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Von der Flight Attendant zur Studentin Sprachlicher Integration

Ursula Renggli studiert seit Herbst 2020 im Bachelor Sprachliche Integration. Von Beginn weg weiss die 26-Jährige, dass sie nach dem Studium etwas in den Bereichen Migration und Integration bewirken und mit ihrem Beruf einen Beitrag für die Gesellschaft leisten möchte. Die Vielseitigkeit des noch jungen Studiengangs sowie das grosse Wissen rund um Menschen und Sprache(n), das sie sich aneignet, sind ideale Voraussetzungen dafür.

von Sarina Bopp, Studentin Bachelorstudiengang Kommunikation, 4. Semester, am IAM Institut für Angewandte Medienwissenschaft der ZHAW

Ursula Rengglis Blick schweift über die Dächer von Zürich. Die Studentin steht auf dem Lindenhof und erzählt von ihrem ersten Studienjahr im Bachelor Sprachliche Integration. Mitte September geht es für Ursula bereits mit dem dritten Semester weiter. «Die Vielseitigkeit dieses Studiengangs hat mich von Anfang an begeistert», meint sie, und freut sich bereits darauf, weitere neue Fächer und Module zu besuchen. Genauso vielfältig wie die Modulzusammenstellung des Studiums ist auch Ursulas Hintergrund, der sie zu dieser Studienwahl an der ZHAW bewogen hat.

Migration und Integration selbst erlebt

«Ich bin in mit mehreren Kulturen und Sprachen aufgewachsen», erzählt die Studentin. Ursulas Mutter ist Brasilianerin. «Als ich klein war, konnte meine Mutter noch kein Deutsch. Sie hat mit meinem Bruder und mir stets Portugiesisch gesprochen.» Mit ihnen hat die heute 26-Jährige als Kind am meisten Zeit verbracht. «In Kontakt mit der deutschen Sprache kam ich erst im Kindergarten.» Durch den täglichen Austausch mit gleichaltrigen Kindern und dem späteren Besuch der DaZ-Kurse (Deutsch als Zweitsprache) in der Primarschule sei ihr das Erlernen dieser Zweitsprache aber nicht schwergefallen. «Die deutschen Wörter habe ich aufgesaugt wie ein Schwamm», erinnert sich die Studentin zurück. Damals hat auch ihre Mutter mehrere Deutschkurse besucht. «Vor allem durch den Gebrauch der Sprache bei der Arbeit machte auch meine Mutter schnell Fortschritte.» Heute spricht sie sehr gut Deutsch. Trotzdem weiss Ursula: «Im Erwachsenenalter ist es viel schwieriger, eine neue Sprache zu lernen.» Die Bedeutung von Sprachlicher Integration durch ihr enges Umfeld so klar vor Augen zu haben, habe sicher dazu beigetragen, dass sie heute dieses Studium absolviere.

Über den Wolken – mit Zukunft in der Schweiz

Vor ihrem Studium kam Ursula als Flight Attendant um die Welt. «Mit diesem Job habe ich viele neue Kulturen entdeckt», sagt die Studentin mit leuchtenden Augen. Das Reisen habe ihr die Schönheit unserer Erde und auch die gesellschaftlichen und kulturellen Unterschiede vor Augen geführt. «Es wurde mir immer bewusster, wie gut es uns hier in der Schweiz geht», gesteht sie. Der Wohlstand, in dem wir leben, sei nicht zu vergleichen mit den Umständen auf den Strassen Südamerikas. «Gerade deswegen möchte ich hier etwas bewirken. Wenn wir die Mittel schon haben, sollten wir diese auch nutzen. So möchte ich etwas tun, das anderen die Integration erleichtert.» Ursula hat unzählige Länder bereist und viele Sprachen gehört, denn sprachinteressiert sei sie schon immer gewesen: «Auch deshalb habe ich kurz vor dem Studium ein halbes Jahr im Welschland verbracht.»

Für Ursula steht fest, dass sie nach dem Studium im Bereich Migration tätig sein will. Sie möchte handeln und dies direkt mit und für Menschen, direkt an der Front. «Sprachliche Integration ist ein Thema, das nicht mehr wegzudenken ist. Es ist präsent und wird sicherlich auch weiter an Bedeutung gewinnen.»

Fasziniert von verschiedenen Kulturen und sprachlicher Integration

Die junge Frau mit brasilianischen Wurzeln will nach ihrem Studium ihren Beitrag im Bereich Integration leisten und Menschen unterstützen. Doch das Fernweh wird sie nie ganz loslassen. «Vor allem eine Destination steht im Moment auf meiner Wunschliste: Lateinamerika», erzählt Ursula. «Die Atmosphäre, die dort in der Luft schwebt, dieses lebendige Gefühl: es ist unbeschreiblich.» Durch ihre Wurzeln hat sie sich dieser Kultur schon immer nahe gefühlt. «Der Latino-Lifestyle fasziniert mich», erzählt sie. Ihr Blick schweift in die Ferne. Die Studentin kann sich durchaus vorstellen irgendwann auch im Ausland zu arbeiten. «Wahrscheinlich werde ich in Zukunft aber hier in der Schweiz tätig sein.» Ihr grosses Ziel bleibt also – trotz des Fernwehs – in der Schweiz im Bereich Migration zu arbeiten und ihren Beitrag zu einer gemeinschaftlichen, lebendigen und fairen Gesellschaft zu leisten.


Ursula ist Studentin im Bachelor Sprachliche Integration.

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