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Kaltstart mit dem CAS Technische Dokumentation

Birgit Fuhrmann ist Technische Redakteurin. Sie liebt die Übersetzungsarbeit von Technik zu den NutzerInnen. Seit März unterrichtet sie am IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen in der Weiterbildung. Sie erzählt, was sie daran fasziniert und wie sie im CAS Technische Dokumentation unter den erschwerten Bedingungen von Corona den Einstieg gemeistert hat.

Von Birgit Fuhrmann, Expertin für Technische Kommunikation und Marketingkommunikation und Weiterbildungs-Dozentin für Technische Dokumentation am IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen

Vor fast genau 8 Jahren habe ich an der ZHAW den Bachelor in Technikkommunikation abgeschlossen. Die Kombination aus Sprache und Technik machten diesen Studiengang für mich so interessant – und ich habe meine Entscheidung von damals nie bereut. Seither habe ich viel praktische Erfahrung gesammelt als Technische Redakteurin und zuletzt als Abteilungsleiterin Technische Kommunikation und Marketingkommunikation. In dieser Funktion geht es in einem grossen Teil der Arbeit darum, die Technische Dokumentation (TD) im Unternehmen sichtbar zu machen, alle Beteiligten ins Boot zu holen und sie im Produktionsprozess am richtigen Ort zu verankern. Das ist herausfordernd. Mit Blick auf „mein Fach“ und die Weiterentwicklung meiner Expertise sind die Möglichkeiten dabei jedoch begrenzt. Deshalb wollte ich einen Schritt weitergehen. Als Dozentin in der Weiterbildung kann ich mein Praxiswissen an interessierte Lernwillige weitergeben. Denn nur, wenn man Wissen teilt, kann es wachsen.

Mitte März 2020 war es endlich soweit! „Mein“ CAS Technische Dokumentation an der ZHAW konnte starten – ganz neu aufgesetzt. Für mich die Chance, im Modul Grundlagen der Technischen Dokumentation, meine ersten Erfahrungen als Dozentin zu machen. Meine Freude und Aufregung waren gross. Nach intensiver Vorbereitung mit Recherche, Literatur und auch in Hochschuldidaktik, fühlte ich mich bereit loszulegen. Doch mit COVID-19 war plötzlich alles ganz anders: Die Weiterbildung sollte in distance learning stattfinden unter ganz neuen Voraussetzungen. Schnelle Entscheidungen mussten gefällt werden. Aber: Wenn man daran glaubt, ist alles möglich.

Zweifacher Sprung ins kalte Wasser als Dozentin für Technische Dokumentation

Die erste Präsenzveranstaltung am 13.3.2020 fühlte sich wie ein Sprung ins kalte Wasser an. Trotz intensiver Vorbereitung war ich aufgeregt. Mit der Unterstützung aus der IUED-Weiterbildung  verflog die Aufregung jedoch rasch. In den Pausen bekamen wir immer wieder Updates zur aktuellen Lage rund um Corona – aus der Pressekonferenz des Bundesrates. Und nach den ersten vier Kurslektionen stand fest: Der Präsenzunterricht an der ZHAW würde vorerst auf Eis gelegt werden – also nichts mit Schwimmen. Unklar blieb, für wie lange.

Mit dem Lockdown kam der zweite Sprung ins kalte Wasser. Innert weniger Tage fiel die Entscheidung, den Kurs in den digitalen Raum zu verlegen. Viele Absprachen, technische Umstellungen, erneute Recherche und die Umarbeitung der Kursinhalte für E-Learning. Immer im Hinterkopf die bange Hoffnung, dass alle KursteilnehmerInnen dabei bleiben.

Es hat geklappt!

Mit Blick zurück auf die letzten Monate kann ich sagen: Es hat geklappt! Dank der Unterstützung aus der IUED-Weiterbildung (Leiterin und Administration), dem Austausch mit anderen Dozierenden, der Offenheit der GFT-Akademie bei der Nutzung ihrer Podcasts und realistischem Optimismus. Dabei hat COVID-19 gezeigt, dass Zusammenarbeiten entscheidend ist und die positive Einstellung gegenüber Veränderungen.

Der Kurs „Grundlagen der Technischen Dokumantion“ lebt vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Neues Fachwissen soll erworben, diskutiert, an Erfahrungen gespiegelt, mit Praxisbeispielen geprüft und in Bezug auf die Dokumentationen der KursteilnehmerInnen angewandt werden. Dabei entwickelte ich mit ihnen – im und für das „Fernstudium“ – eine intensive Feedback-Kultur: Ich gab ihnen, sie gaben mir und sie gaben sich gegenseitig Feedback. Das schaffte Nähe und Vertrauen und half, den Lernerfolg sichtbar zu machen. Auch legte sie virtuellen Raum die Basis für alternative Erfolge: Denn im virtuellen (Lern-)Raum kann z.B. eine vertonte PowerPoint-Präsentation den gefürchteten Live-Auftritt ersetzen. Mir als Dozentin bereitet es unheimlich viel Freude, den Austausch und die Erfolge aller KursteilnehmerInnen zu unterstützen und mitzuerleben. Vielen Dank ihnen für diese wertvolle Erfahrung!

Der Sprung hat sich gelohnt. Eine Kursteilnehmerin dazu: „Es ist auf jeden Fall so, dass ich sehr viel lerne, also sehr viel mitnehmen kann. Ich sehe auch immer wieder Bezüge zu meiner täglichen Arbeit, habe Aha-Erlebnisse und kann das Gelernte bei der Arbeit umsetzen. Die Art des Kurses mit vielen Übungen, Wiederholungen in den Übungen, Vorlesungen und Lektüre wirkt sich für mich positiv auf den Lernerfolg aus.“ Das Wasser war am Ende doch nicht so kalt.

Birgit Fuhrmann hat 2012 den Bachelor Angewandte Sprachen mit Vertiefung Technikkommunikation abgeschlossen. Über Praktika als Studentin fand sie den Einstieg in die Technische Dokumentation bei der Endress + Hauser Gruppe, wo sie 2018 Head Of Department Technology Media wurde. Im Video „Sprachprofis im Porträt – mit Hazel Brugger“ von 2016 gibt sie Einblick in ihre vielseitige Arbeit als Technische Redakteurin.

Was macht eine Technische Redakteurin? Birgit Fuhrmann im Porträt (Ausschnitt aus dem Video „Sprachprofis im Porträt – mit Hazel Brugger“)

Das Weiterbildungsangebot des IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen ist auf die Berufspraxis ausgerichtet und ermöglicht mehrsprachigen KommunikatorInnen und Sprachmittlungsprofis, ihre Kenntnisse gezielt zu vertiefen und auszubauen.

Der Weiterbildungskurs „Grundlagen der Technischen Dokumentation“ vermittelt solides Grundwissen zur Bedeutung und zu den Aufgaben der Technischen Dokumentation (TD), über Arten von und Anforderungen an TD, rechtliche und normative Aspekte, Zielgruppenanalyse und Lokalisierung. An praktischen Beispielen aus dem eigenen Arbeitsbereich werden überdies Grundlagen zur Informationsentwicklung und das Schreiben in der TD analysiert und Optimierungsmöglichkeiten erarbeitet. Die Teilnehmenden können so ihr fachliches Wissen vertiefen, sich über ihre Praxiserfahrungen austauschen und gewinnen neue Einblicke und Lösungsmöglichkeiten für ihren Aufgabenbereich.



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