Lehrunterlagen für das papierlose Arbeiten optimieren

Das digitale Annotieren von Lehrunterlagen hat so seine Tücken; insbesondere, wenn die Lehrunterlagen ursprünglich für die Nutzung in ausgedruckter Form konzipiert wurden. Zwar werden die Touchscreens und Stifte der Geräte sowie die Notizen-Applikationen immer besser, mit ein paar Tricks lassen sich die Unterlagen aber noch explizit für das digitale Arbeiten optimieren.

Warum braucht es eine Optimierung der Unterlagen?

Dass noch Optimierungspotenzial besteht, zeigt die unten stehende Auswertung zur Eignung der Lehrunterlagen.

Ein Grossteil der Lehrunterlagen wird als PDF über das Learning Management System Moodle zur Verfügung gestellt. PDFs haben den Vorteil, dass sie plattformunabhängig annotiert und mit handschriftlichen Notizen ergänzt werden können.

Wir haben unsere Studierenden natürlich gefragt, wie die Situation ihrer Meinung nach verbessert werden könnte und haben viele gute Rückmeldungen erhalten. Anbei ein kleiner Auszug:

Unterlagen klar benennen, strukturieren und nur eine Version zur Verfügung stellen

  • Einheitliche Handhabung betreffend Benennung des Unterrichtsmaterials über alle Fächer hinweg, d.h. entweder Wochennummer, Datum, etc. Dies erlaubt es den Studenten, das Material richtig abzulegen. Bisher musste man die Files z.T. selber benennen, um die Chronologie zu gewährleisten. Dann stimmt dar Filename aber nicht mehr mit Moodle überein und man ist nie sicher, dass man alles hat.
  • Die Dozenten sollten unbedingt ihre Vorlesungsfolien und Unterlagen auf Moodle nach einem einheitlichen Schema benennen. Zum Beispiel: Kurs_Thema der Vorlesung_Datum (oder ähnlich).
  • PDF-Dateien mit Fragestellungen/Übungen sollten nicht 2x hochgeladen werden (wurde z.T. so gemacht vor der Vorlesung ohne und nach der Vorlesung mit). Da hat man von vor/während der Vorlesung eine Datei mit Annotationen aber ohne Lösungen und nachher eine mit Lösungen aber ohne Annotationen.

Einheitliche Struktur auf Moodle anbieten

  • Einige Vorlesungen waren auf Moodle nicht gut organisiert.
  • Eine gute Strukturierung hilft sehr viel beim Selbststudium und in der Lernphase.
  • Einheitliche Struktur aller Module: Es wäre sehr hilfreich, wenn es eine einheitliche Beschriftung der Files gäbe (nicht nur innerhalb des einzelnen Moduls, sondern gesamthaft gemäss Vorschrift!).
  • Jeder Dozent macht es Irgendwie. Man sollte Ordner erstellen mit SW1, SW 2, ..SW14 arbeiten und jedes Mal alles was an dieser Woche stattfand dort rein werfen. So ist es viel übersichtlicher und sinnvoll. Für die Lernphase auch viel leichter sich zu orientieren.
  • Die Daten sollten pro Woche hochgeladen werden und nicht pro Thema. So muss man nicht jedes Mal die gesamte Seite nach neuen Daten absuchen.
  • Es wäre hilfreich, eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn überarbeitete Files im Nachhinein noch hochgeladen werden.

PowerPoint Präsentation nicht als Skript nutzen

  • Das Arbeiten mit Präsentationen führt dazu, dass man keine umfangreicheren Papierunterlagen (Bücher) benutzt. Die Präsentationen sind gemäss meiner Erfahrung keine gute Vorstellung des Stoffs. Die Folien sollten im Prinzip das darstellen, was der Dozent nicht sagen kann (Bilder, Grafik usw.) aber in unserem Fall wird häufig der ganze Stoff in die Folien rein gepresst.
  • Falls man die Folien ausdrucken möchte, muss man sich immer überlegen: macht es Sinn, 50 Seiten auszudrucken, wenn die Mehrheit des Platzes für Hintergrund, Rahmen und Text mit Schrittgrösse 26 benutzt wird?

Unterlagen so gestalten, dass genügend Platz für Annotationen besteht

  • Die Unterlagen von gewissen Fächern besser gestalten damit genug Platz ist um hineinzuschreiben.
  • Mehr Platz zwischen den Aufgaben für die Eingabe der Antwort.
  • In jeder Vorlesung Skripts mit Platz zum reinschreiben.

Neue Möglichkeiten nutzen

  • Einige Dozenten nutzen das papierlose System optimal, während der Vorlesung + Fragen auf Moodle mit entsprechender Lösung. Für andere ist es die Bequemlichkeit, ein Skript auf Moodle zu stellen und damit fertig zu sein, folglich sind sie nicht interessiert an der papierlosen Möglichkeit. Wenn nicht alle mitziehen ist ein flächendeckender Erfolg leider nicht erreichbar.
  • Dozierende sollten sich auch daran halten. Viele haben hin und wieder Skripte etc. ausgedruckt, obwohl dies problemlos auch digital möglich wäre. Dann wird es halt mühsam, einiges auf Papier, einiges auf Computer

Tipps zur Optimierung der Lehrunterlagen und der online Kursoberflächen

Die Rückmeldungen haben wir in folgende Tipps für die Optimierung der Lehrunterlagen zusammengefasst:

  1. Benennen Sie Dokumente einheitlich, verständlich und klar.
  2. Optimieren Sie eingescannte PDFs mit OCR, damit die Studierenden Texte darin durchsuchen und annotieren können.
  3. Optimieren Sie grosse PDF’s für die Anzeige auf dem Web und auf mobilen Geräten.
  4. Bieten Sie nach Möglichkeit barrierefreie PDF’s an.
  5. Erstellen Sie aus den Überschriften im Word Lesezeichen für die Navigation im PDF.
  6. Vergrössern Sie die Seitenränder in Skripten und Präsentationen.
  7. Nutzen Sie Online-Quiz statt statische Arbeitsblätter.
  8. Verlinken Sie Online-Ressourcen (z.B. Literatur, e-Books, Webseiten, Videos, Quiz).
  9. Gestalten Sie übersichtliche Kursoberflächen in der online Lernumgebung.
  10. Laden Sie Unterlagen spätestens 24h vor dem Unterricht hoch.
  11. Stellen Sie sicher, dass Studierende wissen, für welche Lektion sie welche Unterlagen benötigen.
  12. Bieten Sie immer eine digitale Variante an, auch wenn Sie Papier verteilen.

Anleitung für das Optimieren der Lehrunterlagen

Wir haben für unsere Lehrpersonen eine Anleitung für das Optimieren der Lehrunterlagen erstellt. Gerne teilen wir diese Infos hier mit unseren Leserinnen und Lesern.

Download Handbuch: Lehrunterlagen und Moodle-Kurse für das papierlose Studium optimieren

Digitale Lehrunterlagen funktionieren wie Hypertext

Beim Erstellen von digitalen Lehrunterlagen hilft es zudem, sich die Prinzipien des Hypertextes zu verinnerlichen. Zwar sind PDFs kein Hypertext, aber digitale Unterlagen teilen mehr als eine Gemeinsamkeit mit Hypertext:

  • Links führen auf weitere Ressourcen.
    Anders als bei einem analogen Dokument, können Sie auf weitere Ressourcen verlinken. Benennen Sie die Links klar, damit die Studierenden nicht nur sehen, wohin der Link führt, sondern auch verstehen warum dieser für sie relevant sein könnte.
    Links wie „Weitere Informationen finden sie hier sind weniger aussagekräftig als z.B. „Informationen zum zur Totalrevision des CO2-Gesetzes finden Sie auf der Webseite des Bundesamts für Umwelt“.
  • Inhalte sind interaktiv und multimedial
    Nutzen Sie die Möglichkeiten der digitalen Unterlagen und verlinken Sie im Text z.B. auf ein Video um Inhalte zu veranschaulichen oder auf ein Quiz zur Selbstevaluation.
  • Der Einstieg kann überall erfolgen
    Digitale Dokumente werden oft fragmentarisch gelesen. Ähnlich wie beim Texten fürs Web ist es daher sinnvoll, den Inhalt in gut strukturierte Absätze mit Überschriften zu unterteilen. Dabei sollte jeder Absatz einen Gedanken verfolgen und eine aussagekräftige Überschrift haben.
    Achten Sie besonders darauf, dass wichtige Stichworte in den Überschriften vorkommen, damit Ihre Leserinnen und Leser über die Suche oder die Navigation rasch zu den richtigen Inhalten gelangen.
  • Die Übersicht fehlt
    Für Studierende ist es oft schwierig, den Umfang, bzw. die Bearbeitungszeit von digitalen Unterlagen abzuschätzen. Wenn man ein 300-seitiges Buch in den Händen hält, kann man den Inhalt alleine schon aufgrund des Gewichtes abschätzen.
    Fügen Sie zur Verbesserung der Übersicht daher immer ein Inhaltsverzeichnis als Lesezeichen ein und nummerieren Sie die Seiten. Eine tolle Hilfe ist auch ein Hinweis zur Bearbeitungszeit, z.B. eines Skriptes, sofern Sie diese korrekt einschätzen können.

