Autor: saut (Seite 1 von 33)

VS-Absolventen gewinnen Prix Litra 2020

Von links nach rechts: Alain Azzi (Preisträger), Florin Bircher (Preisträger), Raphael Graber und Severin Stiner (Preisträger ZHAW), Bundesrat Guy Parmelin und LITRA-Präsident Martin Candinas

Erneut ist es Studierenden des ZHAW-Studiengangs Verkehrssysteme gelungen, die renommierte Auszeichnung Prix Litra zu gewinnen. In der Kategorie „Bachelorarbeiten“ setzten sie sich gegen zahlreiche Wettbewerber anderer Hochschulen durch.

Raphael Graber und Severin Stiner setzen damit eine erfolgreiche Tradition fort. Schon in den vergangenen Jahren konnten die VS-Absolvierenden mit gelungenen Abschlussarbeiten die Jury immer wieder überzeugen. Die Gewinner des Jahres 2020 haben sich in Ihrer Bachelorarbeit mit den Auswirkungen von Verspätungen auf das ganze Schienennetz beschäftigt. In der von Raimond Wüst und Albert Steiner vom Institut für Datenanalyse und Prozessdesign (IDP) betreuten Untersuchung wurden die kritischen Punkte auf einer Strecke der Rhätischen Bahn berechnet.

Details zur Arbeit und ein Statement der Gewinner finden sich auf den Webseiten der ZHAW School of Engineering.

Stadler Award 2020: VS-Studierende für Dampflok-Upgrade ausgezeichnet

Der international renommierte Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail vergibt in jedem Jahr den Stadler Award an hervoragende Bachelorarbeiten im ZHAW-Studiengang Verkehrssysteme. 2020 ging die Auszeichnung an die Absolventen Christian Lobsiger und Stefan Schnüriger. Die beiden haben im Rahmen ihrer in ihrer Diplomarbeit eine klassische Dampflok mit einem modernen Zugbeeinflussungssystem ausgerüstet. 

Anlässlich der Diplomfeier 2020 wurde Ihnen der Preis von Thomas Legler, Leiter Technik Fernverkehr bei Stadler, übergeben. In seiner Laudatio würdigte er den praxisnahen und gesamtsystemischen Ansatz der beiden Verkehrssysteme-Ingenieure.

In Zusammenarbeit mit dem Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) und der Siemens Mobility AG haben die Studenten das System auf einer Dampflokomotive des Typs Eb 3/5 BT 9 installiert und getestet. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat dafür eine befristete Betriebsbewilligung erteilt und damit die grundsätzliche Zulassungsfähigkeit dieser Lösung bestätigt. «Das ist die erste historische Dampflok der Schweiz mit portabler Bremskurvenüberwachung», schätzt Christian Lobsiger. Auf einer 50 Kilometer langen Testfahrt von Bauma nach Winterthur und zurück haben die Absolventen demonstriert, dass ihr tragbares System funktioniert. Ihre Bachelorarbeit kann somit als Muster für zukünftige Nachrüstungen von historischen Fahrzeugen verwendet werden.

Diplomfeier 2020 – Ein starker Jahrgang verabschiedet sich

Am 8. September 2020 war es wieder soweit. Mehr als 20 frisch diplomierte Verkehrssysteme-Ingenieurinnen und -Ingenieure trafen sich zur abschliessenden Diplomfeier im Casinotheater Winterthur. Pandemiebedingt in einem etwas anderen, aber trotzdem sehr festlichen Rahmen.

Auch an dieser letzten offiziellen Veranstaltung der Klasse VS 20a zeigte diese noch einmal den engen Zusammenhalt untereinander. Obwohl die Bachelor-Diplome schon im Juli per Post zugestellt wurden (eine Feier konnte zu diesem Zeitpunkt nicht wie gewohnt durchgeführt werden) und ein Grossteil der Absolventinnen und Absolventen bereits ins Berufsleben eingetreten ist, fanden sich fast alle noch einmal zur gemeinsamen Feier ein.

