kultur: «Das Erlernen dieser Sprache eröffnet mir zusätzliche berufliche Möglichkeiten.»

Mehrsprachige Kommunikation

Immer im Mai entscheiden sich die Studierenden des zweiten Semesters für eine der drei Vertiefungsrichtungen. Dabei haben sie die Wahl zwischen mehrsprachiger Kommunikation, multimodaler Kommunikation und Fachkommunikation und Informationsdesign (früher: Technikkommunikation). Anja hat sich, wie gesagt, für die Vertiefung Mehrsprachige Kommunikation entschieden: «Ich habe Mehrsprachige Kommunikation gewählt, weil mich die Module sehr interessieren. In der Vertiefung werde ich mich unter anderem mit den Themen Projektmanagement und Social Media beschäftigen, wodurch die späteren Berufsmöglichkeiten sehr vielseitig sind.» Die Vertiefungsrichtung mit dem Fokus auf Mündlichkeit wird Anja ab dem dritten Semester belegen.

Mehrsprachigkeit hat für Anja einen hohen Stellenwert: «Mehrsprachigkeit öffnet Türen.», sagt die Studentin. Durch jede weitere Sprache, die man spricht, entstehen Begegnungen mit Personen, welche ohne diese Sprache vielleicht nicht geschehen oder nicht in dieser Art möglich gewesen wären. Anja weiter: «Wir kreieren unsere Realität über Sprache. Die Sprache ist ein wichtiges Instrument, um kommunizieren zu können.»

Auslandspraktikum

Das fünfte Semester wird für Anja wahrscheinlich eines der aufregendsten des ganzen Studiums. In diesem Semester haben die Studierenden im Bachelor Angewandte Sprachen die Möglichkeit, ein Ausland- oder Praktikumsemester zu absolvieren. Für Anja ist bereits jetzt klar, dass sie sich nicht zwischen den beiden Möglichkeiten entscheiden möchte – und das muss sie auch nicht. Ihr Ziel ist es, in einem französischsprachigen Land ein Praktikum zu machen. «Das wäre dann eine gute Kombination. So werde ich praktische Erfahrungen sammeln und gleichzeitig meine Französischkenntnisse verbessern.»

Auf das Auslandsemester freut sich Anja sehr. Auch, weil sie dann wieder ins Ausland reisen kann.

Allein in einem fremden Land

Nach dem Gymnasium bereiste Anja während eines halben Jahres die Welt. Zu ihren Reisezielen gehörten Australien, Indonesien, Asien und Thailand. In dieser Zeit hat Anja nicht nur ihre Fremdsprachenkenntnisse erweitert, sie hat sich auch persönlich weiterentwickelt: «Es fällt mir nun leichter auf Personen zuzugehen, und ich bin generell offener geworden.» Die Eindrücke, welche Anja in diesem halben Jahr gesammelt hat, helfen ihr auch im Studienalltag: «Wir beschäftigen uns im Studium stark mit den Schnittstellen zwischen den Kulturen, also mit interkulturellen Kompetenzen. Dabei ist es sicher ein Vorteil, dass ich selbst erfahren konnte, wie es ist, allein in einem fremden Land zu sein.»

Anja Hügli, Studentin Bachelor Angewandte Sprachen in Vietnam
Anja in Vietnam.

Zurück in der Schweiz arbeitete Anja ein halbes Jahr als Kellnerin, was sie bereits vorher getan hatte, und studierte später an der Universität Sozialwissenschaften. Sie merkte jedoch, dass dies nicht das richtige Studium für sie ist und orientierte sich neu: «Ich musste nochmals drei Schritte zurückgehen und mir Gedanken machen, welcher Studiengang wirklich zu mir passt.» So wurde Anja auf den Bachelor Angewandte Sprachen aufmerksam und meldete sich für die Aufnahmeprüfung an.

Rückblick und Zukunft

Anja hat in ihrem ersten Jahr einiges gelernt, dabei bleibt ihr ein ganz bestimmtes Modul im Gedächtnis: «Durch das Modul „Textanalyse“ habe ich die kritische Textkonzeption kennengelernt.» In diesem Modul lernte sie, Texte ganz genau zu lesen und zu interpretieren.

Die Module greifen im Bachelorstudiengang stark ineinander. So konnte Anja für eine Gruppenarbeit im Modul „Textproduktion“ auf ihrem bisherigen Wissen aus den anderen Modulen aufbauen. Anja erstellte zusammen mit Mitstudierenden ein Dossier, welches aus verschiedenen Textsorten besteht. Die Arbeit hat Anja viel Spass gemacht: «Ich durfte ein Portrait über einen Filmemacher verfassen und habe durch diese Gruppenarbeit erfahren, welche Gedankengänge nötig sind, bis ein fertiger Text steht.»

Anja Hügli, Studentin Bachelor Angewandte Sprachen rennt über eine Düne
Anja hat grosse Ziele für ihre Zukunft.

Wo genau es Anja nach dem Studium hinzieht, weiss sie noch nicht. Sie kann sich jedoch gut vorstellen, später in einer internationalen Firma für die Kommunikation zuständig zu sein. «Um dies zu erreichen, möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt gerne den Master in Organisationskommunikation absolvieren.» Auch ein grosses Ziel ist es für Anja, einmal im Ausland zu arbeiten: «Die Arbeit im Ausland wäre eine weitere Chance, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln und die Fremdsprachen anzuwenden.»


Informationshinweis zur Ausbildung für Event-Manager

Weitere Portraits


Im Bachelor Angewandte Sprachen bildet das IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen Sprachinteressierte zu Sprach- und Kommunikationsprofis aus, die sich souverän zwischen Sprachen, Kulturen und Domänen bewegen. Das Studium mit den Vertiefungen Mehrsprachige Kommunikation, Multimodale Kommunikation und Fachkommunikation und Informationsdesign (bisher: Technikkommunikation) qualifiziert für eine Tätigkeit im mehrsprachigen Projekt-, Event- oder Informationsmanagement, in verschiedenartigen Übersetzungskontexten oder in der Technischen Dokumentation an der Schnittstelle zwischen Mensch und Technik.

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