Eine gute Hilfe für die Gestaltung von Lehrunterlagen sind die Grundprinzipien des Universal Design for Learning (UDL), insbesondere die Guidelines 2 zu den verschiedenen Formen der Darstellung. Leider sind diese Informationen zurzeit nur in Englischer Sprache verfügbar. 

Warum keine eBooks?

Multimediale eBooks wären grundsätzlich eine bessere Option als die statischen PDFs, weil sich das Layout dynamisch der Bildschirmgrösse anpasst. Zudem unterstützt das EPUB 3.0 Format, welches auf HTML5 basiert, nebst Text und Bild auch Notizen, Audio- und Videodateien sowie JavaScript und eingebettete Schriften. In einem eBook kann man z.B. die Schriftgrösse anpassen, was das Lesen angenehmer gestaltet.

Mit Software wie z.B. dem Apple iBooks Author können auch Laien eBooks mit multimedialen und interaktiven Inhalte erstellen. Allerdings können diese iBooks nur auf Mac und iOS gelesen werden, wodurch sie für uns nicht nutzbar sind. Leider könnten sich die Anbieter von eBooks noch nicht auf einen Standard einigen.

Unsere letzten Erfahrungen mit dem EPUB eBook Editor Sigil liegen schon eine Weile zurück, aber die Entwicklung und Lizenzierung eines interaktiven und multimedialen eBooks im offenen EPUB 3.0 Format scheint nach wie vor entweder eine technische, rechtliche oder finanzielle Herausforderung zu sein. Zwar gibt es vielversprechende Anbieter wie z.B. Publiwide oder edubase, aber die Kosten für die Entwicklung von eBooks sind um ein Vielfaches höher als das Erstellen von PDFs.

Vernetztes Arbeiten im Unterricht

Das papierlose Studium hat dazu geführt, dass Tablets und Notebooks im Unterricht heute eine Selbstverständlichkeit sind. Die Studierenden sind ständig online und können während des Unterrichts auf Informationen ausserhalb des Klassenzimmers zugreifen.

Diese einfache Tatsache führt dazu, dass die Aktivitäten im Klassenzimmer nicht mehr so klar von der Aussenwelt abgetrennt werden können. Das hat grundsätzlich Potenzial für das vernetzte Lernen, aber nutzen die Studierenden diese Möglichkeiten auch? In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie sie mit der ständigen Verfügbarkeit von digitalen Medien und Technologien im Unterricht umgehen.

Recherchieren während des Unterrichts

Schaut man sich die aktuelle Evaluation der 131 Erstsmestrigen aus den drei Studiengängen in Biotechnologie, Facility Management und Umweltingenieurwesen an, fallen zwei Zahlen ganz besonders auf. Die Studierenden nutzen das Internet nämlich während des Unterrichts zu:

  • 68% für das nachschlagen von unterrichtsrelevanten Informationen.
  • 30% um auf Social Media und im Internet zu surfen.

Die Mehrheit der Studierenden scheint demzufolge das Internet als Nachschlagewerk für den Unterricht zu nutzen und folgt dem Unterricht aufmerksam.

Unterlagen ergänzen und Inhalte verlinken

Nach eigenen Angaben sind die Studierenden dank der digitalen Technologien effizienter und vernetzter. Die Notebooks und Tablets schlagen sozusagen eine Brücke zwischen den Inhalten aus dem Unterricht und den Informationen ausserhalb des Klassenzimmers. Die Studierenden ergänzen die Informationen der Lehrpersonen mit zusätzlichen, oft multimedialen, Ressourcen und erstellen bereits während der Vorlesung eine Zusammenfassung. Auch das Teilen von Informationen mit Mitstudierenden wird dadurch vereinfacht:

Alles immer dabei und somit vernetzter lernbar.

Skripte mit interaktiven Links.

Wenn ich etwas nicht verstehe, kann ich es schnell im Internet recherchieren.

Man ist ständig online und recherchiert somit öfter oder schlägt ein Wort im Online Duden nach.

Man kann direkt in den Notizen Medien einbinden, wie Videos & Bilder.

Verknüpfen und verlinken von Dokumenten, schnelleres und mehrfaches Überprüfen von Daten, da man nur kurz das aktive Fenster wechseln muss.

Meiner Ansicht nach ist es ein grosser Vorteil, wenn die eigenen Notizen im Skript aufgeschrieben und bei Bedarf angepasst bzw. ergänzt werden können. Zudem ist es überaus hilfreich, wenn externe digitale Materialien dem Skript zugefügt werden können, um zum Beispiel ein Thema verständlicher zu machen. 

Ich bin viel schneller Zusammenfassungen zu schreiben, weil ich alle Informationen direkt griffbereit habe und nicht lange suchen muss.

Durch die Kombination von eigenen Notizen und dem einfügen relevanter Teile der Unterlagen ist das Erstellen einer umfassenderen Zusammenfassung während dem Unterricht möglich. Eine Nachbearbeitung der Zusammenfassungen ist so kaum nötig.

Da man sowieso am Laptop ist, schaut man viel mehr nach. Auch digital gezeichnete Skizzen oder Berechnungen können gleich an Mitstudenten weitergeleitet werden. Ebenfalls ist das Arbeiten in einer Gruppe einfacher, da mit OneDrive alles geteilt werden kann und alle gleichzeitig am Projekt arbeiten können.

Einige Studierende erwähnten auch die Möglichkeit, während des Unterrichts auf eine Vielzahl von Meinungen zugreifen zu können und dadurch ein differenzierteres Bild einer Thematik zu erhalten. Manchmal ergeben sich daraus Impulse für Diskussionen im Unterricht oder sie ergänzen damit die eigene Zusammenfassung.

Zugriff auf extrem viele Informationen und Meinungen.

Neue Seiten im Internet entdeckt welche sehr nützlich sind.

Durch das papierlose Studium nutze ich das Internet mehr als Hilfe zum etwas nachschauen oder ergänzen.

 Die Studierenden sind aber durchaus auch selbstkritisch im Umgang mit der ständigen Verfügbarkeit von Informationen, wie folgende Kommentare zeigen:

Man kann schneller recherchieren und ist aber andererseits auch schneller abgelenkt.

Es ist einfacher direkt online nachzuschlagen, dafür passt man weniger gut im Unterricht auf.

Es geht sehr schnell etwas nachzuschauen, jedoch schaut man auch nach bevor man darüber nachdenkt.

Und wie in den vorhergehenden Beiträgen bereits erwähnt gibt es auch einzelne Studierende, die auf digitale Technologien im Unterricht gerne verzichten würden:

Es ist nicht so physisch, ich denke ich lerne durch selber schreiben per Hand besser und schneller als per Tastatur.

 

Hören sie zu oder surfen sie schon?

Lehrpersonen hingegen wissen natürlich oft nicht, was die Studierenden mit ihren Notebooks und Tablets während des Unterrichts machen: Schreiben sie mit, surfen sie im Internet, oder schauen sie sich gerade ein Katzenvideo an?
Wir haben daher auch bei den Lehrpersonen eine Umfrage zum papierlosen Studium durchgeführt und ihre Aussagen denjenigen der Studierenden gegenübergestellt.

Die Zahlen in der untenstehenden Gegenüberstellung unterscheiden sich etwas vom ersten Diagramm. Sie stammen von den 52 Lehrpersonen und 253 Studierenden, die an der Umfrage teilgenommen haben und im Herbst 2016 auf papierlos mit Bring Your Own Device umgestellt haben. Dazu gehören nebst den Erstsemestrigen auch die Lehrpersonen und die Studierenden der höheren Studienjahrgänge im Bachelorstudiengang Umweltingenieurwesen.

