Über 100 Projekte in den Bereichen Forschung und Entwicklung laufen derzeit im Departement Gesundheit. Hier eine kleine Auswahl aus den fünf Instituten.
von Marc Bodmer
Klinische Entscheidungen unterstützen
Technologien wie Robotik, virtuelle Realität und Elektrostimulation werden in der Neurorehabilitation breit eingesetzt. Therapeut:innen sind bei Entscheidungen – beispielsweise welche Geräte bei welchen Klient:innen, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Frequenz eingesetzt werden sollen – jedoch auf sich allein gestellt.
Das Projekt «Datenbasierte Optimierung von Interventionserfolgen: Erfolgreiche technologiegestützte Therapie (D-BOOST2)» entwickelt ein KI-gestütztes System, das Ergotherapeut:innen und Physiotherapeut:innen bei solchen klinischen Entscheidungsprozessen unterstützen kann.
Co-Projektleitung: Prof. Dr. Martina Spiess, Prof. Dr. Rudolf Marcel Füchslin, Prof. Dr. Anne Deblock-Bellamy (Haute école spécialisée de Suisse occidentale HES-SO)
KI für Neurorehabilitation: Datenbasierte Optimierung von Interventionserfolgen: Erfolgreiche technologiegestützte Therapie (D-BOOST2)
Perinatale Depression erfassen
Perinatale Depression betrifft sowohl gebärende als auch nicht-gebärende Eltern und stellt ein bedeutendes psychisches Gesundheitsproblem dar. In der Schweiz gibt es derzeit keine standardisierte Praxis zur Erkennung oder Behandlung dieser Erkrankung, insbesondere für Väter, Alleinerziehende und Familien innerhalb der LGBTQI+-Gemeinschaft. Das Projekt «Sensitive Healthcare for Inclusive Needs in Perinatal Depression (SHINE)» zielt darauf ab, einen inklusiveren und effektiveren Ansatz zur Bewältigung perinataler Depression zu schaffen, damit alle Eltern die notwendige Unterstützung erhalten.
Projektleitung: Prof. Dr. Antje Horsch (Université de Lausanne), Co-Projektleitung: Prof. Dr. Jessica Pehlke-Milde
Inklusive Versorgung bei perinataler Depression: Sensitive Healthcare for Inclusive Needs in Perinatal Depression (SHINE)
Sterbefasten
Der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) wird als Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebensendes betrachtet. Für Ärzt:innen und Pflegende wirft der FVNF aber sensible ethische, fachliche und praktische Fragen auf. Auf der Basis einer schweizweiten Erhebung wird im Projekt «Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) in Schweizer Pflegeheimen: Entwicklung einer ethischen Praxisempfehlung (VSED-ELiS)» eine ethische, patientenzentrierte Best-Practice-Empfehlung entwickelt.
Projektleitung: Prof. Dr. André Fringer
Co-Projektleitung: Dr. Mirjam Mezger
Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) in Schweizer Pflegeheimen: Entwicklung einer ethischen Praxisempfehlung (VSED-ELiS)
LGBTQ+ und Gesundheitsversorgung
Im SNF-Projekt «LGBTQ+-spezifische vs. sensitive Gesundheitsversorgung bei jungen Erwachsenen – Bedarfe und Verläufe (LGBTQ+YOUTHPATH)» werden die Wege von jungen LGBTQ+-Personen in die Deutschschweizer Gesundheitsversorgung untersucht. Ziel ist es, die (Gesundheits-)Dienstleistungen und den Zugang zu verbessern, indem die Bedürfnisse und Erfahrungen dieser Gruppen besser verstanden werden. In der Studie wird ein partizipativer und mixed-methods Ansatz angewendet.
Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Pfister
Stellvertretende Projektleitung: Tobias Kuhnert
LGBTQ+ spezifische vs. sensitive Gesundheitsversorgung bei jungen Erwachsenen – Bedarfe und Verläufe (LGBTQ+YOUTHPATH)
Hormone und Bandverletzungen
Wie beeinflussen Hormone das Risiko für Bandverletzungen? Die FeHBI-Studie untersucht den Zusammenhang zwischen den weiblichen Hormonen und biomechanischen Bewegungsmustern wie Sprüngen oder Sprints beim Sport. Zudem untersuchen die Forschenden, ob die Hormone und die Bewegungsmuster einen möglichen Einfluss auf Bandverletzungen am Knie und am Sprunggelenk haben. An der Studie nehmen Freizeitsportlerinnen aus verschiedenen Sportarten teil.
Projektleitung: Prof. Dr. Eveline Graf
Meilensteine
2012 – Die ersten Masterdiplome werden verliehen
Nach sechs Jahren Aufbauarbeit erntet das Departement die Früchte seiner Arbeit: 2012 verabschiedet es sowohl die ersten Absolvent:innen mit einem Master of Science in Pflege als auch die ersten Hebammen mit einem Bachelor of Science FH. Mit den beiden neuen Weiterbildungsangeboten MAS in Pädiatrischer Pflege und MAS in Pädiatrischer Physiotherapie sowie mehreren Forschungsprojekten zur Diagnostik und Behandlung von Krankheiten bei Kindern positioniert sich das Departement Gesundheit als kompetente Institution im Bereich «Gesundheit von Kindern und Jugendlichen».