Warm-up: Der gelungene Einstieg in die virtuelle Welt

Virtuelles Moderieren oder Führen eines Workshops stellt Kurs-Leiterinnen und -Leiter vor spezielle Herausforderungen. Wie kann man auf Distanz Nähe und Interaktion fördern? Wie die Spannung aufrechterhalten? Tipps für den Einstieg in die virtuelle Arbeit finden Sie in diesem Blog.

Text: Julia Kornfeind
Bild: Pixabay

Wie wir die ersten Minuten eines virtuellen Workshops gestalten, kann entscheidend sein für dessen weiteren Verlauf, die Qualität des Austauschs und der Ergebnisse. Die moderierende Person sollte sich zu Beginn ausreichend Zeit nehmen für ein sogenanntes “Warm-up” – einen lockeren Einstieg in den Workshop. Das Warm-up kann beispielsweise eine Kennenlernübung, ein kurzer Austausch zwischen den Teilnehmenden in Breakout-Räumen oder ein interaktives Spiel sein.

Warum fangen wir nicht direkt mit dem Thema des Workshops an und verwenden wertvolle Zeit für Kennenlern- und Icebreaker-Übungen?
Das Warm-up hat verschiedene wichtige Funktionen: Zum einen gibt es den Teilnehmenden die Möglichkeit, im virtuellen Workshop anzukommen. Manche kommen direkt aus einer anderen Videokonferenz, sind mit den Gedanken noch bei einem anderen Thema. Der Einstieg gibt ihnen Zeit, durchzuatmen und sich gedanklich auf den anstehenden Workshop einzustellen. Das Warm-up kann auch für ein erstes oder besseres Kennenlernen der Teilnehmenden genutzt werden. Insbesondere wenn sich die Teilnehmenden noch nicht kennen oder es im weiteren Verlauf des Workshops z.B. um anspruchsvolle, sensible, heikle oder sogar konfliktäre Themen geht, sollte man sich für das Warm-Up ausreichend Zeit nehmen, um eine produktive Arbeitsatmosphäre zu schaffen und einen möglichst offenen Austausch zwischen den Teilnehmenden zu fördern. Geht es in dem Workshop darum, möglichst viele kreative Ideen zu generieren, lässt sich schon durch eine entsprechende Übung das “Out-of-the-Box”-Denken der Teilnehmenden anregen.

Wie finde ich die richtige Einstiegsübung?
Icebreaker Übungen zu finden ist nicht schwierig: Wer das Thema googelt, erhält dutzende Websites mit Listen unzähliger Übungen. Die Schwierigkeit besteht eher darin, die für den eigenen Workshop geeignete Übung aus der Masse herauszufiltern. Folgende Fragen können dabei helfen, eine geeignete Methode für einen Workshop auszuwählen:

Beispiel einer Warm-up-Übung:
Um schon zu Beginn mehr über die Teilnehmenden zu erfahren, kann die moderierende Person en sogenanntes “Line-up” durchführen. Dabei stellt man eine beliebige Frage mit nur zwei Antwortmöglichkeiten, zum Beispiel “Mögen Sie lieber Kaffee oder Tee?” oder “Was ist herziger Hunde oder Katzen?”.
Für die Antworten kann der Moderator, die Moderatorin auf einem virtuellen Whiteboard Skalen vorbereiten oder auch alternativ mit Bildern aus dem Internet arbeiten. Dann müssen nur noch alle eine virtuelle Stecknadel oder ein Post-it an der richtigen Stelle setzen.

Mehr Tipps und Übungen zur Gestaltung virtueller Workshops oder Webinare gibt es in folgenden Weiterbildungskursen:

Julia Maria Kornfeind ist Dozentin und Beraterin am IAP Institut für Angewandte Psychologie. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind u.a. Blended Learning, virtuelle Workshops und Didaktik und Methodik.

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