In der Umfrage gaben 37% der Lehrpersonen an, dass die Studierenden im Unterricht häufig abgelenkt sind. Dem gegenüber steht die Aussage der Studierenden, die zu 75% angaben, dass sie dem Unterricht aufmerksam folgen. Interessant auch, dass die Erstsemestrigen offenbar im Unterricht weniger abgelenkt sind als die höheren Studienjahrgänge.

Schaut man sich genauer an, wofür die Studierenden ihre Geräte während des Unterrichts nutzen, wird klar, dass sie oft produktiv damit arbeiten und dem Unterricht aufmerksam folgen. Sie recherchieren vor allem Informationen im Internet, machen sich Notizen und heben Textstellen in den Unterlagen hervor.

Natürlich fällt aber auch auf, dass die Wahrnehmung der Lehrpersonen ziemlich gut mit den 31% der Studierenden korreliert, die zugeben, dass sie während des Unterrichts nebenbei auf Social Media und im Internet surfen. Der Schein trügt folglich nicht immer.

Erste Erfahrungen mit BYOD: paperless oder less paper?

Wir werden immer mal wieder gefragt, ob unser „papierloses“ Studium komplett papierlos ist oder ob wir einfach auf weniger Papier setzen. Unsere Philosophie ist, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass digitales Arbeiten im Studium möglich ist.

Auslöser dafür waren unter anderem die Studierenden, die sich in der Vergangenheit immer wieder über die Papierflut im Studium beklagt haben. Im Rahmen des papierlosen Studiums werden die Lehrunterlagen deshalb nicht mehr ausgedruckt, sondern digital zur Verfügung gestellt. Mit diesem Wechsel des Leitmediums haben Tablets, Smartphones und Notebooks in den Unterricht Einzug gehalten.

Die Nutzung digitaler Medien und Technologien ist damit auch im Studium angekommen und ein entsprechendes Gerät wird für das Studium vorausgesetzt. Wir sind der Meinung, dass unsere Studierenden damit auch die Chance haben, sich wichtige digitale Kompetenzen anzueignen, die sie später am Arbeitsplatz benötigen werden. Dazu gehört vor allem auch die Kompetenz, digitale Technologien als kognitive Tools für die Problemlösung und Wissenserarbeitung zu nutzen.

Studierende reagieren mehrheitlich positiv

Die Mehrheit der Studierenden, die letzten Herbst in das papierlose Studium mit Bring Your Own Device gestartet sind, haben nach dem 1. Semester eine positive Bilanz gezogen:

Mir gefällt es sehr gut papierlos zu arbeiten, da ich auf dem Laptop eine sehr gute Ordnung habe und somit den Überblick behalten kann. Es kommt dazu, dass ich mit Laptop immer alles dabei habe was ich brauche, was sehr praktisch ist.

Man hat halt ein Gerät, welches viele Bücher ersetzt, jedoch sollte dieses Gerät einmal wegkommen ist man dann der Gelackmeierte. Es ist im Grossen und Ganzen jedoch positiv anzusehen, man kann schnell mitschreiben während der Vorlesung und hat Zugriff auf Lernziele während des Unterrichts. Damit weiss man was in etwa wichtig sein wird.

Am Anfang herrschte grosse Skepsis

Zu Beginn des Studiums waren die Studierenden eher skeptisch gegenüber dem papierlosen Arbeiten. Diese anfängliche Skepsis legte sich jedoch im Laufe der ersten Wochen bei der Mehrheit, wie folgende Kommentare zeigen:

Am Anfang Startschwierigkeiten, aber jetzt durchwegs positiv, sogar überzeugt, dass es so besser ist.

Ich habe mir grosse Sorgen im Voraus gemacht welche sich jedoch nicht bestätigt haben. Somit bin ich sehr erleichtert.

Diese anfängliche Skepsis deutet auch darauf hin, dass sich unsere Zielgruppe keinesfalls gewöhnt ist, digital zu arbeiten. Die so oft erwähnten „digital natives“ sind oft nicht so digital unterwegs wie wir annehmen. Kommentare wie diese sind eher die Ausnahme:

Ich habe bereits ein nahezu papierloses Studium an der ETH begonnen und danach ein Jahr in einem nahezu papierlosen Büro gearbeitet. Ich habe mich entsprechend vorbereiten können und wusste worauf ich mich einlasse. Meine PC-Anwenderkenntnisse würde ich als überdurchschnittlich bezeichnen.

Nicht alle finden das papierlose Konzept gut

Es gibt aber auch eine Gruppe von Studierenden, die das Konzept des papierlosen Studiums nicht gut findet. Die Gründe dafür sind vielfältig. Teilweise sind es Gewohnheiten, die man nicht ändern möchte oder man schätzt die haptischen Eigenschaften des Papiers. Manche empfinden das Arbeiten am Bildschirm auch als anstrengender und manche Studierende finden digitale Technologien für das Lernen gar eher hinderlich:

Ich bin jemand der gerne per Hand schreibt und meine Dokumente anfassen möchte.

Wegen technischen Schwierigkeiten, Lerneffekt nicht gleich wie von Hand!

Ich bin es gewohnt mit Stift und Papier zu arbeiten. Ein geöffneter Laptop während des Unterrichts empfinde ich nach wie vor als störend. Bei Kommilitonen kann man beobachten, dass der Laptop oft zu einer zusätzlichen Unkonzentriertheit führt (Facebook, WhatsApp, News, Games usw.).

Es ist sehr ermüdend den ganzen Tag in einen Bildschirm zu starren. Das Hin- und Herblättern in den Büchern fehlt mir. Positiv ist jedoch, dass man quasi nur das Gewicht des Computers trägt und nicht 10000 Bücher mit schleppen muss.

Die Abneigung gegenüber dem digitalen Arbeiten hängt auch mit persönlichen Einstellungen, Präferenzen und Erfahrungen zusammen. Wir haben sehr heterogene Gruppen von Studierenden und nicht alle sind so technikaffin wie die BiotechnologInnen, mit denen wir in den letzten 3 Jahren im Pilotprojekt Erfahrungen sammeln konnten. So ist z.B. die Bilanz bei den UmweltingenieurInnen, die nicht nur die Erstsemestrigen, sondern alle Jahrgänge auf papierlos umgestellt haben, deutlich negativer ausgefallen.

Papierlos als Pflicht?

Einige Studierenden empfinden das papierlose Studium auch als Zwang. Wir möchten daher hier nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Nutzung von Papier nicht verboten ist. Studierende dürfen ausgedruckte Unteralgen mit in den Unterricht bringen und ihre Notizen auf Papier machen, sie müssen die Unterlagen allerdings selber ausdrucken, was natürlich mit Aufwand verbunden ist. 

Meiner Meinung nach wäre es besser einem die Wahl zu lassen, in welchem Fach man wirklich Papierlos studieren möchte.

Würde gerne vieles ausdrucke, habe aber nicht immer die Möglichkeit.

Eine freiwillige Option hingegen, könnte das papierlose Studium sein so meine ich. Durch den Zwang erleben sich einige Mitstudenten sogar diskriminiert, wie ich gehört habe. Es gibt durchaus Personen, die sogar privat auf die Nutzung solche Geräte verzichten oder diese nur sehr eingeschränkt verwenden, dann wenn es Sinn macht! Diese Sinnhaftigkeit ist vorhanden, auch ein teilweiser Nutzen ist gut erkennbar und könnte sich in der richtigen Dosis sehr anregend gestalten, doch das „papierlose Konzept“ wie es für unseren Studienjahrgang besteht – ist absolut nicht nützlich.

Anspruchsvoller Einstieg in das digitale Arbeiten

Die Mehrheit der Studierenden benötigte eine Eingewöhnungszeit von 2-3 Wochen, bis sie effizient papierlos arbeiten konnten. Interessanterweise scheinen die Lehrpersonen die Fähigkeiten der Studierenden etwas zu überschätzen oder die anfänglichen Schwierigkeiten waren für sie im Unterricht nicht spürbar.
Im Bachelorstudiengang in Umweltingenieurwesen haben im Herbst 2016 alle Jahrgänge auf ein papierloses Studium umgestellt. Das stellte vor allem für die Studierenden in den höheren Semestern eine Herausforderung dar, weil sie an ein papierbasiertes Studium gewöhnt waren. Für die Erstsemestrigen war die Hürde hingegen geringer, wie folgender Kommentar zeigt:

Das Studium war von Anfang an papierlos, ich habe mich schnell daran gewöhnt, weil es keine „Umstellung“ von Papier auf elektronisch gab.


Nachdem die erste Einstiegshürde gemeistert war, arbeiteten 87% der Erstsemestrigen regelmässig papierlos im Unterricht. 13% drucken noch regelmässig Unterlagen für den Unterricht aus.