Sowohl der Direktor der ZHAW School of Engineering, Prof. Dr. Dirk Wilhelm, als auch Studiengangleiter, Prof. Dr. Thomas Sauter-Servaes betonten in ihren Festreden, dass dies nicht das Ende der Zusammenarbeit sei, sondern nur der Beginn eines neuen Abschnitts. Der Studiengang Verkehrssysteme pflegt eine sehr ausgeprägte Alumni-Kultur. Die Alumniorganisation VS-Zirkel freut sich schon auf neuen Zuwachs.

I like to move it – Deine Idee für die Mobilität von morgen

Sie haben eine Idee oder einen Projektvorschlag, um den Mobilitätssektor nachhaltiger zu machen? I like to move it, eine Initiative des Mobilitätslabors Mobility Lab Sion-Valais, der Stiftung The Ark und CleantechAlps, zielt darauf ab, Innovationen im Mobilitätsbereich zu fördern. Die Projektausschreibung startet ab sofort. Die innovativste Idee wird mit CHF 10’000.- in bar belohnt, mit der Möglichkeit, sie in der Praxis zu testen. Bewerbungsschluss ist der 2. Oktober um Mitternacht.

Sanfte Mobilität, Optimierung des öffentlichen Transportwesens, Elektroautos… das sind die Themen, mit denen wir uns im Mobilitätsbereich aktuell beschäftigen. Wie viele andere Bereiche muss sich auch die Mobilität grundlegend neu erfinden, um den ökologischen Ansprüchen von heute gerecht werden zu können. In der Überzeugung, dass es da draussen zahlreiche Ideen gibt, die eine genauere Betrachtung verdient hätten, haben die Stiftung The Ark, das Unternehmenscluster CleantechAlps und das Innovationslabor Mobility Lab die Initiative I like to move it ins Leben gerufen, die praktische Lösungen für eine nachhaltige Mobilität hervorbringen und fördern soll.

Im Rahmen der Initiative kann jeder Akteur im Mobilitätsbereich, aber auch jede interessierte Privatperson, eine Idee vorschlagen und sich damit bis zum 2. Oktober um Mitternacht online bewerben. Das Teilnahmeformular ist verfügbar unter www.iliketomoveit.ch . Eine Jury aus Fachexperten trifft die Auswahl aus den Kandidaten und wählt das Siegerprojekt dieser ersten Ausgabe aus. Die Ergebnisse werden Mitte Oktober bekanntgegeben.

Gesucht werden innovative und kreative Projekte, die sich durch ein besonderes wirtschaftliches Potenzial, einen deutlichen Mehrwert und praktische Umsetzbarkeit auszeichnen.

Der Sieger wird mit einer Prämie von CHF 10’000.- in bar und der Möglichkeit belohnt, seine vorgeschlagene Lösung mit Unterstützung eines im Mobilitätsbereich spezialisierten Partners in der Praxis zu testen und weiterzuentwickeln. Die Organisatoren von I like to move it bieten sich ebenfalls an, die praktische Umsetzung der Siegerlösung zu unterstützen und die damit zusammenhängenden Abläufe zu begleiten. So wird der Gewinner nicht nur für seine Kreativität belohnt, er erhält auch effektive Hilfe bei der Weiterentwicklung seines Projekts!

Engineers 2020 – ausgewählte VS-Bachelorarbeiten im Rampenlicht

Jedes Jahr entstehen im Studiengang Verkehrssysteme eine Vielzahl hochkarätiger Abschlussarbeiten. Während einige sich an ein ausgewähltes Fachpublikum wenden, beschäftigen sich andere mit bekannten Alltagsproblemen. Drei Arbeiten wurden nun für das grossartig layoutete neue Magazin „Engineers 2020“ ausgewählt und werden dort im Detail dargestellt,

Folgende herausragende Verkehrssysteme-Bachelorarbeiten werden vorgestellt:

Eine PDF-Fassung mit Arbeiten von allen acht Bachelor-Ingenieurstudiengängen der ZHAW School of Engineering findet sich hier.

Karriereportal SchienenJobs zeigt Jobs & Praktika in der Bahnbranche

SchienenJobs ist die Online-Stellenbörse und Informationsplattform rund um Bahn-Jobs und Stellenangebote in der Bahnbranche. Mehr als 140 Unternehmen aus der gesamten Bahnbranche sind hier auf der Suche nach Talenten. Unterstützt wird SchienenJobs durch namhafte Unternehmen und etablierte Verbände aus verschiedenen Bereichen der Branche. Die Initiative versteht sich als ein klares Zeichen der Schienenbranche, den Risiken des Personalmangels gemeinsam aktiv entgegen zu treten.

