Starter Kit – Apps für das iPad

Wir stecken zurzeit mitten in den Vorbereitungen für die Einführungsveranstaltungen zum iPad und dem Surface Pro.

Anders als beim Surface Pro, welches mit bereits bekannter Software ausgeliefert wird, stehen wir beim iPad vor der Herausforderung, eine Auswahl von Apps für das papierlose Arbeiten zusammenzustellen, die wir den Studierenden und Dozierenden bei der Einführungsveranstaltung empfehlen können. Sicher werden Sie im Laufe des Projektes eigene Apps entdecken und nutzen, aber wir möchten Ihnen für den Start einen „Starter-Kit“ mit auf dem Weg geben. Deshalb hier schon mal eine Auswahl einiger nützlicher Apps.

Office

Bei Office stellt sich gleich zu Beginn die Frage, ob man lieber mit Apples hauseigenen Produkten Pages, Keynote und Numbers arbeitet oder ob man eine Office ähnliche App für das Arbeiten mit Word, PowerPoint und Excel bevorzugt. Die Apple Apps bieten aktuell die meisten Funktionalitäten und sind perfekt auf das iPad abgestimmt. Wer also gerne mit Apple Software arbeitet, kommt mit diesem Apps sicherlich gut klar:

Wer lieber Office ähnliche Apps bevorzugt, dem empfehlen wir eine der folgenden Apps:

Die Konvertierung ist bei beiden Apps recht gut und Dokumente, die auf dem iPad erstellt werden, können danach meist problemlos auf einem Windows Gerät weiterbearbeitet werden – oder umgekehrt. Office² HD kann Word, Excel und PowerPoint von 1997 – 2013 darstellen, während Quickoffice aktuell nur 1997 – 2010 unterstützt.

Bei Word schneidet Office² HD etwas besser ab als Quickoffice, da man in Office² HD Bilder, Tabellen oder Formen einfügen kann. Auch bietet es mehr Formatierungsmöglichkeiten und einen etwas umfangreicheren Korrekturmodus. Ein weiterer praktischer Vorteil von Office² HD ist die Möglichkeit, Dokumente direkt als PDF zu speichern. Korrektur: Auch Quickoffice kann Dokumente direkt als PDF speichern. Quickoffice lässt sich zudem direkt mit Evernote verbinden, was gerade für die Studierenden von Vorteil sein könnte.

Bei Excel schneiden beide Apps nicht sehr gut ab. Office² HD ist etwas besser als Quickoffice, da man wenigstens relativ einfach eine Summe bilden kann, das Zellenformat anpassen und die Zelleninhalte sortieren kann. Formeln kann man zwar bei beiden Apps eingeben, wirklich benutzerfreundlich ist die Arbeit mit Excel aber bei beiden Apps nicht.

Für PowerPoint eigenen sich beide Apps. Wobei hier bei beiden Apps auffällt, dass Links in Präsentationen nicht funktionieren, das geht nur mit Pages. In die Präsentation reinschreiben kann man bei allen Apps nicht.

Arbeiten mit PDFs

Das Erfassen von Notizen in PDFs spielt eine zentrale Rolle im Studium. Hierfür empfehlen wir folgende Apps:

GoodReader ist eine der bekanntesten Apps für das Arbeiten mit PDFs. Die App lässt sich als einzige direkt mit der ZHAW Datenablage verbinden, was äusserst nützlich ist. Notizen kann man sowohl von Hand als auch über die Tastatur erfassen. Die Bearbeitungsfunktionen sind praktisch auf der rechten Seite über eine Toolbar zugänglich und sehr vielseitig. Die bearbeiteten Dokumente und/oder Notizen kann man sich per Mail zusenden oder die Dokumente zwischen den Geräten über das lokale WiFi Netzwerk austauschen.

Der ezPDF Reader eignet sich vor allem für Nutzer, die mit multimedialen oder interaktiven PDFs arbeiten möchten. Er ist einer der wenigen PDF Reader, der Audio und Videodateien abspielen kann und in den man Fotos ins PDF einfügen kann – das könnte z.B. beim Erstellen eines Laborprotokolls nützlich sein. Ein Nachteil im alltäglichen Einsatz ist, dass man PDFs, die man aus einem E-Mail öffnet nicht direkt bearbeiten kann, man muss sie zuerst in einen Ordner abspeichern.

iBooks ist Apples eigener eBook Reader, damit können nebst PDFs auch dynamische EPUB e-Books und Apple iBooks gelesen werden. Die Software ist sehr benutzerfreundlich und bietet einfache Markierungs- und  Notizfunktionen. Wer es gerne einfach hat und keinen Zugriff auf die ZHAW Datenablage oder sonstige Cloud Dienste braucht, ist mit iBooks gut bedient.

