Was macht einen Moodle Kurs für möglichst viele Studierende gut nutzbar?
Bereits kleine Anpassungen in Struktur, Sprache und Gestaltung können viel bewirken. Barrierefreiheit ist ein Qualitätsmerkmal guter digitaler Lehre. Die ZHAW unterstützt Dozierende dabei, ihre Lerninhalte möglichst zugänglich zu gestalten.
Ein Beitrag von Sabine Rödiger.
Unterschiedliche Lernvoraussetzungen
Digitale Barrierefreiheit wird häufig mit Untertiteln bei Videos oder der Nutzung von Screenreadern durch sehbeeinträchtigte Menschen in Verbindung gebracht. Tatsächlich umfasst sie weit mehr. In der Hochschullehre begegnen wir einer grossen Vielfalt an Lernvoraussetzungen, beispielsweise Studierenden mit Hör- oder motorischen Beeinträchtigungen, neurodivergenten Profilen, chronischen Erkrankungen oder temporären Belastungen. Hinzu kommen alltägliche Situationen wie das Lernen unterwegs, Arbeiten unter Zeitdruck oder der Zugriff auf Kursinhalte über unterschiedliche Geräte.
Barrierefreiheit ist deshalb kein Spezialthema für wenige Betroffene. Sie ist ein Qualitätsmerkmal guter digitaler Lehre, denn es können alle davon profitieren.
Wenn Lernen unnötig schwierig wird
Nicht jede Herausforderung im Studium entsteht durch fachliche Anforderungen. Oft erschweren unübersichtliche Kursstrukturen, komplexe Anweisungen oder schwer auffindbare Informationen den Zugang zu Lerninhalten. Besonders komplex kann dies für Studierende sein, die mehr Zeit für die Informationsverarbeitung benötigen oder Schwierigkeiten haben, Informationen zu strukturieren und zu priorisieren.
Natürlich gehören anspruchsvolle Inhalte zum Studium. Gleichzeitig wird durchaus diskutiert, wo die Grenze zwischen berechtigten Anforderungen und vermeidbaren Barrieren verläuft. Umso wichtiger ist es, beide Aspekte bewusst auseinanderzuhalten. Ziel ist nicht, fachliche Anforderungen zu reduzieren, sondern Lernangebote so zu gestalten, dass sich Studierende auf die Inhalte konzentrieren können.
Genau hier zeigt sich die enge Verbindung zwischen Barrierefreiheit, Benutzerfreundlichkeit und Didaktik. Klare Strukturen, verständliche Bezeichnungen, eine übersichtliche Aufbereitung von Informationen und ein konsistenter Aufbau erleichtern die Orientierung und unterstützen das Lernen. Viele Massnahmen, die Moodle Kurse barrierefreier machen, verbessern gleichzeitig auch die Benutzerfreundlichkeit und tragen zu einer guten didaktischen Gestaltung bei. Diese Prinzipien helfen Menschen mit Beeinträchtigungen, kommen aber ebenso allen anderen Studierenden zugute.

Moodle und Office-Vorlagen bieten die Grundlage
Die ZHAW Lernplattform, welche auf Moodle basiert, spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie bildet für viele Studierende den Zugang zu Kursinhalten, Materialien und Lernaktivitäten.
Die Software wird kontinuierlich mit dem Ziel weiterentwickelt, möglichst zugänglich nutzbar zu sein, und orientiert sich dabei an den internationalen Web Content Accessibility Guidelines (WCAG). Ergänzend veröffentlicht Moodle Informationen und Konformitätsberichte zum Thema Accessibility.
Auf der Lernplattform steht zusätzlich eine Barrierefreiheitserklärung zur Verfügung. Sie informiert transparent über den aktuellen Stand, bekannte Einschränkungen, die eingesetzten Prüfstandards sowie die Möglichkeiten, Barrieren an die zuständigen Stellen zu melden.
Ob ein Kurs tatsächlich gut zugänglich ist, hängt jedoch nicht allein von Moodle ab. Einen grossen Einfluss haben die Inhalte, die innerhalb eines Kurses erstellt werden.
Für die Gestaltung barrierefreier Moodle Kurse müssen keine komplexen technischen Anforderungen erfüllt werden. Bereits einige grundlegende Prinzipien helfen dabei, die Zugänglichkeit zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise:
- verständliche Sprache durch präzise Formulierungen
- eine klare Struktur mit sinnvoll eingesetzten Überschriften
- aussagekräftige Link- und Dateibezeichnungen
- Alternativtexte für Bilder
- Gute Erfassbarkeit durch Kontrast, Layout und Schriftgrössen
Auch die an der ZHAW bereitgestellten Office-Vorlagen im Brand-Hub unterstützen Dozierende dabei, Kursinhalte zugänglich zu gestalten.
Dabei bedeutet Barrierefreiheit nicht zwingend Perfektion. Häufig wird deshalb auch von «barrierearmen» Angeboten gesprochen. Nicht alle Kursformate oder Materialien lassen sich heute für alle Studierenden gleichermassen zugänglich gestalten. Deshalb müssen in einzelnen Situationen didaktische Anforderungen und Aspekte der Barrierefreiheit sorgfältig aufeinander abgestimmt werden. Entscheidend ist, mögliche Hürden frühzeitig mitzudenken und die Inhalte Schritt für Schritt zu verbessern. Bereits kleine Anpassungen können zu einer deutlichen Verbesserung führen und viel bewirken. Insgesamt beobachten wir, dass die an die Lernplattform angebundenen Tools bzw. Plugins zunehmend barrierefreier werden. Ausserdem entwickeln sich die Technologien, welche die Zugänglichkeit unterstützen, durch KI mit grosser Dynamik weiter.
Um den Einstieg in das Thema zu erleichtern, wurde die Kachel «Barrierefreiheit» auf der Portalseite Digitale Lehre neugestaltet. Sie bündelt zentrale Informationen, Checklisten, Hilfsmittel sowie weiterführende Ressourcen rund um barrierearme Moodle Kurse.
Barrierefreiheit als Qualitätsmerkmal digitaler Lehre
Digitale Barrierefreiheit ist in gesetzlichen und normativen Grundlagen verankert, etwa im Behindertengleichstellungsgesetz, in der UN-Behindertenrechtskonvention oder den WCAG. Auch die ZHAW ist verpflichtet, digitale Angebote entsprechend zu gestalten. Für die Hochschullehre lohnt sich jedoch vor allem ein anderer Blickwinkel: Barrierefreiheit hilft dabei, Lernangebote verständlicher, robuster und benutzerfreundlicher zu gestalten. Sie unterstützt Studierende dabei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: das Lernen.
KI-Deklaration:
Für diesen Blogbeitrag wurde ChatGPT (Version 5.5) zur redaktionellen Unterstützung verwendet, konkret zur Bildgenerierung, Strukturierung und Ausarbeitung von Titel, Abschnittsüberschriften sowie Text.