Obwohl es sich um eine deutsche Webseite handelt, bietet diese auch zahlreiche Jobofferten in der Schweiz und in Österreich. Neben der Suchfunktion gibt es verschiedene Informationsmöglichkeiten und Bewerbungstipps.

Schienenjobs wurde gemeinsam von den Initiatoren Allianz pro Schiene e. V. und index Internet und Mediaforschung ins Leben gerufen. Bereits zum Start im Oktober 2013 wurde das Projekt von einer Vielzahl von Unternehmen, Verbänden und Organisatoren unterstützt. Seitdem sind zahlreiche weitere Kooperationspartner z. B. aus dem Hochschulbereich hinzugekommen.

Eine auf den Schweizer Markt fokussierte verkehrsspezifische Stellenbörse findet sich auf den SVI-Webseiten. Hier sind ebenfalls Jobs und Praktikumsplätze inseriert.

Stauforschung auf Nationalstrassen – zwei VS-Studenten ziehen Bilanz

Gastbeitrag von Ahmed Ahmetovic und Ibrahim Binder

Ahmed Ahmetovic (rechts) und Ibrahim Binder

Wir beide sind mit einem Grundinteresse für den Strassenverkehr in das Studium Verkehrssysteme eingestiegen. Aus unseren beruflichen Hintergründen als Konstrukteur und Hochbauzeichner nicht gerade die Standardwahl, ein Studium in Maschinenbau oder Architektur wäre da näher gelegen. Trotzdem hat uns die Faszination Verkehr dazu gebracht, diesen den Studiengang Verkehrssysteme zu wählen.

Uns wurde der Studiengang als klein und damit sehr individuell vorgestellt, was die vergangenen drei Jahre nun bestätigen. Mit den verschiedenen Modulen, welche sich von der Raumplanung bis zur Verkehrssimulation erstrecken, wird eine breite Palette an Themen behandelt. Dies ermöglicht jedem Studierenden sich individuell zu entfalten. Dabei liegt es aber in der Verantwortung jedes einzelnen Studierenden, die für sich selbst interessanten Fragen zu stellen und so seine Interessen zu vertreten.

Gerade als Interessierte für den Strassenverkehr mussten wir uns immer wieder gegen die breite Meinung stellen, der Strassenverkehr produziere nur Lärm und nehme zu viel Platz weg. Unserer Meinung nach geht es ohne einen funktionierenden Strassenverkehr nicht, weder personen- noch güterverkehrsbezogen. Auch wenn ein Grossteil der Module sehr spezifisch auf Bahntechnik fokussiert ist, war es uns als technisch Interessierte trotzdem möglich, aus den entsprechenden Modulen Relevantes für die Zukunft mitzunehmen.

Bachelorarbeit zur Stauforschung auf Nationalstrassen

Aufgrund des persönlichen Interesses für den Strassenverkehr, welches sich während der Studienzeit weiter verstärkt hat, und bisherigen erfolgreichen Zusammenarbeiten haben wir uns dazu entschlossen, die Bachelorarbeit gemeinsam als Team zu bearbeiten. Als dazu nicht die passende Ausschreibung einer Bachelorarbeit erschien, entschieden wir uns dazu, verschiedene Ideen, welche sich im Verlauf der Studienjahre in unseren Köpfen angesammelt hatten, aufzuschreiben und Kontakt mit Dozierenden für die Betreuung aufzunehmen. Gemeinsam mit den Dozierenden entschieden wir uns, alle Ideen im Zusammenhang mit Nationalstrassen als Bachelorarbeit zu bündeln und das Bundesamt für Strassen (ASTRA) als Industriepartner für uns zu gewinnen.

