Fünf Studierende geben Einblicke in ihre Ausbildungen am Departement Gesundheit, in deren Zentrum immer der Mensch steht. Die Gespräche wurden im März 2026 geführt und aufgezeichnet.
von Marion Loher
Beina Kovani (22), Bachelorstudentin Gesundheitsförderung und Prävention, 4. Semester:
«Ich fühle mich im Studium sehr wohl. Es ist vielseitig und bereitet uns gut auf den Berufsalltag vor. Die Dozierenden sind engagiert. Sie vermitteln nicht nur Inhalte, sondern zeigen auch, wie wichtig Eigeninitiative ist. Da kann ich viel mitnehmen. Etwas anstrengend sind momentan die vielen Gruppenarbeiten. Die Organisation ist oft aufwendig, weil alle in der Gruppe unterschiedliche Zeitpläne haben und auch fachlich nicht immer auf dem gleichen Stand sind. Ich hoffe, dass sich das im Laufe des Semesters noch etwas einspielt. Im Mai 2026 beginne ich mein Praktikum in der Suchtprävention. Ich freue mich sehr darauf. Während eines Vorpraktikums auf einer Station für Abhängigkeitserkrankungen habe ich gesehen, wie gross das Problem von Substanzen in unserer Gesellschaft ist, vor allem von legalen. Das interessiert mich sehr. Am liebsten würde ich später in der Suchtprävention arbeiten. Ich kann mir aber auch vorstellen, eine Stelle im Gesundheitsmanagement einer Krankenkasse oder Versicherung anzutreten oder in der Forschung zu arbeiten. Bis zu meinem Abschluss im Sommer 2027 habe ich noch etwas Zeit, mich zu entscheiden.»
Céline Blum (22), Bachelor-studentin Ergotherapie, 4. Semester:
«Der Start ins Studium war für mich ein grosser Schritt: neue Stadt, neue Leute, neue Schule. Trotzdem habe ich mich an der ZHAW schnell gut aufgehoben gefühlt. Die Dozierenden sind engagiert und legen grossen Wert darauf, dass wir uns wohlfühlen. Wir werden auch von Mentor:innen begleitet. Was mir am Studium besonders gefällt, ist die Nähe zur Praxis und dass der Unterricht so vielfältig ist. Gleichzeitig bringt dies auch Herausforderungen mit sich: In der Ergotherapie gibt es sechs Fachbereiche, die alle abgedeckt werden. Manche finden, dass man dadurch weniger gezielt auf den Beruf vorbereitet ist. Ich sehe das entspannter, weil ich es schätze, verschiedene Bereiche kennenzulernen. Aktuell läuft mein Praktikumssemester. Mein erstes Praktikum habe ich an einer Heilpädagogischen Schule in Bern gemacht, derzeit bin ich im Reha-Zentrum St. Gallen der Klinikgruppe Valens. Es ist spannend, das Wissen aus den letzten eineinhalb Jahren in der Praxis anzuwenden. Ich darf bereits eigene Therapien planen, durchführen und auswerten. Nach meinem Abschluss im Sommer 2027 möchte ich arbeiten und Erfahrung sammeln. In welchem Fachbereich das sein wird, habe ich noch nicht entschieden.»
Marco Hemberger (28), Bachelorstudent Pflege, 6. Semester:
«Ich stecke mitten in meiner Bachelorarbeit, deshalb ist es zurzeit etwas streng. Insgesamt gefällt mir das Studium aber sehr gut. Der Aufbau ist klar strukturiert und führt Schritt für Schritt in die Inhalte ein, sodass der Einstieg auch ohne grosse Vorkenntnisse im Gesundheitsbereich gelingt. Prägend sind die praktischen Trainings: Viele Situationen werden mit Mitstudierenden, Schauspielenden oder Simulationspuppen geübt. Das direkte Feedback empfinde ich als sehr wertvoll. Inhaltlich ist das Studium breit gefächert und reicht von Anatomie und Pharmakologie bis hin zu den Themen Ethik, Ekel und sexuelle Übergriffe. Diese Vielfalt macht es besonders spannend. Allerdings ist die Organisation, etwa bei Moodle, teilweise etwas kompliziert. Jetzt, während der Bachelorarbeit, merke ich auch, dass Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens nochmals hätten aufgefrischt werden müssen. Vor dem Studium absolvierte ich eine Lehre als Polymechaniker und leistete Zivildienst im Kinderspital Triemli. Dort wurde mir klar, dass ich in die Pflege möchte. Langfristig würde ich gerne in der Pädiatrie arbeiten, am liebsten am Kantonsspital Winterthur.»
