Die Literatursuche für eine studentische Arbeit ist ganz schön aufwändig. Wie können Sie eine Literatursuche systematisch angehen und dadurch Zeit und Nerven sparen? Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine solche Suche angehen können.

Thema komplett neu? Starten Sie mit einer Einstiegssuche

Wenn Sie sich in ein Thema erstmal einlesen müssen, empfiehlt es sich eine Einstiegssuche zu machen. Einen guten Einstieg in eine Materie bieten Lehrbücher, Handbücher oder einführende Werke. Starten Sie Ihre Einstiegssuche am besten in ZHAW swisscovery und weiten Sie den Suchbereich bei Bedarf auf den Bestand anderer wissenschaftlicher Bibliotheken in der Schweiz aus (Suchbereich Swisscovery).

Quelle: swisscovery, SLSP AG. Farbliche Hervorhebung von Yvonne Perathoner.

Geben Sie präzise Suchbegriffe, die sich für Ihren Themenkomplex eignen, in den Suchschlitz ein und ergänzen Sie diese mit Suchbegriffen wie «Lehrbuch», «Einführung» oder «Handbuch». Mit ein bisschen Glück finden Sie ein E-Book, welches zu Ihrem Thema passt und sofort heruntergeladen werden kann. Lesen Sie das Inhaltsverzeichnis und achten Sie auf die Fachsprache. Notieren Sie sich dabei Fachbegriffe, die sich eventuell für eine weitere Suche eignen könnten.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Suche mit Google Scholar. Fügen Sie Ihren Suchbegriffen beispielsweise das Wort «Review» oder «Übersicht» hinzu, um wissenschaftliche Fachliteratur zu finden, die den Forschungsstand zu einem bestimmten Thema zusammenfasst. Das Ziel dabei ist, einige top relevante Artikel, Papers oder Studien zu finden. Nutzen Sie dazu präzise Begriffe aus der Fachsprache!

Weitere relevante Artikel können Sie mittels Schneeballprinzip finden. Beispielsweise mit ähnlichen Artikeln, oder solchen, welche bereits zitiert worden sind.

In der fachübergreifenden Datenbank Web of Science können Sie die gefundenen Treffer nach Anzahl der Zitationen anzeigen lassen (Citations: highest first).

Quelle: Web of Science Core Collection. All rights reserved. Farbliche Hervorhebung von Yvonne Perathoner.

Systematische Suche – Das Sammeln der Suchbegriffe

„Treppe-Stufe-Füsse-Beine-Erfolg-Stufenweise“ von geralt, unter Pixabay Licence

Nachdem Sie sich in das Thema eingelesen haben und Ihnen klar ist, welche Fragestellung Sie zum Gegenstand Ihrer Arbeit machen möchten, machen Sie sich ans Sammeln von geeigneten Suchbegriffen für Ihre systematische Suche.

Sichten Sie dazu z.B. die Inhaltsverzeichnisse von einführenden Werken – jene von gedruckten Büchern finden Sie häufig in der Detailanzeige des Treffers in swisscovery unter «Links».

Quelle: swisscovery, SLSP AG. Farbliche Hervorhebung durch Yvonne Perathoner.

Durch das Sichten der Titel, Inhaltsverzeichnisse und den Texten von relevanten Artikeln, bekommen Sie ein Gefühl für die Fachsprache Ihres Themenbereichs. Notieren Sie geeignete Fachbegriffe (Synonyme, Abkürzungen, Ober- und Unterbegriffe) laufend in einem Wortfeld, einer Excel-Tabelle oder in einem Mind Map Tool. Wissenschaftliche Literatur wird hauptsächlich in englischer Sprache publiziert. Übersetzen Sie deshalb Ihre Suchbegriffe gleich ins Englische.

Tipp: In systematischen Übersichtsarbeiten (Systematic reviews) muss die Recherche detailliert aufgeführt werden. Falls Sie also eine solche Arbeit zu Ihrem Thema gefunden haben, werfen Sie einen Blick in die dokumentierte Suche. Meist finden Sie diese im Methodenteil oder im Appendix. Darin entdecken Sie vielleicht weitere Suchbegriffe, die Ihnen dienlich sein könnten.

Quelle: Wu, Y., Gui, S. Y., Zhang, M., & Hu, C. Y. (2020). Exposure to light at night and risk of breast cancer: A systematic review and meta-analysis of observational studies. Environmental Pollution, 116114. https://doi.org/10.1016/j.envpol.2020.116114

Alles gefunden? Vollständigkeit – Genauigkeit

Bei der Einstiegssuche liegt der Fokus auf Genauigkeit. Dies heisst, dass Sie hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben, weil Sie sich lediglich einen Überblick über ein Thema verschaffen wollen.

Bei der systematischen Suche wird der Fokus hingegen auf Vollständigkeit gerichtet. Das bedeutet, dass Sie darauf abzielen, möglichst alle relevanten Dokumente zu Ihrer Fragestellung zu finden. Trotzdem gilt hier: Finden Sie einen Kompromiss zwischen Genauigkeit und Vollständigkeit.

