Isabel Gajardo vor der Kamera des SRF

Vom Jurastudium vor die Kamera: Isabels Weg zur Journalistin

Manchmal braucht es Umwege, um den richtigen Platz zu finden. Für Isabel war dieser Platz vor der Kamera – ihr Traum war es schon lange, Journalistin zu werden.

Autorin: Serap Bulut

Direkt nach der gymnasialen Matura startete Isabel ein Jus-Studium. Doch schon bald zeigte sich: «Das war nicht das Richtige für mich», erzählt sie rückblickend. Auch der Gedanke, später als Anwältin zu arbeiten, war für sie nie wirklich präsent. Die Entscheidung, das Studium abzubrechen, fiel bewusst und öffnete gleichzeitig ein neues Kapitel.

Es folgten drei Jahre bei Swissport am Flughafen Zürich. Isabel nutzte diese Zeit nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zum Durchatmen. Reisen, Perspektiven wechseln, Abstand gewinnen und herausfinden, wohin es beruflich gehen soll.

Ein Interesse begleitete sie dabei schon länger: Journalismus. Nur der konkrete Weg dorthin fehlte noch – damals wusste sie noch nicht, dass die ZHAW genau den richtigen Studiengang für sie bereithielt. Statt im Gerichtssaal zu plädieren, sollte sie also vor der Kamera sprechen.

Der Funke springt über: Bachelor mit Schwerpunkt Journalismus

Als Isabel den Bachelor Kommunikation und Medien mit Schwerpunkt Journalismus entdeckte, wusste sie sofort: «Das ist mein Studium!» Nach einem Infoabend lässt sie wenig Zeit verstreichen und meldet sich schon am nächsten Tag für die Aufnahmeprüfung an. Eine Entscheidung aus dem Bauch heraus – aber eine, die sich richtig anfühlte.

Der Studienstart fiel in eine aussergewöhnliche Zeit: Zwei Drittel des Studiums fanden pandemiebedingt online statt. Isabel beschreibt diese Phase als Herausforderung – fachlich wie sozial.

Umso schöner dann das dritte Studienjahr: Zurück auf dem Campus, zurück im Präsenzunterricht, zurück im direkten Austausch mit anderen Studierenden.

«Die Stimmung war fantastisch!» erinnert sich Isabel. Gruppenarbeiten, Diskussionen, gemeinsame Projekte – getragen von einem starken Zusammenhalt und tollen Menschen. « Wir haben uns gegenseitig unterstützt – das hat die Studienzeit sehr bereichert.»

Besonders prägend waren für sie die Praxismodule. Audio, Video, Text – ausprobieren, scheitern, verbessern. «Es war extrem hilfreich, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die spätere Arbeit wirklich aussieht.» sagt sie.

«Die Stimmung während dem Studium war fantastisch!»

Isabel Gajardo

Vom Praktikum in die Redaktion beim SRF

Ihr Praktikum absolvierte Isabel in der Chefredaktion Video beim SRF. «Ich hatte Glück!» sagt sie. Nach dem Praktikum wurde eine Stelle frei und sie wurde als Redaktorin eingestellt.

Der Einstieg gelang reibungslos. Nicht zufällig: Das Studium hatte ihr das Handwerkszeug mitgegeben. Recherchieren, Beiträge strukturieren, Links-Rechts-Cadrage verstehen – alles greift hier ineinander.

«Ich konnte sofort loslegen», sagt sie. Und mehr noch: Sie begann bald, ihre eigene Arbeit kritisch zu hinterfragen – ein wichtiger Schritt im journalistischen Alltag.

Heute arbeitet Isabel an Beiträgen in der Inland- und Auslandredaktion für Schweiz aktuell, die Tagesschau und für 10vor10. Seit letztem Jahr steht sie zudem selbst vor der Kamera: als Moderatorin von Tagesschau kompakt und den Wochenendausgaben.

Der Weg dorthin führte über ein internes Casting: Bewerbung – Auswahl – Probe – Zusage.

Ein Blick hinter die Kulissen

Isabels Arbeitstag beginnt früh: Nachrichten hören, Zeitungen lesen, Themen sortieren. Noch bevor die erste Kamera läuft, entsteht Struktur im Hintergrund.

Im Newsroom werden Themen priorisiert, mit Produzent:innen diskutiert und Fragen für Korrespondent:innen vorbereitet. Parallel entsteht der Text, der später live gesprochen wird.

Kurz vor der Sendung wird es ruhig und konzentriert. Make-up, letzte Absprachen, technische Checks.

Isabel hat sich zwei kleine Routinen angewöhnt: Die Moderationskarten werden immer ausgedruckt (falls der Teleprompter ausfällt) und die Wasserflasche steht bereit, bevor es ernst wird.

Dann die letzten Minuten: Kamerawechsel, Toncheck, ein letzter Blick ins Studio.
Und schliesslich: Live on air.

Nach der Sendung bleibt ein kurzer Moment zum Durchatmen – bevor es dann in die zweite Runde geht.

Herzlichen Dank für die Einblicke in deinen Werdegang und in deine Karriere, liebe Isabel!


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