Im Unterricht kann nicht ganz auf Papier verzichtet werden

Trotz dieser hohen Zahlen ist der Unterricht nicht komplett papierlos. 63% der Studierenden gaben an, dass sie im Unterricht ab und zu auf Papier angewiesen sind. Die digitalen Notizen überwiegen zwar, aber gerade Studierende mit einem Gerät ohne Touchscreen müssen regelmässig für Skizzen auf einen Notizblock zurückgreifen:

Gewisse Dozenten zeichnen sehr viel digital. Dies ist extrem mühsam, wenn man keinen touchfähigen Computer hat.

Nicht immer sinnvoll… wenn man kein Touchscreen hat und man Mathematikaufgaben lösen muss ist man seeeeeeehr langsam weil man nicht schnell z.B. die dritte Wurzel von 1390 eingeben kann… dort macht es Sinn wieder Papier zu verwenden.


Die Frage paperless oder nicht hängt oft auch vom Fach ab. Vor allem bei Berechnungen greifen offenbar viele zu einem Notizblock:

Für Fächer wie Physik und Mathematik ist das Papierlose Studium ehre suboptimal. Zudem ist das Lernen auf eine Prüfung ohne Papierunterlagen, nichts für mich.

Für manche Fächer ist es sinnvoll (Informatik, Mathematik), für manche ist man mit dem Laptop zu langsam um abzuschreiben (Chemie) und für manche nehme man lieber Papier (Physik, Biologie, Mikrobiologie (viele bildliche Ausführungen).

In meinen Augen macht es keinen Sinn, sich die Unterlagen auszudrucken. Fächer wie Mathematik und Chemie nehme ich Papier zur Hand. Da Zahlen und Formel elektronisch nicht so gut erfassbar sind.

Manchmal sind es aber auch die Rahmenbedingungen im Unterricht, die das papierlose Arbeiten unnötig erschweren. Die Kommentare zeigen auch, dass die Studierenden sehr unterschiedliche Erwartungen an das papierlose Konzept haben:

In einigen Kursen werden teils immer noch Aufträge auf Papier gedruckt. Bitte: wennschon, dennschon 😉 Plakate machen wir immer noch mit Flip-Charts. Warum diese nicht auch im One Note?

Sehr, sehr ärgerlich(!), dass die Lehrperson die Unterlagen erst nach der Vorlesung herausrückt. Wir sollen uns halt während des Unterrichtes Notizen auf ein Blatt Papier machen. Wo ist hier das papierlose Studium?

Einige Dozenten gehen nicht aufs paperless ein, geben zum Teil trotzdem Papier ab.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Studierenden die Möglichkeit, im Studium papierlos arbeiten zu können, grundsätzlich begrüssen. Wir sollten aber in Zukunft besser darauf hinweisen, dass sie situativ selber entscheiden können, wann sie papierlos arbeiten und wann sie lieber auf Papier zurückgreifen.

Aufgrund persönlicher Präferenzen und unterschiedlicher Geräte und Programme gibt es nicht „die“ richtige Arbeitsweise. Es hängt immer von den Umständen ab, und die sind so vielfältig wie unsere Studierenden unterschiedlich sind.

Es zeigt sich auch, dass die Erwartungen an das papierlose Studium teilweise stark auseinander driften; während einige Studierende einen noch stärkeren Digitalisierungsgrad fordern, möchten andere am liebsten zurück zum Papier und Wandtafel. Letztendlich können wir als Hochschule nur die Rahmenbedingungen schaffen, damit Studierende dem Zeitgeist entsprechend, papierlos arbeiten können; in welchem Ausmass sie dann davon Gebrauch machen hängt auch von ihnen selber ab.

Um unsere initiale Frage zu beantworten: Wir haben den Weg in Richtung papierlos eingeschlagen, sind aber aufgrund technologischer, didaktischer und institutioneller Rahmenbedingungen sowie persönlicher Präferenzen der Studierenden und Dozierenden nicht komplett papierlos unterwegs. Wohin die Reise uns genau führen wird ist im Moment noch unklar, sicherlich aber vorwärts und nicht rückwärts. Wir erwarten daher, dass sich unsere Studierenden mit digitalen Technologien auseinandersetzen. Ganz ohne „digital“ werden auch die Papierliebhaber nicht durchs Studium kommen.

Evernote

Gastbeitrag von Christoph Gütersloh, d1gital-lernen.ch.

EvernoteEvernote ist eine Notizen-App die auf allen gängigen Betriebssystemen für Tablets, Desktops und im Browser funktioniert. Evernote ermöglicht das Sammeln und Verwalten von Notizen, Dokumenten, Webseiten und Fotos. Von den Funktionen ist es vergleichbar mit OneNote. In der kostenlosen Basisversion stehen die Notizen nur online zur Verfügung und es besteht eine Upload-Limite von 60 MB pro Monat. Die Plus Version kostet aktuell CHF 35.- pro Jahr.

Organisation von Notizen in Notizbüchern

Organisation von Notizen in Notizbüchern.

Synchronisation

Die Notizen und Dateien werden in der Cloud auf den Servern von Evernote gespeichert. So werden sie über alle verwendeten Geräte synchronisiert, ohne dass man die Synchronisation selber einrichten muss.

Notizen

Notizen können sowohl handschriftlich als auch über die Tastatur eingegeben werden. Für längere handschriftliche Eingaben steht mit Penultimate eine der besten Apps für handschriftliche Notizen auf dem iPad zur Verfügung. Dieses ist mit Evernote verknüpft, so dass Notizen, die in Penultimate erstellt wurden automatisch in Evernote angezeigt werden. Penultimate wird nur für das iPad angeboten. Evernote ermöglicht auch das Archivieren von ganzen Webseiten. Ähnlich wie bei OneNote können Sie Inhalte aus dem Web via Web Clipper oder E-Mail an Evernote senden.
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Suchfunktionen

Evernote durchsucht Text in Notizen, Bilder, Dokumenten und handschriftlichen Notizen. Die Texterkennung in handschriftlichen Notizen geschieht auf den Servern von Evernote, daher dauert es ca. 30 min. bis handschriftliche Notizen nach dem Erstellen durchsucht werden können.

PDF in Evernote annotieren

PDFs können direkt Evernote importiert und dort annotiert werden. Evernote erstellt automatisch eine Zusammenfassung mit den Abschnitten, die markiert oder kommentiert wurden. Annotierte PDFs können mitsamt den Notizen als PDF exportiert werden.

Notizen können mit Textfeldern, Highlights, Formen und Stempeln versehen werden

Notizen können mit Textfeldern, Highlights, Formen und Stempeln versehen werden

Notizen teilen und exportieren

Notizen oder ganze Notizbücher können für andere Benutzer freigegeben werden. Dazu gibt es zwei Varianten. Entweder wird ein Link generiert, der dann an andere Personen verschickt werden kann. Solche Notizen können nur gelesen werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit einen Work Chat zu starten, um Notizen gemeinsam zu überarbeiten.

Weitere Informationen

GoodNotes

Hervorgehoben

GoodNotes BeitragsbildGoodNotes 4 für CHF 8.- ist die Empfehlung für iPad NutzerInnen, die in einem digitalen Notizbuch handschriftliche Notizen und Skizzen erstellen möchten und Ihre Daten mit OneDrive, OneDrive for Business, Dropbox, Google Drive oder Box synchronisieren.

Import und Export

GoodNotes unterstützt den Import von PDF- und Word-Dateien sowie Bilder aus den verknüpften Cloud-Diensten oder direkt von der Kamera. Die Notizen können entweder als PDF, Bild oder GoodNotes Dokument exportiert werden.

Handschriftliche Notizen

GoodNotes bietet umfangreiche Formatierungsmöglichkeiten für handschriftliche Notizen mit einem schönen Schriftbild dank Digital-Ink Technologie. Der Zoom-Modus ist vor allem für ältere iPads ohne Apple Pencil praktisch und ermöglicht präzises und platzsparendes Schreiben. Dank Handballen-Schutz können Sie die Hand beim Schreiben auf den Bildschirm ablegen. Das Erfassen von Text mittels Tastatur ist ebenfalls möglich über das Kontextmenü „Text“.

