Klima, Krisen und Kooperationen

In vielen Projekten am Departement Gesundheit wird nach Lösungen und Strategien im Umgang mit Klimawandel, psychischen Belastungen und anderen gesellschaftlichen Herausforderungen geforscht. Wir stellen hier drei davon kurz vor.

von Marc Bodmer

Stärkung der psychischen Gesundheit
Psychische Gesundheit kann wirksam gefördert werden. Dabei sind schulbasierte Massnahmen zur Stärkung der psychischen Gesundheit sowie zur Verbesserung der Früherkennung und -intervention bei psychischen Problemen von zentraler Bedeutung. Denn Volksschulen, Schulen auf Sekundarstufe und Universitäten bieten einen breiten Zugang zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Im laufenden Projekt «wellguides.ch» wird ein Peer-to-Peer-Konzept erarbeitet, getestet und nachhaltig implementiert. Jugendliche und junge Erwachsene von 16 bis 25 Jahren werden zu Multiplikator:innen und Influencer:innen ausgebildet und stellen ihren Peers Angebote zur Förderung der psychischen Gesundheit vor. Die ersten Workshop-Ergebnisse fielen vielversprechend aus:
• Die Kompetenzen im Bereich psychische Gesundheit verbesserten sich.
• Die Angst vor Gesprächen über psychische Gesundheit nahm ab.
• Die Teilnehmenden fassten mehr Vertrauen, anderen zu helfen.
• Die interaktive und niederschwellige Gestaltung wurde besonders geschätzt.
Mehr zu wellguides.ch


Was macht eigentlich krank?
Ein Fünftel aller jungen Menschen ist von psychischen Belastungen und Störungen betroffen, im Englischen Mental Health Conditions (MHC). Obwohl bekannt ist, dass belastende Lebensumstände ein zentraler Risikofaktor sind, wissen wir bislang erstaunlich wenig darüber, welche Belastungen am stärksten wirken, wie häufig sie vorkommen und wie sie sich auf die psychische Gesundheit junger Menschen auswirken. Die europäische Studie «Evaluating, Identifying and Reducing determinants for Mental Health Conditions in Youth», kurz EARLY, zielt darauf ab, MHC bei jungen Menschen (15 bis 24 Jahre) zu verringern. In 14 europäischen Ländern wird untersucht, wie Risiko- und Schutzfaktoren mit der psychischen Gesundheit der Jugendlichen zusammenhängen. Parallel dazu werden auch die aktuellen Angebote erhoben und eine Übersicht dazu erstellt. Junge Menschen werden bei verschiedenen Projektschritten einbezogen.
Mehr zu EARLY


Hitze vor der Haustür
Hitzeperioden nehmen in der Schweiz zu und führen zu erhöhter Morbidität und Mortalität. Auch für die Bevölkerung in Winterthur steigen damit verbundene Gesundheitsrisiken. Zu wissen, wie man sich bei grosser Hitze verhalten soll, ist daher zentral.
Das laufende Projekt «GeKo-Win – Gesundheit und Klima kooperativ gestalten» der Fachstelle Klima der Stadt Winterthur und des Departements Gesundheit zielt ab auf die co-kreative Entwicklung eines Umsetzungskonzeptes für die Klimawoche Winterthur 2027 mit dem Fokusthema «Gesundheit». Als Anlaufpunkt bietet sich das Wohnareal Lokstadt in Zusammenarbeit mit dem Living Lab Lokstatt an. Die Überbauung zeigt, wie Klimaschutz und Anpassung geplant und umgesetzt werden können. «Geko-Win» steht im theoretischen und ethischen Rahmen der Planetaren Gesundheit, die die enge Verbindung zwischen der Gesundheit des Menschen und den natürlichen Systemen der Erde betont.
Mehr zu «GeKo-Win»

Vitamin G, S. 27


Meilensteine
2020 – Der neue Campus steht und setzt Massstäbe
Nach sieben Jahren Planung und Bau wird das Haus Adeline Favre Ende August 2020 eingeweiht. Es ist das landesweit grösste Bildungs- und Forschungszentrum für die Gesundheitsberufe und bringt das Departement seiner Vision einer «Health University» einen Schritt näher.
Dazu gehört auch das angegliederte Therapie-, Trainings- und Beratungszentrum Thetriz, das eine Brücke zwischen Lehre, Forschung und Praxis schlägt.


Magazin «Vitamin G – für Health Professionals mit Weitblick»


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