Autor: saut (Seite 2 von 34)

Der Begriff RoLa: neu geprägt!

Gastbeitrag der Klasse VS19

Ist es denkbar, dass in Zukunft Lastwagen auf der Schiene mit 100 km/h am Gotthardstau vorbeifahren? Dies ist heute schwer vorstellbar. Die RoLa gilt als veraltet und weckt negative Emotionen. Egal ob kurz oder lang, eine RoLa wird aktuell als langsam und teuer wahrgenommen.

Aber: Mit einem neuen, innovativen Angebot und richtiger Kommunikation kann der Begriff RoLa neu geprägt werden! Dieser Herausforderung stellte sich die Klasse VS19 der ZHAW School of Engineering.

Abbildung 1: Die Rollende Landstrasse, Quelle: Alpeninitiative

Industrie beauftragt VS-Studierende

Ein Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) beauftragte im Rahmen des Moduls „Praxisprojekts 2“ das Studierendenteam, das Potenzial einer Kurz-RoLa durch den Gotthard zu ermitteln. Gemäss dem EVU ist die RoLa attraktiv, weil am Stau vorbeigefahren werden kann. Bei einer RoLa werden Lastwagen inklusive Personal auf Züge verladen. Bisher hat sie jedoch im Güterverkehr kaum Relevanz.

Speditionen und Experten sehen kaum Potenzial in Kurz-RoLa

Um die Nachfrage nach einer Kurz-Rola in der Logistikbranche zu verstehen, führten die Studierenden Telefoninterviews mit Speditionen und Fachleuten in der Schweiz durch. Es stellte sich heraus, dass die Branche einer solchen Idee gegenüber skeptisch eingestellt ist. Häufig fielen die Worte: «Ich möchte Sie nicht demotivieren, aber …». Trotzdem liessen sich alle Interviewten auf spannende Gespräche ein. Dabei wurden mögliche Standort- und Streckenvorschläge gesammelt.

Als weiterer Input konnte von Rail Cargo Austria mehr über die bestehende Kurz-RoLa am Brenner erfahren werden. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren in Österreich sind Restriktionen auf der Strasse und die sehr grosszügige Subventionierung.

Konkrete, innovative Angebote sollen es richten

Um den Schweizer Speditionen die RoLa schmackhaft zu machen, muss Ihnen das Konzept eines neuen konkreten Angebots vorgelegt werden. Die Studierenden definierten, dass ein Angebot primär die Faktoren Standorte, Rollmaterial und Preis berücksichtigen muss. Dabei sollten zwei unterschiedliche Strecken entwickelt werden.

Zwei attraktive Strecken als Grundgerüst

Mit den von den Speditionen erhaltenen Standortvorschlägen wurde eine Nutzwertanalyse durchgeführt. Gute Lage und betriebliche Machbarkeit im Norden bieten die Standorte Brunnen und Rotkreuz. Im Tessin sind dies Lugano Vedeggio und Cadenazzo.

Aus diesen Standorten wurden zwei Strecken gebildet. Die längere Strecke Rotkreuz – Lugano Vedeggio hat eine Fahrzeit von zwei Stunden. Bei der kürzeren Strecke Brunnen – Cadenazzo beträgt sie 80 Minuten.

Modernes oder günstiges Rollmaterial

Die wichtigsten Kriterien für die Wahl des Rollmaterials sind die Verladezeit sowie die Anschaffungs- und Unterhaltskosten. Die Wahl fiel auf zwei unterschiedliche Systeme. Einerseits das innovative, aber unerprobte Flexiwaggon-System (siehe Bild unten), andererseits das klassische System mit Flachwagen und Kopframpe. Flexiwaggons sind teuer, aber mit nur 15 Minuten Verladezeit viermal schneller in der Abfertigung als Flachwagen. Die Flexiwaggons setzen auf ausschwenkbare Plattformen. Diese sind direkt im Wagen verbaut und benötigen keine spezielle Infrastruktur.

Abbildung 2: Eine Animation des Flexiwaggon-Systems. Quelle: flexiwaggon.se

Flachwagen können verhältnismässig günstig beschafft werden, jedoch dauert das Verladen der LKW sehr lange.

Für beide Strecken wurde je ein schnelles «Priority»-Angebot mit Flexiwaggons und ein günstiges «Economy»-Angebot mit Flachwagen erstellt.