Wo suchen? Auswahl der geeigneten Suchinstrumente

Nun sind Sie mit Ihrem Wortfeld gut gerüstet für Ihre Literaturrecherche. Aber wo suchen Sie nun am besten? Auf unseren Fachinformationsseiten finden Sie eine Auswahl von Datenbanken für Ihr Fachgebiet, die Ihnen die ZHAW kostenfrei zur Verfügung stellt. Fachspezifische Datenbanken beinhalten wissenschaftliche Fachliteratur zu einem bestimmten Themengebiet und bieten Ihnen spezielle Funktionalitäten, um Ihre Suche präzise durchzuführen.

Die Datenbanken sind für ZHAW-Angehörige über das ZHAW-Netzwerk zugänglich. Falls Sie sich nicht auf dem ZHAW-Campus befinden, ist eine Verbindung via Virtual Private Network (VPN) zum Netzwerk der ZHAW notwendig. Für Nutzende ohne ZHAW-Zugehörigkeit stehen in den drei Standortbibliotheken Abfragestationen zur Verfügung.

Los geht’s mit der Suche: Recherchetechniken

Das Handwerkszeug für die Durchführung der eigentlichen Suche sind die Recherchetechniken. Was Recherchetechniken sind und wie Sie sie in den verschiedenen Datenbanken und Suchmaschinen einsetzen können, zeigt Ihnen das Videotutorial zu Recherchetechniken.

Häufig verfügen Fachdatenbanken über ein integriertes Wörterbuch (Thesaurus), bestehend aus Schlagwörtern des betreffenden Fachgebiets (normierte Begriffe), mit welchen Sie ganz gezielt thematisch suchen können. Einen guten Einblick in das Prinzip der Schlagwortsuche gibt ihnen dieses Videotutorial.

Das Schlagwortverzeichnis (Thesaurus) finden Sie in der Datenbank z.B. unter Thesaurus, Subject terms, Subject Heading oder in Datenbanken, die über die Suchoberfläche Ovid laufen, unter „Searching tools/Find terms“.

Quelle: Datenbank Green File, EBSCO Information Services. All rights reserved. Farbliche Hervorhebung von Yvonne Perathoner.

Möchten Sie einzelne Datenbanken genauer kennenlernen? Dann besuchen Sie einen unserer fachspezifischen Recherchekurse (mit ZHAW-Login).

Weiter verweisen wir Sie auf unseren Moodlekurs „Literaturrecherchce“ (mit ZHAW-Login), um Ihre Kenntnisse in Sachen Recherche zu vertiefen.

Überblick behalten – Dokumentation der Recherche

Dokumentieren Sie den Prozess der Entwicklung Ihrer Suchstrategie laufend in einem Rechercheprotokoll (Vorlage der Hochschulbibliothek [mit ZHAW Login]). Dort halten Sie fest, wo und wie Sie gesucht haben und notieren relevante Treffer. Somit garantieren Sie die Reproduzierbarkeit Ihrer Recherche.

Das Rechercheprotokoll zeigt auch die Arbeit, die Sie in Ihre Literaturrecherche gesteckt haben. Sie können das Protokoll mit der Betreuerin oder dem Betreuer Ihrer Arbeit besprechen und dann auch in Ihre Arbeit integrieren.

Organisieren: Treffer speichern

Relevante Treffer speichern Sie am besten von Anfang an in einem Literaturverwaltungsprogramm. Mit einem Literaturverwaltungsprogramm können Sie über ein Word-AddIn Referenzen direkt in Ihre Arbeit einfügen und zum Schluss das Literaturverzeichnis mit einem Klick erstellen.

Zotero ist das kostenlose Tool, das wir Ihnen dafür empfehlen. Wie Zotero funktioniert, können Sie im Moodle-Kurs «Literaturverwaltung mit Zotero» (mit ZHAW-Login) nachlesen, oder besuchen Sie einen unserer Kurse (mit ZHAW-Login). Weitere Tipps und Tricks im Umgang mit Zotero finden Sie in unseren Blogbeiträgen:

Titelfoto: „Suche-Internet-Online-Netz-Browser-Grau-Online“ von Wokandapix unter Pixabay Licence.

Ein Beitrag von Yvonne Perathoner und Carina Burch. 

Wo nicht anders genannt, steht dieses Werk unter Lizenz CC-BY 4.0 Education Services / ZHAW, Hochschulbibliothek (Stand 28.10.2021). 
Die vorliegende Lizenz erstreckt sich auch auf die Abbildungen der Oberfläche von Swisscovery, mit freundlicher Genehmigung der SLSP AG. 
Die vorliegende Lizenz erstreckt sich nicht auf die zitierten Werke. Diese Werke stehen unter Umständen unter urheberrechtlichem Schutz.