Studienbeginn vor dem Bildschirm

Nachdem sich die meisten Menschen an Homeoffice und digitales Lernen gewöhnt haben, hat nun eine Generation Studierende den ersten, komplett digitalen Start ins Studium erlebt. Eine Neu-Studentin berichtet vom speziellen Einstieg in die Welt der Psychologie.

Text: Anja Furrer
Bild: Pixabay

Der digitale Studienstart im September 2020 für den Vollzeit-Bachelor-Studiengang der Angewandten Psychologie hat uns Studierende auf verschiedene Weisen gefordert. Klar ist der Umgang mit der neuen Situation typabhängig, aber eigene Erfahrungen und der Austausch mit Mitstudierenden haben mir gezeigt, dass doch einige Aspekte von der Mehrheit gleich wahrgenommen werden.

Ein Punkt, in welchem wir uns einig sind, ist, dass die soziale Interaktion mit den Dozierenden und Mitstudierenden stark durch die Digitalisierung des Unterrichts beeinträchtigt wird. Für Neustudierende ist diese Situation speziell fordernd, da die Kennenlernphase so gut wie nur online oder gelegentlich in der Freizeit stattfindet. Letzteres fordert aber eine gewisse Selbstinitiative der Studierenden. Die Hochschule bietet uns Neustudierenden zudem die Möglichkeit, dass wir uns im Toni-Areal für die Online-Vorlesungen treffen können, um vor allem in den Pausen vom Austausch untereinander profitieren zu können.

Die Situation ist neu, die Umgebung gleich

Ein Studienbeginn ist immer auch der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Wie bei einem Job- oder Wohnortwechsel findet der Alltag plötzlich an unbekannten Orten statt. Durch die Online-Vorlesungen treffen wir gleichwohl auf eine Vielzahl von fremden Situationen, können aber unsere gewohnte Umgebung mehr oder weniger beibehalten. Dadurch kommt die sonst relativ einschneidende Veränderung langsamer.

Nicht zu unterschätzen ist auch der Spareffekt, sei dies die gesparte Fahrzeit oder auch die finanziellen Einsparungen. Einige der Neustudierenden haben sich in Folge der Corona-Massnahmen dazu entschieden, mit dem Umzug nach Zürich oder Umgebung noch abzuwarten und entsprechend fallen die Mietkosten deutlich tiefer aus.

«Der Umgang mit Online-Vorlesungen ist sehr typabhängig .»

Auch wenn wir eine gewisse Struktur vorgegeben bekommen, haben wir in einigen Fächern einen hohen Grad an Flexibilität durch vertonte Vorlesungen, welche keine Live-Präsenz erfordern. Ich glaube, dadurch, dass Dozierende ihre Vorlesungen unterschiedlich gestalten, hatten wir nebst wenigen organisatorischen Startschwierigkeiten, eine Vielfalt, welche wir sehr schätzen dürfen. Wie bereits erwähnt, ist der Umgang mit Online-Vorlesungen sehr typabhängig, hier hilft die unterschiedliche Unterrichts-Gestaltung die Bedürfnisse der Studierenden so gut wie möglich abzudecken.

Ein Blick in die Zukunft zeigt aufgrund der aktuell steigenden Corona-Fälle leider, dass vermutlich auch das nächste Semester online stattfinden wird. Klar ist, dass durch die «totale Digitalisierung» des Unterrichts auf jeden Fall einige Defizite entstehen, vor allem in einem solch praxisorientieren Studium. Nichtsdestotrotz, versuchen wir Studierende positiv zu bleiben und hoffen, dass wir bald (wieder) im Toni-Areal von einem regen Austausch untereinander profitieren dürfen.

Anja Furrer (24) ist seit September 2020 Studentin der Angewandten Psychologie an der ZHAW. Zuvor arbeitete sie rund sieben Jahre im Bereich Treuhand und absolvierte während dieser Zeit berufsbegleitend ein Studium der Betriebswirtschaft.


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