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MEINUNG: HORIZON EUROPE – CHANCE TROTZ HERABSTUFUNG

ANNE-KATHRIN RAUSCH OSTHOFF
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Physiotherapie

Die Herabstufung der Schweiz zum nicht assoziierten Drittstaat im EU-Forschungsförderprogramm Horizon Europe hat in der Wissenschaft einige Unruhe ausgelöst. In den vergangenen Wochen waren dazu in der Tagespresse verschiedene Artikel zu lesen, die vor allem jene Bereiche von Horizon Europe thematisierten, von denen der Forschungsstandort Schweiz momentan ausgeschlossen ist.

Doch was bedeutet diese Entwicklung für uns Forschende am ZHAW-Departement Gesundheit? Interessant für uns sind vor allem die kollaborativen Projekte von Horizon Europe, insbesondere jene im Cluster Gesundheit. Mit diesen will die EU spezifische gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen wie die Digitalisierung und
die alternde Gesellschaft angehen. An diesen Projekten können Forschende aus nicht assoziierten Drittstatten wie der Schweiz als Partner weiterhin teilnehmen. Zwar lässt der Status die Leitung eines Konsortiums nicht zu, jedoch die Verantwortung für einzelne Arbeitspakete.

Für europäische Projektpartner sind wir Schweizer Forschenden dabei weiterhin attraktiv, haben wir doch die Expertise, um für konkrete, praxisrelevante Probleme umsetzbare Lösungen zu erarbeiten. Ausserdem arbeiten in den Projekten Forschende nicht nur untereinander zusammen, sondern auch mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft oder mit staatlichen Stellen. Und mit diesen sind die Forschungsstellen an den Schweizer Fachhochschulen meist bestens vernetzt. Interessant sind wir als Partner auch aus finanzieller Sicht: Unsere Kosten werden vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation getragen und können als «Extra» auf das EUProjektbudget eingeplant werden.

Die Herabstufung der Schweiz im Horizon-Europe-Programm hat somit momentan zwar wenig Einfluss auf unsere Arbeit. Trotzdem: Damit die Forschung in der Schweiz insgesamt und über lange Sicht attraktiv und wettbewerbsfähig bleibt, braucht es die Vollassoziation. Diese strebt auch der Bundesrat weiterhin an. Allerdings finden derzeit keine Verhandlungen statt und die Beteiligung der Schweiz wird aus Sicht der EU im Licht der Gesamtbeziehung beurteilt. Für einen starken Forschungsplatz Schweiz müssen sich die Politikerinnen und Politiker hierzulande deshalb für eine enge Zusammenarbeit mit der EU engagieren. //

Vitamin G, Seite 5


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