Aleksej Khordadpour Student Bachelor Sprachliche Integration Herbst im Park

Menschen im Sprachlernprozess begleiten mit dem Bachelor Sprachliche Integration

Das Aufwachsen umgeben von Kindern, die mit ihren Familien in den 90er-Jahren aus dem Balkan flüchten mussten, hat Aleksej Khordadpour geprägt. Der 31-Jährige möchte sich mit dem Bachelor Sprachliche Integration für Offenheit, Bildung, Toleranz und Gleichberechtigung einsetzen. Aktuell studiert Aleks im dritten Semester des Bachelor Sprachliche Integration. Warum er nebst der grossen Praxisbezogenheit des Studiums auch die abstrakten Inhalte sehr schätzt, was er mit dem Bachelor erreichen möchte, und wie er auf seine Zukunft blickt, erfährst du im Bloginterview.

Autorin: Stefanie Krüsi

Warum hast du dich für den Bachelor Sprachliche Integration entschieden?

Es ist mir ein Anliegen, Menschen in ihrem Sprachlernprozess zu begleiten, damit sie autonom handeln und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Wie hat sich dieses Anliegen entwickelt?

Während eines Freiwilligeneinsatzes bei HEKS habe ich zwei Jahre lang mehrere Konversationskurse geleitet und Menschen aus über 30 verschiedenen Nationen unterrichtet. Diese Erfahrung führte zur Erkenntnis, wie wichtig gut ausgebildete Fachkräfte in diesem für die Gesellschaft äusserst relevanten Tätigkeitsfeld sind. Dazu kam die grosse Dankbarkeit der Teilnehmenden, die ich häufig über den Sprachkurs hinaus bei organisatorischen und berufsrelevanten Fragen unterstützen durfte. Die Mischung aus gelebter Empathie und einem gelungenen Lehr-Lern-Prozess bewirkte, dass ich jeden Tag mit einem breiten Lächeln und strahlenden Augen aus dem Kursraum ging.

Wo stehst du heute mit deinem Studium?

Ich habe mich sehr darauf gefreut, ins Studium an der ZHAW zu starten und damit nach ersten Erfahrungen mit einem universitären Studium auch die praxisnahe Welt einer Fachhochschule kennenlernen zu dürfen. Nach der Sommerpause im Assessmentjahr konnte ich es ehrlich gesagt kaum erwarten, wieder in die Vorlesung zu kommen und alle bekannten Gesichter widerzusehen. Der Campus und die Menschen hier sind mir innert kürzester Zeit sehr ans Herz gewachsen.

Mit welchen Erwartungen bist du den Bachelor Sprachliche Integration angetreten?

Ich hatte zu Beginn die Befürchtung, dass es mir fehlen würde, meine Lehrveranstaltungen frei zu wählen und bei den Leistungsnachweisen striktere Vorgaben beachten zu müssen, als ich es mir gewohnt war. Tatsächlich ist der Modulplan aber sehr abwechslungsreich gestaltet und die Qualität der Vorlesungen stets hoch. Die Möglichkeit, das Studium individuell zu gestalten, wird durch verschiedene Kombinationsmöglichkeiten von Praktika, Projektarbeiten und Auslandsemestern garantiert. Ich war von der ersten Studienwoche an begeistert vom Flexibilitätsgrad dieses Bachelors.

Was gefällt dir bis jetzt am Studium besonders gut und wo liegen die Herausforderungen?

Die Tatsache, dass trotz der grossen Praxisbezogenheit des Studiums auch abstraktere Inhalte vermittelt werden, freut mich sehr. Da ich aus der Philologie komme, sind Phonetik und Morphologie für mich Bereiche, die mich erfüllen und glücklich machen. Durch den modularen Aufbau erhält man an der ZHAW in kurzer Zeit ein sehr solides Fundament im Bereich linguistische Grundlagen.

Durch Microteachings haben wir zudem die Möglichkeit, an unseren Unterrichts- und Auftrittskompetenzen zu feilen und unser Potenzial als zukünftige Lehrkräfte voll auszuschöpfen. Das Feedback durch die Dozierenden ist dabei eine wertvolle Unterstützung.

Was möchtest du mit dem Bachelor Sprachliche Integration erreichen?

Meine Leidenschaft gehört der Sprachforschung, die ich mit einer Teilzeitstelle im Bereich der Erwachsenenbildung ergänzen möchte. Auf politischer Ebene ist es mir wichtig, für Lohnfairness und qualitativ hochwertige Ausbildungen im Lehrbereich einzustehen.

Wie sehen deine Pläne nach dem Bachelorstudium aus?

Häufig öffnen sich im Leben spontan Türen und man landet an einem Ort, an den man von sich aus nie gedacht hätte. Ich bin gespannt, was mich erwartet, und werde mich weiterhin neugierig und unvoreingenommen in verschiedenen Projekten und Tätigkeiten engagieren, um mein Skillset weiter auszubauen und nicht der Routine zum Opfer zu fallen.

Welches ist dein persönlicher Bezug zur sprachlichen Integration?

Ich habe in den 90er Jahren gemeinsam mit Kindern, die durch die Balkankriege zur Flucht gezwungen wurden, die Grundschule besucht. Dabei erlebte ich Situationen, die meinem Gerechtigkeitsempfinden zutiefst widerstrebten und mich bis heute prägen. Der Einsatz für Offenheit, Bildung, Toleranz und Gleichberechtigung ist mein Antrieb.

Was du zum Schluss noch sagen wolltest.

Den gesellschaftlichen Diskurs über das gesamte politische Spektrum hinweg zu fördern, indem Menschen Sprachkompetenzen vermittelt werden, ist eine Voraussetzung für eine gerechte und funktionierende Lebenswelt.


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