Preis für eine RoLa-Fahrt zwischen CHF 95 und 170

Zur Berechnung der Fahrtpreise wurde ein Rechenmodell entwickelt, in dem die wichtigsten finanziellen Aspekte berücksichtigt wurden. Dazu gehören beispielsweise die Anschaffungs- und Instandhaltungskosten des Rollmaterials sowie die Einnahmen durch Subventionen. Betreffend der Subvention einer RoLa wird erst im Herbst 2021 ein neuer Entscheid des Bundes erwartet. Deshalb wurden für diese Berechnung Annahmen basierend auf anderen RoLa-Angeboten getroffen. Die «Priority»-Angebote würden CHF 125 und CHF 170, die «Economy»-Angebote CHF 95 und CHF 115 kosten.

Speditionen lassen sich von den zeitgemässen Angeboten überzeugen

An 75 Schweizer Speditionen wurde ein Online-Fragebogen verschickt. In diesem wurden anhand eines Flyers die erarbeiteten Angebote (siehe Bild unten) vorgestellt.

Abbildung 3: Ein Ausschnitt aus dem Flyer, welcher die Angebote im Online-Fragebogen illustrierte. (eigene Darstellung)

Das Projektteam erhielt von 21 Speditionen eine Rückmeldung (siehe Bild unten). Alle Varianten stiessen auf Interesse, wobei jeweils die längere Strecke Rotkreuz – Lugano Vedeggio und das «Priority»-Angebot favorisiert wurden. Das schnelle Verladen und die daraus resultierende Zeiteinsparung des «Priority»-Angebotes scheint den Aufpreis wert zu sein.

Abbildung 4: Wie viele Unternehmen sagen JA zu einem der Angebote? (eigene Darstellung)

Die Nutzung der Angebote ist schlussendlich eine Preisfrage. Wenn das Angebot kostenlos wäre, würden es mit einer Ausnahme alle Unternehmen nutzen. Eine Kurz-RoLa muss also einen attraktiven Preis bieten können.

Potenzial für Mikro-RoLa da, aber Wirtschaftlichkeit offen

Heute können die Studierenden die Einführung einer Kurz-RoLa dem EVU nicht empfehlen. Einerseits ist die Situation mit den Subventionen unklar. Andererseits ist die innovative Flexiwaggon-Lösung unerprobt. Hier müssten weitere Abklärungen in Bezug auf die Markttauglichkeit vorgenommen werden. Ein grundsätzliches Potenzial ist aber vorhanden.

Für eine wirtschaftlich betreibbare Kurz-RoLa sind genügend Subventionen und passendes innovatives Rollmaterial,wie zum Beispiel Flexiwaggons entscheidend.

Der Erfolg eines Angebotes basiert auch auf der richtigen Kommunikation und Technologie. Nur mit dieser kann der negativ behaftete Begriff der RoLa neu geprägt werden.

« Unterwegs in einer multimobilen Welt»

Mobility-Mitgründer Conrad Wagner ist ein regelmässiger Gastreferent im Studiengang Verkehrssysteme. In seinem aktuellen Interview für das CKW-Magazin schildert er seine Sicht auf die gegenwärtige Bedeutung von Carsharing, wie er sich „mehr Mobilität mit weniger Verkehr“ vorstellt und welche Auswirkung die Bot-Ökonomie der Zukunft auf die Mobilität haben wird.

VS-Studierende entwickeln das neue BICAR

Wer kennt es nicht? Mit dem BICAR hat die ZHAW vor einigen Jahren eine neue pfiffige Mobilitätsalternative für den urbanen Strassenverkehr vorgestellt. Das BICAR hat inzwischen mehrere Updates durchlaufen und wird vom Startup Share your BICAR AG stetig weiterentwickelt.

Einige Studierende des Verkehrssysteme-Studiums haben nun Ihre eigene Vision vom „BiCar“ vorgestellt. Auch in diesem Jahr musste pandemiebedingt die Frackwoche entfallen. Als kleinen Ersatz haben die Studierenden des Moduls „Verkehrstechnik 2“ ihre Kompetenzen im Bereich Elektromobilität genutzt, um ein „Reduce to the max“-Bier-Auto zu entwickeln.

Unter Einhaltung aller Schutzmassnahmen entstand in der Werkstatt des Zentrums für Produkt- und Prozessentwicklung (ZPP) ein kleines Elektrogefährt. Dabei galt es die diversen Vorgaben der beiden betreuenden Dozenten Gabriel Schneider und Hans-Jörg Dennig einzuhalten. Herausgekommen ist ein einsatzbereites Mobil, das uns hoffentlich zur Diplomfeier 2021 und zur Frackwoche 2022 noch viel Freude bereiten wird.