Jael Scherrer (24), Bachelorstudentin Hebamme, 4. Semester:
«Mir gefällt am Studium vor allem, dass es so praxisnah ist. Schon im ersten Semester konnten wir an mehreren Tagen in kleinen Gruppen verschiedene Situationen üben. Dieser geschützte Rahmen gab Sicherheit, man konnte viel ausprobieren und verlor etwas die Nervosität. Auch die Dozierenden finde ich super. Sie kommen aus unterschiedlichen Bereichen und bringen verschiedene Sichtweisen mit, das macht den Unterricht spannend. Teilweise ist die Organisation etwas schwierig, aber das ist eher ein Detail. Momentan bin ich im Praktikum im Spital Linth in Uznach. Ich fühle mich gut begleitet, auch weil im Hintergrund immer jemand von der ZHAW da ist, den oder die ich fragen kann. Besonders froh bin ich auch darüber, dass wir uns nicht selbst um Praktikumsplätze kümmern müssen. Wir können Prioritäten angeben und werden dann zugeteilt, das nimmt den Druck weg. Nach dem Studium möchte ich zunächst Berufserfahrung sammeln, am liebsten im Gebärsaal eines Spitals. Der Einstieg wird sicher herausfordernd, gerade in einem Beruf mit so viel Verantwortung. Später kann ich mir auch vorstellen, selbstständig zu arbeiten, vielleicht kombiniert mit einer Tätigkeit in einem Spital.»
Jessica Ernst (24), Bachelorstudentin Physiotherapie, 4. Semester:
«Wie vielseitig Physiotherapie ist, wurde mir erst im Studium bewusst. In jedem Semester entdecke ich neue Facetten dieses Berufes, und genau das begeistert mich. Welche Richtung ich nach dem Abschluss einschlagen werde, ist noch offen. Zuerst möchte ich die Praktika abwarten. Ich engagiere mich auch als Klassenvertreterin und bringe Anliegen meiner Mitstudierenden ein. Dabei erlebe ich die ZHAW als sehr offen für Rückmeldungen. Sie legt grossen Wert auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung und sieht die Studierenden als wichtige Ressource, um die Qualität des Studiums zu verbessern. Das freut mich sehr. Zur Physiotherapie kam ich eher durch Zufall. Während meiner KV-Lehre im Spital erhielt ich auch Einblick in diesen Bereich, wobei ich auch einen Physiotherapeuten kennenlernte. Seine Begeisterung für den Beruf und sein Umgang mit Patient:innen haben mich so stark beeindruckt, dass ich vom geplanten BWL-Studium zur Physiotherapie wechselte. Ein Entscheid, den ich bis heute nicht bereue, denn auch bei unseren Dozierenden ist diese Begeisterung spürbar.»
Meilensteine
2025 – Mission Ukraine
Aus der Ergotherapie und Physiotherapie reisen zwei Dozentinnen im Rahmen einer Initiative zur Rehabilitation von kriegstraumatisierten Kindern in die Ukraine. Dort schulen sie ukrainische Kolleginnen und Kollegen. Im September erlangt Vanessa Leutenegger als erste Hebamme im Programm «Care and Rehabilitation Science» der ZHAW und Universität Zürich UZH ihren Doktortitel. Die Studierendenzahl am Departement ist inzwischen auf über 2200 gestiegen.
2026 – 20 Jahre Departement Gesundheit
Das «G» schlägt in der Ausbildung neue Wege ein: Zu Beginn des Jahres wurde mit der Fachhochschule Graubünden im Bereich der Pflegeausbildung eine neue Kooperation abgeschlossen. Damit soll dem Fachkräftemangel in Randregionen entgegengewirkt werden. Und: Am 6. Juni 2026 feierte das Departement Gesundheit sein 20-jähriges Bestehen.