Zusammenfassung der Bachelorarbeit

Die schweizerischen Nationalstrassen stossen regelmässig an ihre Kapazitätsgrenzen. Um der Überlastung entgegenzuwirken, setzt der Bund Temporeduktionen, Pannenstreifenumnutzungen, örtliche Lastwagen-Überholverbote und Ausbauten des Nationalstrassennetzes um. Die Arbeit betrachtet vier weitere, von den Autoren eigen definierte Massnahmen, die keine grossen Eingriffe in die Infrastruktur erfordern; bei baulichen Massnahmen sind Strecken unter 1 km Länge betroffen. Bei den vier untersuchten Massnahmen handelt es sich um ein generelles / dynamisches Lastwagen-Überholverbot, ein örtliches Spurwechselverbot, die Aufhebung des Lastwagen-Nachtfahrverbots und die Implementierung eines neuen Einfahrtskonzepts.

Abb.1: Der durchschnittliche Fahrzeitgewinn im Jahr 2040 mit Anwendung der Massnahmen am Knoten A1/ A4 beträgt auf der Route Zürich nach St. Gallen 36.7 Sekunden (23.8%). Quelle: Eigene Grafik

Die Massnahmen werden in Form einer Simulationsstudie analysiert und ausgewertet. Dafür werden in einem ersten Schritt die Massnahmen einzeln anhand von fiktiven Beispielen überprüft und deren Wirkungsbereiche ermittelt. Da alle Massnahmen erfolgreich geprüft werden konnten, sind sie anschliessend im zweiten Schritt am nachmodellierten Beispiel, dem Knoten Winterthur Nord, angewandt worden. Hierfür werden die Fahrverhalten mit gegebenen Verkehrsdaten von Autobahn-Messstellen validiert, sodass ein reales Abbild des Verkehrsgeschehens simuliert werden kann. Mit den gegebenen Daten werden schliesslich der Ist-Zustand und der Zustand 2040 modelliert, was als Grundlage für die Simulation der Massnahmen und deren Vergleich mit dem jeweiligen Referenzzustand dient.

Abb. 2: Der Vergleich von Verkehrsstärke Q und Verkehrsdichte K im Jahr 2040 zeigt, dass sich mit Massnahmen viele Datenpunkte im stabilen Verkehrsbereich befinden – ohne Massnahmen verteilen sie sich über die drei Verkehrszustände. Quelle: Eigene Grafik

Aus der Untersuchung geht hervor, dass die gewählten Massnahmen im Ist-Zustand und im Zustand 2040 zu Verringerungen der durchschnittlichen Fahrzeiten führen (vgl. Abb. 1) und der Verkehrsfluss örtlich verbessert werden kann (vgl. Abb. 2). Lediglich das neue Einfahrtskonzept kann im Ist-Zustand unter anderem aufgrund der infrastrukturellen Gegebenheiten nicht eingesetzt werden.

Die Fahrzeiten können je nach Streckenabschnitt durchschnittlich um bis zu 35.3 % im Ist-Zustand bzw. um bis zu 23.8 % im Zustand 2040 verringert werden. Aufgrund der vielversprechenden Resultate empfehlen die Autoren die genannten Massnahmen in Pilotprojekten zu testen und zu prüfen, ob sich diese in der Praxis bewähren. (Abb. 3, Ausschnitt Vissim)

Abb. 3: Ausschnitt aus einem der vier erstellten Simulationsmodelle des Knotens A1/ A4 im Zustand 2040 mit eingesetzten Massnahmen.
Quelle: Screenshot aus ©PTV Vissim

Mit den erzielten Ergebnissen sind wir beide sehr zufrieden gestellt und auch teilweise überrascht. Die Tatsache, dass unser Industriepartner ebenfalls zufrieden ist und das Feedback der betreuenden Dozenten sehr positiv ausgefallen ist macht uns stolz.

ZHAW-Studenten machen Dampflok fit für die Zukunft

Gastbeitrag von Matthias Kleefoot

Bei aller Nostalgie zu historischen Eisenbahnen steht für deren Betreiber die Sicherheit an oberster Stelle. Zwei Studenten der ZHAW School of Engineering haben deshalb in ihrer Diplomarbeit eine klassische Dampflok mit einem modernen Zugbeeinflussungssystem ausgerüstet. Nun ist die Jungfernfahrt erfolgt.

Auf dieser Dampflokomotive des Typs Eb 3/5 BT 9 haben die Studenten ihr System installiert und getestet.

