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Mit einer «Lebendigen Bibliothek» agiere ich als Brückenbauer

Reden schafft Akzeptanz und genau deshalb möchte der gelernte Sozialpädagoge Simon Zimmermann mit einer Lebendigen Bibliothek Gespräche ermöglichen. Gespräche, die sonst gar nicht stattfinden würden. In seinem Berufsalltag bringt er junge Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Mit Feingefühl baut er Brücken zwischen den Kulturen. Im Interview teilt er, welche erlernten Kompetenzen er aus dem CAS Kommunizieren und handeln im interkulturellen Kontext im Beruf konkret anwendet.

Von Stefanie Krüsi, Kommunikationsverantwortliche ILC Institut of Language Competence

Simon Zimmermann hat einen Bachelorabschluss in Sozialer Arbeit und als Sozialpädagoge im Leistungssport gearbeitet. Damals betreute er eine Wohngemeinschaft für Fussballtalente des FC Basel. Nebenbei hat er den CAS in Community Arts an der ZHAW absolviert und danach den Weg zurück in die offene Jugendarbeit gefunden. Aktuell ist der 39-Jährige als Jugendarbeiter in leitender Position bei der JuAr Basel innerhalb der GGG Stadtbibliothek Basel tätig. Er arbeitet dort mit Jugendlichen aus verschiedenen Kulturen. Das bewog ihn auch, den CAS Kommunizieren und handeln im interkulturellen Kontext am Institute of Language Competence zu absolvieren.

Weshalb hast du den CAS Kommunizieren und handeln im interkulturellen Kontext am Institute of Language Competence absolviert?

Ich suchte eine interdisziplinäre Weiterbildung mit dem Fokus auf das interkulturelle und soziokulturelle Umfeld. Ich hatte im CAS in Community Arts bereits Wissen im Bereich Projektmanagement erworben. Im CAS Kommunizieren und handeln im interkulturellen Kontext konnte ich meine interkulturellen Kompetenzen erweitern.

Was hat dir an diesem Lehrgang gefallen?

Das Interdisziplinäre und besonders auch die Sichtweisen, Wertvorstellungen und Arbeitsweisen anderer TeilnehmerInnen und deren Erfahrungen in ihrem Arbeitsalltag. Das hat meinen Horizont als Jugendarbeiter enorm erweitert

Was kannst du für dich nun in die Praxis mitnehmen?

Ich konnte meine interkulturellen Kompetenzen schärfen und von vielen Theorien aus den Sozialwissenschaften wie auch aus der Linguistik profitieren. Zum Beispiel die Theorie der Intersektionalität, welche unterschiedliche Diskriminierungskategorien gegenüber einer Person beleuchtet. Das ist ein sehr aktueller Ansatz. Dank wissenschaftlich fundierten Ansätzen handle ich nun in Interaktion mit Menschen unterschiedlicher Herkunft differenzierter und reflektierter.

Welche erlernten Kompetenzen aus diesem CAS-Lehrgang wendest du nun in deinem Beruf konkret an?

Ich leite Projekte welche Menschen mit unterschiedlicher Herkunft zusammenbringen. Zudem möchte ich eine Plattform bieten, wo sich Jugendliche und junge Erwachsene untereinander austauschen können, zum Beispiel plane ich in Zukunft eine «Lebendige Bibliothek» durchzuführen, wo junge Menschen unter anderem über ihre Fluchterfahrungen berichten können. Auf diese Weise möchte ich als Brückenbauer agieren. Meine berufliche Erfahrung und das im CAS erworbene Wissen bestätigen mich in meiner Überzeugung, dass sich Menschen mit einer anderen Herkunft in der Aufnahmegesellschaft nur dann akzeptiert fühlen, wenn sie sich ausdrücken können und gehört werden.

Wem würdest du den CAS Kommunizieren und handeln im interkulturellen Kontext weiterempfehlen?

Ich kann diesen Lehrgang allen empfehlen, welche sich für interkulturelle Prozesse interessieren. Besonders Berufsleuten aus dem Bereich der sozialen Arbeit, kann das Erlernte im interkulturellen Berufsalltag aber auch im privaten Umfeld den Horizont erweitern.

Was war rückblickend das Highlight in dieser Weiterbildung?

Die Auseinandersetzung mit den anderen CAS-Teilnehmenden aus verschiedensten Berufsfeldern mit ihrem jeweiligen Erfahrungsschatz war sehr wertvoll. Interessant war dabei besonders die Arbeit der DolmetscherInnen und ÜbersetzerInnen aus Sicht der Linguistik zu beleuchten.


Der CAS Kommunizieren und handeln im interkulturellen Kontext vermittelt interkulturelle Kommunikation praxisnah für die Berufsfelder Beratung, Berufsintegration, Bildung, Dolmetschen und Sprachunterricht. Er wird in Kooperation mit der Zürcher Fachorganisation AOZ durchgeführt, die ihr Know-how und ihre langjährige Erfahrung im Migrationsbereich einbringt.


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