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„Frau Fokusgruppe“

Nadine Klopfenstein, Jahrgang 1979, ist seit 4 Jahren an der ZHAW am Institut für Angewandte Medienwissenschaft (IAM) tätig. Die charismatische Rheintalerin ist Mutter von zwei kleinen Buben im Alter von 2 ½ und 5 Jahren und hat im vergangenen Herbst ihr Doktorat an der Universität Zürich in Angriff genommen. Der Weg von der Bodensee-Region nach Winterthur führte für Nadine über diverse Zwischenstationen und Ausbildungsstätten, bis sie hier schliesslich «dä Foifer und s Weggli» fand – und in Kollbrunn mit ihrer Familie heimisch wurde. Wie «Frau Fokusgruppe», wie sie von ihren Kollegen und Kolleginnen mit einem Augenzwinkern genannt wird, diese Reise mit ihren zahlreichen Via-Stationen erlebt hat, erzählt sie uns bei einem Kaffee.

von Aline Meili, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute of Language Competence

«Wiä blöd mues mer sii»

Drei Jahre lang besucht die Gymnasiastin aus Berneck die Kantonsschule in Heerbrugg – bis sie ein Jahr vor Abschluss das Handtuch wirft. Rückblickend verdreht Nadine über diesen Entscheid die Augen. Dass es auch einfacher gegangen wäre, als über den zweiten Bildungsweg (selbstredend berufsbegleitend) die Erwachsenen-Matura nachzuholen, ist ihr bewusst. Nichtsdestotrotz war dieser Umweg über die KV-Berufslehre zur Matura auf dem zweiten Bildungsweg für Nadine die «schönste Schulzeit» ihres Lebens. Schmunzelnd erzählt sie von den Karaoke-Abenden, die an die samstäglichen Lernsessions anschlossen. Ja, vielleicht wäre es einfacher gegangen. Aber da war ja noch der Kindheitstraum von der Tierärztin…

«Das klappt nie, aber Sie können’s gerne probieren»

So lautete die vernichtende Rückmeldung der Berufsberaterin zu Nadines damaligem Studienwunsch: Veterinärmedizin. Den Kindheitstraum will sie sich aber nicht einfach so nehmen lassen und handelt wie es ihrem Naturell entspricht: Probieren geht über Studieren. Leider lässt sich aber das Studium tatsächlich nur schwer mit einer Berufstätigkeit vereinbaren – und so wird es dann nach zwei Jahren Veterinärmedizin zu viel. Das muss sich auch Nadine eingestehen. Die Doppelbelastung hat ihre Spuren hinterlassen und so zieht sie sich nach Südfrankreich auf ein Gut zurück, wo sie Pferde und Esel versorgt und mit dem Gutsbesitzer Tango tanzt (der besagte Gutsbesitzer ist niemand anders als der Walti Kaiser, Gründer der berühmten Zürcher Tanzschule Kaiser).

Nächster Halt: Winterthur

Frisch erholt kehrt Nadine nach einem halben Jahr Auszeit in die Schweiz zurück und der Transit zeigt Wirkung: Zuerst lernt sie ihren Ehemann kennen, ein halbes Jahr später startet Nadine wieder voller Elan ins BA-Studium Journalismus und Kommunikation (JO) an der ZHAW. Bevor sie den anschliessenden Kooperationsmaster «Digital Journalism» mit der Universität Hamburg in Angriff nimmt, legt sie noch einen Zwischenstopp beim Winterthurer Landboten ein, wo sie während fünf Jahren als Journalistin arbeitet, bevor es sie zurück an die Hochschule zieht. Auf das Studium folgen drei Jahre als Assistentin am IAM mit Anschlussverbindung als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Nicole Rosenberger, wo sie noch heute im Fachbereich Organisationskommunikation und Management (OKM) arbeitet und forscht. In Projektseminaren geht sie gemeinsam mit Dr. Carmen Koch und Studierenden der Frage nach, wie sich «Freiwilligenkommunikation in der digitalen Transformation» verändert. 

Diese Laufbahn verkehrt weiter nach…

Seit letztem Herbst, genauer seit September 2019, ist Nadine zudem an der Universität Zürich als Doktorandin eingeschrieben. Sie promoviert zum Thema Nachrichtenverständnis und –konsum von Jugendlichen im Rahmen des Projekts «Schweizer Digital Natives mit Nachrichten erreichen», welches vom BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) finanziert wird und unter der Leitung von Prof. Dr. Aleksandra Gnach und Prof. Dr. Wibke Weber im Fachbereich Medienlinguistik durchgeführt wird. 

Für Nadine ist mit den zwei Standbeinen in der Forschung somit die berühmte Wunschvorstellung vom «Foifer und s Weggli» in Erfüllung gegangen. Dass sie diese (Stand)beine noch weit tragen werden, ist sicher – eine Endstation ist zumindest noch ausser Sicht.


Mehr zu den Forschungsprojekten von Nadine Klopfenstein:


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