Handschrift und Text durchsuchen

Der echte Mehrwert von GoodNotes liegt in der Suchfunktion und der damit verbundenen OCR- und Handschrifterkennung. Sie können sowohl Text in einem importierten PDF oder Word als auch Ihre handschriftlichen Notizen durchsuchen. Es dauert jeweils einen Moment, bis GoodNotes die Handschrift entziffert und für die Suche indexiert hat. Die Handschrift kann über das Lassowerkzeug in Text konvertiert werden, das funktioniert mittlerweile recht gut, ist aber nicht so intuitiv, da der Text in einem separaten Fenster konvertiert wird und anschliessend exportiert werden muss.

Formen begradigen

Formen können beim Zeichnen automatisch begradigt werden, wenn Sie z.B. von Hand ein Viereck zeichnen, werden die Linien automatisch gerade gezeichnet.

Weitere Informationen

GoodNotes User Guide

PDF-Dokumente auf dem iPad mit GoodNotes annotieren
Video von Lars Bobach

Alternative

  • Notability
    Die Notizen App kostet CHF 10.- und lässt sich ebenfalls mit OneDrive for Business synchronisieren. Sie bietet noch zusätzliche Funktionen wie z.B. das Erfassen von Audionotizen oder das Einfügen von Haftnotizen oder eines Screenshots einer Webseite. Notability kann neuerdings die Handschrift ebenfalls durchsuchen und hat dadurch stark an Beliebtheit gewonnen.
  • MyScript Nebo
    Diese App kostet CHF 6.- und wurde speziell für das iPad Pro und Apple Pencil entwickelt. Neuerdings kann Nebo auch mit der Microsoft Surface Pen, der Samsung S Pen und der Google Pixelbook Pen auf Windows- und Android-Geräten genutzt werden. Auf älteren iPads ist die App unbrauchbar. Nebo ist eine reine Notizen App, PDFs können keine importiert werden. Dafür können Gleichungen z.B. in LaTeX konvertiert und die Handschrift kann in Text umgewandelt werden. Die Synchronisation funktioniert nur über den MyScript.com-Dienst, was wir als einen negativen Punkt bewerten.

PDF Expert

Hervorgehoben

PDF Expert BeitragsbildDer PDF Expert ist mit CHF 10.- die Premium-App unter den empfohlenen Apps für die Bearbeitung von PDFs auf dem iPad.

Handschrift und Bearbeitungsmodus

Die Stärken des PDF Expert liegen in der sehr guten Stifthandhabung mit Zoom-Funktion für handschriftliche Skizzen und Notizen in PDFs und dem praktischen Bearbeitungsmodus, mit dem Sie PDF-Dokumente sehr effizient redigieren können. Diese Funktion ist vor allem auch für Dozierende praktisch, die studentische Arbeiten im PDF-Format redigieren.

Anmerkungen exportieren

Praktisch ist zudem die Möglichkeit, alle Annotationen wie Markierungen und Kommentare als Zusammenfassung als PDF zu exportieren oder per E-Mail zu versenden.

Synchronisation mit SWITCHdrive und OneDrive for Business

Ein weiteres Plus sind die zahlreichen Synchronisationsmöglichkeiten. PDF Expert unterstützt nebst gängigen Cloud-Diensten wie Dropbox, Google Drive und OneDrive auch SWITCHdrive (WebDAV) und OneDrive for Business. Sie wählen die Ordner oder Dateien auf dem gewünschten Cloud-Dienst aus und synchronisieren sie lokal auf das iPad, danach können Sie auch offline daran arbeiten.

Mitarbeitende, die einen Ordner von SharePoint synchronisieren möchten, wählen im PDF Expert den Netzwerkdienst WebDAV aus, erfassen die entsprechende URL https://collab.zhaw.ch/… zu ihrer Projekt- oder Eventseite und loggen sich mit ihrem ZHAW-Login ein. Die Anleitung für die Verbindung von OneDrive for Business der ZHAW finden Sie hier (Login erforderlich).

Weitere Informationen

In der Knowledge Base von Raddle oder im Handbuch finden Sie ausführliche Informationen und Anleitungen zu jeder Funktion des PDF Expert (in Englisch).

Weitere Informationen

PDF Expert User Guide
Readdle PDF Expert Knowledge Base

Schlussevaluation papierloses Studium: Tablet-Nutzung im Unterricht und im Selbststudium

Im vierten Teil der Schlussevaluation widmen wir uns der didaktischen Perspektive des papierlosen Studiums und dem Einsatz der Tablets im Unterricht und im Selbststudium.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Studierenden der Klasse BT13, da es der einzige Studienjahrgang ist, der noch den Unterschied zum papierbasierten Studium kennt. Die jüngeren Studienjahrgänge BT14 und BT15 haben bereits seit Beginn ihres Studiums an der ZHAW papierlos mit einem Tablet gearbeitet.

Tablet-Nutzung während des Unterrichts

Die Studierenden nutzen das Tablet während des Unterrichts vor allem für folgende drei Aktivitäten:

  1. Erfassen von Notizen mit der Tastatur
  2. Hervorheben von Textstellen
  3. Nachschlagen von Informationen im Internet

Die Notizen werden in der Regel mit der Tastatur erfasst, allerdings gaben 62% der Studierenden an, mind. gelegentlich auch handschriftliche Notizen und Skizzen auf dem Tablet zu erfassen.

NotizenBei einer genaueren Betrachtung fällt auf, dass die Klasse BT13, die erst im 3. Semester auf papierlos umstellte, alle drei Aktivitäten seltener ausübt als die Klassen BT14 und BT15. Der Unterschied ist vor allem bei den handschriftlichen Notizen sehr ausgeprägt: Während bei BT13 nur 15% der Studierenden regelmässig (immer/oft) handschriftliche Skizzen und Notizen mit dem Tablet anfertigt, sind es bei BT14/15 fast drei Mal so viele. BT13 und BT14 haben zwar dieselben Gerätetypen erhalten, aber in der Klasse von BT13 gibt es mehr Dell-NutzerInnen. Dadurch waren bei BT13 mehr Studierende von den technischen Problemen mit der Stifterkennung und dem Touchscreen beim Dell Venue 11 Pro betroffen.

Ablenkung ist nur ein Klick entfernt

Der Grossteil der Studierenden folgt dem Unterricht gemäss eigenen Angaben aufmerksam und sucht mind. gelegentlich den Augenkontakt mit der Lehrperson. 43% der Studierenden gab jedoch an, mind. gelegentlich nebenbei auf Social Media zu surfen, wobei dies bei den Dell-NutzerInnen mit über 50% deutlich ausgeprägter ist als bei den iPad-NutzerInnen (28%).

AufmerksamkeitDer Anteil der Studierenden, die sich nicht aktiv in Diskussionen einbringen und selten bis nie eine Frage stellen ist mit über 45% relativ hoch, wobei das Interaktionslevel natürlich stark vom Unterrichtsformat abhängt. Da Studierende Informationen jederzeit im Internet nachschlagen können, könnte es z.B. sein, dass sie als Folge der Lehrperson weniger Fragen stellen. Dazu können wir aber wegen fehlenden Vergleichsmöglichkeiten keine konkreten Aussagen machen.

Tablet-Nutzung während des Selbststudiums

Für 80% der Bachelorstudierenden in Biotechnologie ist das Recherchieren im Internet eine der Hauptaktivitäten im Selbststudium. Rund 60% schlagen zudem regelmässig Fachbegriffe und Fremdwörter nach und über 50% gaben an, im Selbststudium regelmässig Lernressourcen und Aktivitäten auf der Lernplattform Moodle zu nutzen.

35% der Studierenden suchen ausserdem selbständig im Internet nach zusätzlichen, externen Lernressourcen und rund 40% nutzen regelmässig Videos für das Selbststudium. Interessant ist, dass das regelmässige, selbständige Suchen nach zusätzlichen Lernressourcen bei den jüngeren Studienjahrgängen BT14/15 mit 40% deutlich ausgeprägter ist als bei BT13 (20%).

LernressourcenMobiles Lernen

Die Mehrheit der Studierenden lernt während der Phase des Selbststudiums hauptsächlich von zu Hause aus. Es gibt aber je einen gleich grossen Teil (23%) von Studierenden, die regelmässig (immer/oft) unterwegs und an der Hochschule lernen. Die iPad-NutzerInnen lernen doppelt so häufig unterwegs wie ihre KollegInnen mit einem Dell Venue 11 Pro.

Mobile LearningUnterlagen ergänzen und Zusammenfassungen schreiben

Im Selbststudium ist vor allem das Hervorheben von Textstellen in den Unterlagen weit verbreitet; rund 70% der Studierenden macht dies regelmässig (immer/oft). 56% der Studierenden gaben zudem an, dass sie im Selbststudium regelmässig ihre Notizen aus dem Unterricht ergänzen.