Dampflokomotiven lassen «Bähnlerherzen» höherschlagen. So auch bei Christian Lobsiger und Stefan Schnüriger. Die Absolventen des ZHAW-Studiengangs Verkehrssysteme haben die letzten beiden Semester ihres Studiums zu einem Grossteil der Sicherheit von historischen Eisenbahnen gewidmet. Diese verfügen aufgrund ihres Alters häufig über kein modernes Zugbeeinflussungssystem. Ein solches bringt den Zug in einer Gefahrensituation automatisch zum Stillstand. «Auf dem Markt sind solche Systeme zwar schon erhältlich», sagt Christian Lobsiger. «Die Anschaffungskosten sind aber hoch und der Einbau solcher Technik in historischen Fahrzeugen ist komplex.» Die Nachrüstung der Fahrzeuge mit einem Zugbeeinflussungssystem stellt deshalb für viele Betreiber und Vereine ein schwieriges Unterfangen dar.

Das tragbare System ist auf verschiedenen historischen Zügen einsetzbar, wodurch die Nachrüstungskosten pro Fahrzeug sinken

Portables System als Lösung

Die beiden Jungingenieure haben eine praktikable und kostengünstigere Lösung gefunden: ein portables System, das sich modular einsetzen lässt. Dafür adaptierten sie ein in der Schweiz zugelassenes Zugbeeinflussungssystem, das auch auf modernen Schienenfahrzeugen eingesetzt wird. «Wir haben das System so konzipiert, dass sich die einzelnen Komponenten einfach ein- und ausbauen lassen», erklärt Stefan Schnüriger. «Das macht vor allem für die teure Rechnereinheit Sinn. Günstigere Komponenten wie den Geschwindigkeitsmesser verbaut man hingegen besser fest.» Die portable Zugbeeinflussung ist somit auf mehreren historischen Zügen einsetzbar, wodurch die Kosten der Nachrüstung für das einzelne Fahrzeug gesenkt werden.

Die Absolventen nehmen ihr Zugbeeinflussungssystem in Betrieb

Erfolgreiche Jungfernfahrt

In Zusammenarbeit mit dem Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) und der Siemens Mobility AG haben die Studenten das System auf einer Dampflokomotive des Typs Eb 3/5 BT 9 installiert und getestet. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat dafür eine befristete Betriebsbewilligung erteilt und damit die grundsätzliche Zulassungsfähigkeit dieser Lösung bestätigt. «Das ist die erste historische Dampflok der Schweiz mit portabler Bremskurvenüberwachung», schätzt Christian Lobsiger. Auf einer 50 Kilometer langen Testfahrt von Bauma nach Winterthur und zurück haben die Absolventen demonstriert, dass ihr tragbares System funktioniert. Ihre Bachelorarbeit kann somit als Muster für zukünftige Nachrüstungen von historischen Fahrzeugen verwendet werden.

Christian Lobsiger (links) und Stefan Schnüriger schliessen mit der Bachelorarbeit ihr Verkehrssysteme-Studium ab

Belalp – wo Visionen wahr werden

Gastbeitrag von Nadine Stucki und Sina Tollardo, Klasse VS18a

Mit einem E-Shuttle soll das abgebildete Hotel Belalp auf dem Aletschbord an die Bergstation der Pendelbahn angeschlossen werden. So ist der atemberaubende Ausblick vom Aletschbord auf den Aletschgletscher für alle auf einem bequemen, schnellen Weg zugänglich. (Quelle: www.belalp.ch)

Stellt euch vor: Ihr seid in Brig und wollt auf einem möglichst schnellen, bequemen Weg einen Ort mit Blick auf den Aletschgletscher erreichen. Genau das ist auf der Belalp möglich, wo man vom Aletschbord auf den Aletschgletscher blicken kann. Dazu benutzt man das Postauto von Brig nach Blatten b. Naters, von wo aus man mit der Pendelbahn auf die Belalp fährt. Oben auf der Belalp angekommen, ist man umgeben von einem traumhaften Bergpanorama. Heute müsste man die 1.9 km von der Bergstation zum Aletschbord zu Fuss zurücklegen. Doch die Belalp Bahnen AG haben eine Vision: Sie wollen ein E-Shuttle von der Bergstation zum Aletschbord verkehren lassen. Damit soll eine schnelle, bequeme Anreise für euch zum Aletschbord ermöglicht werden.