Bin ich ein Painpoint? Stell Dir ein paar Fragen zur Mobilitätswende!

Die Agentur white octopus hat ein schönes kleines Kompendium herausgegeben, in dem es Fragen zur Mobilitätswende formuliert. Mal naiv, mal zugespitzt – aber insgesamt sehr geeignet, die eigene Perspektive zu hinterfragen.

Ursprünglich war der Text nur als gedrucktes Buch verfügbar. Dank Ingo Kucz & Team ist diese lesenwerte Inspirationsquelle nun auch kostenfrei online verfügbar: https://www.whtctps.com/bin-ich-ein-painpoint

Mein Fazit nach der Lektüre: Eindeutige Leseempfehlung für angehende Mobilitätsgestalterinnen und -gestalter!

Gesucht: Expertinnen für die Mobilitätswelt von morgen

Die Verkehrsbranche wird von Männern dominiert. Doch das ändert sich jetzt. Für die klimagerechte Mobilitätswende braucht es mehr Frauen, die das Verkehrssystem von morgen aus ihrer Perspektive gestalten wollen. Bist Du mit dabei?

Diese erfolgreichen Frauen zeigen, dass Veränderung möglich ist. Komm mit an Bord und nutze das Voll- oder Teilzeitstudium Verkehrssysteme an der ZHAW School of Engineering als starkes Sprungbrett für Deine Karriere als Mobilitäts- oder Logistikexpertin.

Mach‘ die Mobilität grüner, nutze den ZHAW Sustainability Hack

Hast Du Ideen für eine nachhaltigere Mobilität? Dann nutze den ersten ZHAW Sustainability Hack, um diese umzusetzen. Die besten Ideen erhalten ein Preisgeld von insgesamt 3’000 Franken und weitere Unterstützung bei der Umsetzung.

Am 25. und 26. Februar 2021 findet der Hack statt. Er wird online durchgeführt und ist kostenlos. Am Hack entwickeln Studierende aus allen Departementen in interdisziplinären Teams neue Ideen und Geschäftskonzepte zur Bewältigung von Nachhaltigkeitsherausforderungen aus den Bereichen Reduk-tion des Fussabdrucks, nachhaltige Organisationskulturen und Services für die neue Arbeitswelt. Auf die besten Ideen warten weitere Unterstützung durch das ZHAW Sustainable Impact Programm sowie folgenden Preise:

  1. Preis: Aufnahme in das Sustainability Inkubationsprogramm + 1.500 CHF Voucher für zusätz-liche Service-/Dienstleistungen zur Weiterentwicklung der Idee
  2. Preis: Aufnahme in das Sustainability Inkubationsprogramm + 1’000 CHF Voucher für zu-sätzliche Service-/Dienstleistungen zur Weiterentwicklung der Idee
  3. Preis: Aufnahme in das Sustainability Inkubationsprogramm + 500 CHF Voucher für zusätzli-che Service-/Dienstleistungen zur Weiterentwicklung der Idee

Ausserdem erhalten alle Teilnehmenden ein Ticket für den Start Summit 2021. Dort haben sie die Möglichkeit tiefer in das Schweizer Startup-Ökosystem einzutauchen, sich weiter inspirieren zu lassen, Kontakte zu knüpfen und an verschiedenen Masterclasses und Workshops teilzunehmen.

Zudem kannst Du im Rahmen des ZHAW Sustainability Hacks verschiedene Coachings und Workshops besuchen, welche Dir den Zugang zu Themen wie Entwicklung von Geschäftsmodellen, Unternehmertum und Design Thinking im Bereich Impact Entrepreneurship erleichtern. Für VS-Studierende steht zudem Studiengangleiter Prof. Dr. Thomas Sauter-Servaes als Mentor ergänzend zur Verfügung.

Alle Infos und das Anmeldeformular findest Du hier.
Weitere Informationen zum Inkubationsprogramm findest Du hier.

Digitaltag 2020 – Digitale Transformation der Mobilität der Schweiz

Am 3. November 2020 findet zum vierten Mal der landesweite Digitaltag statt. economiesuisse lädt dazu ein, die digitalen Umwälzungen in der Bildung, der Mobilität und der Gesundheit mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kontrovers zu diskutieren.

Im Panel II (Mobilität der Zukunft) sollen ab 17.30 h die zentralen Fragen des Verkehrs von morgen diskutiert werden: Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen und welche Anforderungen stellen wir an Mobilitäts-Konzepte der Zukunft? Wie soll das Zusammenspiel der verschiedenen Verkehrsträger künftig ausgestaltet sein?