Rein lerntechnisch ist es allerdings effizienter, wenn die Studierenden das Gelernte in eigenen Worten z.B. in einer Zusammenfassung wiedergeben. Diese Lerntechnik nutzen 40% der Studierenden bereits regelmässig während des Semesters.

Die Arbeit mit digitalen Unterlagen vereinfacht das Teilen von Lernressourcen, da die persönlichen Zusammenfassungen und Notizen einfach per Mail oder über einen Cloud-Dienst mit Mitstudierenden geteilt werden können. Das Austauschen und Abgleichen von Notizen und Zusammenfassungen bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihr Wissen zu ergänzen und durch die Perspektiven der Mitstudenten allenfalls auf weitere, wichtige Punkte im Stoff aufmerksam zu werden. Von dieser Möglichkeit machen aber bisher nur wenige Studierende gebraucht. Gerade mal 18% der Studierenden teilen ihre Zusammenfassungen regelmässig mit ihren Mitstudierenden.

Dialog und TeilenBei genauerer Betrachtung fällt auf, dass die Studierenden mit dem Dell Venue 11 Pro fast 3-Mal häufiger regelmässig Zusammenfassungen teilen und häufiger gemeinsam an Dokumenten arbeiten (+22.8%) als ihre Studienkolleginnen mit einem iPad. Die Zusammenarbeit scheint mit einem Windows-Tablet besser zu funktionieren als mit dem iPad. Es zeigt sich auch, dass die Hälfte der Studierenden der Klasse BT13 regelmässig gemeinsam an Dokumenten arbeitet, während dies bei den jüngeren Studienjahrgängen (BT14/15) nur bei 19% der Fall ist.

Literatur verwalten und teilen

Bei den Applikationen (Teil 3 der Evaluation) war uns aufgefallen, dass die Studierenden keine Literaturverwaltungssoftware erwähnt haben. Nun zeigt sich, dass doch rund 30% der Studierenden mind. gelegentlich Literatur mit einem Literaturverwaltungssystem verwalten. Rund 50% lesen zudem mind. gelegentlich wissenschaftliche Publikationen und 28% lesen zwischendurch auch mal ein e-Book. Das Teilen von Literaturressourcen ist für die meisten Studierenden kein Thema.

Die roten und orangen Bereiche (nie/selten) sind hier überdurchschnittlich gut vertreten. Die Inhalte, welche die Studierenden während des Selbststudiums im Internet recherchieren, scheinen grösstenteils nicht in die Kategorien der wissenschaftlichen Publikationen und Literatur zu fallen.

LiteraturImmerhin zeigt sich, dass die Studierenden der Klasse BT13, die an der Bachelorarbeit arbeiten, öfters wissenschaftliche Publikationen lesen (+21.4%) und auch häufiger ein Literaturverwaltungssystem nutzen (+24.8%) als die Studierenden den Klassen BT14/BT15. Ausserdem sieht man auch ganz klar, dass die Literaturverwaltung auf dem Dell Venue 11 Pro besser funktioniert als auf dem iPad, da rund 30% der Dell-NutzerInnen regelmässig ein Literaturverwaltungssystem auf dem Tablet nutzen, während es bei den iPad-NutzerInnen nur gerade rund 5% sind. Das könnte auch daran liegen, dass sich das Literaturverwaltungssystem der ZHAW (RefWorks) nur bedingt für das iPad eignet, da es eine Web-Applikation ist. Studierenden, die auf dem iPad Literatur verwalten möchten empfehlen wir Mendeley.

Unterlagen werden selten ausgedruckt

Rund 20% der Studierenden drucken regelmässig Unterlagen für das Selbststudium aus. In der Zeit der Prüfungsvorbereitung steigt dieser Wert bis auf 30%. Die Mehrheit der Studierenden (49%) druckt aber selten bis nie Unterlagen aus.

Unterlagen ausdruckenVerändert das papierlose Studium das Lernen?

Wir haben die Studierenden der Klasse BT13 in einer Zusatzfrage gefragt, wo sie durch die Umstellung auf das papierlose Studium selber Veränderungen an ihrem Lernverhalten festgestellt haben.

Die Antworten sind z.T. kontrovers ausgefallen, was die einen als Nachteil sehen, sehen andere als Vorteil. Hier eine Zusammenstellung der eingegangenen Kommentare:

  • Ich habe eine bessere Übersicht über den Lernstoff und kann diesen einfacher einteilen.
  • Mir fällt es schwerer den Überblick zu bewahren.
  • Bessere Zusammenfassungen.
  • Anfangs habe ich weniger eigene Notizen geschrieben (z.B. Lernkarten). Mittlerweile habe ich mich aber an die Umstellung gewöhnt und nutze wieder verschiedene Lernstrategien.
  • Nehme Unterricht teilweise auf (Audio), so dass ich, wenn es zu schnell ging, Teile der Vorlesung nochmals anhören kann.
  • Lerne vermehrt mit YouTube Videos.
  • Brauche ausgedruckte Unterlagen um richtig lernen zu können.
  • Kein Ausdrucken mehr.
  • Man ist mehr abgelenkt sowohl beim Lernen als auch im Unterricht.
  • häufigere Pausen: sowohl dadurch, dass es weniger angenehm ist auf dem Display zu lesen als auf Papier aber auch durch Ablenkung des Internets.

Im nächsten Teil schauen wir uns noch an, wie sich die Studierenden auf die Prüfungen vorbereiten und was sie davon halten, elektronische Hilfsmittel an den Prüfungen zuzulassen.

Ergebnisse der Evaluation zum papierlosen Studium

Das Zentrum für Innovative Didaktik der ZHAW hat das Pilotprojekt „papierloses Studium“ im Sommer 2014 aus didaktischer Perspektive evaluiert.

Die Ergebnisse dieser Studie möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. Wir werden daher in den nächsten Wochen die spannendsten Erkenntnisse aus der Evaluation auf diesem Blog veröffentlichen.

Einige Infos zum Aufbau der Studie vorweg:

Die didaktische Evaluation schliesst an die Erkenntnisse aus der Interviewphase an und hatte zum Ziel, den Tablet-Einsatz in den verschiedenen Lehr- und Lernphasen zu analysieren:

  • Präsenzphase
  • Selbststudium/Vorbereitungsphase
  • Prüfungsvorbereitung
  • Prüfung

Die Hypothese war, dass der Tablet-Einsatz in diesen vier Lehr- und Lernphasen unterschiedlich starke Vor- und Nachteile aufweist. Um Unterschiede sichtbar zu machen, wurden in den verschiedenen Lehr- und Lernphasen Online-Befragungen bei der Tabletklasse (BT12) und einer Vergleichsklasse (BT13) durchgeführt.

Gesucht wurde nach statistisch relevanten Unterschieden zwischen der Tabletklasse und der Vergleichsklasse, die noch mit Papier studiert.

Die Daten wurden in anonymisierter Form über alle drei Online-Umfragen miteinander verknüpft. Dadurch haben wir in der Tabletklasse 20 kohärente Datensätze erhalten, die über alle Lehr- Lernphasen gehen. In der Vergleichsklasse lag die Rücklaufquote zur Umfrage bei 65%. Von den 19 Lehrpersonen nahmen 13 an der Umfrage teil.

Wichtigste Ergebnisse aus der Präsenzphase

Hohe Zufriedenheit

Über 70% der Studierenden aus der Tabletklassen würden ihren Mitstudierenden raten, sich ein Tablet anzuschaffen.  „Eine gelungene Sache, ich möchte nicht mehr auf ein Tablet verzichten müssen“. Allerdings fällt das Votum deutlich uneinheitlicher aus, wenn die Studierenden gefragt werden, ob sie sich für das Studium das Tablet auch selbst kaufen würden.

Studierende

Studierende

Auch bei den Lehrpersonen fällt die Beurteilung des papierlosen Studiums nach einem Jahr positiver aus als zu Beginn.

Lehrpersonen

Lehrpersonen

Wahlmöglichkeit zwischen Apple und Microsoft hat sich bewährt

Die beiden Tablet-Modelle führen kaum zu signifikanten Unterschieden. Die Wahlmöglichkeit hat die Zufriedenheit aber offenbar positiv beeinflusst.

GerätewahlMit den Tablets entstehen neue Formen des Lernens

Überraschend ist, dass über ¾ der Studierenden angeben, mit dem Tablet neue Möglichkeit des Lernens zu erleben. Hier wird einer der wenigen signifikanten Unterschiede zwischen Microsoft Surface Pro Nutzern und den Apple iPad Nutzern sichtbar: Die 10% der Studierenden, die keinen Neuigkeitswert beim Lernen feststellen, sind allesamt Microsoft Surface Pro Nutzer.