Die Belalp Bahnen AG wollen diese Vision wahr werden lassen. Dafür wandten sie sich an die Verkehrssysteme-Klasse VS18a der Zürcher Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Die Klasse übernahm diesen Auftrag und erarbeitete dafür ein passendes Konzept. Dabei beschäftigte sich die Klasse in Gruppen mit den folgenden Fragen:

Welches Nachfragepotenzial steckt hinter dieser Vision?

Um genügend Nachfrage zu generieren, benötigt man zuerst ein Alleinstellungsmerkmal. Für die Belalp ist dies der schnellste, bequeme Weg zum Aletschbord. Ausserdem kann man bereits auf dem Weg dahin spannende Einblicke in die Geschichte erhalten und den Blick aufs Matterhorn und Weisshorn geniessen.

Anhand von Erfahrungswerten der Belalp Bahnen AG und dem Personenaufkommen der letzten Jahre haben die Studierenden ein Modell zur Berechnung des Potenzials der Nachfrage erstellt. Damit kann für verschiedene Szenarien, abhängig vom Wetter, Wochentag und Ferienzeit, eine Prognose für das Besucheraufkommen gemacht werden. Daraus berechnete sich für einen Spitzentag ein durchschnittlicher Wert von 209 beförderten E-Shuttle-Passagieren.

Welches Fahrzeug ist für diese Vision geeignet?

Die Auswahl an Fahrzeugen für ein E-Shuttle ist gross. Insbesondere in China gibt es zahlreiche Anbieter. Um die Auswahl einzuschränken, wurden diverse Filter angewendet. Dabei wurden zum Beispiel die maximale Breite, die minimale Steigleistung, die minimale Kapazität und der Wenderadius festgelegt. Am Ende sind zwei Favoriten übriggeblieben: ein Fahrzeug der Firma Zhongyi aus China und ein Fahrzeug der Firma Klingler aus der Schweiz.

Zu beiden Fahrzeugen konnten Erfahrungsberichte eingeholt werden. Die Erfahrungsberichte von Klingler sind alle positiv ausgefallen, da die Fahrzeuge von hoher Qualität sind und ein Service vor Ort angeboten wird.

Welche Erfolgsrechnung unterstützt diese Vision?

Um die Rentabilität der beiden Fahrzeuge zu bestimmen, machte die Klasse für beide eine Erfolgsrechnung. Das Fahrzeug von Zhongyi ist in der Beschaffung einiges günstiger als dasjenige von Klingler. Allerdings sind die zu erwartenden Unterhaltskosten bei Zhongyi höher. In einem Zeithorizont von zehn Jahren schneidet das Fahrzeug der Firma Klingler besser ab als dasjenige von Zhongyi.

Damit alle Erfolgsfaktoren für diese Vision zusammengefasst werden, erarbeitete die Klasse ein entsprechendes Geschäftsmodell nach der Canvasmethode. Dabei steht der Kundennutzen im Zentrum und die acht umliegenden Felder zeigen die wichtigen Bestandteile des Erfolgs auf.

Wie erreicht man mit den erlangten Erkenntnissen die Vision?

Die Belalp Bahnen AG entschieden sich für das Fahrzeug der Firma Klingler. Ausschlaggebend dafür war die zu erwartende Zuverlässigkeit des Fahrzeugs und der Service in der Schweiz.

Mit dem ausgesuchten Fahrzeug wurden verschiedene Betriebskonzepte erarbeitet, um den Takt zu bestimmen. Dafür wurde auch eine Streckenerweiterung zur Bergstation der Gondelbahn betrachtet. Aber auch für den Winter suchte man einen Einsatz für das E-Shuttle. In Absprache mit den Belalp Bahnen AG entstand die Möglichkeit für einen Einsatz auf den Parkplätzen in Blatten b. Naters, bei dem Skifahrer von den Parkplätzen zur Talstation gefahren werden sollen.

Zudem benötigt das Fahrzeug während der Nacht eine Garage. Auch dafür erarbeitete die Klasse einige Vorschläge. Ausserdem müssen diverse Zulassungen beschafft werden, sobald eine konkrete Offerte eingeholt wurde.