Auf dem Panel diskutieren:

  • Andreas Hinterberger (Manager Public Policy DACH-Region bei Uber)
  • Katja Christ (Nationalrätin GLP und Mitglied der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen, KVF-NR)
  • Andreas Kronawitter (Geschäftsführer von Intelligent Transport Systems Switzerland, ITS-CH)   
  • Michel Kunz (Leiter Anlagen und Technologie bei den SBB)
  • Prof. Thomas Sauter-Servaes (Leiter des Studiengangs Verkehrssysteme an der ZHAW School of Engineering)

Aufgrund der Covid19-Pandemie findet die Veranstaltung online statt. Sie können sich hier anmelden.

Warum Verkehrssysteme studieren? Das sagen die Alumni

Das Angebot an Studienmöglichkeiten ist riesig gross. Warum also gerade Verkehrssysteme studieren? Wir haben hierzu die Absolvierenden des Studiengangs Verkehrssysteme befragt.

Mit dem VS-Zirkel verfügt der Studiengang Verkehrssysteme über ein sehr aktives Alumni-Netzwerk. Die Absolvierenden des Studiengangs treffen sich hier regelmässig zum inhaltlichen Austausch und unterstützen sich gegenseitig. Sicherlich ist auch dies ein Grund, warum über 90 Prozent der Absolvierenden wieder den Studiengang Verkehrssysteme wählen würden.

VS-Absolventen gewinnen Prix Litra 2020

Von links nach rechts: Alain Azzi (Preisträger), Florin Bircher (Preisträger), Raphael Graber und Severin Stiner (Preisträger ZHAW), Bundesrat Guy Parmelin und LITRA-Präsident Martin Candinas

Erneut ist es Studierenden des ZHAW-Studiengangs Verkehrssysteme gelungen, die renommierte Auszeichnung Prix Litra zu gewinnen. In der Kategorie „Bachelorarbeiten“ setzten sie sich gegen zahlreiche Wettbewerber anderer Hochschulen durch.

Raphael Graber und Severin Stiner setzen damit eine erfolgreiche Tradition fort. Schon in den vergangenen Jahren konnten die VS-Absolvierenden mit gelungenen Abschlussarbeiten die Jury immer wieder überzeugen. Die Gewinner des Jahres 2020 haben sich in Ihrer Bachelorarbeit mit den Auswirkungen von Verspätungen auf das ganze Schienennetz beschäftigt. In der von Raimond Wüst und Albert Steiner vom Institut für Datenanalyse und Prozessdesign (IDP) betreuten Untersuchung wurden die kritischen Punkte auf einer Strecke der Rhätischen Bahn berechnet.

Details zur Arbeit und ein Statement der Gewinner finden sich auf den Webseiten der ZHAW School of Engineering.

Stadler Award 2020: VS-Studierende für Dampflok-Upgrade ausgezeichnet

Der international renommierte Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail vergibt in jedem Jahr den Stadler Award an hervoragende Bachelorarbeiten im ZHAW-Studiengang Verkehrssysteme. 2020 ging die Auszeichnung an die Absolventen Christian Lobsiger und Stefan Schnüriger. Die beiden haben im Rahmen ihrer in ihrer Diplomarbeit eine klassische Dampflok mit einem modernen Zugbeeinflussungssystem ausgerüstet. 

Anlässlich der Diplomfeier 2020 wurde Ihnen der Preis von Thomas Legler, Leiter Technik Fernverkehr bei Stadler, übergeben. In seiner Laudatio würdigte er den praxisnahen und gesamtsystemischen Ansatz der beiden Verkehrssysteme-Ingenieure.

In Zusammenarbeit mit dem Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) und der Siemens Mobility AG haben die Studenten das System auf einer Dampflokomotive des Typs Eb 3/5 BT 9 installiert und getestet. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat dafür eine befristete Betriebsbewilligung erteilt und damit die grundsätzliche Zulassungsfähigkeit dieser Lösung bestätigt. «Das ist die erste historische Dampflok der Schweiz mit portabler Bremskurvenüberwachung», schätzt Christian Lobsiger. Auf einer 50 Kilometer langen Testfahrt von Bauma nach Winterthur und zurück haben die Absolventen demonstriert, dass ihr tragbares System funktioniert. Ihre Bachelorarbeit kann somit als Muster für zukünftige Nachrüstungen von historischen Fahrzeugen verwendet werden.

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