Handschriftliche Notizen erfassen

Nicht immer schreibt man in ein bereits bestehendes Dokument. Wer eigene Notizen erstellen möchte kann aus zahlreichen Apps auswählen, wir empfehlen:

Notability hat einen verstellbaren Bildschirmschutz, damit man die Hand beim Schreiben auf das iPad ablegen kann. Notizen können von Hand erfasst und farbig markiert werden. Bei Bedarf kann man den Text auch über die Tastatur eintippen oder für eine kleinere Handschrift in den Zoom Modus wechseln. Papierdokumente können direkt aus der App heraus fotografiert, eingefügt und mit Notizen versehen werden. Ebenso können Fotos, Zeichnungen und Webseiten (inkl. Link) sowie Haftnotizen (Post-It) eingefügt und mit Notizen versehen werden. Die Notizen können in Ordnern verwaltet und als PDF oder RTF (falls per Tastatur eingegeben) per E-Mail versendet oder auf einem Cloud Dienst gespeichert werden.

Notes Plus ist etwas teurer, hat dafür eine etwas schönere Schriftdarstellung als Notability. Die Funktionen sind ähnlich. Man kann auch hier Fotos oder Ausschnitte von Webseiten einfügen und sie mit Notizen versehen. Die App bietet ebenfalls einen Bildschirmschutz und einen Zoom Modus, bei dem man etwas rein zoomt und in Ruhe schreiben kann Der Zoom-Modus ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber sehr praktisch, wenn man viel von Hand schreibt.
Für CHF 3.- kann man bei Notes Plus zusätzlich eine Handschrifterkennung erwerben, diese funktioniert recht gut, fragt sich jedoch, ob man das wirklich braucht. Die Dokumente können als PDF oder PNG exportiert und entweder per E-Mail versendet oder auf Evernote bzw. Cloud Diensten gespeichert werden.

Dateien und Notizen verwalten

Wer mit einem iPad arbeitet muss sich von der klassischen Dateiverwaltung, wie wir sie von Windows kennen, verabschieden. Auf dem iPad sind die Dateien in den einzelnen Apps gespeichert. Viele Apps arbeiten mit Cloud Diensten zusammen; damit werden die lokalen Daten laufend in der Cloud gespeichert und auf verschiedenen Endgeräten synchronisiert. Solche kostenlose Cloud Dienste für Studierende sind z.B.:

  • Google Drive, 15 GB
  • Dropbox, 2 GB (500 MB für jede Empfehlung)
  • iCloud, 5 GB (Musik, Apps, TV Sendungen, Bücher und Fotos werden nicht mitgezählt)
  • Wuala, 5 GB (1 GB für jede Empfehlung)

Wir stehen hier etwas vor einem Dilemma: Die Cloud Dienste sind nicht in der Schweiz gehostet und stehen wegen Problemen beim Datenschutz und der Datensicherheit immer mal wieder in den Schlagzeilen. Andererseits müssen die Studierenden sicherstellen, dass ihre Dokumente nicht verloren gehen, falls die App gelöscht oder das Gerät gestohlen wird. Unsere ICT rät davon ab, die Cloud Dienste zu nutzen. Die Studierenden müssen für sich selbst entscheiden, ob sie diese kostenlosen Dienste nutzen möchten.

Die Dozierenden hingegen werden gebeten, mit der ZHAW Datenablage zu arbeiten. Dasselbe gilt für die Studierenden, wenn sie im Rahmen von Projektarbeiten mit vertraulichen Daten zu tun haben.

Für die Verwaltung von Dateien und Notizen empfehlen wir:

Mit dem FileBrowser  und dem FileExplorer kann man auf die Pool Laufwerke und das persönliche Laufwerk U der ZHAW zugreifen. Von vielen Apps aus kann man zudem Dokumente im FileBrowser oder im FileExplorer öffnen und sie so auf die ZHAW Datenablage kopieren bzw. hochladen. Der FileExplorer hat in meinen Tests etwas besser abgeschnitten als der FileBrowser, da der Upload von Dateien auf die ZHAW Datenablage zuverlässiger funktioniert. Ein Laufwerk kann zudem kostenlos verbunden werden.