Neue Möglichkeiten des LernensDie Studierenden sind sich jedoch uneins, ob das Tablet in Zukunft aktiver im Unterricht eingesetzt werden sollte. Der derzeitige Unterricht wird bereits als abwechslungsreich angesehen.

Vermehrter Einsatz von Tablets im Unterricht ist nicht von allen gewünscht

Vermehrter Einsatz von Tablets im Unterricht ist nicht von allen gewünscht

Tablets erschliessen zusätzliche Informationsquellen

Eine wesentliche Änderung zeigt sich bei der Nutzung von Apps und dem Internet als zusätzliche Informationsquelle während des Unterrichts. Diese Möglichkeit war über die Smartphones, mit denen alle Studierenden ausgestattet sind, bereits vorher gegeben, nun wird sie aber auch tatsächlich genutzt, wie der Vergleich der Kontrollgruppe zeigt.

Informationsquelle

Nutzung zusätzlicher Informationsquellen während des Unterrichts – Vergleich mit Kontrollgruppe (BT13)

Intensivere Bearbeitung der Unterlagen

Eine weitere Veränderung zeigt sich bei der Bearbeitung der Unteralgen. Die Studierenden mit Tablet schreiben während dem Unterricht mehr in die Unterlagen hinein und unterstreichen mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Kontrollgruppe.

Durch die Möglichkeit, den Platz in den Unterlagen besser nutzen zu können, Anmerkungen ständig weiter bearbeiten und Veränderungen vornehmen zu können, findet mit den Tablets eine intensivere Bearbeitung der Unterlagen statt.

Bearbeitung der Unterlagen - Vergleich mit Kontrollgruppe

Bearbeitung der Unterlagen – Vergleich mit Kontrollgruppe (BT13)

Vermehrt Notizen mit der Tastatur

Das Tablet führt zudem zu einem signifikanten Unterschied in der Art und Weise, wie die Unterlagen bearbeitet werden. Die Notizen werden vermehrt mit der Tastatur angefertigt und die Bedeutung von handschriftlichen Notizen geht zurück.

Art der Bearbeitung - Vergleich mit Kontrollgruppe

Art der Bearbeitung – Vergleich mit Kontrollgruppe

Die handschriftlichen Notizen werden jedoch von der Tastatur nicht vollständig verdrängt. Über 50% der Tablet-Nutzer geben immer noch an, oft handschriftliche Notizen mit dem Tablet zu machen. Es gibt zudem bei den Annotationsformen keine signifikanten Unterschiede zwischen iPad und Surface Pro Nutzern.

Annotationsformen mit dem Tablet

Multimediale Funktionen werden wenig genutzt

Die erweiterten medialen Funktionen wie Integration von Fotos, Videos und Audiomitschnitten für die Dokumentation des Unterrichts werden seltener genutzt, spielen aber dennoch eine Rolle, wenn immerhin 32,2% der Studierenden oft Fotos anfertigen und je 10% gelegentlich Audio und Videomitschnitte.

Weniger Augenkontakt

Die Studierenden scheinen sich nicht hinter den Tablets zu verstecken. Was aber tatsächlich anders wahrgenommen wird, ist der Augenkontakt zwischen den Lehrpersonen und den Studierenden. Dieser scheint nach Beobachtung von 29% der Studierenden zurückgegangen zu sein. Bei der Kontrollgruppe gibt nur einer von 37 Befragten an, Augenkontakt mit der Lehrperson zu vermeiden. Dieser Unterschied ist statistisch signifikant und interessanterweise auch stärker ausgeprägt bei den Microsoft Surface Pro Nutzern.

Augenkontakt Der fehlende Augenkontakt scheint die Atmosphäre im Klassenzimmer jedoch nicht stark zu beeinflussen. Die Angaben der Kontrollgruppe unterscheiden sich nicht signifikant. Im Allgemeinen wird die Atmosphäre im Klassenzimmer als offen wahrgenommen. 30% haben einen gemischten Eindruck.

Gängige Vorurteile bestätigen sich nicht

Befürchtungen, dass die Studierenden durch das Tablet abgelenkt sind, lassen sich nicht eindeutig bestätigen. 51.6% geben an, dass sie nicht häufiger abgelenkt sind als früher. Auch bei einem Blick auf die Kontrollgruppe mit Papier lassen sich keine signifikanten Unterschiede ausmachen.

Aufmerksamkeit

Tablets eignen sich nicht für alle Fächer gleich gut

Die Studierenden scheinen sich einig darüber zu sein, dass sich das Tablet besonders gut für Fächer eignet, bei denen man sich Notizen im Unterricht machen kann, die also vor allem mit Folien als Unterrichtsmaterial arbeiten. Hier betonen einige Studierende, dass das Tablet eine bessere Ordnung in die Unterlagen gebracht habe.

Eine skeptische Haltung gibt es hingegen bei dem Einsatz von Tablets in Praktika. Strittig ist auch der Einsatz der Tablets in mathematischen Fächern. Etwas über 50% der Studierenden sehen dem Einsatz von Tablets in der Mathematik und Physik kritisch. Das Arbeiten mit Arbeitsblättern und das Rechnen auf dem Tablet fällt den Studierenden offenbar schwerer als auf Papier. Es zeichnet sich hier ein sehr uneinheitliches Bild, es wären weitere, detailliertere Untersuchungen notwendig.

Intensivere Moodle Nutzung

Moodle wird durch den Tablet Einsatz eindeutig mehr genutzt als früher. Anders sieht es jedoch aus, wenn man sich den Funktionsumfang von Moodle anschaut. Der Aussage „Ich nutze mehr Funktionen von Moodle als früher“ stimmen 61,7% zu, für 25,8% jedoch trifft es nicht zu. Dennoch lässt sich an diesen Antworten ablesen, dass die Einführung von Tablets zu einer stärkere Nutzung elektronischer Lernmedien führt.

Moodle-NutzungSoziales Lernen wird nicht gefördert

Das Lernen mit Tablets führt nicht dazu, dass soziales Lernen gefördert wird. Die Tabletklasse zeigt trotz der neuen Technologie ein deutlich geringeres, kollaboratives Lernverhalten als die Vergleichsklasse.

kollaboratives-arbeitenDer Austausch untereinander fällt den Studierenden mit dem Tablet jedoch leicht. 19.4% tauschen sich sogar mehr aus als früher. Interessanterweise stimmen die iPad Nutzer signifikant mehr der Aussage zu, sich mit den Mitstudierenden häufiger als früher auszutauschen.

Die Frage, ob der Austausch zwischen den Studierenden durch die Tablets einfacher bzw. intensiver geworden ist, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Die Studierenden der Kontrollgruppe geben mit 63,9% an, dass ihnen der Austausch mit Mitstudierenden leicht fällt. Der Wert ist niedriger als bei der Tabletklasse, liegt aber statistisch nicht im signifikanten Bereich.

AustauschTablet ergänzt bestehende Endgeräte

Das Tablet ist vor allem ein zusätzliches Gerät, das mit seinen Einsatzmöglichkeiten anderen Geräten ähnelt, diese aber nicht vollständig ersetzt. Nicht überraschend, ersetzt das Microsoft Surface Pro in einem statistisch signifikanten Bereich häufiger den Laptop als das Apple iPad.

Auf die Frage, ob die Studierenden das Tablet eher wie Papier oder eher wie einen Laptop einsetzen, ergibt sich ein sehr durchmischtes Bild. 41,9% geben an, es eher wie einen Laptop zu benutzen, während 58,1% es in ihrer Nutzung eher vergleichbar mit Papier finden. Die meisten Kommentare betonen den hybriden Zustand des Tablets.

Substitution

Tablets werden im Präsenzunterricht und dem Selbststudium genutzt

Die Ergebnisse der Interviewphase deuteten zuerst darauf hin, dass sich das Tablet vor allem für den Präsenzunterricht eignet. Die Studierenden nutzen das Tablet aber auch im Selbststudium. Die Evaluation zeigt, dass das Lernen mit dem Tablet über alle Lehr- und Lernphasen hinweg möglich ist.

Wie die Tabletnutzung in der Vor- und Nachbearbeitung des Unterrichts, der Prüfungsvorbereitung und der Prüfung aussieht, was die Lehrpersonen dazu sagen und vor welchen Herausforderungen wir noch stehen, verraten wir Ihnen in Kürze in unseren nächsten Beiträgen.

