Die Neugier ist ihr Antrieb: Veronika Waldboth arbeitete als Pflegefachfrau, forschte in London und prägt heute als Professorin und künftige Co-Leiterin Forschung und MSc Pflege die Ausbildung am ZHAW-Departement Gesundheit.
von Marion Loher
Wenn Veronika Waldboth etwas interessiert, will sie es ganz genau wissen. «Ich war schon immer sehr neugierig», sagt die 39-Jährige und lacht. Diese Neugier hat sie von Anfang an angetrieben. Aufgewachsen in der Nähe von Brixen in Südtirol, absolvierte Veronika Waldboth in ihrer Heimat die Ausbildung zur Pflegefachfrau. Mit 23 Jahren wagte sie den Schritt in die Schweiz und begann ihre berufliche Tätigkeit in einem Akutspital in Zürich. Der Pflegealltag forderte sie – und faszinierte sie zugleich. «Pflege ist so vielseitig», sagt sie. «Es gibt zahlreiche Fachgebiete und Schwerpunkte, auf die man sich spezialisieren kann.» Bereits ein Jahr später schrieb sie sich an der ZHAW für das Masterstudium ein, das sie parallel zur Arbeit im Spital absolvierte.
2013 wechselte sie ans renommierte King’s College in London, wo sie vier Jahre lang zu seltenen Krankheiten forschte. Diese Spezialisierung wählte sie nicht ohne Grund: Ein Mitglied ihrer Familie lebt mit einer seltenen Krankheit. «Das hat mich persönlich geprägt, ich wollte verstehen und einen Beitrag leisten», erzählt sie. Aus diesem Forschungsprojekt entstanden verschiedene Folgeprojekte, die sie bis heute begleiten. Nach ihrem Doktorat entdeckte sie eine weitere Leidenschaft – was ebenfalls nicht ganz zufällig war: die Pädagogik. «Ich komme aus einer Pädagogenfamilie.» Mittlerweile leitet sie an der ZHAW die Abteilung Entwicklung und Pädagogik des Masterstudiengangs Pflege und treibt die pädagogische Weiterentwicklung des Studiengangs voran. 2022 wurde sie zur Professorin für familienzentrierte Pflege berufen.
Daneben arbeitet Veronika Waldboth, die mit ihrem Partner und der gemeinsamen Tochter in Zürich-Oerlikon wohnt, in einem Teilzeitpensum. Ab Februar 2026 wird sie am Institut für Pflege die Co-Leitung Forschung und MSc Pflege zusammen mit André Fringer übernehmen, dies als Nachfolgerin von Maria Schubert. Die Idee der Co-Leitung begeistert sie: «Das Spannende ist, einen Sparringpartner zu haben und Beruf und Familie gut vereinbaren zu können.» Für die Zukunft hat die Wissenschaftlerin eine klare Vision: Sie will für eine starke Pflege eintreten und diese sichtbarer machen, den Studiengang weiter stärken, den Nachwuchs fördern und viele gut ausgebildete «Multiplikator:innen» in die Praxis schicken, die das Gesundheitssystem aktiv mitgestalten und echten Wandel bewirken. Dafür sieht sie in der Co-Leitung grosses Potenzial: «Ich möchte zeigen, was Pflege alles kann.» //