Denise Lohmeyer, Praktikantin DaF/DaZ

Wie Sprache Gesellschaft und Zusammenleben beeinflusst

Einsprachig aufzuwachsen, obwohl ihre Mutter Deutsch als Zweitsprache erlernt hat, ist nur einer der Gründe, warum sich Denise Lohmeyer sehr für die Themen des ILC Institute of Language Competence interessiert. Mit einem doppelten Bachelorabschluss in Deutscher und Französischer Sprache, Literatur, Kommunikation und Kultur und als aktuelle Masterstudentin in «Multilingualism» an der Universität Konstanz absolviert die 27-Jährige während den vergangenen Monaten ein Praktikum am Departement Angewandte Linguistik.

Autorin: Stefanie Krüsi

«Endlich das Wissen, das ich über die letzten Jahre im linguistischen Bereich sammeln durfte, anzuwenden und zu erfahren, wie Projektarbeit im Team zu Ergebnissen mit gesellschaftlichem Einfluss führen kann, war für mich grossartig», so Denise Lohmeyer, die von November 2021 bis Februar 2022 ein viermonatiges Praktikum am ILC Institute of Language Competence an der ZHAW absolvieren durfte. Als sich die 27-Jährige langsam anfing, zu überlegen, wie es nach ihrem Masterabschluss weitergehen soll, ist sie bei ihrer Recherche auf das ILC am Departement Angewandte Linguistik der ZHAW gestossen. «Ich war gleich begeistert!» Zwar liebe sie ihre Studieninhalte, aber es sei schon alles sehr theoriebezogen. «Die Möglichkeit in die spannenden, gesellschaftsrelevanten Projekte der ZHAW Einblick zu erhalten, hat mich überzeugt, mich zu bewerben.»

Mitarbeit in Projekten des DaF/DaZ-Bereiches

«In den vergangenen vier Monaten erhielt ich Einblick in verschiedene Projekte, vor allem im DaF/DaZ-Bereich (Deutsch als Fremd- und Zweitsprache), und arbeitete dort aktiv mit.» Unter anderem kümmerte sich Denise um eine Projektplanung von der Offerte und der Kommunikation mit Projektpartner:innen, über die Erstellung von Handlungsplänen, die Aufgabenverteilung, bis hin zu der Erstellung von Budgets und der Erarbeitung von Konzepten. «Besonders spannend und lehrreich war für mich die Entwicklung von Tests zur Sprachstandserhebung. Auch bekam ich die Gelegenheit, beim Aufbau eines Projekts zur Unterstützung Geflüchteter beim Erlernen der deutschen Sprache mitzuarbeiten – was mich sehr begeisterte.»

Denise Lohmeyer, Praktikantin am ILC Institute of Language Competence.

Persönlicher Bezug zu Sprache und Integration

Die 27-Jährige erachtet die Arbeitsbereiche des ILC als besonders sinnstiftend, da sie darauf abzielen, etwas positiv zu verändern: «Sowohl individuell als auch auf gesellschaftlicher Ebene kann von den Forschungsergebnissen des Instituts profitiert werden», berichtet Denise. Auch persönlich verbindet sie vieles mit den Themen des ILC: «Ich habe schon im Bachelor Kurse im Bereich DaF/DaZ und Mehrsprachigkeit belegt. Dabei ist mir bewusst geworden, welche aktuelle Relevanz diese Themen haben. Wie wir mit Sprache umgehen, beeinflusst die Gesellschaft und unser Zusammenleben in einem Masse, das einem im ersten Moment vielleicht nicht bewusst ist»

Denise ist nicht mehrsprachig aufgewachsen, obwohl ihre Mama selbst Deutsch als Zweitsprache gelernt hat. Durch die Kurse, die sie in der Uni belegte, hat sie sich mit den Gründen für ihre einsprachige Erziehung auseinandergesetzt: «Ich entdeckte dabei spannende Studien mit Ergebnissen, die mich faszinierten. Kritische Aspekte wie Diskriminierung wegen, oder Prestige durch den Gebrauch bestimmter Sprachen haben ebenso meine Aufmerksamkeit erregt, wie die Erkenntnis, dass Sprache auch Gemeinschaft schaffen kann und sprachliche Integration positive Auswirkungen auf viele andere Bereiche im Alltag hat.»

Integration als zentrales Thema unserer Zeit

Denise weiss, dass Sprache in jedem gesellschaftlichen Bereich von grosser Relevanz ist und durch aussagekräftige Forschungsergebnisse, die vor allem auch in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen geliefert werden, Aufmerksamkeit dafür geschaffen wird. Gerade Integration nennt sie hier als zentrales Thema unserer Zeit. «Durch die bereichernde Arbeit und die gesammelten Erfahrungen am ILC freue ich mich besonders auf meinen Berufseinstieg nach Beendigung des Masterstudiums. Sehr gerne würde ich weiterhin im wissenschaftlichen Feld tätig sein, wobei mich vor allem die anwendungsorientierte Arbeit reizt.»



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