Die Klasse prüfte verschiedene Möglichkeiten der Tarifgestaltung. Dabei untersuchte man ein Kombiticket und ein Einzelticket. Beim Kombiticket ist das E-Shuttle im bestehenden Ticket zur Benützung der Pendelbahn integriert. Dafür müsste jedoch der Ticketpreis erhöht werden. Beim Einzelticket müsste man für das E-Shuttle ein separates Ticket kaufen. Als Favorit wurde dabei das Einzelticket auserkoren, da mit dieser Variante die Ticketpreise für die Pendelbahn nicht ansteigen. Für Halbtax- und GA-Besitzer sowie Kinder beträgt der Preis für eine einfache Fahrt mit dem E-Shuttle 3.90 CHF, für Erwachsene ohne Vergünstigung kostet es 6.90 CHF. Mit diesen Preisen ist es möglich, dass die Belalp Bahnen AG ab dem ersten Jahr eine schwarze Null erwirtschaften können. Möchte man den durchschnittlichen Ticketpreis um 1.00 CHF senken, braucht es 2350 Fahrten mehr mit dem E-Shuttle, um auf der schwarzen Null zu bleiben.

Wird die Vision wahr?

Die Studierenden konnten den Grundstein für die Vision legen. Darauf aufbauend folgt der nächste Schritt durch die Belalp Bahnen AG: das Einholen einer Offerte bei der Firma Klingler AG mit dem anschliessenden Beschaffen der notwendigen Zulassungen. Damit kann das E-Shuttle und somit die Vision der schnellsten, bequemen Anreise zum Aletschgletscher auf den gewünschten Zeitpunkt im Sommer 2021 realisiert werden.

Bachelor in der Tasche – und jetzt? Netzwerken im VS-Zirkel!

Gastbeitrag von Ramon Rey

VS-Zirkel-Mitgliederanlass im ETH-Eisenbahnlabor

Liebe VS-Absolventin, lieber VS-Absolvent 2020

Gratuliere! Genau wie wir hast Du Dich erfolgreich durch die interessanten Welten des VS-Studium gekämpft und darfst stolz auf Dein Bachelor-Zertifikat sein. Und jetzt? Lust, Dich neben dem Beruf auch weiterhin über spannende Themen rund um Verkehr, Mobilität und Logistik auszutauschen? Und das erst noch in ungezwungener Atmosphäre? Dann komm zu uns in den VS-Zirkel!

Wer wir sind: Nach dem Studium zu dritt gegründet, sind wir auf über 50 Mitglieder angewachsen. Mehrheitlich bestehend aus VS-Absolventinnen und Absolventen, aber grundsätzlich sind wir für alle interessierten Köpfe aus der Branche offen.

Mitgliederanlass bei SBB Cargo

Unser Ziel: Das Hauptziel des VS-Zirkels ist der Austausch zu Mobilitäts- und Logistikthemen. Unsere Mitglieder sind in den unterschiedlichsten Bereichen tätig, sodass aktuelle Themen aus verschiedenen Blickwinkel diskutiert werden. Das Spektrum reicht von der Schienenfahrzeugherstellung über Verkehrssimulationen bis hin zu kompletten Logistiklösungen.

Was wir machen und wofür wir stehen: Der VS-Zirkel trifft sich vier Mal jährlich im Raum Winterthur, wobei jeweils ein Hauptthema im Fokus steht. Situativ werden gemeinsam Fachreferate besucht oder selber organisiert. Die enge Einbindung der Mitglieder ist eines der Merkmale des VS-Zirkels. Des Weiteren stehen wir für eine offene und kollegiale Kommunikation ein.

Unsere nächsten Termine:

  • 31.07.20: Exkursion „Personenunterführung Bahnhof Winterthur“
  • 14.08.20: Mitgliederanlass „Ceneri Basistunnel“
  • 23.10.20: Mitgliederanlass „Entrepreneurship@VS“

Schau auf unsere Website, melde Dich bei uns oder komm an den Anlässen vorbei, natürlich völlig unverbindlich! Wir freuen uns auf Dich!

Mitgliederanlass SOB
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