Forschen für die Gemeinschaft

Unter dem Aspekt der «Community Health» laufen an der ZHAW verschiedene Forschungsprojekte. Wir stellen hier zwei vor.

von Eveline Rutz

High-Tech in der Rehabilitation
Ein Schlaganfall führt häufig zum Tod oder einer bleibenden Behinderung. Überdies sind Schlaganfälle – neben der Alzheimer-Erkrankung – gemäss dem Schweizerischen Gesundheitsobservatorium Obsan die zweithäufigste Ursache für Demenzerkrankungen.
Nach einem Schlaganfall haben viele Betroffene Mühe, ihren Rumpf zu kontrollieren. Sie müssen einzelne Bewegungen erst wieder neu lernen. Dass sie damit früh beginnen und intensiv trainieren, ist für ihre Rehabilitation entscheidend. Moderne Technologien können sie dabei gezielt unterstützen – und ihre Erfolgsaussichten erhöhen.
ZHAW-Forschende der Fachbereiche Physiotherapie und Mechanische Systeme entwickeln seit 2025 unter dem Namen «HoloTeach» ein digitales Rehabilitationssystem zur Verbesserung der Rumpfkontrolle. Dabei arbeiten sie mit Expert:innen der Universität Zürich UZH und Schweizer Firmen zusammen. Die künftigen Nutzergruppen – Patient:innen und Therapeut:innen – werden in die Testphasen einbezogen, um die Benutzerfreundlichkeit, Akzeptabilität und Motivation gezielt zu optimieren. Von der Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen DIZH werden sie finanziell unterstützt. 
«HoloTeach» setzt auf High-Tech und Virtual Reality (VR): Patient:innen  absolvieren die physiotherapeutischen Übungen auf dem mobilen Sitz «T-Chair», der mittels Sensoren laufend Daten erfasst. Sie tragen eine VR-Brille und tauchen in eine virtuelle Umgebung ein. Dabei werden sie spielerisch dazu angeregt, bestimmte Bewegungen auszuführen, und für ihre Fortschritte belohnt. So bleibt die Motivation erhalten, was ein kontinuierliches Training fördert.

Projektleitung: Dr. Christoph Bauer, Universität Zürich UZH
Stellvertretende Projektleitung: Dr. Mandy Scheermesser

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Barrieren evaluieren und abbauen
Auf welche Hindernisse stossen Menschen, die mit einer Beeinträchtigung oder einer chronischen Erkrankung leben? Was schränkt sie in ihrer Mobilität und damit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ein? Und: Wie wirkt sich das auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden aus? Diesen Fragen geht das internationale Forschungsprojekt «MOBILE – Mobilität, gesellschaftliche Teilhabe und Gesundheit von Personen mit Behinderungen in der Schweiz» nach. 
Das Institut für Ergotherapie arbeitet dafür mit der Haute Ecole spécialisée de Suisse occidentale HES-SO in Lausanne, der Universität Luzern und dem Karolinska Institut in Stockholm sowie weiteren Partnern zusammen. In das Advisory Board sind Vertreter:innen von Behindertenorganisationen, öffentlichen Verkehrsbetrieben, Verwaltungen und Politik eingebunden. Das Projekt wird durch den Schweizerischen Nationalfonds finanziert.
Das Projektteam führt schweizweit qualitative und quantitative Erhebungen durch. Es befragt Erwachsene mit und ohne Behinderungen. Dabei berücksichtigt es neben körperlichen auch geistige, psychische und kognitive Beeinträchtigungen. Die Forschenden nutzen zudem die partizipative Methode «Photovoice»: Sie fordern Studienteilnehmende auf, in ihrem Alltag Hindernisse und Einschränkungen zu fotografieren, um einen Eindruck von deren Lebensrealität zu erhalten.

Co-Projektleitung:
Prof. Dr. phil. Brigitte Gantschnig, Leiterin Forschung und Entwicklung Institut für Ergotherapie ZHAW
Prof. Dr. Isabel Margot-Cattin, Professor Haute école de travail social et de la santé HES-SO

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Vitamin G, S. 24


Meilensteine
2017 – Der Spatenstich ist erfolgt
Die Bauarbeiten für den neuen Campus Adeline Favre am Katharina-Sulzer-Platz beginnen. Anstelle der ehemaligen Halle 52 entsteht bis 2020 ein neuer Standort für das Departement Gesundheit mit Platz für bis zu 2000 Studierende. Gleichzeitig werden auch strategisch wichtige Weichen gestellt: Der «Leitstern» fasst die Vision des Departements zusammen und setzt Leitplanken für die Entwicklung hin zu einer «Health University».


Magazin «Vitamin G – für Health Professionals mit Weitblick»


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