Knowledge Management Fitness-Check

Elena Hubschmid-Vierheilig

Das Wissen ist die Grundlage für die Kompetenzen. Das individuelle Wissen – die Grundlage für die Kompetenzen jedes Einzelnen von uns, das kollektive und organisationale Wissen – die Grundlage für die Unternehmenskompetenzen. Das effiziente Wissensmanagement (Knowledge Management) wird zum Wettbewerbsvorteil. Chief Knowledge Officers sind in den wissensintensiven Branchen Mitglieder der Geschäftsleitung. Ein Teil ihres Jobs besteht darin, das Unternehmen für die Herausforderungen der digitalen Welt fit zu machen, indem ein nachhaltiges Wissensmanagement aufgebaut wird. Doch bevor mit der konzeptionellen Arbeit und später mit der operativen Umsetzung des Knowledge Management Prozesses begonnen wird, muss ein Knowledge Fitness-Check durchgeführt werden. Dabei treffen wir in der heutigen Wissensgesellschaft auf drei Basisprobleme, die jedes Unternehmen im Alltag begleiten (mehr dazu: North et al., 2013).

Veränderungen im Wettbewerbsumfeld

Das ewige Problem der Abhebung von der Konkurrenz. Die Tatsache ist, dass man sich heute kaum untereinander unterscheidet. Egal ob es um die Produktion modernster Haushaltgeräte oder die Finanzdienstleistungen geht. Gründe dafür sind, dass die Technologie als Quelle für nachhaltige Wettbewerbsvorteile verschwindet. Die Digitalisierung ist omnipräsent und jedes Unternehmen besitzt heutzutage die neuesten Konzepte, Formeln, Software, Gadgets. Der Ideenmarkt wird allgemein zugänglich. Auch die patentierten Ideen kann man nicht selten am darauffolgenden Tag googlen. Die Halbwertzeit für Innovationen wird immer kürzer.

Sie fragen sich: Wie kann mir das Human Capital helfen, diesen Herausforderungen entgegen zu wirken? Wie machen meine Mitarbeitenden das Unternehmen in diesem Wettbewerbsumfeld fitter? Habe ich überhaupt solche Mitarbeitende an Board?

Entscheidungen mit ungenügendem Wissen

Schneller Wandel erfordert schnelle Entscheidungen. Der Wissensausbau in den Organisationen erfolgt dafür zu langsam oder wird durch Reglementierungen und veraltete Policies behindert. Das aufgebaute Wissen finden den Weg zu den Entscheidungszentren oder zu den anderen relevanten Stellen zu langsam oder gar nicht. Die Gefahr von Fehlentscheidungen nimmt zu.

Sie fragen sich: Kenne ich die Hauptwissensträger in meiner Organisation? Sind sie in den richtigen Entscheidungspositionen bzw. haben sie überhaupt Entscheidungskompetenzen?

Austauschdefizit

Ab einer gewissen Organisationsgrösse wird das vorhandene Wissen nicht mehr genügend untereinander ausgetauscht. Die Mitarbeitenden und Manager kennen sich nicht mehr gut genug und wissen nicht, wer was macht und wer wofür verantwortlich ist. Aufgebautes Wissen wird nicht identifiziert und genutzt. Es entstehen Fehlentscheide und Doppelspurigkeiten. Das Rad wird noch einmal erfunden.

Sie fragen sich: Habe ich genügend unbürokratische Austauschplattformen in der Organisation? Ist meine Ablauforganisation effizient gestaltet? Handle ich konsequent bei den Abgängen und Neueintritten (bspw. findet immer die Übergabe statt?).

Wenn Sie wissen, wo ihr Unternehmen in Bezug auf diese drei Basisprobleme des Wissensmanagements positioniert ist, können sie mit der Erarbeitung der Wissensmanagementstrategie beginnen. Dabei müssen sie sich aber unbedingt an einige der Prinzipien des Knowledge Management nach Professor Davenport (1998) halten, ansonsten droh ihre Strategie zu scheitern:

  • Wissen entsteht und befindet sich in den Köpfen der Leute
  • Gemeinsame Nutzung von Wissen setzt Vertrauen voraus
  • Technologie ermöglicht einen neuartigen Umgang mit Wissen, die modernsten Informationssysteme garantieren jedoch noch keinen Wissensaustausch
  • Gemeinsame Nutzung von Wissen muss sich für alle lohnen

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