Ein Dankeschön an das Projektteam

Ich möchten an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, um allen, die an der Evaluation mitgearbeitet haben, zu danken. Insbesondere die Projektleiterin Dr. Maren Lübcke und ihr Team bestehend aus Dr. Ute Woschnack und Flavio Di Giusto haben viel Einsatz gezeigt und tolle Arbeit geleistet. Aber auch die Studierenden und Lehrpersonen, die  geduldig all unsere Fragen beantwortet haben, haben an dieser Stelle ein grosses Dankeschön verdient.

PDF bearbeiten mit OneNote

Mark Kreuzer aus Köln hat für unsere Surface Pro Nutzer einen Webcast produziert, in dem er erklärt, wie man mit OneNote mühelos PDFs bearbeiten und Notizen erfassen kann.

Vielen Dank für diesen tollen Input!

Auf seinem Blog blog.microle.de berichtet Mark Kreuzer übrigens über sein Leben, fast ohne Papier. Es hat einige sehr lesenswerte Beiträge dabei. Ihr findet ihn auch auf Twitter unter @kramkr.

Wissen digital verwalten

Das papierlose Studium bringt nebst dem Verzicht auf Papier noch eine weitere Herausforderung mit sich, nämlich die Organisation und Verwaltung der digitalen Unterlagen. Wo speichern Sie die Unterlagen und Notizen, damit Sie sie jederzeit wieder finden?

Da unsere Studierenden mit einem Tablet arbeiten bietet sich eine cloudbasierte Lösung an, so können sie von verschiedenen Endgeräten auf die Daten zugreifen und die Daten bleiben auch bei Verlust oder Defekt des Gerätes erhalten. Wer allerdings viel offline arbeitet braucht einen Dienst, der die Notizen bei verfügbarer WLAN Verbindung synchronisiert.

Hier drei Tools, die sich sowohl für Windows als auch für iOS Nutzer eignen.

Evernote

Evernote, kostenlos

Evernote, kostenlos

Die Plattform stellt eine Art virtuelles Gedächtnis dar, in dem man Notizen, To-Do-Listen, Sprachaufzeichnungen, Bilder, Videos und Webseiten speichern und verwalten kann.

Die Inhalte werden als Notizen in Notizbüchern erfasst und können mit Schlagwörtern versehen können. Dokumente, Textdateien und Bilder mit Textelementen können dank der OCR-Technologie (Optical Character Recognition) durchsucht werden. Dies gilt jedoch nicht für handschriftliche Notizen.


Evernote für Anfänger und Einsteiger von TECHTREST

Lektionen in Notizen organisieren

Jeder organisiert sein Wissen individuell, wir möchten Ihnen jedoch ein Beispiel zeigen, wie Sie die Unterlagen und Notizen zum Studium organisieren könnten: Laden Sie das Dokument aus Moodle herunter, ergänzen Sie es im Adobe Acrobat Reader oder im GoodReader mit Notizen und senden Sie es anschliessend an Evernote. Evernote erstellt daraus eine Notiz, die in einem Notizbuch (z.B. pro Kurs) abgelegt werden kann.

Die Notiz können Sie anschliessend mit weiteren Inhalten wie To-Do-Listen, Erinnerungen oder Stichwörtern ergänzen oder sie via E-Mail oder Social Media mit anderen Studierenden teilen. So können Sie pro Kurs/Thema ein Notizbuch erstellen, das pro Lektion eine Notiz enthält.

Top

  • Kostenlose Version für Windows, Mac, iOS, Android
  • Synchronisation in der Cloud
  • Effiziente Suchfunktion, sucht bereits während dem Eintippen
  • Erinnerungen festlegen
  • Webinhalte speichern
  • Audio aufzeichnen
  • Fotos mit Text durchsuchen (z.B. Visitenkarten)
  • Inhalte an die persönliche Evernote E-Mail Adresse senden
  • Verknüpfung mit Apps von Drittanbietern wie z.B. Notes Plus, QuickOffice usw.

Flop

  • Keine handschriftlichen Notizen
  • Max. 60 MB Upload-Kapazität pro Monat
  • Hatte in der Vergangenheit diverse Sicherheitsprobleme
  • Nicht sehr intuitiv, man braucht eine Weile bis man sich zurecht gefunden hat
  • Server stehen in den USA

Evernote ist als webbasierte, mobile oder Desktop Version kostenlos verfügbar. Mit dem Premium-Service für CHF 45.- pro Jahr kann man unter anderem offline arbeiten und seine Daten besser schützen.

Weitere Informationen

Springpad (Hinweis: der Dienst existiert nicht mehr)

SpringpadDer online Dienst wird von vielen Nutzern als Mischung zwischen Evernote und Pinterest gesehen. SpringPad bietet ähnliche Funktionen wie Evernote, setzt dabei aber auf eine visuelle Benutzeroberfläche mit Pinboards.

SpringPad scheint auf den ersten Blick intuitiver als Evernote, bietet jedoch etwas weniger Funktionen. So kann z.B. nicht offline gearbeitet werden und der Text in den Notizen kann weniger gut formatiert werden. Wer viele textintensive Notizen erstellt, der ist mit Evernote besser bedient.


SPRINGPAD: Besser als Evernote? von TECHTREST

Ideen online teilen und kommentieren

Notizen können in SpringPad nach Typ erfasst werden, z.B. Link, Checkliste, Film, Restaurant usw. und mit Stichwörtern versehen werden. Die Notizen (sog. Springs) und Notizbücher können mit anderen Nutzern geteilt werden und eingeladene Nutzer können Kommentare erfassen; ähnlich wie bei Blogs oder auf Facebook. Zudem liefert SpringPad bei der Suche nach Inhalten Vorschläge für weitere Inhalte. Damit eignet sich SpringPad besonders gut für das Verwalten und Teilen von Ideensammlungen, Links, Bildern und Videos.

Im Gegensatz zu Evernote gibt es SpringPad aktuell nur als kostenlose, webbasierte Version, ein offline Modus ist nicht verfügbar. Eine App gibt es fürs iOS und Android.

Top

  • Kostenlose Web-Version und Apps für iOS und Android
  • Synchronisation in der Cloud
  • Visuelle Darstellung von Notizen als Pinboards
  • Vorschläge für weitere interessante Inhalte
  • Notizen nach Medientyp organisieren (Checkliste, Webseite, Video usw.)
  • Notizen teilen und kommentieren
  • Erinnerungen festlegen
  • Inhalte per E-Mail an SpringPad senden

Flop

  • Keine Desktop Version für Windows und Mac
  • Kein offline Modus
  • Weniger Formatierungsmöglichkeiten für Text
  • Keine handschriftlichen Notizen möglich
  • Server stehen in den USA

Weitere Informationen

Microsoft OneNote

Der digitale Notizblock von Microsoft verbindet die Office Suite elegant mit einem Notizverwaltungstool. Die App bietet alle Formatierungsmöglichkeiten wie wir sie z.B. von Word kennen und synchronisiert die Daten automatisch mit SkyDrive Pro oder SharePoint.

Handschriftliche Notizen und Office Integration

Im Gegensatz zu allen anderen Lösungen kann man mit OneNote auch handschriftliche Notizen erstellen. Zusätzlich können wie bei Evernote und SpringPad auch Bilder, Dokumente, Videos und Webseiten gespeichert werden. Die Notizen können über SkyDrive oder SharePoint mit anderen Nutzern geteilt werden.


Microsoft OneNote 2013 von FGMediaServices

OneNote gibt es auch als App für iOS und Android Geräte, allerdings nur in Kombination mit einem Office 365-Abonnement und als abgespeckte Version. OneNote eignet sich deshalb vor allem für Nutzer, die bereits mit Microsoft Office und dem Internet Explorer arbeiten und hierfür eine gut integrierte Notizverwaltungssoftware suchen. Für iOS oder Android Nutzer sind Evernote oder SpringPad wahrscheinlich die bessere Alternative.

Top

  • Handschriftliche Notizen
  • Synchronisation mit SkyDrive
  • Hierarchisch strukturierte Notizen
  • Integration mit Office Suite und Internet Explorer
  • Daten lokal speichern
  • Office Formatierungsmöglichkeiten
  • In Echtzeit gemeinsam an Notizen arbeiten (Whiteboard)

Flop

  • Lizenz kostet CHF 79.95 (für Studierende kostenlos erhältlich)
  • Keine Desktop Version für Mac
  • Die Apps für iOS und Android haben nur eingeschränkte Funktionen.
  • Server stehen in den USA

Weitere Informationen