Evernote ist eine Webplattform für das Sammeln, Ordnen und Finden von Notizen. Notizen können allerdings nur über die Tastatur erfasst werden. Handschriftliche Notizen können via Note Plus und Office Dokumente via QuickOffice nach Evernote exportiert werden. Zudem kann man Inhalte jeglicher Art an die persönliche Evernote Adresse senden, daraus wird dann automatisch eine Notiz erstellt.
Evernote gibt es auch für Notebooks (Windows und OS) sowie für Smartphones aller Art. Damit können die Studierenden ihre Dokumente jederzeit synchronisieren, egal auf welchem Gerät sie gerade arbeiten.

Mahara ist die E-Portfolio Plattform der ZHAW. Alle Studierenden und Dozierenden haben mit dem ZHAW Login Zugriff darauf und können dort ihre eigenen Seiten, Notiz und Dokumentensammlungen ablegen. Dokumente können auch freigegeben, in Gruppen bearbeitet und verwaltet werden. Gerade bei Open Book Prüfungen könnte sich Mahara als gute Lösung herausstellen, da wir den Zugriff auf dieses interne Tool bei Prüfungen freischalten könnten. Der direkte Zugriff auf Mahara aus den Apps heraus ist aktuell jedoch noch nicht möglich.

Weitere nützliche Apps

8 Kommentare

  1. lozz

    3. September 2013 at 15:20

    Für die hochschulweite Datenablage in der Cloud könnte OwnCloud evtl. eine Lösung sein: http://owncloud.org.
    SWITCH hat das offenbar getestet: https://www.switch.ch/de/uni/innovation/engine/sharefiles/documentation/owncloud_installation.html

  2. Warum wird nicht Dropbox benutzt? Da gibt es doch zwischen den Universitäten dieses „Space Race“.

    • lozz

      19. September 2013 at 18:18

      Hallo Thomas
      Danke für deinen Vorschlag. Du kannst Dropbox als Studierender sicherlich nutzen, musst dir aber über zwei Risiken bewusst sein:
      1) Wenn deine Daten auf Dropbox aus irgend einem Grund verloren gehen, können wir sie nicht wieder herstellen, da es kein Backup davon gibt und es schwierig werden dürfte, Dropbox zu kontaktieren. Wenn deine Bachelorarbeit also z.B. verloren geht, bist du selbst dafür verantwortlich.
      2) Mittlerweile ist allgemein bekannt, dass Daten auf Cloud Diensten wie Dropbox nicht sicher geschützt sind und grundsätzlich jeder der möchte, Einsicht in deine Dokumente auf Dropbox haben könnte. Wenn du also an vertraulichen Projekten mitarbeitest, dürfen diese Daten nicht auf Dropbox.
      Wenn man von diesen zwei Risiken absieht ist Dropbox ein sehr praktischer Dienst. Jeder muss für sich selber entscheiden, ob er die Konsequenzen der oben aufgeführten Risiken tragen kann.

  3. Der Photon Browser funktioniert unter iOS 7 nicht mehr zuverlässig, insbesondere die Dozierenden werden Mühe haben, da sie über den Proxy Server der ZHAW surfen und die App ein Problem mit unserer Firewall zu haben scheint. Als Alternative bietet sich der neue Puffin Browser an, die kostenlose Version kommt mit einer 14-tägigen Probelizenz für Adobe Flash Unterstützung: http://www.puffinbrowser.com/.

  4. lozz

    25. Juni 2015 at 10:19

    Slideshark hat heute informiert, dass der Dienst ab August 2015 nicht mehr länger kostenlos genutzt werden kann: https://www.slideshark.com/. iPad NutzerInnen können als Alternative die kostenlose PowerPoint App von Microsoft nutzen: https://itunes.apple.com/ch/app/microsoft-powerpoint/id586449534?mt=8

  5. http://www.duetdisplay.com/
    Mit diesen App kann man den Ipad als zweiten Display benutzen, kostet aber 10 Fr.

    • lozz

      5. August 2015 at 09:50

      Hallo Laxi, vielen Dank für diesen tollen Tipp, das ist eine sehr praktische App für alle, die ihr iPad an einen grösseren Bildschirm anschliessen möchten.

    • Wusste gar nicht das das möglich ist. Für unterwegs ist das sicher nützlich… Bin grad auf der Suche nach einer „Multi-Monitor-Lösung“ für unterwegs. Muss natürlich vor allem gut zu transportieren sein 🙂

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